Muss er zahlen?

5. April 2005 Thema abonnieren
 Von 
Habakuk
Status:
Beginner
(64 Beiträge, 15x hilfreich)
Muss er zahlen?

Hallo zusammen!
Ich frage für einen Bekannten, der sich ziemlich dumm verhalten hat (meiner Meinung nach) aber ich kenne mich auch nicht so recht aus.
Folgender Fall:
Er mietet eine möblierte Wohnung zum Preis XXX. Nach 4 Wochen Mietzeit lernt er ein Mädchen kennen, dass nach weiteren vier Wochen mit ihren beiden Kaninchen zu ihm zieht. Der Vermieter erkläört, dass wegen der höheren Abnutzung 50 Euro mehr Miete gezahlt werden müssen, was die beiden akzeptieren. Im November und im Januar war der Bekannte 2 mal über einen längeren Zeitraum krank, während dieser Zeiten hielte sich die beiden überwiegend in der Wohnung der Eltern des Mädchens auf. Dabei blieb wohl einmal ein Fenster nur auf Kipp und wurde vom Wind aufgedrückt. Der Vermieter, der im gleichen Haus wohnt, betrat die Wohnung und schloss das Fenster. Dabei stellte er fest, dass sich etliche verschlossene Müllbeutel in der Wohnung befanden. (Die nicht entsorgt worden waren, weil die Mülltonne zu klein war!) Der Vermieter stellte meinen Bekannten zur Rede, dass der Müll weg müsste, was auch unverzüglich geschah. Desweiteren verlangte er, dass die Kaninchen weg müssten. Was auch geschah. Mitte Februar wechselte das Mädchen die Arbeitsstelle und zog zurück zu ihren Eltern. Am 25. Februar teilte der Vermieter mündlich mit, dass er die Wohnung zum 5.3. kündigt. Da so schnell keine neue Wohnung zu bekommen war, einigten sich Vermieter und mein Bekannter, dass er noch so lange wohnen bleibt, bis er was Neues hat, womit sich der VM einverstanden erklärte. Der Bekannte zog dann Mitte März ebenfalls zu den Eltern der Freundin und holte seine Sacen aus der Wohnung. Der VM sagte, dass er sich selbst um die Reinigung der Wohnung kümmern wollte. Am 28. März ging mein Bekannter zu seiner Wohnung (für die er bis Ende März Miete bezahlt hatte) um sie zu reinigen und die Schlüssel zu übergeben. Der Vermieter verwährte den Zutritt zur Wohnung und sagte, er habe selber sauber gemacht. Nun verlangt er für den Teppich, der angeblich ausgefranst ist, für Stühle die angeblich kaputt sind und für Matratzen, die angeblich versaut sind Schadensersatz in Höhe von 500 Euro. Mein Bekannter durfte wie gesagt die Wohnung nicht mehr betreten, aber der Vermieter hat angeblich Fotos vom Zustand der Wohnung gemacht und will nun einen Gutachter beauftragen (womit weiß ich nicht).
Meiner Meinung nach hätte der VM ein Recht darauf gehabt, dass mein Bekannter, da er ja nicht gekündigt hat (schriftlich meine ich), dass er die Miete weiter bezahlt, aber dadurch, dass er ihm die Schlüssel abgenommen hat und ihn nicht mehr in die Wohnung lässt, ist die vermieterseitige mündliche Kündigung ja nun zustande gekommen. Schadensersatzpflichtig ist mein Bekannter nach meiner Meinung nicht, da die Abnutzung der Gegenstände ja mit der Miete abgegolten sind. Liege ich mit meiner Einschätzung richtig?
Ich danke für jeden Rat.


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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(48030 Beiträge, 16965x hilfreich)

1. Die Mieterhöhung von 50€ war unrechtmäßig

2. Das unberechigte Betreten der Wohnung durch den Vermieter erfüllt den Straftatbestand des Hausfriedensbruchs

3. Die Kündigungsfrist beträgt 3 Monate zum Monatsende. Die Kündigung durch den Vermieter ist daher ungültig.

4. Eine Kündigung muss schriftlich erfolgen. Eine mündliche Kündigung ist sowieso schon ungültig

5. Die Reinigung der Wohnung durch den Vermieter vor der Wohnungsübergabe erfüllt erneut den Straftatbestand des Hausfriedensbruchs.

Ihr habt Euch schon sehr viel gefallen lassen. Ich würde dem Vermieter daher mit einer Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Diebstahl drohen.

Es waren doch sicherlich noch Dinge von Euch in der Wohnung die vom Vermieter bei seinem unberechtigten Besuch beschädigt oder gestohlen wurden ;)

Außerdem würde ich in diesem Zusammenhang die Miete für der Monat März zurückfordern.

Daneben ist der Mietvertrag noch gar nicht wirksam gekündigt. Man könnte also zum Gericht gehen und eine einstweilige Verfügung erwirken, damit man wieder in die Wohnung einziehen kann. So etwas würde im Zweifel mit Unterstützung der Polizei durchgesetzt. Die Kosten für Anwalt und Gericht müsste der Vermieter übernehmen.

Macht dem Vermieter klar, dass er froh sein soll, dass ihr derartige Maßnahmen noch nicht eingeleitet habt.

Ihr solltet schriftlich mit dem Vermieter vereinbaren, dass das Mietverhältnis aufgelöst ist und dass mit der Rückzahlung der Miete seit 5. März alle gegenseitigen Forderungen aufgehoben sind.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Habakuk
Status:
Beginner
(64 Beiträge, 15x hilfreich)

Vielen Dank für die Antwort! Ist ja schon mal nicht schlecht zu wissen. Er war übrigens mehrmals in der Wohnung, immer in Abwesenheit der Mieter!

Wie sieht es aber nun aus wegen dem Schadenersatz? Hat da auch noch jemand einen Rat? Ich denke, dass die Abnutzung mit der Miete abgegolten ist, oder?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
cobold64
Status:
Lehrling
(1051 Beiträge, 835x hilfreich)

Es ist wohl kaum anzunehmen, dass der Vermieter noch Schadenersatzansprüche stellt, wenn ihr ihn mit den von hh genannten Tatsachen konfrontiert.
Oder würdet ihr es wegen ohnehin zweifelhafter 500 Euro auf eine Klage wegen Hausfriedensbruchs etc. ankommen lassen?

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#4
 Von 
Miad
Status:
Lehrling
(1195 Beiträge, 181x hilfreich)

@hh

zu 1.
beiderseitiges Einverständnis, also völlig rechtmäßig. Der Mieter hätte andererseits nicht darauf eingehen müssen.

zu 3.
im beiderseitigen einverständnins kann die kündigungsfrist auch unteschritten werden. Allerdings ist, wie du schon sagtest, für eine Kündigung die Schriftform erforderlich.




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#5
 Von 
Habakuk
Status:
Beginner
(64 Beiträge, 15x hilfreich)

Hallo,
nachdem mein Bekannter beim VM angerufen hat, bekam dieser fast einen Tobsuchtsanfall. Er meint, da er selbst auch in dem Haus wohnt (3 Parteien insgesamt) wäre es sein gutes Recht zu jeder von ihm gewünschten Zeit "seine" Wohnung wie er sich ausdrückte zu betreten. Desweiteren hat er, wie sich jetzt herausstellte, die Post meine Bekannten an sich genommen und offensichtlich auch gelesen. Er freute sich nämlich auf den "Ärger" den mein Bekannter mit dem Stromliferanten bekommen wird, da er ja die Rechnung nicht bezahlt hat. Mein Bekannter hat die Rechnung aber nie bekommen....

Nach Anruf bei der Geselschaft bekommt er nun eine Zweitschrift der Rechnung.

Soll er besser doch einen Anwalt einschalten?

Wir wissen nicht, ob er noch mehr Sendungen unterschlagen hat. Mein Bekannter sucht derzeit nach einer neuen Arbeitsstelle, näher am neuen Wohnort. Müssen wir jetzt alle AG anschreiben und fragen, ob sie geantwortet haben? Wie sieht das denn aus??? So vermasselt der VM wohlmöglich auch noch die Chance auf einen neuen Job.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(48030 Beiträge, 16965x hilfreich)

Er kann auch direkt zur Polizei gehen und dort Den Mieter wegen eines Hausfriedensbruch und Verstoß gegen das Fernmeldegeheimnis anzeigen. Bei einer derart großen Uneinsichtigkeit seitens des Vermieters würde ich diesen Schritt gehen.

Wenn er erst einmal nur Druck ausüben möchte, dann wirkt natürlich ein Brief vom Anwalt auch Wunder. Auch um die Beweislage sicherer zu gestalten ist ein Anwalt sicher hilfreich.


@miad
Es ist schon klar, dass durch das Verhalten von Habakuks Bekannten an diesen Dingen nichts mehr zu machen ist.

Mit unrechtmäßig meinte ich, dass die Dinge vom Vermieter gegen den Willen des Mieter nicht durchsetzbar gewesen wären.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Habakuk
Status:
Beginner
(64 Beiträge, 15x hilfreich)

Vielen Dank erstmal, er wird jetzt das WE abwarten und gucen was passiert. Angeblich wollte der VM ebenfalls einen RA befragen, der sollte das dann ja auch wissen, dass das Verhalten des VM nicht rechtens war.
Schönes Wochenende einsweilen!
Gruß

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Habakuk
Status:
Beginner
(64 Beiträge, 15x hilfreich)

Für die guten Tipps ind den Antworten, der Vermieter hat sich, nachdem mein Bekannter ihm die von ihnen genannten "Tatbestände" vor Augen geführt hat und angedeutet hat, dass er eine Anzeige erstatten würde, nicht mehr gemeldet. Nach der langen Zeit kann man wohl davon ausgehen, dass er keine weiteren Schritte mehr unternimmt. Ausserdem hat er die Wohnun inzwischen schon neu vermietet.

Also nochmals vielen Dank!

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