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Richtig mit dem Vermieter streiten: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

10. November 2015 Thema abonnieren
 Von 
vermieter-bewertung-net
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Richtig mit dem Vermieter streiten: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Hallo,

wir haben für Mieter diese Anleitung geschrieben: http://www.vermieter-bewertung.net/blog/2015/11/09/richtig-mit-dem-vermieter-streiten-eine-schritt-fur-schritt-anleitung/

Passt diese inhaltlich? Hab ich was übersehen? Was sollten wir noch ergänzen, damit man als Mieter dies anwenden könnte?

Tausend Dank für jegliches Feedback!

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anjuli123
Status:
Bachelor
(3595 Beiträge, 1455x hilfreich)

Ich habs überflogen. Mir ist nur eins aufgefallen: Es liest sich so, als ob der Mieter sich IMMER direkt an den Vermieter wenden soll, selbst wenn er eine Hausverwaltung beauftragt hat. Nun beauftragen aber Vermieter keine Hausverwaltungen, weil sie zu viel Geld haben, sondern weil sie wollen, dass die Hausverwaltung die komplette Betreuung des Objekts übernimmt. Wenn dann der Mieter ständig die Verwaltung übergeht und sich direkt an den Vermieter wendet, kann das ziemlich kontraproduktiv sein und für Verärgerung auf der anderen Seite führen.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
vermieter-bewertung-net
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Hey,

besten Dank. Das ist wahrlich korrekt. Ich werde das korrigieren...

Mit besten Gruessen!

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
cauchy
Status:
Richter
(8897 Beiträge, 4201x hilfreich)

Ich habe es auch nur grob gelesen. Sofern ich es nicht überlesen habe, fehlt ein ganz essenzieller Punkt, welcher uns hier im Forum immer wieder begegnet: Die Beweisbarkeit von Absprachen. Telefonieren und danach eine Mail mit Zusammenfassung schicken ist zwar als erster Schritt sinnvoll. Der Vermieter sollte diese Zusammenfassung bzw. die Abmachung aber auch bestägigen. Ansonsten kann sich nämlich hinterher vermutlich keiner mehr an den genauen Inhalt erinnern. Und eine Mail, die nur von einer Seite abgeschickt wird, beweist gar nichts. Die muss im Zeitalter der Spamfilter ja noch nicht einmal angekommen sein.

Auch bei einer Mängelmeldung kann es später von zentraler Bedeutung werden, ob der Mieter diese nachher auch beweisen kann. Von daher sollte der Mieter immer eine Bestätigung des Vermieters über die gemeldeten Probleme fordern. Sollte diese ausbleiben, ist ein Einwurfeinschreiben (freundlich formuliert aber mit klarer Problembeschreibung) sinnvoll. Und das ist ganz unabhängig davon, was am Telefon vielleicht besprochen wurde und was später nicht mehr beweisbar ist.

Zu guter Letzt fehlt mir noch ein wichtiger Hinweis. Bevor überhaupt mit dem Vermieter gesprochen wird, sollte sich der Mieter informieren, wo er rechtlich überhaupt steht. Das heisst er sollte den Mietvertrag durchforsten, eventuell die Gültigkeit der darin enthaltenen Klauseln prüfen und google bemühen. Absolute Gewissheit wird der Mieter dadurch fast nie bekommen. Er kann dann aber besser abschätzen, ob er auf das Entgegenkommen des Vermieters angewiesen ist oder ob es eine Möglichkeit gibt, sein Anliegen mit rechtlichen Mitteln durchzusetzen.


2x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
kathi2008
Status:
Bachelor
(3214 Beiträge, 995x hilfreich)

Zitat:
Bevor überhaupt mit dem Vermieter gesprochen wird, sollte sich der Mieter informieren, wo er rechtlich überhaupt steht.

Das hat mir auch gefehlt. Leider kommt es vor, so meine Erfahrung, dass Mieter mit völlig abstrusen Forderungen, Anschuldigungen etc. ankommen, ohne sich vorher informiert zu haben, ob sie sich im Recht befinden, oder wenigstens im Recht befinden könnten, und das ist dann oft der Anfang vom Ende eines guten Mietverhältnisses.
Ich hatte mal in einem Kündigungsschreiben eines Mieters, das mit normaler Post verschickt wurde, folgenden Satz:
Die Bestätigung über den Erhalt meines Kündigungsschreibens erwarte ich bis spätestens XX.XX.XXXX
Sowas ist eine Frechheit, und da wird sich auch der netteste Vermieter überlegen, ob er so jemand nicht ins offene Messer rennen lässt.

Und noch drei Dinge:

1. "Aug in Aug streitet es sich in der Regel weniger emotional"

Das halte ich für ein Gerücht. Emotionaler wird man meist im Gespräch

2. "Der Vollständigkeit halber: es gibt Wohnungen/ Häuser welche direkt durch den Vermieter betreut werden. D.h. er ist in regelmäßigen Abständen vor Ort.
Nutzen Sie diese Gelegenheit, gemeinsam mit einem Freund oder Nachbarn noch einmal das persönliche Gespräch zu suchen."

Ganz schlecht, denn wenn der Vermieter ins Haus kommt, dann tut er das idR, weil er dort etwas zu tun hat. Von einem Mieter plötzlich "überfallen" zu werden, und dann auch noch gleich mit einem Zeugen (den der Vermieter natürlich nicht dabei hat, da er mit einem Gespräch nicht gerechnet hat), ist nicht wirklich diplomatisch.
Natürlich darf man den Vermieter ansprechen, ob er Zeit für ein Gespräch hat, aber das mit dem Zeugen würde ich sein lassen.

3. "Für den ersten Kontakt mit dem Vermieter eignet sich am besten das Telefon."

Würde ich nicht so pauschal sagen. Es kommt auf den Anlass und den Vermieter an.
Heizungsausfall im Winter, verstopfte Toiletten etc. sind "Notfälle" bei denen man immer zum Telefon greifen sollte. Für die meisten anderen Fälle halte ich heutzutage Mails für das bessere Medium. Damit lässt man dem Vermieter Zeit nachzudenken, und zu dem Zeitpunkt zu reagieren zu dem er Zeit hat.



0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3432 Beiträge, 1926x hilfreich)

Zitat (von kathi2008):
Ich hatte mal in einem Kündigungsschreiben eines Mieters, das mit normaler Post verschickt wurde, folgenden Satz:
Die Bestätigung über den Erhalt meines Kündigungsschreibens erwarte ich bis spätestens XX.XX.XXXX

So kam das bis vor kurzem aus dem Kündigungsgenerator von immoscout - zwischenzeitlich wurde das etwas geändert, ist aber immer noch daneben - jetzt wird die "Bestätigung Ihrer Zustimmung zur Kündigung" erbeten ;-)

Kathi's 3 Punkten stimme ich zu
1) Einen Punkt mal kurz "Aug in Aug" ansprechen = kein Problem; aber nicht mehr - besser schlucken und mindestens einmal drüber schlafen bevor man sich böse Worte an den Kopf wirft, die man später vielleicht bereut.
3) Ich halte in heutiger Zeit > in Notfällen Telefon/AB/Mailbox > im Normalfall Email für die besten Kommunikationsmittel bevor man vielleicht gezwungenermaßen dann zu förmlicherem Schriftverkehr übergehen muss

Und natürlich sollte man bevor man fordernd wird sich darüber informieren ob die vermeintlichen Rechte auch tatsächlich bestehen (wobei ein anwaltlicher Rat aber auch nur dann zutreffend sein kann, wenn man den Sachverhalt vollständig und wahrheitsgemäß schildert). Jedoch nicht gleich dem Anwalt "das Schwert in die Hand drücken", weil dann i.d.R. alles in eine gerichtliche Entscheidung mündet - die einzig sicheren Gewinner vor Gericht sind immer die Anwälte.
Ich finde es auch besser sich und dem "Gegner" die Möglichkeit zur Einsicht/Einigung nicht vorschnell zu verbauen.

So eine "Anleitung zum richtigen Streiten" finde ich schon gut - der "Vermieterpranger" der dahintersteckt dürfte allerdings ebenso eine Sache für den Datenschutzbeauftragten werden, wie etliche "Mieterpranger" es schon geworden sind.

Signatur:

Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Ver
Status:
Master
(4314 Beiträge, 2264x hilfreich)

Zitat (von Lolle):
Und natürlich sollte man bevor man fordernd wird sich darüber informieren ob die vermeintlichen Rechte auch tatsächlich bestehen (wobei ein anwaltlicher Rat aber auch nur dann zutreffend sein kann, wenn man den Sachverhalt vollständig und wahrheitsgemäß schildert).


Sehr richtig.

Zitat (von Lolle):
Jedoch nicht gleich dem Anwalt "das Schwert in die Hand drücken", weil dann i.d.R. alles in eine gerichtliche Entscheidung mündet - die einzig sicheren Gewinner vor Gericht sind immer die Anwälte.


Na, ist doch einfach, dem Anwalt die Kommunikation zu überlassen. Bloß, dass der garantiert auf Konfrontation raus ist, denn damit verdient er einfach sein Geld.

Zitat (von Lolle):
Ich finde es auch besser sich und dem "Gegner" die Möglichkeit zur Einsicht/Einigung nicht vorschnell zu verbauen.


Richtig. Sobald man mit dem Anwalt droht, ist der Ofen aus, dann kommt halt die kostenflichtige Belehrung durch den Richter.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
kathi2008
Status:
Bachelor
(3214 Beiträge, 995x hilfreich)

Zitat:
So kam das bis vor kurzem aus dem Kündigungsgenerator von immoscout - zwischenzeitlich wurde das etwas geändert, ist aber immer noch daneben - jetzt wird die "Bestätigung Ihrer Zustimmung zur Kündigung" erbeten ;-)

Erbitten darf man schon, aber da man kein Recht darauf hat, gehört da mindestens ein frankierter, und adressierter Rückumschlag dazu, besser noch zusätzlich eine vorformulierte Bestätigung, die man nur noch unterschreiben muss.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3432 Beiträge, 1926x hilfreich)

Naja, Grundregeln zum Umgang mit einem Vertragspartner sind nicht jedem bekannt und erklärt werden die dort auch nicht :kotz:
Die Mieterin hat dann gleich das Gewehr angelegt - ich zitiere mal aus der "Erinnerung" zur Übersendung der Kündigungsbestätigung
".... sofern Sie mir die Kündigung nicht bis spätestens ... bestätigen, werde ich rechtlichen Beistand in dieser Sache in Anspruch nehmen"

Signatur:

Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Ver
Status:
Master
(4314 Beiträge, 2264x hilfreich)

Zitat (von Lolle):
Die Mieterin hat dann gleich das Gewehr angelegt - ich zitiere mal aus der "Erinnerung" zur Übersendung der Kündigungsbestätigung
".... sofern Sie mir die Kündigung nicht bis spätestens ... bestätigen, werde ich rechtlichen Beistand in dieser Sache in Anspruch nehmen"


Das wird dann nur noch gesteigert, wenn der Mieter dafür die Kosten des RA vom Vermieter fordert ;-). Oder der Anwalt tatsächlich die Kostennote beilegt.

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