Schlüssel verloren, bei Auszug kopierten Schlüssel

12. März 2014 Thema abonnieren
 Von 
Jens1968
Status:
Beginner
(71 Beiträge, 13x hilfreich)
Schlüssel verloren, bei Auszug kopierten Schlüssel

Hallo,
Mieter wohnt seit 20 Jahre in einer Mietwohnung, eines 6 Parteienhaus. In dem Mietvertrag wurde vermekt, dass er 3 Schlüssel erhalten hat. Diese Schlüssel sperren die Haustüre und die Wohnungstüre.
Dabei handelt es sich um gestempelte Sicherheitsschlüssel welche patentiert sind und nicht kopiert werden dürfen.
Das Patent ist aber vor ca.5 Jahren abgelauften und seit her können die Schlüssel bei jedem Schlüsselmacher kopiert werden.
Bei Auszug übergibt der Mieter dem Vermieter 3 kopierte Mistermint Schlüssel.
Ein Wohnungsübergabeprotokoll wurde nicht angefertigt.

Die original Schlüssel wurden vermutlich verloren.
Kann der Vermiter die Schließanlage tauschen lassen und dem Mieter von der Kaution abziehen?

Wenn der Mieter z.B. angiebt alle 3 Schlüssel sind ohne Adresse in einen Fluss gefallen und es kann daher kein Schaden entstehen. Muss der Vermieter das glauben und haftet der Vermieter dann nicht.

Oder könnte man unterstellen, dass hier sehrwohl ein Sicherheitsrisiko besteht, da gleich 3 Schlüssel verloren wurden und da es kein Einzelfall war dem Mieter schon ein Verschulden zu unterstellen ist.

In dem Mietvertrag ist nichts geregelt im Falle eines Schlüsselverlustes. Ist der Mieter somit automatisch fein raus?

quote:
Internet Artikel:
"Nicht jeder verlorene Schlüssel führt automatisch zu hohen Schadenersatzansprüchen des Vermieters. Voraussetzung ist ein Verschulden des Mieters am Schlüsselverlust und eine tatsächlich bestehende Missbrauchsgefahr. So muss ein Mieter in der Regel keinen Schadenersatz leisten, wenn ihm zum Beispiel die Tasche samt Schlüssel gestohlen wurde. Ihn trifft keine Schuld."




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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Chylla
Status:
Student
(2107 Beiträge, 624x hilfreich)

Hallo,

alle drei Schlüssel gingen verloren ?!?!!

Aber nicht alle drei auf einmal, denn sie konnten ja noch nachgemacht werden !

Das würde ich Ihnen nicht glauben. Und ich würde in eine solche Wohnung auch niemals einziehen, da ich genau weiss, da existieren noch Schlüssel, und ich weiss nicht beim wem.

Sie sollten mal versuchen sich in die Lage des Vermieters und Folgemieters rein zuversetzen.

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"Chylla"

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4127 Beiträge, 2367x hilfreich)

Da bei der Wohnungsübergabe das Patent nachweislich noch existierte, kann der Vermieter nachweisen, dass er damals keine Kopien ausgehändigt hat. Diese damals ausgehändigten Schlüssel hat der Mieter zurückzugeben.

Übrigens dürfte der Mieter gegen vertragliche Auflagen verstoßen haben, denn er darf mormalerweise gar keine Schlüssel ohne Mitwirken des Vermieters nachmachen lassen.

Wenn der Mieter jetzt erzählt, alle Schlüssel seien zeitgleich in den Fluss gefallen, dann muss er vielleicht mal darlegen, wie er danach an die Kopien gekommen ist. Wenn die Schlüssel zu verschiedenen Zeiten in den Fluss gefallen sind, hätte er bereits den ersten Schlüsselverlust dem Vermieter melden müssen. Aus dieser Überlegung heraus würde ich sagen: es ist es unglaubwürdig, dass die Schlüssel auf diese Art verloren gingen.

Davon unabhängig sind kopierte Schlüssel normalerweise von minderer Qualität (noch eine Kopie wird meistens gar nicht mehr möglich sein) und kein Ersatz fürs Original. Der Vermieter kann meiner Ansicht nach auf jeden Fall darauf bestehen, Originalschlüssel zu erhalten.
In Zweifelsfall, wenn keine Originalschlüssel mehr zu bekommen sind, hat das den Austausch der Schließanlage zur Folge - selbst wenn die Schlüssel sicher in den Fluss gefallen sind! Da die neue Schließanlage vermutlich höherwertiger wird (zum Beispiel eine Anlage, beid er die Schlüssel nicht mehr kopiert werden können) ist wohl ein Anteil der Kosten vom Vermieter zu tragen.

Wenn jetzt kein Übergabeprotokoll angefertigt wurde, ist allerdings die Frage, ob der Vermieter noch nachweisen kann, dass er nur Schlüsselkopien erhalten hat.

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Jens1968
Status:
Beginner
(71 Beiträge, 13x hilfreich)

Fragesteller ist hier der Vermieter, nicht der Mieter. Ich habe es nur allgemein formuliert.

Ich habe im Internet gelesen dass wenn der Schlüssel so verloren gegangen ist, dass dieser nicht mit der Wohnung in Verbindung gebracht werden kann oder unwiederruflich verloren ist (in den Fluss gefallen) dann muss der Mieter nicht haften.

Die original Schlüssel sind noch zu bekommen kosten pro Stück 25 EUR.
Mich würde aber interessieren, ob wir die Kosten einer neuen Schließanlage beim Mieter geltend machen können?

OK, da diese Schließanlage dann wieder durch ein Patent geschützt ist, hat der Vermieter einen Mehrwert und muss sich damit an den Kosten beteiligen. Welchen Anteil muss man hier ca ansetzen?

Das in dem Mietvertrag nicht aufgeführt ist, dass der Mieter bei Verlust des Schlüssels die Kosten der Schließanlage zu tragen hat, spielt hier keine Rolle?

Wohnungsübergabe erfolgte mit 3 Personen (Mieter, 2 Hauseigentümer)

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1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4127 Beiträge, 2367x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Das in dem Mietvertrag nicht aufgeführt ist, dass der Mieter bei Verlust des Schlüssels die Kosten der Schließanlage zu tragen hat, spielt hier keine Rolle? <hr size=1 noshade>
Nein, das ist ein ganz allgemeiner Schadenersatzanspruch.

Ich würde als Vermieter eine eidesstattliche Versicherung vom Mieter (auf Grundlage von §260 BGB ) verlangen, wie, wo und wann die Schlüssel abhanden gekommen sein sollen.
Wenn der Mieter sich auch nur in einem Fall nicht genau erinnert, ist das Risiko, dass die Schlüssel im Besitz eines Dritten sind, der die Zuordnung zur Wohnung kennt, sowieso gegeben und der Anspruch auf Schlossaustausch gerechtfertigt.
Wird der Mieter die eidesstattliche Versicherung leisten (die Kosten wäre es mit wert!) und es ist hinreichend sichergestellt, dass keine Zuordnung erfolgen kann - dann muss er nur drei Originalschlüssel bezahlen, das Haus ist weiterhin geschützt.

Zur eidesstattlichen Versicherung gehört eine Rechtsbelehrung über die Folgen des Meineides.
Man könnte dem Mieter ja gleich, ohne Anerkennung irgendeines Verschuldens von irgendeiner Seite, anbieten, bei der Schließanlage Halbe-Halbe zu machen - oder auch einen anderen Prozentsatz. Vielleicht traut der Vermieter sich den Einbau selbst zu, dann könnte man dem Mieter wohl die Materialkosten aufbürden wollen.

Letztendlich wäre das eine Einzelfallentscheidung.
Ich würde nur schon aufgrund der frechheit, einfach nachgemachte Schlüssel abzugeben, den Mieter nicht einfach damit durchlassen wollen.

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Jens1968
Status:
Beginner
(71 Beiträge, 13x hilfreich)

Schreiben an dem Mieter:

quote:
Bitte Informieren Sie uns bis zum 10.04.2014 schriftlich über den Verbleib der originalen Schlüssel und wann diese Schlüsselkopien angefertigt wurden. Falls sich noch Schlüssel in Ihrem Besitz befinden, so übersenden Sie uns diese mit einer versicherten Sendung.


Erstes Schreiben blieb unbeantwortet. Dann nochmal eine Nachfrist gesetzt und darauf hinegwiesen, dass wir die Kaution nicht auszahlen können bevor unsere Frageb zum verbleib der Schlüssel beantwortet sind.
Antwort vom Mieter:
quote:
Ich erkläre hiermit verbindlich, dass ich in keinem Besitz von einem Türschlüssel bin und dass ich keine Trüschlüssel für die Wohnung YX weitergegeben habe.
Die orinal Schlüssel waren im Laufe der 20 jährigen Mietzeit teilweise so verbogen und beschädigt, dass diese von mir entsort wurden. Eine Ursache war die schlecht sperrende Haustüre.


Darf er diese einfach entsorgen?
Besteht jetzt kein Anspruch auf Schloßaustausch?
Er hat nicht mitgeteilt, wann die Schlüsselkopien angefertigt wurden, kann ich das verlangen?
Wie würdet Ihr da weiter verfahren?

Ich vermute, der Mieter hat einen Schlüssel verloren und dann hat er kurzfristig vor dem Auszug noch schnell 3 Kopien angefertigt, damit er 3 gleiche Schlüssel hat und das nicht auffällt, dass er welche verloren hat.
Da die Schlüsselkopien alle neu und unbenutzt aussahen.


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1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4127 Beiträge, 2367x hilfreich)

Ah, die Haustür ist also so schlecht, dass die Originale verbogen, aber die Ersatzschlüssel sind alle wie neu. Ist ja tierisch glaubwürdig.

Immerhin hast du eine vom Mieter unterschriebene Bestätigung, dass er dein Eigentum vernichtet hat (Natürlich darf er das NICHT!).
Ob er die "Entsorgung" so gestaltet hat, dass die Schlüssel der Haustür sicher nicht zuzuordnen sind - darüber schweigt er sich schon mal fein aus.

Da du fragst, was ich machen würde: Ich würde den Mieter mit Fristsetzung auffordern, mir mein Eigentum zurück zu geben oder Schadenersatz zu leisten. Dabei würde ich unterstellen, dass die Entsorgung unsicher erfolgte, da ein einfaches Wegwerfen in den Hausmüll sicherlich eine Zuordnung ermöglicht und eine genaue Beschreibung, wie die "Entsorgung" erfolgte, ja nicht gegeben wurde. Also würde ich behaupten, dass er den Austausch der Schließanlage zu zahlen habe, ich aber wegen einer möglichen Wertverbesserung der Anlage bereit bin, ein Drittel der Kosten zu tragen. Ich würde ihm eine ordentliche Summe für den Austausch nennen (Kostenvoranschlag einholen!) und ihn auffordern, bis zu einem festgelegten Zeitpunkt eine angemessene Vorauszahlung (Genauen Betrag angeben!)auf mein Konto eingehen zu lassen, alternativ möge er - bis zu einem etwas vorher liegenden fest angegebenem Zeitpunkt - den Austausch der Schließanlage gegen eine Anlage mit ähnlichem Sicherheitsstandard selbst sicherstellen, und ich übernehme dort die Kosten bis zur oben angegebenen Granze (in Euro, nicht Prozent).
Das Ganze nachweislich (Postzustellungsurkund, also Zustellung per Gerichtsvollzieher) zustellen und Fristen abwarten.
Wenn er gar nicht reagiert: Nach Ablauf der längeren Frist den Vorschuss per Mahnbescheid einklagen.

Ich denke aber, er wird schon reagieren.

Wenn er behauptet, die Entsorgung sei sicher gewesen (das muss er schon genauer beschreiben: wann und wo und warum ist das sicher) und, sofern das wohl auch sicher beschrieben wird (nicht "einfach in den Hausmüll", ich weiss nicht mehr, wann) dann Eidesstattliche Versicherung verlagen - kostet Geld, würde ich aber vermutlich mal durchziehen.
Wenn der Mieter die Erklärung abgibt und du den Eindruck hast, die Erklärung würde auch einem Richter sicher vorkommen - dann hätte ich sportlichen Ehrgeiz : Mal die Schlüsselfritzen der Umgebung abklappern, ob da vor kurzem so ein passender Auftrag war. Der Nachweis eines Meineides bringt dir zwar auch kein Geld, aber einen guten Ruf bei weiteren Mietern.

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107644 Beiträge, 38052x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Übrigens dürfte der Mieter gegen vertragliche Auflagen verstoßen haben, denn er darf mormalerweise gar keine Schlüssel ohne Mitwirken des Vermieters nachmachen lassen. <hr size=1 noshade>

Selbstverständlich darf der Mieter Schlüssel nachmachen ohne Mitwirken des Vermieters. Er muss es ihm nicht mal mitteilen.
Sollte der Vermieter Schlüssel mit Kopierschutz verwenden, hat er sogar eine Mitwirkungspflicht bezüglich des erstellens weiterer Schlüssel (Aushändigung der Berechtigungskarte).
Ein Mieter darf sogar das Schloss an seiner Wohnungtüre austauschen ohen das er es jemandem erzählt.



quote:<hr size=1 noshade>In dem Mietvertrag wurde vermekt, dass er 3 Schlüssel erhalten hat. <hr size=1 noshade>

quote:<hr size=1 noshade>Bei Auszug übergibt der Mieter dem Vermieter 3 kopierte Mistermint Schlüssel. <hr size=1 noshade>

3 Schlüssel (unbekannter Zustand) gegeben, 3 funktionsfähige Schlüssel zurückerhalten, passt also von der Summe her.



quote:<hr size=1 noshade>Immerhin hast du eine vom Mieter unterschriebene Bestätigung, dass er dein Eigentum vernichtet hat (Natürlich darf er das NICHT!). <hr size=1 noshade>

Stimmt, das darf er nicht. Er schuldet daher Schadensersatz. Der Schrottwert der defekten Schlüssel liegt wohl bei 0,02 EUR.



quote:<hr size=1 noshade>Das in dem Mietvertrag nicht aufgeführt ist, dass der Mieter bei Verlust des Schlüssels die Kosten der Schließanlage zu tragen hat, spielt hier keine Rolle? <hr size=1 noshade>

Nein, das ergibt sich aus den Gesetz. Wenn den Mieter denn ein Verschulden trifft am Verlust des Schlüssels.
Nur gibt es derzeit keinen Grund den Mieter an den Kosten des Austausch zu beteiligen.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
markuslinz1
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 1x hilfreich)

Hi,
ich wollte mal dir einen guten [SPAM GELÖSCHT] empfehlen, mit dem ich gute Erfahrung gemacht habe, aber in diesem Fall wird er dir nicht unbedingt helfen.
Das ist kaum zu glauben, dass jemand alle 3 Schlüssel verloren hat. Ich würde persönlich in so eine Wohnung nicht einziehen. Aber vielleicht kann man irgendwie die Tür austauschen? Wäre es vielleicht nicht lieber? Du kannst mal den Vermieter nachfragen, ob es geht und ob er die Kosten übernehmen kann. Klar, dass er damit nicht so sehr zufrieden sein wird, aber kannst du mal ihm gute Argumente darstellen, dass z.B. niemand die Wohnung zerstören wird, weil nur du als Mieter die Schlüssel hast.
Vielleicht wird es helfen. Kannst du mal versuchen.

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-- Editiert Moderator am 24.01.2015 00:34

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Liane46
Status:
Student
(2979 Beiträge, 1355x hilfreich)

quote:
Aber vielleicht kann man irgendwie die Tür austauschen?


@markuslinz1

Nur um diesen unsinnigen Text wie oben zu lesen, gräbst du einen 9 Monate alten Thread aus.

Hast du Langeweile?

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1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107644 Beiträge, 38052x hilfreich)

Nö, der will blos ein bisschen für den Schlusseldienst spammen ...





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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