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Probleme mit gewerblichen Mietverhältnis

 Von 
Dental-Pirat
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)
Probleme mit gewerblichen Mietverhältnis

Hallo zusammen.,
ich bräuchte mal einen Rat bzw. Hilfe zu einer gewerblich angemieteten Fläche bzw. einem angemietetem Ladenlokal.

Ich habe 2014 ein Ladenlokal angemietet. Dieses stand mehrere Jahre in unserem Ort leer und ich brauchte Lagerfläche. Deshalb habe ich das Ladenlokal mit einer Gesamtfläche von 28qm angemietet. Dass ich das Ladenlokal nur als Lagerort nutze habe ich bereits zu beginn des Mietverhältnisses klar gestellt und durfte deshalb auch die gesamte Fensterfront mit Michglasfolie versehen. Es kann keiner rein- oder rausgucken!

Die Miete beträgt 150,- € kalt und ich zahle zusätzlich 35,- € Nebenkosten (für Wasser, Abwasser, Müll etc.) die aber bei mir gar nicht anfallen. Den Strom habe ich separat angemeldet, wofür ich aber nur die Grundgebühr beim Ortsansässigen Versorger zahle, da hier gar kein Strom abgenommen wird bzw. nur 2 mal im Monat etwas Strom für Licht genutzt wird (wenn ich mal was in den Kisten suche oder einlager) erhalte ich aber auch hier jedes Jahr sogar eine Rückzahlung.

Bezüglich der Zahlung der Mietzins und Nebenkosten haben wir vertraglich folgendes vereinbart:

Begin Auszug Mietvertrag "Der Mietzins erhöht sich, jährlich, im gleichen prozentualen Verhältnis nach oben,
wie sich der vom Statistischen Bundesamt amtlich festgestellte Verbraucherpreisindex für Deutschland (auf der Basis 2005 = 100)
gegenüber dem für den Monat des Vertragsschlusses veröffentlichten Index ändert. Der Mietzins erhöht sich aber maximal nur um 5 Prozent.

Auf eine Verringerung des Mietzins, auch bei entsprechendem Index, wird
Verzichtet.

c.) Neben der unter §4 Punkt a) vereinbarten Nettomiete trägt der Mieter die
Betriebskosten gemäß der Betriebskostenverordnung, dies können sein: Grundsteuer, Wasserversorgung, Entwässerung, Müllbeseitigung, Straßenreinigung, Schnee- und Eisbeseitigung, Schornsteinreinigung, Beleuchtungskosten, Sach- und Haftpflichtversicherung, Wartung der
Ölheizung, Wartung von Feuerlöschern, Reinigung der Dachrinnen.
Dafür ist zur Zeit der nachstehenden Vorschuss monatlich zu entrichten:
Bruttonebenkosten z.Z.: 35,00 Euro

d.) Aus dem unter §4 Punkt a.) und §4 Punkt c.) ergibt sich eine
monatliche Gesamt-Bruttomiete von 185,00 Euro

d.) Der Vermieter ist berechtigt, die Vorschüsse auf den voraussichtlichen Jahresbedarf zu erhöhen und verpflichtet sich, jährlich bis zum 15. Februar abzurechnen. Der Abrechnungszeitraum läuft vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Die Abrechnung über Heizungs- und Warmwasserkostenvorschüsse erfolgt gem. § 7. Ist eine gesetzliche Abrechnungsfrist vorgeschrieben, gilt diese.

e.) Als Umlegungsmaßstab für die Nebenkosten oder Nebenkostenerhöhung
gilt als vereinbart das Verhältnis der Wohn- und Nutzflächen des Hauses.

f.) Alle durch gesetzliche oder behördliche Regelungen allgemein oder im einzelnen
Fall Erhöhungen bzw. Neueinführungen von Nebenkosten und Grundstückslasten aller Art müssen seitens des Vermieters in form einer Mieterhöhungserklärung bekannt gemacht werden.

Ende Auszug Mietvertrag.

Jetzt zum Problem. Der Vermieter hat mir noch nie eine Nebenkostenabrechnung oder ähnliches geschickt, ausgehändigt etc. Ich habe auch keine verlangt da ich dachte wegen ein paar Euro die ich zurückerhalten würde macht das keinen Sinn und das Mietverhältnis soll nicht wegen solcher Bürokratie erschwert werden.

Gestern allerdings hatte ich dann unerfreuliche Post vom Vermieter im Briefkasten. Ein Brief mit folgendem, wörtlichem Inhalt:

Hallo Herr......, in den letzten Jahren Jahren habe ich die Erhöhung der Nebenkosten, Versicherungsumlage und Grundsteuerumlage, selbst getragen und nicht an Sie weitergegeben. Mit der aktuellen Erhöhung der Nebenkosten muss ich dieses zum 1.2.19 aber leider machen. Auch möchte ich eine Erhöhung der Kaltmiete um 10 % zum 01.04.2019 ankündigen. Ich glaube, dass nach all den Jahren ohne Mietkostenerhöhung dieses sehr moderat ist.

Ist das so rechtens und richtig? Muss ich das einfach so hinnehmen?

Bin für jeden Ratschlag dankbar.

Gruß
Thomas

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Nebenkosten Vermieter Strom Euro


20 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
AltesHaus
Status:
Gelehrter
(10821 Beiträge, 2867x hilfreich)

Zitat (von Dental-Pirat):
Muss ich das einfach so hinnehmen?

Nein müssen Sie nicht, und auch der VM muss nicht hinnehmen, dass Sie nicht hinnehmen möchten und kann sich von Ihnen trennen.

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
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#2
 Von 
Anami
Status:
Richter
(8049 Beiträge, 1405x hilfreich)

Zitat (von Dental-Pirat):
Muss ich das einfach so hinnehmen?
Nö. Aber hat er dir denn schon verraten, wie viel das MEHR pro Monat ausmachen wird? Die +10% der KM kann man sich ja noch selber errechnen.
Wie viel wird aus den bisherigen 35,- NK?

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#3
 Von 
Dental-Pirat
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Also die Kaltmiete erhöht sich von 150,-€ auf 165,-€ und die Nebekosten möchte er auf 55,-€ anheben.
Heißt die Miete würde von 185,-€ auf 220,-€ steigen.

Das ist mir aber für das, was ich da nutze erheblich zu viel. Ich komme aber auch nicht aus dem Mietvertrag raus, da er für 10 Jahre abgeschlossen wurde. Deshalb frage ich ja hier nach ob und wie man sich gegen die Erhöhung wehren kann oder ob ich es so hinnehmen muß.

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#4
 Von 
AltesHaus
Status:
Gelehrter
(10821 Beiträge, 2867x hilfreich)

Zitat (von Dental-Pirat):
Ich komme aber auch nicht aus dem Mietvertrag raus, da er für 10 Jahre abgeschlossen wurde

Sicher, dass in Ihrem MV nichts vereinbart wurde bzgl. einer Mieterhöhung?

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
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#5
 Von 
AltesHaus
Status:
Gelehrter
(10821 Beiträge, 2867x hilfreich)

Wenn im MV nichts steht über Mieterhöhungen, dann kann der VM sein Begehr nur mit einer Änderungskündigung erreichen, und das wäre für Sie ja dann von Vorteil, da Sie das Lager offensichtich nicht höher finfanzieren wollen.

Nehmen sie Kontakt mit dem VM auf und erklären ihm einfach, dass Sie nicht bereit sind mehr als den vereinbarten Betrag zu zahlen. Bezgl. der Anpassung der NK sehe ich allerdings wenig Möglichkeiten diese zu umgehen, allerdings haben Sie ein Recht auf eine Abrechnung, das würde ich einfordern.

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71456 Beiträge, 32432x hilfreich)

Zitat (von AltesHaus):
Sicher, dass in Ihrem MV nichts vereinbart wurde bzgl. einer Mieterhöhung?

Wie man lesen kann, ein wenig ...

Jetzt wäre zu prüfen, ob die da genannten Bedingungen eingetreten sind.
Die 5% Hürde ist ja schon mal nicht eingehalten worden, womit die Mieterhöhung schon mal Makulatur wäre.

Dann könnte man dem Vermieter mal mitteilen, das man die Nebenkosten zurückhält, bis eine ordentliche Nebenkostenabrechnungen vorliegt.


Eventuell will er dann von der 10jährigen Bindung nichts mehr wissen. Oder er verhandelt nach.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#7
 Von 
AltesHaus
Status:
Gelehrter
(10821 Beiträge, 2867x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von AltesHaus):
Sicher, dass in Ihrem MV nichts vereinbart wurde bzgl. einer Mieterhöhung?


Wie man lesen kann, ein wenig ...



Hab ich was id Textwand überlesen? Sry

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
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#8
 Von 
AltesHaus
Status:
Gelehrter
(10821 Beiträge, 2867x hilfreich)

Zitat (von Dental-Pirat):
Begin Auszug Mietvertrag "Der Mietzins erhöht sich, jährlich, im gleichen prozentualen Verhältnis nach oben,
wie sich der vom Statistischen Bundesamt amtlich festgestellte Verbraucherpreisindex für Deutschland (auf der Basis 2005 = 100)
gegenüber dem für den Monat des Vertragsschlusses veröffentlichten Index ändert. Der Mietzins erhöht sich aber maximal nur um 5 Prozent.

Schamesröte steigt mir ins Gesicht :O ... (evtl. ist es aber auch nur der BHD)

Zitat (von Harry van Sell):
Die 5% Hürde ist ja schon mal nicht eingehalten worden, womit die Mieterhöhung schon mal Makulatur wäre.

jo!

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
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#9
 Von 
Dental-Pirat
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Um ehrlich zu sein verstehe ich diesen Passus nicht so ganz.... Wenn der Preisindex steigt, dann darf die Miete entsprechend gleich hoch erhöht werden aber maximal nur um 5%. Heißt der Vermieter kann jetzt nicht zu 10% erhöhen, sondern nur zu 5%?!

Heißt dann aber weiter, dass es nur eine Frage der Zeit ist bis er zu 2020 oder wann auch immer die nächsten 5% erhöht?

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#10
 Von 
AltesHaus
Status:
Gelehrter
(10821 Beiträge, 2867x hilfreich)

Zitat (von Dental-Pirat):
Heißt der Vermieter kann jetzt nicht zu 10% erhöhen, sondern nur zu 5%?!

Ja, da er es verpeilt hat früher die Miete anzupassen und die max. 5 % im MV verankert sind.

Zitat (von Dental-Pirat):
Heißt dann aber weiter, dass es nur eine Frage der Zeit ist bis er zu 2020 oder wann auch immer die nächsten 5% erhöht?

Gut möglich.

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
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#11
 Von 
Dental-Pirat
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Okay. Und gegen die NK Erhöhung kann ich mich nicht wehren, da ich ja nachweislich nie Müll entsorge, kein Wasser nutze etc. das ich mich an den Grundkosten wie Versicherung, Grundsteuer etc. zu halten habe ist ja okay aber dieser Personen bzw. Parteiabhängige Verbrauch, den Ich ja gar nicht tätige....

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#12
 Von 
AltesHaus
Status:
Gelehrter
(10821 Beiträge, 2867x hilfreich)

Kommt drauf an, wie das im MV vereinbart wurde. Aber wenn es ein gewöhnlicher MV ist, wird es wohl darauf hinauslaufen, dass diese Kosten anteilig umgelegt werden und Sie Ihren Anteil zu tragen haben unbeachtet ob Sie nun Müll etc. verbrauchen oder nicht.

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
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#13
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3104 Beiträge, 1770x hilfreich)

Zitat (von Dental-Pirat):
Begin Auszug Mietvertrag
"Der Mietzins erhöht sich, jährlich, im gleichen prozentualen Verhältnis nach oben, wie sich der vom Statistischen Bundesamt amtlich festgestellte Verbraucherpreisindex für Deutschland (auf der Basis 2005 = 100) gegenüber dem für den Monat des Vertragsschlusses veröffentlichten Index ändert. Der Mietzins erhöht sich aber maximal nur um 5 Prozent.
Auf eine Verringerung des Mietzins, auch bei entsprechendem Index, wird Verzichtet
Bei der Gewerbemiete muss man zwischen echten und unechten Gleitklauseln unterscheiden.

Bei der echten Gleitklausel erhöht sich die Miete automatisch entsprechend der Indexveränderung. D.h. der Vermieter muss gar nicht erst zur Zahlung einer höheren Miete auffordern.
Da ein Hinweis zur Aufforderungserklärung fehlt und mit dem Hintergrund "10 Jahre Vertragslaufzeit" (wobei aber eher 10 Jahre Kündigungsverzicht des Vermieters eine Bedingung bei der echten Gleitklausel ist) könnte hier eine automatische Anpassung beabsichtigt gewesen sein - allerdings ist die echte Gleitklausel dann im Endeffekt doch misslungen (z.B. weil die Anpassung nach unten ausgeschlossen wurde).

Es fehlt auch weitere Angaben > z.B. ob die Miete monatlich oder nur 1* jährlich mit dem Index verglichen wird und/oder ob die Mieterhöhung erst ab einer bestimmten Indexveränderung (z.B. um mind. 5 %) eintreten soll.

Auch wie die Begrenzung auf "maximal nur um 5%" zu verstehen sein soll, wirft weitere Fragen auf > je Mieterhöhung? > auf die Vertragslaufzeit bezogen?

Die Vertragsparteien müssten sich also ersteinmal darauf verständigen, was sie hier nun genau vereinbart haben wollen > eine echte oder eine unechte Gleitklausel mit welchen genauen Konditionen?

Da der Vermieter nun erstmals eine Anpassung "gemäß Vertrag" verlangt ohne Zahlungsrückstände anzumahnen, geht er vielleicht doch von einer unechten Gleitklausel aus?

Falls der Vermieter aber von einer echten Gleitklausel ausgeht, dann müsste er sich damit auseinandersetzen, dass sie ihm misslungen ist. Nur wäre sie damit nicht automatisch unwirksam > eine Nichtanwendbarkeit wäre dann erst durch ein Gericht festzustellen. Wäre die beabsichtigte aber misslungene echte Gleitklausel gerichtlich als nicht anwendbar bestätigt, dann wäre der Mietvertrag an sich weiter zu erfüllen - nur hätte der Vermieter während der Vertragslaufzeit eben keine Mieterhöhungsmöglichkeit.
Nebeneffekt der echten Gleitklausel ist aber auch, dass der Mieter bei Nichtbezahlung einer geschuldeten höheren Miete automatisch in Zahlungsverzug ist > Folge: Kündigungsrecht des Vermieters (die Gefahr sehe ich hier aber eher nicht, da die echte Gleitklausel klar misslungen ist).

Der hier vertraglich vereinbarte Passus zur Mieterhöhungsmöglichkeit birgt jedenfalls viel Streitpotential!
Hier mal lesen z.B.:
https://www.haufe.de/immobilien/verwaltung/die-indexklausel-im-gewerberaummietvertrag_258_415168.html
und
https://www.nordschwarzwald.ihk24.de/recht/recht/Mustervertraege/mietvertragsmuster_geschaeftsraeume/2612574#titleInText6

Vermieter und Mieter sollten sich mal beide anschauen, wie eine ordentliche "unechte Gleitklausel" (d.h. Erhöhung erst auf Anforderung durch den Vermieter) ausschaut:
https://www.haus-und-grund-vertrag.de/mietvertraege.html
>Geschäftsraummietvertrag

... und sich dann ohne wegen einer Mieterhöhung um möglicherweise 15 Euro monatlich erst noch viel Geld zu Anwälten und Gericht zu tragen wie unter vernünftigen Erwachsenen einigen - verhandeln eben - und ggf. halt auch einvernehmlich den Vertrag vorzeitig auflösen.
Der Vermieter muss sich halt überlegen, wie gerne er weiter an diesen Mieter oder überhaupt vermieten möchten (vielerorts stehen viele Gewerbeflächen dauerhaft leer) und der Mieter wie gerne er genau diese Räume weitermieten möchte oder ob er nicht aus vielen Leerstandsflächen zu günstigen Mietpreisen die freie Auswahl hat.

Bei uns im ländlichen Raum haben sich zwar die Wohnungsmieten stetig nach oben entwickelt - aber bei Gewerbeflächen ist man oft froh, wenn man sie zu Mieten von vor 20 Jahren überhaupt noch los wird. Viele Ladengeschäften werden wegen nicht-existender Nachfrage nach und nach zu Wohnraum umgebaut

Zitat (von Dental-Pirat):
Dieses stand mehrere Jahre in unserem Ort leer

Na siehste - die Marktlage wird sich wohl auch in den letzten Jahren nicht zu Gunsten des Vermieters verändert haben?!

Die Erstellung der vertragsgemäß geschuldeten Betriebskostenabrechnungen darf der Mieter selbstverständlich verlangen.

Signatur:Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand
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#14
 Von 
RMHV
Status:
Lehrling
(1032 Beiträge, 421x hilfreich)

Zitat (von Dental-Pirat):
... Wenn der Preisindex steigt, dann darf die Miete entsprechend gleich hoch erhöht werden aber maximal nur um 5%. Heißt der Vermieter kann jetzt nicht zu 10% erhöhen, sondern nur zu 5%?!

Es könnte hilfreich sein, die Vereinbarung zur Miethöhe genau zu lesen...

Zitat (von Dental-Pirat):
"Der Mietzins erhöht sich, jährlich, im gleichen prozentualen Verhältnis nach oben,
wie sich der vom Statistischen Bundesamt amtlich festgestellte Verbraucherpreisindex für Deutschland (auf der Basis 2005 = 100)
gegenüber dem für den Monat des Vertragsschlusses veröffentlichten Index ändert. Der Mietzins erhöht sich aber maximal nur um 5 Prozent.

Folgt man dieser Vereinbarung, hat sich die Miete seit 2014 bereits mehrfach erhöht, wurde aber nicht vollständig bezahlt. Eine Mieterhöhung der Klärung des Vermieters war dazu nicht erforderlich.

Es wird daher zunächst einmal nachzurechnen sein, in welcher Höhe die Miete aktuell zu zahlen ist. Probt der Mieter den Aufstand wegen 15 €, wird der Vermieter dies möglicherweise tun und die ausstehenden Beträge der vergangenen Jahre auch noch fordern.

Es kann hier offen bleiben, ob für ausstehende Beträge bereits Verjährung eingetreten sein könnte.

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#15
 Von 
Dental-Pirat
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Das verstehe ich jetzt nicht so ganz. Dort steht wenn sich der Preisindex erhöht soll sich die Miete ebenfalls erhöhen. Der Mietvertrag ist 2014 unterzeichnet worden. Wenn man nach dem Preisindex googlet dann sieht man, das der Index von 2014 bis heute um 2,4% Prozent gestiegen ist. Nach meinem dafür darf dann auch die Miete nur um 2,4% erhöht werden. Jetzt steht da was von Basis 2005 = 100. (In wie weit das rechtlich korrekt ist in 2014 einen Basiswert aus 2005 zunvereinbaren kann ich nicht beurteilen halte es aber für fraglich). Heißt der Vermieter könnte beabsichtigen den Wert von 2005 bis heute zu veranschlagen, das wären dann 8,4% Erhöhung, die sich aber nach meinem Verständis durch die Begrenzung auf die 5% nicht durchsetzen lassen.

Wie dem auch sei, ich würde gerne dem Vermieter auf den Brief bezüglich Mieterhöhung sachlich und vernünftig antworten. Macht es Sinn darauf hinzuweisen, dass man sich mit der Erhöhung nicht einverstanden erklärt, daß der Mietvertrag bzw. der Passus zur Erhöhung fragwürdig formuliert ist, dass man eine für beiden Seiten vernünftige Lösung anstreben möchte. Alternativ würde ich dem Vermieter direkt anbieten das man den Mietvertrag, auf Grund von rechtlich falschen Formulierungen im Gegenseitigen Einvernehmen aufhebt.

Ich bin da leider nicht so firm drin. Hat jemand vielleicht eine Idee wie ich das am Besten formulieren kann ohne das der Vermieter sich direkt angegriffen fühlt?

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#16
 Von 
Spezi-2
Status:
Master
(4326 Beiträge, 2005x hilfreich)

Mir fehlt in der Sachverhaltsbeschreibung die Angabe der vereinbarten Vertragsdauer.
Für Gewerberäume gibt es bekanntlich keinen Kündigungsschutz.
D.h. ein Vermieter kann grundlos mit der gesetzlichen Kündigungsfrist kündigen.
Durch eine solche Kündigung werden alle bisherigen Vereinbarungen hinfällig und der Vermieter kann für die Fortsetzung des Vertrages neue Bedingungen verlangen.
Das gilt auch für die Gegenleistung (Miete, Nebenkosten usw.).
Andererseits gibt es hier eine Indexklausel welche üblicherweise in Verträgen mit längerer Laufzeit vereinbart wird. Dann ist der Vermieter für diese Vertragsdauer auch an die getroffenen Vereinbarungen gebunden und kann einseitig nichts verändern.

Signatur:Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.
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#17
 Von 
Sir Berry
Status:
Schlichter
(7331 Beiträge, 2566x hilfreich)

Zitat (von Dental-Pirat):
(In wie weit das rechtlich korrekt ist in 2014 einen Basiswert aus 2005 zunvereinbaren kann ich nicht beurteilen halte es aber für fraglich)

Nein. Die Vereinbarung eines Bezugszeitpunktes ist völlig korrekt und hier auch geboten um Vergleichswerte zu haben.

Nur Deine Schlussfolgerung ist falsch.

Basiswert 2005 100%
Wert 2014 106% z.B.
Wert 2018 125% z.B.

ergibt, dass der Index von 2014 (Zeitpunkt Abschluss des Mietvertrages) bis 2018 um 19 %-Punkte gestiegen ist.
Wieviel Prozent die Steigerung von 106 auf 125 ausmacht, wirst Du sicher im Dreisatz berechnen können.
Aber es sind nur Beispielswerte.

Berry

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#18
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3104 Beiträge, 1770x hilfreich)

Zitat (von Spezi-2):
Mir fehlt in der Sachverhaltsbeschreibung die Angabe der vereinbarten Vertragsdauer.
Dental-Pirat nannte eine Vertragslaufzeit von 10 Jahren
Sinnvoll wäre allerdings auch hier den entsprechenden Vertragspassus im vollständigen Originalwortlaut einzustellen - möglicherweise ist ja auch daran etwas "faul"

Zitat (von Dental-Pirat):
Das verstehe ich jetzt nicht so ganz.
Auch in einem Mietvertrag von 2014 kann auf den Index 2005=100% abgestellt werden, sinnvoller ist aber immer auf das neueste Basisjahr abzustellen (alle 5 Jahre erfolgt eine Revision des Indexes mit Festlegung einer neuen Basisjahr-Wertereihe, wenn eine Bezugsreihe nicht mehr fortgeführt, kann man i.d.R. mit den bekannten Fixdaten in eine neuere Basisreihe springen, ohne dass sich das auf das Rechenergebnis auswirkt).

So wird gerechnet - z.B.:
Mietvertragsabschluss Juni 2014
Verbraucherpreisindex insgesamt - neuestes Basisjahr 2010=100 (zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses)
Juni 2014 = Stand: 106,7 (2010=100)
Nov 2018 = Stand: 112,4 (2010=100)
Formel: 112,4 / 106,7 * 100 - 100
Ergebnis: 5,3% Veränderung des Indexes => Miete erhöht sich dementsprechend um 5,3%
neuer Mietpreis: 150 / 100 * 105,3 => 157,95 Euro neuer Mietpreis
Durch die vertragsgemäße Deckelung sollte sich der Mietpreis aber nur um 5% erhöhen dürfen.

Bei sowas googelt man auch nicht einfach, sondern man guckt auf den offiziellen Seiten

Indexreihe Verbraucherpreisindex für Deutschland Basis 2010=100
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Preise/Verbraucherpreisindizes/Tabellen_/VerbraucherpreiseKategorien.html

Rechenhilfe
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Preise/Verbraucherpreisindizes/Wertsicherungsklauseln/Internetprogramm.html

FAQ > Wie kann ich aus zwei Indexständen eine Veränderungsrate berechnen?
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Preise/FAQ/Verbraucherpreise/Veraenderungsrate.html

Wenn du das erst selbst verstanden hast, dann kannst du sicher auch besser sachlich mit deinem Vermieter über das Thema Mietpreisanpassung verhandeln.

Signatur:Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand
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#19
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71456 Beiträge, 32432x hilfreich)

Zitat (von Dental-Pirat):
Hat jemand vielleicht eine Idee wie ich das am Besten formulieren kann ohne das der Vermieter sich direkt angegriffen fühlt?

Dazu müsste man erst mal wissen wie der Vermieter auf so was reagiert.
Es gibt Vermieter die jeden Widerspruch an Angriff interpretieren, andere sind vom Typ "versuchen wirs einfach mal".


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#20
 Von 
Dental-Pirat
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo zusammen und frohes Neues,
anbei einmal der Passus zur Mietzeit nachdem hier einige gefragt haben.

-Anfang
§ 2 Mietzeit

a.) Das Mietverhältnis beginnt am 01.02.2014 Der Vermieter haftet nicht für die
rechtzeitige Bereitstellung der Räume zum vertraglichen Gebrauch, soweit
den Vermieter hieran kein Verschulden trifft.

b.) Das Mietverhältnis endet am 31.01.2024

c.) Dem Mieter wird ein einseitiges Vertragsverlängerungsrecht (Optionsrecht)
von 5 Jahren eingeräumt. der Mieter hat dem Vermieter spätestens 12 Monate vor Ablauf des Mietvertrages durch eingeschrieben Brief mitzuteilen, ob er von seinem Optionsrecht Gebrauch macht.

d.) Verlängert sich das Mietverhältnis durch die Ausübung der Option, so
verhandeln die Parteien über den Mietzins. Einigen sich die Parteien nicht
über die Höhe der Miete, so tritt folgende Wertsicherungsklausel in Kraft:

e.) Durch den Tod des oben aufgeführten Geschäftsführers der Mieterin wird
der Vertrag 6 Monate nach dem Tode automatisch beendet, sofern nicht die Erben die Fortsetzung des Mietverhältnisses wünschen. Die Fortsetzung
muss innerhalb von 3 Monaten schriftlich angezeigt werden.

f.) Bei Insolvenz der Mieterin endet der Mietvertrag 3 Monate nach
Insolvenzantrag. Die Monatsfrist beginnt mit dem Tage des Eingangs
einer Mitteilung des Antrages auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens
beim Vermieter. Eine Fortsetzung des Mietvertrages kann aber bei Vorauszahlung von jeweils 3 Monatsmieten für jeweils 3 Monate verlangt
werden.

g.) Erfolgt keine fristgerechte Mitteilung über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, haftet der oder die Geschäftsführer der Mieterin
persönlich für die Mietzahlungen ab dem Zeitpunkt des Antrages auf Insolvenzeröffnung.

i.) Die Anwendung des §568 BGB (stillschweigende Verlängerung) wird ausgeschlossen.

j.) Werden im Falle einer Kündigung die Mieträume nicht fristgerecht übergeben, haften die (oder der) jeweiligen Geschäftsführer persönlich für die weiter fällig werdenden Mieten soweit den Mieter hieran ein Verschulden trifft.
- ENDE

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