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Recht haben und Recht bekommen, das leidige Thema

 Von 
Knuba
Status:
Praktikant
(848 Beiträge, 178x hilfreich)
Recht haben und Recht bekommen, das leidige Thema

Anfang des Jahres verklagte ich meinen Vermieter auf Informationsauskunft bezüglich meiner Kaution. Da er seit 2004 nachweislich ständig in finanzielle Schwierigkeiten gerät und mir absolut keine Information über meine Kaution geben wollte, musste ich ihn durch den Mieterverein verklagen.

Zwei Wochen vor dem Gerichtstermin schrieb sein Anwalt eine Klageabweisung ans Gericht. Er nannte dort ein Konto bei einer Bank. Meine Anwältin konnte durch meine Kontoauszüge, die meiner Nachbarin und eines Schreibens vom Vermieter selber nachweisen, dass es sich bei dem genannten Konto um das Miet-, also das Vermögenskonto meines Vermieter handelt und er ist ja per Gesetz verpflichtet, die Kautionen getrennt von seinem Vermögen anzulegen. Dass er sie weder anlegt, geschweige davon noch besitzt, ist eine andere Sache.

Gestern kam das Gerichtsurteil. Nicht nur gab der Richter sich mit dem angegebenen Konto zufrieden, er reduzierte den Streitwert von Euro 1607,00, auf Euro 360,00, damit meine Anwältin nicht mal in Berufung gehen kann.

Ich ziehe wenn alles klappt, am 27. Juli eh aus, habe fristlos wegen zerüttetem Verhältnis zwischen Vermieter und mir gekündigt und die letzten drei Monate meine Kaution abgewohnt, da es sich auch herausstellte (was ich eigentlich nicht wissen durfte und vor Gericht auch nie als Beweis gebracht werden kann), dass mein Vermieter wie ich dachte, zahlungsunfähig geworden ist.

Im April sagte mir sein Handwerker und persönlicher Freund, dass er einen Anruf von einem anderen Handwerker bekam. Mein Vermieter weigerte sich die Rechnung des besagten Handwerkers zu bezahlen und der bekam also im Februar einen Titel. Jetzt als meine Anwältin vor Gericht war traf sie den Anwalt, dieses Handwerkers. Nun, man fragt sich wen man so vor Gericht vertritt und da sagte der Anwalt des Handwerkers zu meiner Anwältin, dass er den Titel vollstrecken wollte, ging aber nicht, da mein Vermieter angeblich zahlungsunfähig ist.

Bezüglich des Urteils sagt meine Anwältin, dass wir es nicht so schwarz sehen sollten, obwohl auch sie sich tierisch aufgeregt hat, sogar mehr als ich. Dieses Urteil machte nämlich für uns nur das von meinem Vermieter genannte Mietkonto, als das Kautionskonto aktenkundig. Sollte mein Vermieter mich jetzt wegen den drei Monaten Miete verlagen, so hat er immer noch nicht nachgewiesen, wo meine Kaution ist, ob er sie angelegt hat und ob er sie überhaupt noch hat.

Apropo mein Vermieter, als ich die fristlose Kündigung beim Gerichtsvollzieher abgab, war ihm der Name meines Vermieters nicht unbekannt. Auch die Bildzeitung, wie das örtliche Fernsehen sollen schon negativ über ihn berichtet haben. Ob ich mich geschmeichelt fühlen soll, so eine negative Persönlichkeit zu kennen? Nööööööööö, ich lass dat mal. ;)

Nur ein paar Nettigkeiten meines Vermieters:

2004 drohte die Wassergesellschaft uns zweimal wegen mangelnder Zahlung von ihm, das Wasser abzusperren.

2004 wurde im Dez. der Hausstrom abgestellt.

Fast jede zweite Wohnung hat Wasserflecken an den Wänden, Schimmel, oder die Heizung fiel im Winter ganz aus.

Reparaturen werden nicht mehr getätigt, Handwerker ruft nicht mal mehr zurück.

Jedes zweite Handwerkerunternehmen in unserer Stadt hat vom Chef Hausverbot bei uns, wegen der Zahlungsmoral meines Vermieters bekommen.

2004 zeigte er mich wegen Datenschutzbruch an. Anzeige wurde eingestellt.

2004 bedrohte er mich.

In jedem Schreiben werde ich beleidigt und Lügen werden über mich bei Leuten, mit denen ich auch zu tun habe von ihm verbreitet.

Mein Vermieter ist halt einzigartig ... smile

-- Editiert von Franceska am 08.07.2005 15:58:29

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
2004 Anwalt Gericht Handwerker


4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Mahnman
Status:
Junior-Partner
(5987 Beiträge, 1289x hilfreich)

Dann wünsche ich Dir beim nächsten mehr Glück

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#2
 Von 
Knuba
Status:
Praktikant
(848 Beiträge, 178x hilfreich)

Danke, das wünsche ich mir auch.

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#3
 Von 
grueneu
Status:
Beginner
(69 Beiträge, 12x hilfreich)

ich würde beim nächstenmal...und der kommt bestimmt, einen besseren Anwalt nehmen.
Übrigens... beim Gericht und auf hoher See ist man immer in Gottes Hand... da kann alles passieren.

Gruß grueneu

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#4
 Von 
Knuba
Status:
Praktikant
(848 Beiträge, 178x hilfreich)

quote:
Übrigens... beim Gericht und auf hoher See ist man immer in Gottes Hand... da kann alles passieren

:) Das habe ich leider auch schon gemerkt.

Nunja, meine Anwältin ist die des Mietervereines und mir war es lieber, dass ich Jemanden habe, der sich mit dem Fall gut auskennt. Ich hatte zwar einen anderen Anwalt in Sicht, da er aber nicht direkt in meiner Stadt wohnt, wäre ich auf seinen Fahrtkosten zum Gericht in meine Stadt sitzen geblieben.

Es ist zwar keine Hilfe, dass sie ihren Fehler, das Übersehen der Minderungen des Streitwertes erkennt hat, aber es gibt Anwälte, die wären sich nie ihrer Schuld bewußt, einen Fehler gemacht zu haben.

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