Nebenkostenabrechnung: Berechnung Warmwasser

19. Juli 2011 Thema abonnieren
 Von 
moony09
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 4x hilfreich)
Nebenkostenabrechnung: Berechnung Warmwasser

Hallo zusammen,

Mieter A hat vor kurzem seine Nebenkostenabrechnung für 2011 erhalten und soll beim Wasser deutlich nachzahlen. Über 1300 EUR verlangt Vermieter B von dem A !

Zur Info: A wohnt in einem kleinen Studenten-Appartment mit ca. 22 qm. Insgesamt hat das Haus 99 solcher kleinen Appartments und verfügt über eine zentrale Heizungsanlage für dieses Haus.

Abgesehen davon, dass der Zählerstand des WW-Zählers falsch abgelesen wurde, fallen dem A besonders die hohen Kosten für das Warmwasser auf.

Ermittelt wird in der Abrechnung die A erhalten hat der Preis pro Einheit Warmwasser nach der Formel des § 9 der Heizkostenverordnung:

2,5 x 1.110,942 x (60 – 10) / 1,000 = 138.867,750 kWh

(entspricht 44,564 % von 24.769,80 EUR)

Daraus ergeben sich die Gesamtkosten für das Warmwasser von 11.038,31 EUR.

Geteilt durch die verbrauchte Menge von 1.110,942 cmb = 9,935 EUR pro Einheit.

Das kommt A sehr hoch vor für einen cbm Warmwasser rund 9,94 EUR zu bezahlen.

Hat jemand Erfahrung, ob diese fiktiven Werte durchaus realistisch erscheinen oder absolut utopisch sind.

Falls auffällig, welchen Wert dieser Formel könnte der A beim Vermieter B prüfen ?

Warum wird außerdem in dieser Formel durch 1,000 geteilt ?

Nirgens finde Mieter A eine Angabe, wo der Heizwert 1,000 beträgt.

Danke für Eure Einschätzungen zu dem oben geschilderten fiktiven Fall von Mieter A und Eure Antworten !

Viele Grüße,
Moony

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-- Editiert am 19.07.2011 16:58

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11 Antworten
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#1
 Von 
guest-12321.01.2018 10:47:44
Status:
Student
(2202 Beiträge, 618x hilfreich)

welchen Wert dieser Formel könnte der A beim Vermieter B prüfen ?

Gaspreis
Ablesedienst + Gerätemiete
Kaminkehrer
Stromkosten für Heizungsanlage
Heizungswartung



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#2
 Von 
R.M.
Status:
Bachelor
(3715 Beiträge, 2297x hilfreich)

Heizwert 1,000 ist dann anzusetzen, wenn der Gasverbrauch bereits in kWh angegeben wurde. Sozusagen ist die Umrechnung von m³ Gasmenge in kWh mit dem tatsächlichen Heizwert des gelieferten Gases bereits in der Gasrechnung des Energielieferanten erfolgt und kann daher in der Heizkostenabrechnung entfallen. Der Heizwert lt. Heizkostenverordnung ist ohnehin nur ein Durchschnittswert.

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"lg.
R.M. "

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#3
 Von 
Karakorum
Status:
Schüler
(457 Beiträge, 101x hilfreich)

Hi,
@moony

quote:
Nirgens finde Mieter A eine Angabe, wo der Heizwert 1,000 beträgt


z.B. KWK, Fernwärme, Strom sh. hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heizwert#Umrechnungsfaktoren_Heizwert_nach_Brennwert_und_umgekehrt_nach_deutscher_EnEV

Vielleicht mögen Sie ja die Errechnung des Warmwassers zum besseren Verständnis hier reinkopieren?

Gruß
Karakorum

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"Jenseits von Richtig und Falsch gibt es einen Ort. Dort treffen wir uns. (Rumi)"

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#4
 Von 
R.M.
Status:
Bachelor
(3715 Beiträge, 2297x hilfreich)

quote:
z.B. KWK, Fernwärme, Strom sh. hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heizwert#Umrechnungsfaktoren_Heizwert_nach_Brennwert_und_umgekehrt_nach_deutscher_EnEV

HERR wirf Hirn vom Himmel!

Moony fragte, wo der Heizwert 1,0 betrüge, er fragte nicht nach Umrechnungsfaktoren!
Da Strom und Fernwärme nicht verbrannt werden, sind Heiz- und Brennwert identisch, d.h. der Umrechnungsfaktor = 1.

Der Heizwert von Erdgas beträgt je nach Qualität zwischen 9,7 und 12,5 kWh/m³ Erdgas, meistens sind es zwischen 10 und 11 kWh/m³. Mittlerweile rechnen die meisten Gaslieferanten jedoch nicht mehr in m³, sondern gleich in kWh ab, d.h. 1 kWh geliefertes Erdgas hat auch einen Heizwert von 1 kWh/kWh, daher kommt die 1,000 unterm Bruchstrich. Die Umrechnung efolgt nicht erst in der Heizkostenabrechnung, sondern bereits in der Gasrechnung.
Entscheidende rechtliche Regelung: §9 Abs. 3 HeizkostenV, letzter Satz:
quote:
Enthalten die Abrechnungsunterlagen des Energieversorgungsunternehmens oder Brennstofflieferanten Hi-Werte, so sind diese zu verwenden. Soweit die Abrechnung über kWh-Werte erfolgt, ist eine Umrechnung in Brennstoffverbrauch nicht erforderlich.


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"lg.
R.M. "

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#5
 Von 
guest-12321.01.2018 10:47:44
Status:
Student
(2202 Beiträge, 618x hilfreich)

Das kommt A sehr hoch vor für einen cbm Warmwasser rund 9,94 EUR zu bezahlen.

Das kann durchaus sein.
Letztes Jahr irgendwo zwischen 8 bis 11 Euro, es kommt auch darauf an, ob es nur die "Wassererwärmung"ist, oder ob das verbrauchte Wasser und Abwasser mitgerechnet wird.

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#6
 Von 
moony09
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 4x hilfreich)

Der genannte Einheitenpreis von rund 9,94 EUR ist nur für die Erwärmung des Wassers. Die Liefermenge an Wasser und das Abwasser sind in einem eigenständigen Posten bereits aufgeführt. (Abwasser: 2,81 EUR / Frischwasser: 1,98 EUR). Die Preise sind OK.

Zur genauen Berechnung der Einheitenpreise für das Warmwassser hier die Angaben:


Brennkosten Erdgas kWh: 311.617,00 = 19.273,76 EUR
+ allg. Heizungsbetriebskosten = 5.496,04 EUR
= Kosten der Heizanlage: 24.769,80


--------------------


Angewandte Formel nach §9 HKVO:

2,5 x 1.110,942 x (60 – 10) / 1,000 = 138.867,750 kWh

Insgesamt erwärmtes Wasser in cbm: 1.110,942


(entspricht 44,564 % von 24.769,80 EUR)

-> Daraus ergeben sich die Erwärmungskosten für das Warmwasser von 11.038,31 EUR.

-> Geteilt durch die verbrauchte Menge von 1.110,942 cmb = 9,935 EUR pro Einheit.



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#7
 Von 
moony09
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 4x hilfreich)

Ich habe gerade nochmal in der Heizkostenverordnung nachgelesen.

Zum einen gibt es § 8 (Verteilung der Kosten der Versorgung mit Warmwasser)
Darin sind ja die 30% Grundkosten u. 70% Verbrauchskosten für das Warmwasser geregelt.

Bei mir werden die Warmwasserkosten nicht in 30/70% aufteilt, sondern voll als 100% Verbnrauchskosten abgerechnet !

Dann aber verwirrt mich § 9 (Verteilung der Kosten der Versorgung mit Wärme und Warmwasser bei verbundenen Anlagen)

Hier ist nicht die Rede von der 30/70 Aufteilung sondern nur von dieser besagten Formel. D.h. hier werden doch die Kosten zu 100% als Verbrauchskosten angesehen, oder ?

Ist es also abhängig von der zentralen Anlage im Haus, ob entweder §8 oder §9 angewendet wird ?

Wenn ja, müssten wir ja eine nach §9 "[...] "mit der zentralen Warmwasserversorgungsanlage verbunde Heizungsanlage" haben.

Sehe ich das richtig oder ist es so nach aktueller Rechtslage, dass die Warmwasserkosten IMMER auch 30/70 aufgeschlüsselt werden müssen ?



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#8
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(44674 Beiträge, 15915x hilfreich)

Die Kosten in Höhe von 9,94€/m³ Warmwasser nur für die Erwärmung des Wassers sind völlig normal und entsprechen etwa dem üblichen Durchschnittswert für derartige Kosten.

In Studentenwohnheimen darf auch zu 100% nach Verbrauch abgerechnet werden (§ 11 Abs. 1 Nr. 2 a) HeizkostenV).

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#9
 Von 
moony09
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 4x hilfreich)

Danke für die Antwort !

Naja, normal ist lt Betriebskostenspiegel ein Betrag von 0,25 EUR je qm und je Monat.

In diesem Fall hier, werden die Kosten für die Erwärmung des Wassers zu 100% nach Verbrauch abgerechnet.

Zwar wohnen in dieser Anlage viele Studenten, aber nicht ausschließlich. Außerdem ist das Haus "in privater Hand" und gehört keinem Studentenwerk.

Von daher zweifel ich mal an, dass man hier § 11 Abs. 1 Nr. 2a HKVO anwenden kann/darf.

Sehe ich das richtig ?

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#10
 Von 
Karakorum
Status:
Schüler
(457 Beiträge, 101x hilfreich)

Hi,
@moony09
leider gab es zum meiner Bitte

quote:
Vielleicht mögen Sie ja die Errechnung des Warmwassers zum besseren Verständnis hier reinkopieren?

keine "Echo", so daß der Aufbau der Abrechnung (Techem, B****ta o.ä.) nicht wirklich nachvollziehbar ist. Ihre ausführliche Darstellung im Forum
.... ist aus meiner Sicht jedoch, unter Berücksichtigung der vorgelegten Informationen, von dem dortigen "Helfer" kompetent beantwortet worden.

Zur 30/70 Aufteilung sh. Ihren zweiten Beitrag.

Gruß
Karakorum





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-- Editiert am 21.07.2011 14:08

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(44674 Beiträge, 15915x hilfreich)

quote:
Naja, normal ist lt Betriebskostenspiegel ein Betrag von 0,25 EUR je qm und je Monat.


Und was hat nach Deiner Aufassung die Wohnfläche mit den Kosten für 1m³ Warmwasser zu tun? Da werden doch Äpfel mit Birnen verglichen.

Im übrigen kann ich da gar keinen Widerspruch erkennen.

Bei einer 50m³ und einem Verbrauch von ca. 15m³ warmen Wasser, was schon leicht überdurchschnittlich für einen Einpersonenhaushalt ist, kommt man doch auch auf 10€/m³.

Außerdem ist doch sofort einleuchtend, dass der Warmwasserverbrauch in keiner Abhängigkeit von der Wohnungsgröße steht.

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-- Editiert am 21.07.2011 16:51

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