Probleme mit Kautionsrückgabe nach Auszug - weiße Wände weiß streichen oder Malerkosten tragen

16. Juni 2023 Thema abonnieren
 Von 
SaltIce
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Probleme mit Kautionsrückgabe nach Auszug - weiße Wände weiß streichen oder Malerkosten tragen

Guten Tag miteinander,

ich (Azubi, 21) möchte hier kurz meine derzeitige Situation schildern (mit Whatsapp-Konversationen belegbar):

Ich wohnte bis zum 31.05. in einer 3er-Wohngemeinschaft für knapp 2 Jahre und wollte nach Problemen mit dem Mitmieter ausziehen. Er kaufte Sachen ungefragt und forderte meinen Anteil dafür danach bei mir ein (erwähnte es nur nebenher, als sei das normal) und ging auch sonst komisch mit gemeinsamem Geld um, spielte sich auch sonst andauernd als Vermieter auf.

Auf den Kündigungswunsch hin sagte mir die Vermieterin, sollte ich erst das Einverständnis meines Mitbewohners (damals aktuell 2 in der WG) einholen, da beide Hauptmieter. Dies hatte ich schriftlich gemacht und damit verbunden die Kündigung in einem Dokument, dem Vermieter persönlich übergeben. Sie hielt sich auch vorher immer komisch bedeckt und tat immer so, als wüsste sie nie von was und dass alles OK ist.

Nachdem ich mein Zimmer komplett leergeräumt, gesäubert und kleine Stellen mit einem Weißstift für Innenwände aus dem Baumarkt ausgebessert hatte, fragte ich die Vermieterin, wann sie Zeit für die Schlüsselübergabe hätte. Wir einigten uns vorerst auf dem Freitag der Auszugswoche. Eine Stunde später sagte sie auf einmal ab, da mein Mitbewohner an dem Tag nicht mit dabei sein kann.
Daraufhin schrieb mich mein Mitbewohner an und verlangte von mir, dass ich den Schlüssel auf dem Küchentisch einfach lassen solle. Ich lehnte es ab und versuchte ihm zu erklären, warum man eine Schlüsselübergabe protokollieren solle.
Er schilderte mir nach einer Weile, dass die Vermieterin ihm die Berechtigung gegeben hat, mit mir die Schlüsselübergabe durchzuführen. Wir einigten uns drauf, das Protokoll im Vorfeld unterschrieben auszufüllen und ich solle, wie er es wünscht, die Schüssel auf dem Tisch lassen. Eine Kopie davon schickte ich ebenfalls der Vermieterin.

Zwei Tage später schrieb mich mein Mitbewohner an, mit einem Blitzlichtbild mit einem kleinen Teil der Wand, die ich zuvor mit dem Weißstift verbessert hatte. Es würde dem anderen Mitbewohner nicht gefallen und ich solle mir aussuchen, ob ich es nochmal streichen soll oder er einen Maler beauftragt.

Zum besseren Verständnis: Es geht darum, eine weiße Wand weiß zu streichen. Für mich eine für den Ex-Mitbewohner typische Schikane. Ich habe am Auszugstag mehr als 20 Bilder gemacht und ein Video, wie ich den Schlüssel auf den Tisch legen, das Zimmer zeige und ich die Tür hinter mir zumache. Mit Blitz sieht die Stelle etwas weißer aus, auf meinen Auszugstagsfotos/-video im Tageslicht sieht nichts und es sieht besser aus als zu dem Zeitpunkt, als ich dort einzog (damals noch Spuren von den Vermieter-Möbeln an den Wänden).

Auszug zu dem Thema aus meinem Mietvertrag:

"Weitere Vereinbarungen (ggf. besonderes Blatt als Anlage benutzen, zusätzlich unterschreiben und einkleben.)

[Handschriftlich]
Die Wohnung wird in frisch renoviertem Zustand fachmännisch gemaltert (mit weißer Raumfarbe) bezugsfertig übergeben und ist bei Auszug ebenso zurück zu geben. Es ist bei Wohungsübergabe eine Kaution von xxxx€ zu hinterlegen. Kleinreparaturen bis 150€ trägt der Mieter.
Der neue Holzboden ist sehr pfleglich zu behandeln und nur feucht zu wischen."

Ich schilderte ihm freundlich, dass wir nicht mehr im Mietverhältnis stehen und er sich bitte an den Vermieter wenden solle, falls ihm etwas nicht gefällt. Daraufhin verstrich eine Woche und die Vermieterin meldete sich nicht bei mir, was mich vermuten ließ, dass es keine Probleme diesbezüglich gäbe.

Daraufhin fragte ich beim Ex-Mitbewohner nach meiner Kaution, da die Vermieterin meint, ich solle diese Angelegenheit mit ihm klären.
Er wartet nur auf eine Bestätigung von der Vermieterin. Also schrieb ich sie an. Sie meint, sie würde sich das nochmal aus der Nähe angucken und es sollte schon ansatzweise ordentlich gemalert aussehen und sie würde sich melden.

5 Tage später meldet sich wieder der Mitbewohner, und dass er in Namen der Vermieterin, folgendes auszurichten hat:

- sie war im Zimmer und es hat keine Übergabe stattgefunden
- sie sei mit den Wänden nicht zufrieden
- es gäbe die Möglichkeit entweder ich streiche oder sie holt sich ein Angebot von Malern und es werden 150-200€
- die andere Hälfte der Kaution wird (Zitat) "wie allgemein üblich" nach der Nebenkostenabrechnung im Februar (8 Monate nach Auszug, womit ich die Nebenkosten bis zum Jahresende mittragen würde) überwiesen

Ich muss dazu erwähnen, dass sich diese Sache langsam aufgebaut hatte und ich genau wegen diesem rechtsbeugenden Verhalten des Mitbewohners letztendlich ausziehen wollte. Die Vermieterin tat auch die ganze Zeit so, als hätte ich nicht mit ihr sondern mit meinem Mitbewohner einen Vertrag abgeschlossen.

Ich bin jetzt etwas ratlos und weiß nicht, ob ich nochmal mich schriftlich bei der Vermieterin melden, oder mich direkt rechtlich beraten lassen soll. Ich möchte mich meinen finanziellen Möglichkeiten entsprechend wehren (Beratungsschein beantragen wäre wohl kein Problem, wobei ich noch nicht genau weiß, wie und wo). Dokumentiert habe ich so gut wie alles, was ich konnte.

Und was denkt Ihr, wie groß wären theoretisch meine Erfolgsaussichten per Rechtsweg? Ich denke nämlich, dass es nicht mehr anders zu lösen geht, wenn die Vermieterin mir nicht mal mehr antworten will.

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47326 Beiträge, 16765x hilfreich)

Zitat (von SaltIce):
Ich wohnte bis zum 31.05. in einer 3er-Wohngemeinschaft für knapp 2 Jahre


Als Untermieter, als Hauptmieter oder mit einem gemeinsamen Mietvertrag mit den übrigen Mietern?

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118726 Beiträge, 39622x hilfreich)

Zitat (von SaltIce):
kleine Stellen mit einem Weißstift für Innenwände aus dem Baumarkt ausgebessert

Liest sich nach typischer "Beschädigung der Mietsache"...



Zitat (von SaltIce):
Es geht darum, eine weiße Wand weiß zu streichen

Nö, es geht eher darum die unterschiedlichen Weisstöne zu eliminieren.



Zitat (von SaltIce):
- sie war im Zimmer und es hat keine Übergabe stattgefunden

Und?
Hat sie halt Pech gehabt.



Zitat (von SaltIce):
- sie sei mit den Wänden nicht zufrieden
- es gäbe die Möglichkeit entweder ich streiche oder sie holt sich ein Angebot von Malern und es werden 150-200€

Sie sieht also auch eine Beschädigung der Mietsache ...



Zitat (von SaltIce):
- die andere Hälfte der Kaution wird (Zitat) "wie allgemein üblich" nach der Nebenkostenabrechnung im Februar (8 Monate nach Auszug,

Insofern korrekt, das es durchaus üblich ist, eine Teil der Kaution bis zur Nebenkostenabrechtung einzubehalten ... ist ja schließlich Sinn und Zweck der Kaution.
Der Einbehalt muss aber angemessen sein, pauschal die Hälfte der Kaution dürfte also ungemessen und damit nichtig sein.



Zitat (von SaltIce):
womit ich die Nebenkosten bis zum Jahresende mittragen würde) überwiesen

Wie kommt man denn auf so einen Unfug?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
SaltIce
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von hh):
Als Untermieter, als Hauptmieter oder mit einem gemeinsamen Mietvertrag mit den übrigen Mietern?


Als Hauptmieter in einem gemeinsamen Mietvertrag. Alle 3 waren Hauptmieter, eine ist ausgezogen und so waren ich und der Mitbewohner noch Hauptmieter.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4363 Beiträge, 518x hilfreich)

Zitat (von SaltIce):
Als Hauptmieter in einem gemeinsamen Mietvertrag. Alle 3 waren Hauptmieter, eine ist ausgezogen und so waren ich und der Mitbewohner noch Hauptmieter.


Doch nur, wenn der Dritte von allen Vertragsparteien aus dem Mietvertrag entlassen wurde.

Und genau diese Gehnehmigung benötigst du dann auch von dem noch verbliebenen Hauptmieter und dem Vermieter.

Zitat (von SaltIce):
- die andere Hälfte der Kaution wird (Zitat) "wie allgemein üblich" nach der Nebenkostenabrechnung im Februar (8 Monate nach Auszug, womit ich die Nebenkosten bis zum Jahresende mittragen würde) überwiesen


Na ja, das ist so nicht ganz richtig, sie kann einen Teil einbehalten, aber nicht alles, habt ihr die Kaution denn um das Drittel aufgestockt, dass der dritte Hauptmieter nach seinem Auszug erhalten haben sollte?

Nachtrag, natürlich kommt es auf die Aufhebungsvereinbarung an, ob die Kaution überhaupt ausgezahlt werden muss, alles ist verhandelbar, es wäre ungewöhnlich, wenn der VM hier der Auszahlung anteiliger Kautionsbeträge zustimmen würde oder zugestimmt hätte.

-- Editiert von User am 17. Juni 2023 16:59

0x Hilfreiche Antwort

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