Schimmel - Vermieter will Sanierung - Verjährung?

21. Januar 2014 Thema abonnieren
 Von 
OlliK88
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Schimmel - Vermieter will Sanierung - Verjährung?

Guten Abend,

ich hoffe mir kann jemand einen rechtlichen Ratschlag zu folgendem Sachverhalt geben:

- Einzug in eine Kellerwohnung im September 2012, die Wohnung war augenscheinlich "schimmelfrei".

- Auszug März 2013, die Wohnung weißt Schimmel an einer Wandfläche in der Küche auf. Der Vermieter besteht auf eine Sanierung des Schimmelbefalls. Die Schuldfrage ist nicht geklärt und ich unterschreibe ein Wohnungsübergabeprotokoll in welchem der Schimmel festgehalten wurde.

- Im Mai 2013 wird ein Sachverständiger angefordert, welcher den Schimmel begutachtet. Er gibt mir und dem Vermieter eine Teilschuld, d.h. manche Schimmelflecken sind durch "falsches Lüften" entstanden, andere wiederum durch einen "Baumangel", d.h. Wärme- bzw. Kältebrücken.

- Im Juni 2013 zieht ein neuer Mieter ein. Der Schimmel ist nicht saniert wurden und der neue Mieter will mit der Sanierung warten, bis seine neue Küche geliefert wird. Monate vergehen ...

Nun haben wir Januar 2014 und der Ex-Vermieter besteht nun wieder auf eine Sanierung des Schimmelschadens meinerseits, denn die Küche des neuen Mieters wurde nun geliefert und soll eingebaut werden.

Wie ist die rechtliche Lage? Ist der Anspruch des Vermieters auf eine Schimmelbeseitigung bzw. "Renovierung" verjährt? Wer kann mir eindeutige Auskunft darüber geben? An wen kann ich mich in diesem Fall wenden bzw. wie kann ich weiter vorgehen?

Über eine Antwort würde ich mich wirklich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen :)

-----------------
""

Fragen zur Miete?

Fragen zur Miete?

Ein erfahrener Anwalt im Mietrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Mietrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Michael32
Status:
Schlichter
(7357 Beiträge, 1615x hilfreich)

Wie muss man sich denn die Kellerwohnung vorstellen ?
Konnte man da überhaupt "richtig" lüften ?

Wie will man denn das Aufteilen, wenn Baumängel mit falschem Lüften zusammenkommt ? Vermieter macht die baulich bedingten Flecken weg, Mieter die wg. falschen Lüften entstandenen ??

Was bedeutet hier in diesem Fall "Sanieren" ??
Reicht nicht ein Entfernen des Schimmels ?


-----------------
" "

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Pachlus
Status:
Lehrling
(1930 Beiträge, 405x hilfreich)

In §548 BGB ist geregelt, welche Sachen wann verjährt sind. Schau Dir das an und schreib das Deinem Vermieter.
:banana:

-----------------
""

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Koenig Arthur
Status:
Praktikant
(633 Beiträge, 212x hilfreich)


Kellerwohnung: Viel Spass beim Lueften wenn ein Hund vors Fenster scheixxt ... ... .

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
OlliK88
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Mir geht es, wie Pachlus schon angesprochen hat, darum ob ein "Schimmelschaden" unter den §548 BGB fällt?

Die 6 Monate sind schon lange vergangen und ich möchte sichergehen ob ich meinem Ex-Vermieter schriftlich mitteilen kann, dass sein Ersatzanspruch verjährt ist mit Verweis auf den o.g. Paragraphen.




-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
guest-12320.09.2014 20:57:52
Status:
Bachelor
(3393 Beiträge, 2073x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Mir geht es, wie Pachlus schon angesprochen hat, darum ob ein "Schimmelschaden" unter den §548 BGB fällt? <hr size=1 noshade>



Ganz klar und eindeutig Ja. Das erfasst alle denkbaren Anspruchsgrundlagen.

Der Vermieter ist aber nicht daran gehindert, das mit der Kaution zu verrechnen, wenn es eine gibt, siehe § 215 BGB , das wäre trotz der Verjährung möglich.

Ob die Aufrechnung wirksam ist, hinge dann davon ab, ob der Schadenserstzanspruch rechtlich besteht, daß Mieterverschulden vor liegt.

-----------------
""

-- Editiert asap am 22.01.2014 14:08

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
xxsirodxx
Status:
Student
(2281 Beiträge, 1339x hilfreich)

Der Vermieter ist aber nicht daran gehindert, das mit der Kaution zu verrechnen, wenn es eine gibt, siehe § 215 BGB , das wäre trotz der Verjährung möglich.

Meine Erachtens nicht.
Ansprüche wegen Schönheitsreparaturen u.s.w. verjähren nach 6 Monaten, die Rückzahlung der Kaution nach 3 Jahren.
Eine verjährte Forderung besteht nicht mehr, und kann
deshalb auch nicht aufgerechnet werden.

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
guest-12320.09.2014 20:57:52
Status:
Bachelor
(3393 Beiträge, 2073x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Eine verjährte Forderung besteht nicht mehr, und kann
deshalb auch nicht aufgerechnet werden.
<hr size=1 noshade>



Das ist falsch, § 215 BGB :

Die Verjährung schließt die Aufrechnung ... nicht aus , wenn der Anspruch in dem Zeitpunkt noch nicht verjährt war, in dem erstmals aufgerechnet ... werden konnte.



-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
OlliK88
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Eine Kaution wurde glücklicherweise nicht gezahlt, deswegen kann auch nichts einbehalten werden!

Danke für die Antworten! Also kann ich zumindest schonmal sichergehen, dass nach §548 BGB kein Ersatzanspruch für den "Schaden" erhoben werden kann!

Gibt es eine Möglichkeit für den Vermieter die Verjährung von 6 Monaten aufzuheben? Schließlich habe ich das Wohnungsübergabeprotokoll unterschrieben in welchem der Schimmel festgehalten wurde. Zudem habe ich MÜNDLICH zugesichert, den Schimmel entfernen zu lassen!aber das sind alles keine Beweise oder? Sprich, nichts was die Verjährung anhalten würde?

Vom Vermieter wurde eine Frist gesetzt den Schimmel zu entfernen, dies erfolgte schriftlich im Oktober als der Schaden schon verjährt war, also dürfte das auch nicht zählen?!

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
guest-12320.09.2014 20:57:52
Status:
Bachelor
(3393 Beiträge, 2073x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade> Zudem habe ich MÜNDLICH zugesichert, den Schimmel entfernen zu lassen!aber das sind alles keine Beweise oder? Sprich, nichts was die Verjährung anhalten würde? <hr size=1 noshade>



Wann war das?

Das ist ein formlos mögliches/gültiges Anerkenntnis i.S. des § 212 BGB :

Die Verjährung beginnt erneut , wenn

1. der Schuldner dem Gläubiger gegenüber den Anspruch durch Abschlagszahlung, Zinszahlung, Sicherheitsleistung oder in anderer Weise anerkennt ...


Sind die 6 Monate seit dieser Zusicherung abgelaufen, wäre die Verjährung eingetreten. Hemmen kann sie eine "private" Mahnung nicht, das könnte nur ein gerichtlicher Mahnbescheid vor Ablauf.

Die Verjährung ist aber eine Einrede, der Anspruch löst sich nicht einfach auf, "Nach Eintritt der Verjährung ist der Schuldner berechtigt, die Leistung zu verweigern."

Man muss sich also ausdücklich auf die Verjährung berufen.



-----------------
""

-- Editiert asap am 22.01.2014 18:48

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
OlliK88
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Naja der Ex-Vermieter und ich waren ca. alle 2 Monate in telefonichem Kontakt und er hat immer gefragt "wann es denn gemacht wird ...?" und ich habe ihm immer gesagt, dass es in Absprache mit dem neuen Mieter gemacht wird, wenn seine neue Küche eingebaut wird.

Die Küche ist allerdings erst im Januar 2014 gekommen, also 10 Monate nach der Wohnungsübergabe und jetzt verlangt er, dass der Schimmel beseitigt wird. Ich wollte den Schimmel zunächst selbst entfernen aber der neue Mieter hat plötzlich "keine Zeit" gehabt mich das machen zu lassen. Stattdessen fordert der Vermieter jetzt, dass es jetzt von einer professionellen Firma entfernt werden soll.

Alles etwas undurchsichtig - ich weiß.

Wird dadurch die Verjährung gestoppt? Ich muss schließlich sicher gehen, dass ich rechtlich abgesichert bin bevor ich dem Vermieter ein Schreiben mit verweiß auf die Verjährung zukommen lasse.

Danke im Voraus!

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
guest-12320.09.2014 20:57:52
Status:
Bachelor
(3393 Beiträge, 2073x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Naja der Ex-Vermieter und ich waren ca. alle 2 Monate in telefonichem Kontakt und er hat immer gefragt "wann es denn gemacht wird ...?" und ich habe ihm immer gesagt, dass es in Absprache mit dem neuen Mieter gemacht wird, wenn seine neue Küche eingebaut wird. <hr size=1 noshade>



Dann kommt neben dem o.g. § 212 BGB auch noch der § 203 in Betracht:

Schweben zwischen dem Schuldner und dem Gläubiger Verhandlungen über den Anspruch oder die den Anspruch begründenden Umstände, so ist die Verjährung gehemmt, bis der eine oder der andere Teil die Fortsetzung der Verhandlungen verweigert. Die Verjährung tritt frühestens drei Monate nach dem Ende der Hemmung ein.

Schwer das einzuschätzen, wenn da regelmässig telefoniert wurde. Der Vermieter musste bei der Sachlage aber wohl nicht damit rechnen, daß du dich auf die Verjährung berufst. Er hätte ja sonst klagen müssen, um sie zu hemmen, das wäre dir wahrscheinlich auch nicht recht gewesen.

Da hätte ich dann kein gutes Gefühl.

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
OlliK88
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

hmmmm ja schwierig ...

ich meine wenn er nicht damit gerechnet hätte, dass ich den Schaden evtl nicht reguliere hätte er ja nicht ein Schreiben geschickt mit einer Frist bis wann es gemacht werden sollte/muss oder?

Was könnte schlimmstenfalls auf mich zukommen wenn ich mich jetzt einfach auf die Verjährung berufe?

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
guest-12320.09.2014 20:57:52
Status:
Bachelor
(3393 Beiträge, 2073x hilfreich)

quote:
Was könnte schlimmstenfalls auf mich zukommen wenn ich mich jetzt einfach auf die Verjährung berufe?



Er lässt den Schaden reparieren, stellt ihn dir in Rechnung und verklagt dich. Du berufst dich auf die Verjährung.

Dann landet der ganze Kuddelmuddel auf einem Richtertisch. Der wird sich dann auch mit Hemmung, Neubeginn der Verjährung beschäftigen. Dann kann man natürlich noch einen Gutachter einschalten, der die Frage beantworten soll, wer überhaupt für den Schimmel verantwortlich ist. Das führt Alles zu einem hohen Kostenrisiko.

Zu Beginn wird wahrscheinlich vom Richter eine vergleichsweise Einigung vorgeschlagen, 50:50 (?). Das führt dann meistens dazu, daß sich die ganze Sache nicht gelohnt hat, da man 1/2 der Gerichtskosten tragen muss und die eigenen Anwaltskosten.



-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Pachlus
Status:
Lehrling
(1930 Beiträge, 405x hilfreich)

quote:
Schließlich habe ich das Wohnungsübergabeprotokoll unterschrieben in welchem der Schimmel festgehalten wurde.

Das ist eine Anerkennung, dass Schimmel vorhanden war. mehr nicht. Selbst wenn Du es ihm schriftlich gegeben hättest, wäre es verjährt. Es sei denn, Du hättest gleichzeitig auf Einrede der Verjährung verzichtet.

Kannst ja hier noch eine Anwaltsauskunft einholen, wenn Du Dir nicht sicher bist. Oben, im grünen Band, Frag-einen-Anwalt antippen.

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3431 Beiträge, 1946x hilfreich)

Sehe ich auch so: eine Unterschrift unter einem Zustandsprotokoll sagt ja noch nichts darüber aus, wer für die Beseitigung aufkommt.

Andererseits sehe ich da aber noch eine andere "Gefahr": wenn ich die Häppchen richtig verstanden habe, war da noch ein Dritter im Spiel - d.h. der Ex-Mieter war auch mit dem neuen Mietern im Gespräch wann und wie der Ex-Mieter den Schimmel beseitigen würde. Bevor ein gerichtlicher Entscheid riskiert wird, sollte man sich noch mal gut überlegen, was der neue Mieter wohl als Zeuge aussagen könnte.



-----------------
"Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen D Hildebrandt"

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 264.710 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.124 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen