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Problem mit Nebenkostenabrechnung: Wasser

3. April 2007 Thema abonnieren
 Von 
Dirk613
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Problem mit Nebenkostenabrechnung: Wasser

Hallo!
Ich habe eine Nachfrage bzgl. einer Betriebskostenabrechnung. Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus mit zehn Parteien. Für das Jahr 2006 soll ich etwa 500 Euro nachzahlen, was hauptsächlich aus einer drastisch erhöhten Kaltwasserrechnung resultiert. Für das vergangene Jahr 2006 wurde vom Vermieter auf der Betriebskostenabrechnung ein annähernd dreifacher Preis für Kaltwasser aufgeführt als noch im Jahr zuvor (2005: 200 €, 2006: 570 €), dies bei auf bis wenige hundert Liter identischem Verbrauch (eigener Zähler, Ablesung jeweils Anfang Januar). Daraufhin habe ich beim Vermieter nachgefragt, wie dies zustande komme, was er mir zunächst nicht erklären konnte.
Da der Vermieter diese Kosten für Kaltwasser über eine Hausverwaltung abrechnen lässt und somit die Abrechnung der Hausverwaltung über die Wasserkosten lediglich an mich weitergibt, fragte ich direkt bei der Hausverwaltung nach.
Dort sagte man mir, für das Jahr 2005 habe ich einen zu geringen Preis für das verbrauchte Wasser bezahlt. Die jetzige – ich zitiere – „Schieflage“ der Abrechnung sei durch Wohnungsleerstände und ehemalige Guthaben der Hausverwaltung bei den Stadtwerken sowie andere interne Abrechnungszyklen zwischen Hausverwaltung und Stadtwerken entstanden. Wenn ich beide Abrechnungsjahre zusammen zählen würde, käme ich auf den korrekten Abrechnungpreis von etwa 3,50 Euro pro Kubikmeter. Dies sei völlig legitim. Zudem hätte ich ja letztes Jahr schon merken müssen, daß ich viel zu wenig gezahlt hätte.
Mir liegen die Abrechnungen der Hausverwaltung an meinen Vermieter in Kopie vor. Danach wurde 2005 für 110 m³ knapp 200 Euro in Rechnung gestellt, 2006 für ebenfalls 110 m³ dann 570 €.
Auf mein beharrliches Nachfragen wurde mir ein Sachkonten-Auszug in Kopie zugesandt, auf der die Buchungen bzgl. der Stadtwerke angeblich leicht ersichtlich seien. Allerdings ist diese Kopie für mich als Laien absolut nicht zu durchschauen. Unten auf der Kopie sind die von der Hausverwaltung berechneten Kubikmeterpreise für die letzten beiden Jahre handschriftlich aufgekritzelt (2005: 1,81 Euro, 2006: 5,19 Euro) und deren Durchschnitt (eben 3,50 Euro) angegeben worden, ansonsten keine Erläuterungen.
Der Vermieter, der die Kosten ja im Prinzip korrekterweise einfach an mich weiterleitet, interessiert sich für meine Einwände kaum bis gar nicht und fordert eine Zahlung innerhalb von zwei Wochen. Ist ja auch verständlich, schließlich hat er die 570 Euro an die Hausverwaltung schon gezahlt. Ich hatte eine Zahlung auf Basis der korrekten Preise der Stadtwerke für 2006 angeboten, bis der Sachverhalt geklärt ist, dies wurde abgelehnt.
Meine Fragen: 1. Was kann ich jetzt tun? Ist mein Standpunkt überhaupt nachvollziehbar und mein Widerspruch berechtigt? 2. Würde mir ein Gang zum Anwalt überhaupt etwas bringen? Oder könnte die Hausverwaltung einfach sagen „ok, wir haben für 2005 und 2006 falsch berechnet, jetzt rechnen wir noch mal korrekt“, schickt dann (über den Vermieter) korrekte Rechnungen für 2005 und 2006 und die Sache käme für mich in der Summe auf das gleiche raus? Es geht mir weniger um die in der Summe ja korrekte Forderung (über zwei Jahre verteilt), sondern darum, daß mir die Vorgehensweise dieser Firma sehr suspekt vorkommt und ich nicht einsehe, für deren Fehler (so es denn welche waren) geradezustehen. Was die mit den Stadtwerken für alte Guthaben oder was auch immer haben, ist für mich doch überhaupt nicht relevant, oder? Ich möchte ja nur eine korrekte Abrechnung auf Basis der Preise der Stadtwerke über meinen konkreten Verbrauch. Für mich sieht das so aus, als habe jemand falsch abgerechnet und schlägt jetzt einfach den Fehlbetrag auf die aktuelle Abrechnung drauf. Ist das in diesen "Kreisen" (ich möchte niemandem zu Nahe treten) so üblich? 3. Letzten Endes ist für mich als Mieter doch ausschließlich die Betriebskostenabrechnung des Vermieters relevant, oder? Schließlich ist dieser mein Vertragspartner. Was aber, wenn der sagt „nein, die Hausverwaltung hat Recht, die Abrechnung ist korrekt, nun zahl mal schön“?
Würde mich freuen, wenn jemand, der sich damit besser auskennt, mal einen Kommentar abgibt.
Danke schon einmal!

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1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 459x hilfreich)

Lieber Dirk

Die jetzige – ich zitiere – „Schieflage“ der Abrechnung sei durch Wohnungsleerstände und ehemalige Guthaben der Hausverwaltung bei den Stadtwerken sowie andere interne Abrechnungszyklen zwischen Hausverwaltung und Stadtwerken entstanden.

Das deutet auf einen Abrechnungsfehler im Jahre 2005 hin. Der Vermieter muß innerhalb von 12 Monaten abrechnen, es sei denn, er hat die Verspätung nicht zu vertreten.
Vermutlich ist die Hausverwaltung als sein Erfüllungsgehilfe zu sehen, sodaß er sich deren Fehler zurechnen lassen müßte.
Die Hausverwaltung wäre dann allerdings in der Haftung für diesen Fehler.
Wenn Du bisher ein friedliches Mietverhältnis gehabt hast und dies auch behalten möchtest, würde ich mich als erstes mit dem Vermieter diesbezüglich unterhalten. Sollte eine finanzielle Inanspruchnahme der Hausverwaltung nicht möglich sein, könntest Du berücksichtigen, das der Saldo ja stimmt, Du das Wasser ja wirklich verbraucht hast und unterm Strich nicht mehr zahlen sollst als bei zwei korrekten Abrechnungen (war dann halt ein zinsloses Darlehn).
Wenn Du den Vermieter auf irgendeiner Differenz hängenläßt, ist nicht auszuschließen, daß er Dir das jahrelang nachtragen wird. Wer weiß, wann Du einmal seinen Goodwill brauchen wirst.

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