Rücktritt Mietvertrag wegen Mängel

22. Oktober 2008 Thema abonnieren
 Von 
bru-slow
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Rücktritt Mietvertrag wegen Mängel

Hallo,

folgende Sachlage:

Eine verwahrloste Wohnung, die zwangsgeräumt wurde, steht zur Vermietung und wird über ein Maklerbüro angeboten. In der Wohnung wurden vorher Katzen gehalten.

Es folgte nach bekundetem Interesse eine Besichtigung. Der erste Eindruck: es roch nach Urin und Kot. Der Teppichboden hatte dementsprechend große Flecken. Teile der Tapete sind herunter gerissen und die Farbgebung in einigen Zimmern macht ein deckendes Überstreichen unmöglich.

Das Maklerbüro beteuerte die Unannehmlichkeit die Wohnung in diesem Zustand zeigen zu müssen, es wurde aber versichert, dass „alles gemacht wird“. Neue Tapete, der Teppichboden werde gegen Laminat ersetzt.

Es wurde die Vereinbarung getroffen, dass die erste Monatsmiete entfällt, insofern der neue Mieter die Wohnung selbst vorrichtet – so ist es schriftlich festgehalten. Der Begriff „Vorrichten“ wurde mündlich als Streichen definiert.

Zwei Wochen nach der Besichtigung wurde von den neuen Mietern der Vertrag unterschrieben.

In dem Vertrag steht zum einem das oben genannte bezüglich der ersten Monatsmiete. Ebenso steht: „die Wohnung wird saniert übergeben“.

Drei Wochen nach der Besichtigung wurde ein Termin zum Ausmessen der Wohnung vereinbart. Bei diesem Termin zeigte sich jedoch, dass noch keinerlei Arbeiten erkennbar waren – die Wohnung war im gleichen Zustand, wie zur Besichtigung.

Daraufhin wurde der Makler angesprochen und dabei stellte sich heraus, dass seitens des Eigentümers nur eine Erneuerung des Bodenbelages angedacht ist. Von einer Erneuerung der Tapete wäre nie die Rede gewesen. Von diesen Worten entsetzt, sprachen die Interessenten weitere Mängel an. Diese Mängel wurden seitens der Interessenten zum Teil schon zur Besichtigung erkannt aber nicht weitre angesprochen, da die Wohnung nach mündlicher Aussage „in Ordnung gebracht“ und nach dem Mietvertrag „saniert übergeben“ wird.

Die „wichtigsten“ Mängel: aufgequollene Türrahmen, da das Holz Urin aufgesogen hat. Zerkratze Türrahmen, die dadurch Teils Splitter aufweisen. Schmutz auf Fließen, der bereits in die Fugen eingezogen und nicht definierbar ist. Des Weiteren haben einige der Fließen Sprünge und Risse. Einige Türklinken funktionieren nicht – der Federmechanismus ist defekt, so dass sie, einmal nach unten gedrückt, sich nicht mehr nach oben bewegen.

All diese Mängel – inklusive der unbrauchbaren Tapete – werden nach Aussage des Maklerbüros nicht vom Eigentümer behoben.

Die Frage ist nun, ob diese Verweigerung überhaupt rechtens ist bzw. welche Meinung dazu vorherrschen, ob ein Rücktritt möglich ist oder ob auf den Mietvertrag und die Vereinbarung bestanden werden kann und die Mängel beseitigt werden müssen – in jedem Fall ist die Situation äußerst schwammig. Die Interessenten haben sich letztlich darauf verlassen, dass die Wohnung auch – entsprechend dem Begriff – bewohnbar sein wird. Jedoch ist es mehr als fragwürdig, Kinder an Türrahmen lang krabbeln zu lassen, die mit Katzenurin vollgesogen sind.

Wichtig ist evtl. auch, dass der Beginn des Wohnverhältnisses erst in naher Zukunft sein wird und die derzeitige Wohnung bereits gekündigt ist und der Auszug ebenfalls bald erfolgen muss – die Übergangszeit ist zumindest knapp.


-- Editiert von bru-slow am 22.10.2008 18:17

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1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
kathi2008
Status:
Bachelor
(3218 Beiträge, 1005x hilfreich)

Leider ist das wirklich ein bisschen schwammig formuliert. Würde mich da mal kurz vom RA beraten lassen.
Allerdings steht ja im Vertrag drin, dass die Wohnung saniert übergeben wird. Was für mich Dinge wie die verquollenen Türen, die Türklinken und die Risse in den Fliesen, sowie den Dreck dazwischen auf jeden Fall mit einschliessen würde.
Auf jeden Fall bedeutet "saniert übergeben" weit mehr als nur Boden neu. Und das habt ihr schriftlich.

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