Nachträgliche Schadensmeldung durch ehemaligen Vermieter

13. Februar 2024 Thema abonnieren
 Von 
Fachstax
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Nachträgliche Schadensmeldung durch ehemaligen Vermieter

Hallo, bis Ende Dezember haben wir für 6 Monate ein EFH gemietet.
Beim Auszug sind diverse Gegenstände an die Nachmieter verkauft worden (Gartenschirm, Gardinen, Grill, ...) - das für 600,00€. Das lief alles über den Vermieter. Gleichzeitig hat ein Maler Ausbesserungsmaßnahmen nach unserem Auszug durchgeführt. Kosten 350,00€. Somit sind noch 250,00 im Besitz des Vermieters, die uns zustehen würden.

Als wir gegen Ende Dezember Übergabeprotokoll geschrieben haben, ist dem Vermieter eine Macke in der Türzarge des Bads aufgefallen. Wir konnten uns nicht daran erinnern, dass wir den Schaden verursacht haben. Haben ihn dann pflichtbewusst unserer Haftpflicht gemeldet. Er hat dabei einen Kostenvoranschlag zum Austausch der gesamten Zarge eingereicht. Der Fall läuft aktuell über die Versicherung.

Jetzt, warum ich schreibe und nicht weiß, wie ich mich verhalten soll.
Gestern Abend erhielt ich eine Nachricht vom ehemaligen Vermieter:

Vermieter
"Schaden ist beim Putzen aufgefallen."
(Anbei das Bild der Tür im Hauswirtschaftsraum. Siehe unten)

Meine Antwort: Der Schaden am Türblatt selbst ist uns nicht aufgefallen. Selbst wenn es die Lagerung meiner Anlage vermuten ließe, wurde er nicht von uns verursacht. Die Tür war beim Raustragen der Sachen stets ganz geöffnet. Wäre mir da an der Tür mal ein Malheur passiert, hätten wir den Schaden im Übergabeprotokoll vermerkt.

Seine Antwort:
Mag sein, aber beim Streichen kann mir der Schaden nicht passiert sein. Die neuen ziehen sich erst kommendes Wochenende ein. Aber es wurde nicht dokumentiert und von daher ist es, sodass ich auf dem Schaden sitzenbleibe

Der Schaden ist nicht im Übergabeprotokoll vermerkt. Wie gehe ich vor?

Hier der Schaden
https://ibb.co/gSX7scX

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121306 Beiträge, 40006x hilfreich)

Zitat (von Fachstax):
Der Schaden ist nicht im Übergabeprotokoll vermerkt.

Welches konkret? Auszugsprotokoll?

Dann hat er Pech gehabt, denn das ist ein offen und deutlich sichtbarer Mangel.
Er würde beweisen müssen, das der Schaden schon bei Abnahme vorhanden war.




-- Editiert von User am 13. Februar 2024 18:56

Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Fachstax
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Welches konkret? Auszugsprotokoll?

Dann hat er Pech gehabt, denn das ist ein offen und deutlich sichtbarer Mangel.
Er würde beweisen müssen, das der Schaden schon bei Abnahme vorhanden war.


Ja, Auszugsprotokoll.
Naja, seit der Abnahme war außer ihm niemand mehr im Haus.

Aber der Schaden entstand ja entweder durch die Vormieter von uns, die dort vier Jahre wohnten oder durch die Handwerker, die den HWraum renovierten vor unserem Einzug.

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#3
 Von 
GefährlichesHalbwissen
Status:
Beginner
(131 Beiträge, 47x hilfreich)

Zitat (von Fachstax):
Aber der Schaden entstand ja entweder durch die Vormieter von uns, die dort vier Jahre wohnten oder durch die Handwerker, die den HWraum renovierten vor unserem Einzug.


Auch das ist eigentlich egal. Wenn der Schaden im Auszugsprotokoll nicht vermerkt ist, kann das daran liegen, dass der Schaden zu dem Zeitpunkt entweder noch nicht vorhanden war oder der Vermieter ihn übersehen hat. Aber durchaus auch, dass der Vermieter sich bei der Übergabe entschieden hat, den Schaden wegen Geringfügigkeit nicht aufzunehmen (und auf dem Bild sieht das für mich aus wie eine minimale Abnutzung, die bei Türen, die mehrere Jahre alt sind, durchaus passieren kann.)

In allen Fällen ist es zwar nicht unmöglich, aber für den Vermieter doch sehr schwer, diesen Schaden nach Erstellung der Protokolls bei Auszug noch geltend zu machen.

Zitat (von Fachstax):
Hallo, bis Ende Dezember haben wir für 6 Monate ein EFH gemietet.

Zitat (von Fachstax):
Gleichzeitig hat ein Maler Ausbesserungsmaßnahmen nach unserem Auszug durchgeführt. Kosten 350,00€


Ich wundere mich ein bisschen, denn bei lediglich 6 Monaten Mietzeit ist das doch sehr ungewöhnlich. Hattet ihr das Haus denn renoviert übernommen und/oder was steht zu den Schönheitsreparaturen im Mietvertrag? Bei einer derart kurzen Mietdauer sind normalerweise gar keine Streicharbeiten durch den Mieter fällig. Außer natürlich, das frisch renovierte Haus wurde in den 6 Monaten übermäßig stark abgenutzt. Wenn ihr das Haus unrenoviert übernommen habt, dann schuldet ihr überhaupt keine Malerarbeiten.

Falls ihr der Kostenübernahme allerdings bereits zugestimmt habt (z.B. im von euch unterschriebenen Auszugsprotokoll), wärt ihr nun wahrscheinlich tatsächlich dazu verpflichtet, das auch zu bezahlen.

Zitat (von Fachstax):
Beim Auszug sind diverse Gegenstände an die Nachmieter verkauft worden (Gartenschirm, Gardinen, Grill, ...) - das für 600,00€. Das lief alles über den Vermieter.


Habt ihr dem Vermieter dafür eine Genehmigung erteilt oder warum sonst verkauft er eure Sachen und bekommt auch noch das Geld dafür?

Was ist eigentlich mit Kaution, habt ihr eine an den Vermieter gezahlt?

Mein Bauchgefühl sagt mir, dass der Vermieter entweder selbst überhaupt keine Ahnung von dem hat, was er darf oder auch nicht, oder dass er euch nach Strich und Faden verar... na, ihr wisst schon.

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#4
 Von 
Fachstax
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von GefährlichesHalbwissen):
Was ist eigentlich mit Kaution, habt ihr eine an den Vermieter gezahlt?

Die Kaution ist schon an uns zurückgeflossen.

Wir haben das Haus damals in einem komplett renovierten Zustand übernommen. Daher waren wir damit einverstanden, dass die entsprechenden Malerarbeiten durchgeführt werden.

Der Vermieter hat den Schaden nicht gesehen beim Erstellen des Protokolls. Er ist sehr erpicht darauf, dass sein Haus trotz Vermietung einen neuwertigen Zustand behält.

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#5
 Von 
GefährlichesHalbwissen
Status:
Beginner
(131 Beiträge, 47x hilfreich)

Zitat (von Fachstax):
Wir haben das Haus damals in einem komplett renovierten Zustand übernommen. Daher waren wir damit einverstanden, dass die entsprechenden Malerarbeiten durchgeführt werden.


Wenn ihr damit einverstanden gewesen seid, dann müsst ihr das auch zahlen. Ist dann ja auch in Ordnung. Ihr wärt zwar wahrscheinlich nicht dazu verpflichtet gewesen, aber ihr dürft natürlich auch Dinge akzeptieren, ohne eine Pflicht.

Zitat (von Fachstax):
Der Vermieter hat den Schaden nicht gesehen beim Erstellen des Protokolls.


Dann ist das hier korrekt:

Zitat (von Harry van Sell):
Dann hat er Pech gehabt,


Zitat (von Fachstax):
Er ist sehr erpicht darauf, dass sein Haus trotz Vermietung einen neuwertigen Zustand behält.


Da kann er erpicht drauf sein, bis er tot umfällt, er hat darauf einfach keinen Anspruch. Eine gewisse Abnutzung durch vertragsgemäßen Gebrauch ist mit der Miete bereits abgegolten. Wenn er das vor jeder Vermietung alles wieder neuwertig haben will, dann ist das sein Privatvergnügen, aber er kann das nicht von den Mietern fordern.

Zitat (von Fachstax):
Die Kaution ist schon an uns zurückgeflossen.


Das kann man dann durchaus als negatives Schuldeingeständnis werten. Wenn der Vermieter vorbehaltlos die Kaution erstattet, tut er damit kund, dass er keine Forderungen mehr hat.

Und das Gute ist, er kann auch nichts, was ihm noch so einfällt, mit der Kaution verrechnen. Er hat also nur noch eure €250 (€600 für den Verkauf eurer Sachen abzüglich die bereits vereinbarten €350 für Malerarbeiten). Die kann er natürlich einbehalten, auch wenn er das eigentlich nicht dürfte. Wird er wohl auch machen. Da müsstet ihr dann also die entsprechenden Schritte ergreifen, um das wiederzubekommen. Bei dem geringen Betrag lohnt sich das aber meiner Meinung nach nicht so wirklich.

Ich würde dem Vermieter insofern jetzt freundlich und nachweislich mitteilen, dass man die Kostenübernahme für die Tür ablehnt, da es an der rechtlichen Grundlage mangelt. Ihn auffordern, die noch offenen €250 an euch auszuzahlen (Frist von ca. 14 Tagen, hoffen kann man ja immer noch, dass er das tatsächlich tut) und ansonsten gar nichts machen. Wenn er mehr will, dann muss er aktiv werden, ggf. mit einer Klage. Seine Erfolgsaussicht dafür schätze ich persönlich als äußerst gering ein.

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#6
 Von 
Fachstax
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von GefährlichesHalbwissen):
Ich würde dem Vermieter insofern jetzt freundlich und nachweislich mitteilen, dass man die Kostenübernahme für die Tür ablehnt, da es an der rechtlichen Grundlage mangelt. Ihn auffordern, die noch offenen €250 an euch auszuzahlen (Frist von ca. 14 Tagen, hoffen kann man ja immer noch, dass er das tatsächlich tut) und ansonsten gar nichts machen. Wenn er mehr will, dann muss er aktiv werden, ggf. mit einer Klage. Seine Erfolgsaussicht dafür schätze ich persönlich als äußerst gering ein.

Ich habe aktuell gar nicht geantwortet auf seine letzte Nachricht.
In der Nachricht steht ja nicht explizit, dass er uns für den Schaden haftbar machen möchte. Dort steht abschließend nur, dass er auf dem Schaden sitzen bleibt.
Was soll ich ihm da antworten? "Ja, das ist richtig."? Es beinhaltet ja keine Aufförderung an uns, aktiv zu werden bzw. Geld zu zahlen - was wir nicht machen werden. Es wäre erstmal die Frage, ob es sich überhaupt um einen "Schaden" handelt.
Nebenbei steht ja auch noch die Nebenkostenabrechnung an. Die muss er uns auch noch irgendwann zusenden. Sollte er unsere 250,00€ einbehalten, schreibe ich ihm, dass ich nicht damit gerechnet hätte, dass man vom ihm behaupten müsse, dass er Geld unterschlagen würde und dass wir davon sehr enttäuscht sind. Wir wohnen am Land und über zehn Ecken, kennt jeder jeden. Das ist das einzige "Druckmitttel", was ich gegen ihn aufwenden kann.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Nana71
Status:
Lehrling
(1142 Beiträge, 125x hilfreich)

Zitat (von Fachstax):
Nebenbei steht ja auch noch die Nebenkostenabrechnung an. Die muss er uns auch noch irgendwann zusenden. Sollte er unsere 250,00€ einbehalten, schreibe ich ihm, dass ich nicht damit gerechnet hätte, dass man vom ihm behaupten müsse, dass er Geld unterschlagen würde und dass wir davon sehr enttäuscht sind.


Von derartigen Unterstellungen kann ich nur abraten.

Die 250,00 Euro sind aus dem Verkauf der Gegenstände an den Nachmieter, wenn ich das richtig verstanden habe? Habt ihr diesen Betrag denn überhaupt schon vom Vermieter eingefordert?

Das wäre doch der erste Schritt.

Auf den Schaden würde ich gar nicht mehr reagieren...

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

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#8
 Von 
JensF123
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 1x hilfreich)

Wenn die Kaution bereits in voller Höhe zurück gezahlt wurde, hat der Vermieter nichts mehr in der Hand. Mit der Auszahlung hat er ja selbst bestätigt, dass keine gegenseitigen Ansprüche mehr aus dem Mietverhältnis bestehen, ausgenommen natürlich der Verrechnung der Betriebs-/Heizkosten und Vorauszahlungen mit der letzten, abschließenden Jahresabrechnung.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121306 Beiträge, 40006x hilfreich)

Zitat (von JensF123):
hat der Vermieter nichts mehr in der Hand

Doch, die 250 EUR.



Zitat (von Fachstax):
Das ist das einzige "Druckmitttel", was ich gegen ihn aufwenden kann.

Statt strafrechtlich relevante Handlungen zu begehen, könnet man doch glatt die vom Rechtsstaat vorgegebenen Wege nutzen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
GefährlichesHalbwissen
Status:
Beginner
(131 Beiträge, 47x hilfreich)

Zitat (von Fachstax):
Ich habe aktuell gar nicht geantwortet auf seine letzte Nachricht.
In der Nachricht steht ja nicht explizit, dass er uns für den Schaden haftbar machen möchte. Dort steht abschließend nur, dass er auf dem Schaden sitzen bleibt.


Oh, sorry, das hatte ich irgendwie falsch verstanden. Dann ist nicht antworten wohl wirklich die beste Lösung.

Wenn ihr auf eure €250 verzichten wollt/könnt, sollte das Thema damit für euch durch sein. Wenn ihr das Geld noch wiederhaben möchtet, dann den Vermieter nachweislich unter Fristsetzung auffordern, das zu zahlen und ansonsten ggf. rechtliche Schritte einleiten. Da würde ich aber mit warten, bis die letzte Abrechnung über die Nebenkosten (über-)fällig ist / erstellt wurde (so denn eine solche geschuldet ist).

Zitat (von Fachstax):
Sollte er unsere 250,00€ einbehalten, schreibe ich ihm, dass ich nicht damit gerechnet hätte, dass man vom ihm behaupten müsse, dass er Geld unterschlagen würde und dass wir davon sehr enttäuscht sind.


Bitte nicht! Wie schon oben erwähnt, das kann ganz übel nach hinten losgehen!

0x Hilfreiche Antwort

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