Schimmel, Wohnung, ************

29. Januar 2015 Thema abonnieren
 Von 
hanuga
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Schimmel, Wohnung, ************

Hallo Leidensgenossen,
in meiner Wohnung in ************ habe ich seit 3 Jahren Schimmel. Nachdem ich dies meinem Vermieter, einem ************, bereits im 1.Jahr direkt angezeigt hatte, bekam ich nach seiner Besichtigung der Sache kurze Zeit später eine Belehrung per Post, wie ich richtig zu lüften hätte. Das ist bekannter weise die erste Reaktion vieler Vermieter. Wir stellten fest, dass, wenn die Temperatur in den betroffenen Zimmer höher ist, die Feuchtigkeit sinkt. So wird es auch in der Fachliteratur beschrieben. Natürlich sollte man auch täglich 2 mal für ca. 5 Minuten Stoßlüften. Das heißt: alle Fenster auf. Ist ja normal. Wir konnten im Zimmer der Tochter, wo der meiste Schimmel war, mit normalem Heizen nur 17 Grad erreichen. So beschwerten wir uns, auch wieder schriftlich, weil der Herr ************ seine Telefonnummer nicht preis gibt, über die zu niedrigen Zimmertemperaturen. Wir erfuhren durch einen Heizungsinstallateur, dass die Einstellungen der Heizung, jedem logischen Denken widersprächen, er aber nach jeder Wartung wieder die Heizkurve des Vermieters einstellen müsse. Die Vorlauftemperatur wurde erhöht und die Temperaturen wurden besser. Der Schimmel blieb...also sind die Wände naß. Es ist ein Altbau von 1880 mit 40 cm dicken Wänden. Auch nach Injektionen ins Mauerwerk der darunter liegenden Keller, wurde der Schimmel nicht besser. Nach Mietminderungen in den feuchten und kalten Monaten in den letzten 2 Jahren, legte uns der Vermieter nahe, doch auszuziehen, wenn uns die Wohnung nicht gefallen würde. Ihm ist es egal, mit welchen Anstrengungen und Kosten so ein Umzug verbunden ist. Gibt es da draußen noch mehr Mieter dieses ************, denen es ähnlich ergeht? Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen freuen.
LG

-----------------
""

-- Editiert von Moderator am 29.01.2015 18:51

Fragen zur Miete?

Fragen zur Miete?

Ein erfahrener Anwalt im Mietrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Mietrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
gudrun1970
Status:
Beginner
(102 Beiträge, 232x hilfreich)

Die schriftliche Übersendung von "Lüftungsanleitungen" und entsprechende Belehrungen sind regelmäßiges Repertoire der Vermieter. Das lernen die offensichtlich regelmäßig bei Volkshochschulkursen.

Als wenn der Mieter per se zu doof wäre, regelmäßig ein Fenster aufzumachen. Schlussendlich kannst du dem Vermieter nicht beweisen, dass du regelmäßig lüftest - umgekehrt kann er dir nicht beweisen, dass du eben nicht lüftest. Es werden Gutachter bestellt und der Stellungskrieg beginnt seinen Lauf...

Wenn du ums Verrecken unbedingt in der Wohnung bleiben willst, würde ich konsequent die Miete mindern. Dann wäre theoretisch der Vermieter am Zug.

Wäre ein Umzug/Auszug denn keine Option? Meiner Erfahrung nach ist Schimmel in einer Mietwohnung ähnlich müßig wie Mobbing am Arbeitsplatz.

Hau' in Sack und mach Neu - alles andere kostet nur Lebensenergie zum Wohle fremder Leute. Und du bist ja nicht die Heilsarmee. Dein Vermieter wird sicherlich neue Mieter finden, und sei es noch so eine Schrottimmobilie.



-----------------
""

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118349 Beiträge, 39555x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Die schriftliche Übersendung von "Lüftungsanleitungen" und entsprechende Belehrungen sind regelmäßiges Repertoire der Vermieter. <hr size=1 noshade>

Naja, solange es Mieter gibt die unter "regelmäßig lüften" 8h auf kipp verstehen oder jeden Sonntag für 10 Minuten ...



Die Aussage des Handwerkers sollte man sich sichern, denn die beweist das der Vermieter das Problem durch die unsinnige Einstellung das Problem selbst verursacht.

Wurden eventuell auch noch die Fenster gegen neuere ausgetauscht die zu dicht sind? Dann hat man noch eine Fehlerquelle.





-----------------
"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3431 Beiträge, 1946x hilfreich)

quote:
Als wenn der Mieter per se zu doof wäre, regelmäßig ein Fenster aufzumachen.

Leider ist das aber viel zu oft die Realität - vielleicht "zu doof", vielleicht auch nur unwillig, weil durch solch kontraproduktives Gehetze, eine kostenlose Lüftungsanleitung des Vermieters nicht ernst genommen wird und erst ein Sachverständigen-Gutachten her muss. Das ist dann besonders für den zuvor unbelehrbaren Mieter bitter!

Messgeräte/Datenlogger können sehr wohl das Heiz-/Lüftungsverhalten nachweisen. Andererseits zeigt oft schon eine total zugestellte Fensterbank samt der darauf befindlichen Staubschicht, dass hier wochenlang kein Fenster geöffnet wurde.

HIER schaut es aber nach der Schilderung völlig anders aus.
Bei Gebäuden aus dem vorletzten Jahrhunderts ist i.d.R. keine Horizontalsperre, Abdichtung des Kellermauerwerks vorhanden.
Oft wurde auch noch der Sockelbereich, über den die Feuchte nach außen wegkönnte, von außen dampfdicht verblendet/beschichtet. Dann bleibt der Feuchte nur, nach oben weiter zu steigen ...
http://www.bastelitis.de/feuchte-wande/
http://www.cwaller.de/deutsch.htm?teil5_4_gebaeudeklima.htm~information

Die Schilderung deutet sehr auf bauliche Mängel hin.
Dann noch die unzureichende Heizmöglichkeit!
http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/a1/altbauwhg.php

Wenn der Vermieter trotz Mietminderung untätig bleibt, könnte der Mieter auch ein "selbständiges Beweisverfahren" einleiten, damit das Gutachten auch gerichtlich verwertbar ist > so er denn versuchen möchte Mängelbeseitigungsansprüche gerichtlich durchzusetzen.

Allerdings sollte man auch keine Wunder erwarten. Bei alter/schlechter Bausubstanz kann Abriss und Neubau durchaus die wirtschaftlichere Lösung sein als nachträglich die Grundmauern trocken zu legen.
Unter Umständen steht auch die "Opfergrenze des Vermieters" dem Mängelbeseitigungsanspruch des Mieters entgegen.
http://www.juraforum.de/mietrecht/maengelbeseitigungsanspruch-des-mieters-opfergrenze-des-vermieters-ueberschritten-317677

quote:
Wurden eventuell auch noch die Fenster gegen neuere ausgetauscht die zu dicht sind?

zu dicht gibt es eigentlich nicht - neue Fenster müssen dicht sein (Einbau nach ENeV/Stand der Technik)
Leider wird das immer wieder falsch kommuniziert - z.B. auch hier (falsche Schlagzeile - korrekter Text)
http://www.sz-online.de/nachrichten/zu-dichte-fenster-verursachen-schimmel-862065.html
Zu Feuchte/Schimmel an den Wänden kommt es, wenn der U-Wert der neuen Fenster/-Verglasung besser ist als der U-Wert der alten/ungedämmten Außenwände ... weil die Feuchtigkeit aus der Raumluft immer an den kältesten Teilen der Gebäudehülle kondensiert. Hier ist es nochmal schön beschrieben:
kurz
http://www.biomess.eu/index.php?id=luftungsanleitung
lang
http://wdvs.enbausa.de/blog/gedaemmte-waende-koennen-nicht-schimmeln.html

-----------------
"Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen D Hildebrandt"

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118349 Beiträge, 39555x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>zu dicht gibt es eigentlich nicht - neue Fenster müssen dicht sein <hr size=1 noshade>

Ich meinet auch eher zu dicht für die vorhandene Bausubstanz.

Bei uns muste mit den neuen Fenstern im Altbau auch "Zwangslüftungen" eingebaut werden, eben wegen der Schimmelgefahr.





-----------------
"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
distance
Status:
Beginner
(135 Beiträge, 10x hilfreich)

Hallo,

wir haben auch das Schimmelproblem. Die Wände, Fenster und Decken in fast ALLEN Räumen sind übersät von grünem und schwarzen Schimmel. Wir wohnen aber erst seit Juli 2014 in dieser Wohnung und nach 3 Monaten fing es an, also in den feuchten Herbstmonaten.
Der Vermieter hat nun eine Langzeitmessung, der ich nicht so recht glauben schenke, durchführen lassen, die Temperaturen liegen zwischen 10 und 20 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 65 und 90%. Er unterstellt uns nur einmal täglich zu lüften, was abernicht stimmt wir lüften mindestens 3x/Tag und die Heizungen laufen Tag und Nacht auf Stufe 3, der Vermieter schaltet Nachts die Heizungen aus und morgens ist es wie im Eisfach dann. Unsere Wohnung ist eine Dachgeschoss Wohnung und ist ständig kalt. Da kann man heizen wie verrückt. Wir ziehen bald aus und bleiben auf den Renovierungskosten von fast 10000,- sitzen.

LG

-----------------
""

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Gredo
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 45x hilfreich)

Wie ist die Wohnung im Haus denn gelegen? I. d. R. sind die Wohnungen, die sich an der Außenwand des Hauses befinden, an den entsprechenden Wänden auch vom Schimmel befallen. Das kann insbesondere bei so alten Gebäuden von Bedeutung sein, da könnt ihr lüften wie ihr wollt, das wird nicht viel retten können. Bei einer Wohnungsbesichtigung hatte die Vermieterin einfach eine Schrankwand an die "kalte Wand" gestellt, die dürfe dann nicht bewegt werden. Dahinter hatte sich natürlich schon der Schimmel gebildet.

Viele Grüße

-----------------
""

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3431 Beiträge, 1946x hilfreich)

quote:
Der Vermieter hat nun eine Langzeitmessung, der ich nicht so recht glauben schenke, durchführen lassen, die Temperaturen liegen zwischen 10 und 20 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 65 und 90%.


Wenn da ein Fachmann mit geeigneten Geräten gemessen hat, dann kann zeigt eine Langzeitmessung anhand des Verlaufs von Raumtemperatur und relativer Luftfeuchte sehr genau ob/wann/wie gelüftet wurde.

Wenn die Messung keine Unterschiede aufzeigt, dann wird entweder nicht richtig geheizt/gelüftet oder die Bude ist so undicht/die Wände so durchfeuchtet, dass richtiges Heizen/Lüften nichts bringt - das wäre allerdings wirklich ein besonderer Ausnahmefall. Aber auch dem lässt sich auf die Spur kommen > unterschiedliche Bauteiltemperaturen/Gebäudehülle.
Für eine wirklich aussagekräftige Langzeitmessung wäre aber zunächst einmal vom Vermieter zu gewährleisten, dass die Wohnung auf normale Wohntemperaturen gebracht werden kann.
http://www.bmgev.de/mietrecht/tipps-a-z/artikel/heizpflicht-des-vermieters.html

Egal wie: der Vermieter müsste durch sein Gutachten nachweisen, dass keine baulichen Mängel vorliegen.
Was besagt das Gutachten darüber?
Erst dann wäre es am Mieter nachzuweisen, dass er richtig heizt+lüftet.
http://www.advocard.de/streitlotse/mieten-und-wohnen/schimmel-in-der-wohnung-wer-ist-in-der-beweispflicht/
http://www.bmgev.de/mietrecht/tipps-a-z/artikel/schimmel.html

M.E. wäre der Vermieter also aufzufordern
1) ordnungsgemäße Beheizung zu ermöglichen (tags mind. 20°, nachts mind. 16° - tags=6-24Uhr)
2) nachzuweisen, dass nicht bauliche Mängel zu dem Feuchte-/Schimmelproblem führen
Dann könnte man weitersehen.

Noch am Rande:
quote:
da könnt ihr lüften wie ihr wollt

Es geht nicht darum möglichst viel, sondern richtig zu lüften (= kurz/Stosslüften - ohne Bauteil-Auskühlung) - d.h. möglich ist richtiges Lüften nur, wenn zunächst mal normale Raumtemperaturen herrschen.

-----------------
"Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen D Hildebrandt"

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Anjuli123
Status:
Bachelor
(3594 Beiträge, 1463x hilfreich)

quote:
Wir konnten im Zimmer der Tochter, wo der meiste Schimmel war, mit normalem Heizen nur 17 Grad erreichen.


Was verstehen Sie unter "normalem Heizen"?

-----------------
""

1x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 264.284 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
106.954 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen