Mietwohnung - Austausch des Bodenbelags durch Vermieter?

29. Februar 2024 Thema abonnieren
 Von 
JokerXP
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Mietwohnung - Austausch des Bodenbelags durch Vermieter?

Hi,

ich wohne seit 13 Jahren in einer Wohnung, was bis vor kurzem eine Wohngemeinschaft gewesen ist und ich nun alleiniger Hauptmieter bin.

Da wir noch einen sehr alten Mietvertrag haben, welcher immer nur namentlich umgeschrieben wurde und die Wohnung in vielen Bereichen einen nicht mehr ganz „zeitgemäßen Standard" hat.

Haben wir somit auch noch eine sehr gute Kaltmiete von ca. 6,00 € pro m² im Monat.

Zwei Zimmer sind jeweils ausgestattet mit einem Teppichboden, dessen Alter über 15 Jahre hat. In der Küche befindet sich in ein PVC-Boden der mittlerweile 20 Jahre alt ist.

Sämtliche Bodenbeläge von den Räumlichkeiten sind Bestandteil der Wohnung und Mietsache. Ich möchte diese erneuern lassen mit einer möglichsten geringen Eigenbeteiligung der Kosten.

Bei der Hausverwaltung habe einen schriftlichen Antrag auf Austausch des Bodenbelags gemäß § 535 Abs. 1 BGB gestellt. Im Kontext das der Vermieter dazu verpflichtet ist, die Mietsache in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten. Da die Nutzungsdauer von Bodenbelägen naturgemäß begrenzt, und es ist notwendig, dass nach einer gewissen Zeit eine Abnutzung eintritt, die den ursprünglichen Zustand beeinträchtigt.


Vor ein paar Tagen waren die Hausverwaltung und der Vermieter zur Vor-Ort Begutachtung bei mir zu Hause gewesen. Diese hatten sich in meinen Räumlichkeiten umgeschaut und waren der ersten festen mündlichen Meinung gewesen, dass diese nicht komplett ausgetauscht und erneuert werden auf Kosten des Vermieters. Gerade nicht wenn wir von einer monatlichen Kaltmiete von 6 € pro m² sprechen. Mit dem § 535 Abs. 1 BGB konnte nichts angefangen werden und es gäbe keinen Anspruch dafür. Die Hausverwaltung bzw. der Vermieter wären schon bereit die Bodenbeläge auszutauschen. Allerdings müssten die Kosten auf mich als Mieter umgelegt werden in Form einer Mieterhöhung. Ein Angebot und Vorschlag soll ich die kommenden Tage von der Hauverwaltung bzw. dem Vermieter erhalten.


- Wie ist Eure persönliche Einschätzung bis jetzt zum o.g. Fall und Stand?

- Darf der Vermieter die Kosten zum Austausch des Bodenbelags auf mich umlegen in Form einer Mieterhöhung der monatlichen Kaltmiete?

- In welchem Rahmen darf er, dass tun, gibt es dafür Unter-, Obergrenzen oder ist dies ein reiner Ermessensspielraum, den er selbst festlegen kann?

- Sollte der Vermieter die o.g. Probleme nicht beheben, darf ich dann eine angemessene Mietminderung vornehmen im Einklang mit meinem Recht auf eine angemessene Wohnnutzung gemäß § 536 BGB.


Besten Dank

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4975 Beiträge, 591x hilfreich)

Zitat (von JokerXP):
- Darf der Vermieter die Kosten zum Austausch des Bodenbelags auf mich umlegen in Form einer Mieterhöhung der monatlichen Kaltmiete?


Nein, so nicht. Aber er kann evtl. durchaus die Miete anheben, so es der Mietspiegel zulässt und dies unabhängig von der Erneuerung des Belages.

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#2
 Von 
GefährlichesHalbwissen
Status:
Beginner
(144 Beiträge, 53x hilfreich)

Zitat (von JokerXP):
die Wohnung in vielen Bereichen einen nicht mehr ganz „zeitgemäßen Standard" hat.


Solange nicht irgendwo vertraglich vereinbart wurde, dass die Wohnung durch den Vermieter in einem "zeitgemäßen Standard" zu halten ist, ist das absolut irrelevant.

Zitat (von JokerXP):
Zwei Zimmer sind jeweils ausgestattet mit einem Teppichboden, dessen Alter über 15 Jahre hat. In der Küche befindet sich in ein PVC-Boden der mittlerweile 20 Jahre alt ist.


Du hast vermutlich irgendwo was davon gelesen, dass Teppichboden so ca. 10 Jahre hält, richtig? Das ist so aber pauschal nicht richtig. Er kann viel kürzer, aber auch viel länger halten. Das reine Alter oder dass er nicht mehr "zeitgemäß" ist, verpflichtet den Vermieter nicht dazu, ihn auszutauschen. Auch nicht, wenn er 50 Jahre alt ist und in hübschem 70er Jahre braun-orange. Die Verpflichtung des Vermieters, einen neuen Boden zu legen, ergibt sich einzig durch die Abnutzung im Laufe des Mietverhältnisses, und wenn er dann nicht mehr einem vertragsgemäßen Zustand entspricht. Das kann bei Teppich z.B. sein, dass er Wellen schlägt und zur Stolperfalle geworden ist. Oder dass die Laufspuren inzwischen so stark sind, dass er bis auf das Untergewebe abgerieben ist, etc.

Zitat (von JokerXP):
Da die Nutzungsdauer von Bodenbelägen naturgemäß begrenzt, und es ist notwendig, dass nach einer gewissen Zeit eine Abnutzung eintritt, die den ursprünglichen Zustand beeinträchtigt.


Ob das in Deinem Fall so ist, lässt sich aus Deinem Post nicht entnehmen.

Zitat (von JokerXP):
Ich möchte diese erneuern lassen mit einer möglichsten geringen Eigenbeteiligung der Kosten.


Verständlich, wer möchte das nicht. Aber der Vermieter ist dazu nicht verpflichtet. Weder dazu, das zu bezahlen, noch Dir zu erlauben, selbst einen anderen Boden zu verlegen, den Du komplett selbst bezahlst (Ausnahme: Du kannst den Boden bei Auszug spurlos wieder entfernen, ohne Schäden an der Mietsache zu verursachen).

Zitat (von JokerXP):
Vor ein paar Tagen waren die Hausverwaltung und der Vermieter zur Vor-Ort Begutachtung bei mir zu Hause gewesen. Diese hatten sich in meinen Räumlichkeiten umgeschaut und waren der ersten festen mündlichen Meinung gewesen, dass diese nicht komplett ausgetauscht und erneuert werden auf Kosten des Vermieters.


Das sehe ich bisher genauso wie der Vermieter.

Zitat (von JokerXP):
Mit dem § 535 Abs. 1 BGB konnte nichts angefangen werden und es gäbe keinen Anspruch dafür.


Vielleicht kannten die den genauen Paragraphen nicht, aber grundsätzlich sind die bestimmt mit dem Umstand vertraut, dass die Mietsache in einem vertragsgemäßen Zustand zu halten ist. Und wenn der nach wie vor gegeben ist, muss der Boden auch nicht ausgetauscht werden, weil er Dir nicht mehr gefällt. Punkt.

Zitat (von JokerXP):
Die Hausverwaltung bzw. der Vermieter wären schon bereit die Bodenbeläge auszutauschen. Allerdings müssten die Kosten auf mich als Mieter umgelegt werden in Form einer Mieterhöhung.


Auch das ist nicht unüblich. Der Vermieter ist bereit, einen Sonderwunsch des Mieters zu erfüllen, obwohl er nicht dazu verpflichtet ist, wenn dieser im Gegenzug einer darauf basierenden Mieterhöhung zustimmt. Musst Du ja nicht annehmen. Dann bleiben halt die alten Böden drin. Wenn man das Angebot des Vermieters aber annehmen möchte, dann gibt es dafür keine gesetzlichen Vorgaben. Das ist dann eine tatsächliche Individualvereinbarung und da dürfen beide Parteien gemeinsam zu einer Einigung kommen.

Zitat (von JokerXP):
Sollte der Vermieter die o.g. Probleme nicht beheben, darf ich dann eine angemessene Mietminderung vornehmen im Einklang mit meinem Recht auf eine angemessene Wohnnutzung gemäß § 536 BGB.


Was für Probleme denn? Bisher berufst Du Dich nur auf das Alter der Böden und einen nicht mehr zeitgemäßen Standard und das schränkt Dich in Deiner Nutzung der Wohnung ganz und gar nicht ein. Oder gibt es sonst noch was, wie z.B. Wellen, Löcher, Risse, etc.?

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