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Nebenkostenabrechnung nach Miteigentumsanteilen ohne Hinweis im Mietvertrag

25. Juli 2022 Thema abonnieren
 Von 
Jiggi
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 1x hilfreich)
Nebenkostenabrechnung nach Miteigentumsanteilen ohne Hinweis im Mietvertrag

Hallo zusammen,

wir wohnen aktuell in einem Haus mit mehreren Wohnungen. Teils vermietet, teils bewohnt von einzelnen Eigentümern.
Heute haben wir die Nebenkostenabrechnung aus dem letzten Jahr erhalten. Die erste überhaupt. Wir haben einen Mietvertrag für eine einzelne Wohnung mit 155qm laut Vertrag (155qm - diese sind damals aus zwei Wohnungen mit einem Durchbruch zusammengelegt worden 88 qm und 67qm).

Der Mietvertrag beinhaltet folgendes:

"Die Wohnung befindet sich im zweiten OG links und weist eine Grundfläche von ca. 155qm auf.

1. Die Miete beträgt monatlich: XXX
2. Die Betriebskostenvorauszahlung und Vorauszahlung für Heizung und Warmwasser beträgt monatlich: xxx

Zu den Betriebskosten gehören neben den üblichen Betriebskosten auch die Kosten für die
1. Bewirtschaftung des Gartens und der Gründfläche,
2. die Grundsteuer,
3. die Wartung des Tores zum Grundstück,
4. die Wartung der Hebanlage
5. sowie die Treppenhausreinigung.

Die Betriebskostenvorauszahlung und ggf. die Vorauszahlung für die Heiz- und Warmwasserversorgung werden neben der Miete monatlich als Abschlag zu den bei Vertragsabschluss bekannten Betriebskosten gezahlt. Die Betriebskostenvorauszahlung können angepasst werden, sobald sich bei der Jahreabrechnung eine Nachzahlung von mehr als 400€ ergibt.

Werden öffentliche Abgaben neu eingeführt oder entstehen Betriebskosten neu, so können diese vom Vermieter im Rahmen der gesetzlichen gesetzlichen Vorschrift umgelegt und in einer angemessenen monatlichen Pauschale vom Mieter erhoben werden.

Die anzurechnenden Kosten ergeben sich aus Gesamt- und Einzelabrechnung der Hausverwaltung. Alle dort umlagefähigen Kosten Fliegen in die Abrechnung ein. Ebenso die Grunderwerbsteuer. "


Laut der Nebenkostenabrechnung werden uns nun auch Gebühren für den Kabelanschluss berechnet. In Summe 407 Euro.

Darüber hinaus sind alle Kosten nach Miteigentumsanteilen umverteilt worden. In unserem Fall die 88qm Wohnung einzeln/separat zu 1066/10000 und die 67qm Wohnung zu 824/10000 berechnet worden.

Ist diese Art der Berechnung rechtens, wenn mein Mietvertrag keine spezifische Regelung der Art der Erhebung aufweist - Sprich nach Wohnfläche oder nach Miteigentumsanteil ?

Nach dieser Rechnung steh ich natürlich deutlich schlechter da und müsste knapp 400 nachzahlen. Fraglich ist für mich auch die Berechnung des Kabelanschlusses nach qm. Obwohl diese nicht erwähnt werden im Vertrag.

Ich danke für eine Einschätzung eurerseits.

Viele Grüße

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
AR377
Status:
Schüler
(464 Beiträge, 98x hilfreich)

Zitat (von Jiggi):
Ist diese Art der Berechnung rechtens, wenn mein Mietvertrag keine spezifische Regelung der Art der Erhebung aufweist - Sprich nach Wohnfläche oder nach Miteigentumsanteil ?
Es ist im Mietvertrag geregelt:
Zitat (von Jiggi):
Die anzurechnenden Kosten ergeben sich aus Gesamt- und Einzelabrechnung der Hausverwaltung. Alle dort umlagefähigen Kosten Fliegen in die Abrechnung ein.
Und in der Gesamt- und Einzelabrechnung der Hausverwaltung geht es nicht nach qm, sondern nach Miteigentumsanteilen ("Tausendsteln")

Zitat (von Jiggi):
Nach dieser Rechnung steh ich natürlich deutlich schlechter da
Nein, denn die Anzahl Tausendstel pro Wohnung ist ja nicht willkürlich aus der Luft gegriffen festgelegt, sondern hat unmittelbar mit der jeweiligen Quadratmeterzahl was zu tun.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Jiggi
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 1x hilfreich)

Hi,

Danke.

Die Quadratmeteranzahl ist bei mir im Vertrag mit 155qm angegeben.

Wohnung 67qm - müsste dann einen Uml. Schlüssel von 670/10000 haben und einen Faktor von 0,067
Wohnung 88qm - müsste dann einen Uml. Schlüssel von 880/10000 haben und einen Faktor von 0,088

Nach der Nebenkostenabrechnung werden aber folgendes Veranschlagt:

Wohnung 67qm - 824/10000 = Faktor 0,0824
Wohnung 88qm - 1066/10000 = Faktor 0.1066

Somit Zahle ich lt. meinem Verständnis für mehr Quadratmeter als ich Vertraglich abgeschlossen hab, oder liegt hier ein Denkfehler?

PS: Ergibt sich dann auch gerechtfertigung der Kabelkosten obwohl diese nicht im Mietvertrag aufgeführt sind?

-- Editiert von Jiggi am 25.07.2022 21:31

-- Editiert von Jiggi am 25.07.2022 21:33

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
AR377
Status:
Schüler
(464 Beiträge, 98x hilfreich)

Zitat (von Jiggi):
liegt hier ein Denkfehler?
Ja.

Vieviel 10.000stel pro qm entfallen hängt davon ab wieviel qm das Haus insgesamt hat ...

Das würde nur in dem Sonderfall gelten wenn 10.000 Zehntausendstel einer Gesamtfläche von 1.000 qm hätte:

Zitat (von Jiggi):
Wohnung 67qm - müsste dann einen Uml. Schlüssel von 670/10000 haben und einen Faktor von 0,067
Wohnung 88qm - müsste dann einen Uml. Schlüssel von 880/10000 haben und einen Faktor von 0,088


Das Haus hat tatsächlich eine Gesamtfläche von ca. 820 qm, richtig?
(abgesehen davon dass auch Miteigentumsanteile auf TG-Stellplätze, etc. entfallen können)

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(43548 Beiträge, 15516x hilfreich)

Zitat (von Jiggi):
Ist diese Art der Berechnung rechtens, wenn mein Mietvertrag keine spezifische Regelung der Art der Erhebung aufweist - Sprich nach Wohnfläche oder nach Miteigentumsanteil ?


Nein, formell ist das nicht in Ordnung. Wegen fehlender Vereinbarung muss nach Wohnfläche abgerechnet werden.

Ob es sich allerdings lohnt, darüber mit dem Vermieter zu streiten ist eine andere Frage. Im Regelfall sind Abrechnungen nach MEA quasi identisch mit Abrechnungen nach Wohnfläche.

Allerdings stellt sich die Frage, ob die Vereinbarung, dass „übliche Betriebskosten" abgerechnet werden sollen überhaupt wirksam ist.

Es ist unklar, was darunter zu verstehen ist, zumal Gartenpflege und Grundsteuer nach meiner Auffassung auch zu den üblichen Betriebskosten gehören.

Kabelkosten gehören ebenfalls zu den Betriebskosten laut BetrKV.

Zitat (von Jiggi):
Somit Zahle ich lt. meinem Verständnis für mehr Quadratmeter als ich Vertraglich abgeschlossen hab, oder liegt hier ein Denkfehler?


Ja, liegt ein Denkfehler. Ohne Kenntnis der Gesamtwohnfläche des Hauses kann man m2 nicht in MEA umrechnen.

-- Editiert von hh am 25.07.2022 23:40

1x Hilfreiche Antwort

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