Nebenkostenabrechnung und horrende Nachzahlung

12. April 2016 Thema abonnieren
 Von 
GuardianMH
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 15x hilfreich)
Nebenkostenabrechnung und horrende Nachzahlung

Hallo zusammen,

kurz zu den Fakten. Ich habe 12 Monate in einer DG-Whg gelebt. Eine Quadratmeterzahl wurde im Vertrag nicht vereinbart. Der Vermieter wisse sie nicht genau. Insgesamt 5 Parteien gibt es in diesem Haus.

Die Wohnung war mit einer Gastherme ausgestattet für Heizung und Warmwasser. Dieses wurde direkt zwischen mir und den Stadtwerken abgerechnet.

Bewohnt wurde die Wohnung nur von mir.

Heute trudelte meine Nebenkostenabrechnung ein und mich hat es fast vom Stuhl gehauen. Ich soll 471 Euro für 12 Monate nachzahlen. Wie kann sich ein Vermieter beim Einzug dermaßen verkalkulieren bei der Bemessung der Nebenkosten, zu mal variable Kosten wie die Heizkosten und das Warmwasser gar nicht berücksichtigt werden müssen.

In der Abrechnung kommt dann plötzlich auch eine Qm Zahl vor, nämlich 74,92. Interessant wenn man mir beim Einzug erzählt man könne sie nicht genau bestimmen. Zu mal ich die fast 75qm auch für nicht realistisch halte. Die Wohnung war voll mit Schrägen und Balken.

Meine persönlichen Highlights der Abrechnung.

Sach - u. Haftpflicht mein Anteil nach Qm beträgt 211,90 Euro.

Haus - u. Gartenpflege mein Anteil 129,15 Euro. ( als die Pflege stattfand muss ich wohl auch geschlafen haben. Der Garten wurde wenn dann gepflegt von den Bewohnern die direkten Zugang von ihrer Wohnung in den Garten hatten.)

Sat-Antenne Gesamtkosten 120 Euro, MEIN ANTEIL 120 EURO!

Heizungswartung mein Anteil 81,49 Euro. Eine Wartung habe ich nie erlebt.

Schornsteinfeger mein Anteil 39,63 Euro.

Grundsteuer mein Anteil nach Qm 169,23 Euro.

Niederschlagswasser mein Anteil 59,41 Euro.

Wasser und Abwasser mein Verbrauch 171,08 Euro.

Usw.

Da frage ich mich ein wenig ob das alles so stimmen kann. Vorallem wie rechnet man etwas nach Qm ab wenn vertraglich keine Qm vereinbart sind und man mir sagt man würde sie nicht wissen. Auch hauen mich die Beträge für die Versicherung um.

Wie geht man am besten vor wenn man die Berechnungen in Frage stellt?

Liebe Grüße
Guardian

-- Editier von GuardianMH am 12.04.2016 15:32

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38134 Beiträge, 13927x hilfreich)

Indem man als ersten Schritt mit dem Vermieter einen Termin vereinbart, in welchem man sich die Originalunterlagen anschaut.

wirdwerden

2x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Liane46
Status:
Student
(2979 Beiträge, 1376x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
in welchem man sich die Originalunterlagen anschaut.

Und sich dabei von den wichtigen Rechnungen Kopien (Fotos) anfertigt, damit man zuhause in Ruhe nachrechnen kann.

Aber schon mal vorab:
1. Bei einer SAT-Antenne sind nur laufende Kosten umlegbar. Das wären z.B. für ein paar Cent Strom im Jahr, vorausgesetzt du hast als einziger diese Antenne genutzt.
2. Die Heizungswartung wäre in deinem Fall die Wartung deiner Therme. Wenn die sich in deiner Wohnung befindet, frage ich mich wie der Heizungsmonteur da dran gekommen ist.
3. Schornsteinfeger muss von dir bezahlt werden, weil deine Therme an einem Kamin hing.
4. Für Sach- und Haftpflichtversicherungen soll der Ex-VM die Abrechnungen vorlegen. Das gilt dann auch für die Gartenpflege und die Grundsteuer.
6. Wie wurde der Wasserverbrauch ermittelt? Hattest du einen eigenen Wasserzähler oder wurde nach Wohnfläche abgerechnet. Nach Wohnfläche wird das Niederschlagswasser berechnet.

Wenn du möchtest, dann kannst du hier die Abrechnung hochladen und man kann einen Blick drüber werfen. Vielleicht tauchen dann so schwere Fehler auf, dass es besser wäre fachanwaltlichen Rat in Anspruch zu nehmen.

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4232 Beiträge, 2417x hilfreich)

Ich will meinen Vorrednern ja nicht widersprechen aber etwas anderes solltest du vorweg noch tun:
Schau mal in deinen Mietvertrag, ob da steht, wer welche Betriebskosten überhaupt zu zahlen hat!
Wenn da nichts zu den Betriebskosten steht, sind die nämlich sowieso Vermietersache.
Wenn da eine Auflistung steht, musst du zumindest nur diese zahlen.

Wenn da steht, dass du alle laut Betriebskostenverordnung umlegbaren Betriebskosten zu tragen hast, kommen allmählich die Quadratmeter ins Spiel. Dann wäre eine Einsichtnahme in die Abrechnungen nicht falsch, zusätzlich solltest du den Vermieter aber noch bitten, dir die für deine Wohnung veranschlagte Quadratmeterzahl und die Berechnungsgrundlage für diese Angabe zu nennen - das müsste er nämlich tun, wenn er diese Zahl als Abrechnungsgrundlage nimmt. Wenn er da die Wohnflächenverordnung nennt, kannst du ja mal nachmessen ...

Bei der Schilderung zur Gartenpflege stellt sich mir noch die Frage, ob das überhaupt ein gemeinschaftsgarten ist. Wenn du sagst, dass einige Mieter ihn betreten können: ist dir das auch möglich oder sind die Garten exklusiv diesen Mietern zugeteilt?
Eventuell ergibt sich ja auch aus der Abrechnung, dass nur ein Grünstreifen vor den Haus gemeint ist.

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
GuardianMH
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 15x hilfreich)

Danke für die Antwort.

1. Die Sat-Antenne wird von allen 5 Parteien genutzt. Aus der Abrechnung ergeben sich allerdings Gesamtkosten von 120 Euro im Jahr, aufgeteilt lediglich auf mich. Im Mietvertrag ist zu einer Sat-Anlage überhaupt nichts zu finden. Die Schüssel wurde vor Jahren montiert und seitdem hängt sie da. Die Sicherung der Schüssel war in meinem Stromkasten, woraus ich schließen würde das ich sogar den Strom schon alleine bezahlt habe.

2 und 3 Das ist etwas schwierig, der Schornsteinfeger hat sich als ich eingezogen bin die Therme angesehen. Die Verteilung der Kosten sieht hier wie folgt aus, Heizungswartung gesamt 407,45 Euro verteilt auf die 5 Wohneinheiten. Zu dem kommen dann die Schornsteinfegergebühren von 198,14 Euro ebenfalls verteilt auf die 5 Parteien.

Das Wasser wurde über meine Wasseruhr abgerechnet. Hier habe ich aber direkt das nächste Problem. Es war über Wochen ein Rohr undicht, so das permanent Wasser geflossen ist. Dies ist auch der Grund warum ich letztendlich ausgezogen bin.


Ich fühle mich einfach getäuscht, die Nebenkosten die meine Abrechnung in die Höhe treiben sind alle verbrauchsunabhängig. Kleinere Abweichungen sind ja in Ordnung aber 80 Prozent mehr bei verbrauchsunabhängigen Kosten kann mir keiner erzählen. Vorher wohnten dort 2 Personen, der Vermieter hat die Kaltmiete danach um 10 Prozent angehoben und meinte die Vorauszahlung würde reichen da ich weniger Wasser verbrauche. Eigentlich wollte ich wegen den 10 Prozent mehr Kaltmiete abspringen.

Die Qm Zahl nachmessen, dürfte schwer werden da ich da ja nicht mehr wohne. Würde ich mir bei den ganzen Schrägen auch nicht zu trauen. 75 Qm sind es aber es für mein Verständnis auf keinen Fall. Vielleicht wenn man die ganzen Schrägen nicht berücksichtigt. Auch mit den Balken, alle 60 Zentimeter ein Balken auf 190cm Höhe, ich weiß nicht ob das auch noch mit in die Berechnung fließen würde. Alleine die Aussage er wisse nicht wie groß die Wohnung ist und plötzlich kommt man mit 74 irgendwas um die Ecke, stinkt doch zum Himmel alles.




-- Editiert von GuardianMH am 12.04.2016 17:25

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
GuardianMH
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 15x hilfreich)

Mein Mietvertrag sieht wie folgt aus:

A. Grund-/Nettomiete 550

B. Grund-/Nettomiete Stellplatz 30

C. Abzurechnende Vorauszahlung auf die Betriebskosten gemäß 2 Betriebskostenverordnung das Feld ist leer

D. Nk 50

E. Leeres Feld 630

Auf der nächsten Seite steht dann bei preisgebundenen Wohnungen gilt die jeweils zulässige Kostenmiete als vertraglich vereinbart.

Dann kommt Punkt 3 und da sind dann standardmäßig alle Punkte aus dem 2 der Betriebskostenverordnung aufgeführt.

Darunter kommt folgende Kosten, dieses Feld ist gestrichen.



Mir kommt es eher so vor als hätten wir damals eine Pauschale vereinbart. "50 Euro im Monat passt schon und Gas für Warmwasser und Heizung darum kümmerst dich selbst".

-- Editiert von GuardianMH am 12.04.2016 18:11

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Liane46
Status:
Student
(2979 Beiträge, 1376x hilfreich)

Deine weiteren Angaben bringen mehr Unordnung als Klarheit in die Angelegenheit. Deine Angaben sind leider zu ungenau oder widersprüchlich. Der weg zu einem Anwalt, dem du die Unterlagen vorlegen kannst, ist die einzig vernünftige Lösung.

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
GuardianMH
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 15x hilfreich)

Was ist denn ungenau bzw. widersprüchlich?

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38134 Beiträge, 13927x hilfreich)

Wenn ich das richtig verstehe, ist eine Pauschale von 50 € Nebenkosten vereinbart. Das ist natürlich lächerlich wenig. Da weiss man, dass da eine Nachzahlung kommen wird.

Ich wiederhole mich, klar. Warum nicht die einfachste und richtigste Lösung wählen? Unterlagen anschauen. Anders geht es nun mal nicht.

wirdwerden

2x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
GuardianMH
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 15x hilfreich)

Nein wusste ich nicht, wenn ich von ca. 60 Qm ausgehe und mit den Verträgen der Stadtwerke und den vereinbarten Nebenkosten insgesamt 120 Euro zahle sind es immerhin 2 Euro pro Qm ohne die übliche 50/50 oder 70/30 Heizkostenverteilung, ohne Hausmeister, ohne Treppenhausreinigung und ohne Winterdienst etc.

Zu dem Zeitpunkt wusste ich allerdings auch nicht das alleine die Versicherung, die Satschüssel, die Grundsteuer und die Haus- u. Gartenpflege die monatlich gezahlten Nebenkosten aufbrauchen. Dies wird aber ein Vermieter wissen.

Und unter dem Punkt Betriebskosten gemäß 2 Betriebskostenverordnung wurde ja nichts vereinbart sondern lediglich separat die Nebenkosten von 50 Euro monatlich, die laut Vermieter völlig ausreichend sind. Leider wohnten die Vormieter auch nur ein Jahr dort, die konnte ich also nicht fragen.

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38134 Beiträge, 13927x hilfreich)

Die qm kann man ausmessen. Ansonnsten, ich wiederhole mich: Einblick nehmen in die Unterlagen. Was ist denn da so furchtbar dran?

wirdwerden

1x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
guest-12331.05.2016 15:25:27
Status:
Praktikant
(597 Beiträge, 526x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Wenn ich das richtig verstehe, ist eine Pauschale von 50 € Nebenkosten
vereinbart. Das ist natürlich lächerlich wenig. Da weiss man, dass da eine Nachzahlung kommen wird.


Etwas pauschal die Aussage "lächerlich wenig", nicht wahr? Es geht hier um ein Mehrfamilienhaus ohne Strom, Heizung, Kabelfernsehen. Aber ohne Einblick in die Unterlagen wird's tatsächlich nix. Wobei zu prüfen wäre, ob im Mietvertrag nicht eine Pauschale statt Vorauszahlung vereinbart wurde. Dann kann der VM nicht abrechnen.

-- Editiert von Retels am 13.04.2016 08:53

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