Nachmieter Suche in WG

10. Mai 2023 Thema abonnieren
 Von 
Xane
Status:
Beginner
(134 Beiträge, 4x hilfreich)
Nachmieter Suche in WG

Ich vermiete derzeit Zimmerweise mit Einzelmietverträgen ein Haus an eine WG.
Die Mieter haben eine Mindestmietdauer von 12 Monaten. Eine Mieterin befindet sich in dieser Frist und möchte gerne ausziehen.

Dazu räume ich den StudentInnen die folgende Klausel ein: "Eine etwaige Verkürzung dieser Frist (3 Monate zum Monatsende) kann durch die Suche eines adäquaten Nachmieters, bzw. durch Vorschlag drei passender Kandidaten nach Zustimmung und in Abstimmung mit dem Vermieter getroffen werden. "

Nun begab es sich, dass ich die Announce eingestellt habe und potentiell passende Kandidaten netterweise an die Mieterin weitergeleitet habe.

Ein zunächst vielversprechender Kandidat hat sich leider als sehr unzuverlässig im Prozess entpuppt. So sagte er zwar via Whatsapp nach der Videobesichtigung zu, meldete sich allerdings 2 Wochen lang nicht mehr. Er hat mir am Telefon gesagt, dass er eigentlich darauf gesetzt hatte, etwas anderes zu finden. Dann hat er mir Kommentarlos seinen Perso geschickt zum Vertragsschluss - wollte sich das Zimmer aber nochmal erneut vor Ort anschauen. Den Termin hat er leider verpasst. Auf der Basis habe ich mit der Mieterin abgemacht, dass wir die Finger von ihm lassen, da er sehr unzuverlässig ist. Zwischenzeitlich hat die Mieterin ihm doch noch einmal erfolgreich das Zimmer gezeigt. Und an mich weitergeleitet, dass er das Zimmer für nächste Woche nehmen wollte.

Ich habe diesem Vorschlag nun widersprochen, mit der Begründung, dass der bisher einzige Kandidat völlig unzumutbar sei.

Auf jeden Fall ist die Mieterin in dem Glauben und ohne Abstimmung ausgezogen, dass dieser Vorschlag reichen würde. Und sie ab diesem Zeitpunkt auch nicht mehr Miete zahlt.

Nun habe ich gelesen und ich konnte es gar nicht glauben: Das es bei einer unechten Nachmieterklausel (siehe oben) reicht, einen Mieter zu finden, dem Vermieter vorzuschlagen. Wenn der Vermieter diesen ablehnt, dann kommt der Mieter trotzdem aus dem Vertrag und der Vermieter muss nach einem Nachmieter suchen.

Wie seht ihr diesen ganzen Kindergarten. Eigentlich sollte die Klausel für die Mieter sein, aber wenn diese auf jene Weise missbraucht werden kann, dann lösche ich diese Klausel wieder.

-- Editiert von Moderator topic am 11. Mai 2023 07:45

-- Thema wurde verschoben am 11. Mai 2023 07:45

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118612 Beiträge, 39603x hilfreich)

Zitat (von Xane):
Die Mieter haben eine Mindestmietdauer von 12 Monaten.

Bereits das könnte nichtig sein.



Zitat (von Xane):
mit der Begründung, dass der bisher einzige Kandidat völlig unzumutbar sei.

Da ich nichts davon lesen konnte, dieses "völlig unzumutbar" ergibt sich woraus?



Zitat (von Xane):
ich konnte es gar nicht glauben:

Warum, das steht doch ganz deutlich zu lesen in dieser Klausel?



Zitat (von Xane):
aber wenn diese auf jene Weise missbraucht

Da ist weit und breit keinerlei Missbrauch zu erkennen.



Zitat (von Xane):
dann lösche ich diese Klausel wieder.

Das gilt dann aber nur für künftige Verträge.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Garfield73
Status:
Student
(2085 Beiträge, 723x hilfreich)

Im Forum Mietrecht wäre der thread eindeutig besser aufgehoben :forum:

Signatur:

Nachdenken ist wie googeln .... nur krasser!

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Ein Kündigungsausschluss für Studierende ist laut BGH extrem problematisch, siehe BGH, 15.07.2009 - VIII ZR 307/08. Jedes Urteil ist eine Einzelfallentscheidung. Es kann sein, dass ein 12 monatiger Kündigungsausschluss in Kombination mit Nachmietervereinbarung gültig ist. Darauf würde ich aber nicht wetten. Ohne verbindliche Nachmietervereinbarung stehen die Chancen meiner Meinung nach noch schlechter. Bei Studierenden sind bereits 12 Monate schon sehr lang. Nicht wenige Erstsemestrige beenden ihr Studium in den ersten Monaten. Ein Kündigungsausschluss von 12 Monaten ist dann eben eine unangemessene Benachteiligung.

So ganz verstehe ich die Nachmietervereinbarung aber eh nicht. Steht da explizit eine Verkürzung dieser Frist (3 Monate)? Dann bezieht sich das ja gar nicht auf den Kündigungsausschluss sondern auf die normale Kündigungsfrist.

Ich weiß jetzt nicht, ob eine Diskussion hier Sinn macht. Eindeutig wird es nicht werden. Meine Tendenz geht jedoch stark dahin, dass bereits die Mindestmietdauer unwirksam ist. Dann käme es nur mehr darauf an, ob der Mieter die reguläre Kündigungsfrist nach BGB abgewartet hat oder nicht.

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#4
 Von 
Xane
Status:
Beginner
(134 Beiträge, 4x hilfreich)

Ich würde die Mindestmietdauer erstmal zur Seite packen, da diese nicht relevant ist.
Keine Ahnung ob diese rechtl. Standhalten würde, eine solche Klausel hilft langfr. stud. Mieter zu erhalten.

Tatsächlich bezieht sich der Absatz auf eine Verkürzung der 3 Monate.
Es ist eine unechte Nachmieter Klausel.

Meine Grundfragen:
1. Beurteile ich, ob der Nachmieter "adäquat" ist, reicht da meine Meinung? oder muss dies nach objektiven Kriterien geschehen?

2. Reicht es, wenn ein Mieter einen ggf. nicht adäquaten Nachmieter vorstellt, um vorzeitig aus dem Vertrag und den 3 Monaten Kündigungsfrist herauszukommen?

Beste Grüße & Dank

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#5
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(648 Beiträge, 80x hilfreich)

@Xane

Zitat (von Xane):
Eine etwaige Verkürzung dieser Frist (3 Monate zum Monatsende) kann durch die Suche eines adäquaten Nachmieters, bzw. durch Vorschlag drei passender Kandidaten nach Zustimmung und in Abstimmung mit dem Vermieter getroffen werden.


Du hast den Klausel doch selbst verwendet und wahrscheinlich auch selbst selbst formuliert.

Was ist für Dich den ein adäquater Nachmieter,bzw. ein passender Kandidat? Und was ist für dich der Unterschied zwischen adäquat und passend? Einen Unterschied muss es doch geben sonst hättest du doch nicht zwei Begriffe verwendet und auch noch "einen adäquaten Nachmieter" "drei passenden Kandidaten" gleichgestellt, so nach dem Motten drei Ecken ein Elfer.

Bei einer Vertragsauslegung kommt es nicht die subjektive Auslegung des Einzelnen an, es muss sich schon an objektiven Maßstäben orientiert werden, was im genannten Fall aber zu keinem klaren Ergebnis führen wird und daher i.d.R. dem Mieter zugute kommt. Du hast auch nicht nachvollziehbar dargelegt warum der potentielle Nachmieter unzuverlässig sein sein. Ok, ein Termin wurde nicht wahrgenommen, du schreibst aber nicht ob der Termin zuvor abgesagt wurde oder aus sonstigen Gründen nicht wahrgenommen wurde.

Kurzum, ich sehe die Mieterin vermutlich im Recht!

Ich würde also keine Energie mehr darauf verschwenden und die Nachmieter-Klausel aus den künftigen Verträgen entfernen.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Zitat (von Xane):
Ich würde die Mindestmietdauer erstmal zur Seite packen, da diese nicht relevant ist.
Warum schreibst du das dann ganz zu Beginn? Nun gut, also lassen wir sie weg.

Zitat (von Xane):
Tatsächlich bezieht sich der Absatz auf eine Verkürzung der 3 Monate.
Sind es denn wirklich drei Monate oder liegt Wohnraum nach § 549 Abs. 2 Nr. 2 BGB vor?

Zitat (von Xane):
1. Beurteile ich, ob der Nachmieter "adäquat" ist, reicht da meine Meinung? oder muss dies nach objektiven Kriterien geschehen?
Das muß nach objektiven Maßstäben geschehen.

Zitat (von Xane):
2. Reicht es, wenn ein Mieter einen ggf. nicht adäquaten Nachmieter vorstellt, um vorzeitig aus dem Vertrag und den 3 Monaten Kündigungsfrist herauszukommen?
Was soll die Frage? Wenn objektiv der Mieter nicht adäquat ist, dann ist er es nicht. Ansonsten ja.

Zitat (von Xane):
eines adäquaten Nachmieters, bzw. durch Vorschlag drei passender Kandidaten
Was willst du eigentlich mit dieser Vereinbarung sagen? Soll adäquat was anderes sein als passend? Warum ein adäquater aber drei passende? So richtig verständlich ist das nicht und Unklarheiten gehen zu deinen Lasten.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16315 Beiträge, 9238x hilfreich)

Zitat:
Eine etwaige Verkürzung dieser Frist (3 Monate zum Monatsende) kann durch die Suche eines adäquaten Nachmieters, bzw. durch Vorschlag drei passender Kandidaten nach Zustimmung und in Abstimmung mit dem Vermieter getroffen werden.

D.h. man kann entweder
- einen adäquaten Nachmieter suchen oder
- drei passende Kandidaten suchen

Dadurch dass "Nun begab es sich, dass ich die Announce eingestellt habe und potentiell passende Kandidaten netterweise an die Mieterin weitergeleitet habe." waren schon drei passende Kandidaten gesucht. (Als Vermieter wird man nicht argumentieren können, dass Kandidaten, die auf eine vom Vermieter aufgegebene Anzeige antworten und(!) vom Vermieter weitergeleitet werden, unpassend sind.)
Damit hat die ausziehende Mieterin ihre Pflichten erfüllt.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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