Trotz Mietvertrag,Wohnung nicht bekommen.Was tun?

25. August 2016 Thema abonnieren
 Von 
Yoannmiguel
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Trotz Mietvertrag,Wohnung nicht bekommen.Was tun?

Hallo,
und zwar geht es um folgendes:
Ich habe nach meiner besichtigung meiner traumwohnung,eine mündliche Zusage der eigentümerin bekommen.( mündlicher vertrag,der von der vormieterin bezeugt werden kann).
Danach wurde mir auch schon der Mietvertrag zugesendet.
Da ich noch einige Frage zu dem hatte und auch einen übergabetermin haben wollte,bat ich um ein Gespräch zur Aufklärung.Jedoch wurde ich hier paar tage hingehalten.
Am vergangen Montag habe ich von der Eigentümerin eine WhatsApp Nachricht erhalten,dass unsere mietverhältnis nicht zu stande kommt.Das wars,mehr hat sie nicht geschrieben.Hinterher habe ich rausgefunden,dass sie die besagte wohnung zum 01.09.2016 gewerblich vermietet haben.Genau zu dem Zeitpunkt,wo ich rein wollte.

In dem Mietvertrag heißt es wortwörtlich: "Sehr geehrter Herr Mustermann,besten Dank für die Anmietung,anbei erhalten Sie wie besprochen den Mietvertrag". Dann gab es noch eine zahlungsaufforderung von 2500 € (Kaution + Miete )
Dieses Anschreiben vom Mietvertrag wurde sogar abgestempelt und unterschrieben,jedoch nur der Teil.
Wie soll ich mich jetzt verhalten?
Gibt es chancen sich in die wohnung einzuklagen?Kann ich auf schadenersatz klagen,da mir ja jetzt dadurch einen erheblicher mehrsufwand besteht.Meiner meinung nach,ist dieser vertrag rechtsgültig und kann doch nicht einfach vom eigentümer per whatsapp zurück genommen werden,auch wenn ich darauf noch nicht unterschrieben habe.
Des Weiteren habe ich der vormieterin schon einen Abstand von 1000€ bezahlt,für wohnungsinventar und gartengeräte.Damit kann ich ja jetzt so überhaupt gar nichts mehr anfangen.Gibt es da chancen sich das geld gerichtlich zurück zu holen?
Was ist mit aufwandsentschädigungen,da ich ja auch mehrmals dort hinfahren musste.
Ich habe auch schon passendes wohnungsinventar für die wohnung gekauft(mit RE) ,was ich jetzt für eine andere wohnung ggf.gar nicht mehr nutzen kann und will,da es dort nicht rein passt.
Ich muss ja jetzt dadurch weiter auf wohnungssuche und dort entstehen mir ja auch weitere kosten,die ich so nicht gehabt hätte.Stichwort Ausgleichszahlung:Was ist wenn ich jetzt eine teuere wohnung anmiete,kann ich dann darauf klagen,dass der bessgte eigentümer für eine bestimmte zeit,eine ausgleichszahlung vornimmt?
Ich bin echt etwas verzweifelt,da es schon alles klar schien.Jetzt soll die ganze wohnungssuche wieder von vorne los gehen und dazu habe ich noch einen erheblichen finaziellen verlust erlitten.Muss ich das so hinnehmen?Aber eigentlich bin ich doch im Recht,einfach vom rein logischen her.
Kann ich jetzt den mietvertrag einfach unterschrieben ganz dreist zurücksenden( per einschreiben) und um einen wohnungsübergabe termin bitten?Ich meine eine kündigung oder ein schreiben mit dem nicht zustande kommenden mietverhältnis, habe ich ebenfalls nicht erhalten.(außer per whatsapp)
Wäre es clever die kaution und sowas einfach zu überweisen,so als ob nichts gewesen wäre?Ich meine darauf müssten sie ja dann erstmal reagieren.
Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Ist eine schadenersatzklage sinnvoll?

Viele Grüße und Dank im vorraus.

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36 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118327 Beiträge, 39555x hilfreich)

Zitat (von Yoannmiguel):
Danach wurde mir auch schon der mietvertrag zugesendet.

Offenbar sollte der Mietvertrag also erst zustande kommen durch den schriftlichen Vertrag.



Zitat (von Yoannmiguel):
Dieses Anschreiben vom Mietvertrag wurde sogar abgestempelt und unterschrieben,jedoch nur der Teil.

Und das heist jetzt was konkret?
Das der Vermieter schon überall im Mietvertrag unterschrieben hat? Oder nur das Anschreiben?



Zitat (von Yoannmiguel):
In dem Mietvertrag heißt es wortwörtlich: "Sehr geehrter Herr Mustermann,besten Dank für die Anmietung,anbei erhalten Sie wie besprochen den Mietvertrag".

Im Mietvertrag oder im Anschreiben? Und was genau stand sonst noch drin?



Zitat (von Yoannmiguel):
Dann gab es noch eine zahlungsaufforderung von 2500 € (Kaution + Miete )

Im selben Schreiben wie oben? Das war wie konkret formuliert?



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Yoannmiguel
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Das anschreiben war wie folgt formuliert:
"Sehr geerhter Herr Mustermann,besten Dank für die Anmietung.Anbei erhalten sie wie beprochen den Mietvertrag.Bitte kürzeln sie auf jeder seite die verträge und schicken sie ihn an uns zurück
Wir zeichnen gegen.
Vor übergabe bitten wir Sie Kaution und Miete September an folgendes konto zu überweisen".
Dieses schreiben ist mit unterschrift.
Der rest des vertrages war nicht unterschrieben,spielt aber meiner meinung nach keine rolle.Vertrag ist Vertrag,auch mündlich ist einiges Wert.
Als ich einen termin zur übergabe machen wollte,sind sie einfach nicht rangegangen,das kam mir schon komisch vor.
Im mietvertrag wurden dann eben schon meine ganzen daten eingetragen.
Danke schonmal für Ihre Antwort.

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#3
 Von 
Ver
Status:
Master
(4355 Beiträge, 2283x hilfreich)

Zitat (von Yoannmiguel):
Der rest des vertrages war nicht unterschrieben,spielt aber meiner meinung nach keine rolle.


Oh doch, ein Mietvertrag muss von beiden Seiten unterschrieben sein, sonst ist er nicht gültig.

Zitat (von Yoannmiguel):
Als ich einen termin zur übergabe machen wollte,sind sie einfach nicht rangegangen,das kam mir schon komisch vor.


Wieviel Zeit ist denn zwischen der Zusendung des Vertrages und des Anrufversuchs vergangen?

Warum wurde der Vertrag nicht sofort unterschrieben (wie im Schreiben beschrieben) zurückgeschickt? Der 1.9. ist doch schon in der nächsten Woche?

Vor der Übergabe muss die Miete und die Kaution gezahlt werden.


Zitat (von Yoannmiguel):
Gibt es chancen sich in die wohnung einzuklagen?


Ich schätze nicht, denn ohne Unterschrift der Vermieterin auf dem Vertrag, gibt es nur wenig Chancen.

Zitat (von Yoannmiguel):
Des Weiteren habe ich der vormieterin schon einen Abstand von 1000€ bezahlt,für wohnungsinventar und gartengeräte.Damit kann ich ja jetzt so überhaupt gar nichts mehr anfangen.Gibt es da chancen sich das geld gerichtlich zurück zu holen?


Wurde da vereinbart, dass dieser Vertrag nur zustande kommt, wenn der Mietvertrag zustande kommt?

Zitat (von Yoannmiguel):
Meiner meinung nach,ist dieser vertrag rechtsgültig und kann doch nicht einfach vom eigentümer per whatsapp zurück genommen werden,auch wenn ich darauf noch nicht unterschrieben habe.


Ohne Unterschrift war dieser Vertrag nur ein Angebot, dass auch nicht angenommen wurde. Denn bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Vermieter den Vertrag unterschreibt, kann er sich das sehr wohl überlegen. Und woher sollte die Vermieterin wissen, dass überhaupt noch Interesse an der Wohnung besteht, schließlich kam der Vertrag nie zurück.

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#4
 Von 
go1331
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 84x hilfreich)

Wird wohl eher ein unverbindliches Vertragsangebot gewesen sein wie es auch andere Interessenten erhalten haben.
Sie haben nicht einmal unterschrieben sondern angerufen um "noch ein paar Fragen zu klären " scheint dies zu bestätigen (Nachverhandeln).
Sie würden doch im gegenteiligen Falle hier sicher auch schreiben, Sie haben nicht unterschrieben, es sei doch noch gar kein Vertrag zustande gekommen usw....

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#5
 Von 
Yoannmiguel
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Weil ich mit Ihr fsst jeden Tag im Kontakt war und ich telefonisch immer abgewiesen wurde.(sie wäre im Urlaub,ich sollte nen anderen Tag anrufen) .Zwei Tage sind zwischen Vertrag und den 20x maligen Anrufversuchen entgangen.
Seit wann müssen verträge immer zwingend unterschrieben sein,bevor sie rechtswirkend werden?Da wurde ich hier etwas anders beraten.
Es wurde zum Wohnungsinventar vereinbart,dass die 1000€ nur bei zustande kommen des Mietvertrages sind.Ja.
VG

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#6
 Von 
Yoannmiguel
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von go1331):
Wird wohl eher ein unverbindliches Vertragsangebot gewesen sein wie es auch andere Interessenten erhalten haben.
Sie haben nicht einmal unterschrieben sondern angerufen um "noch ein paar Fragen zu klären " scheint dies zu bestätigen (Nachverhandeln).
Sie würden doch im gegenteiligen Falle hier sicher auch schreiben, Sie haben nicht unterschrieben, es sei doch noch gar kein Vertrag zustande gekommen usw....


Mir wurde die Wohnung auch mündlich fest zugesagt(das können mehrere Üersonen bestätigen ).Dazu steht im Moetvertrag,vielen Dank für die Anmoetung Herr Mustermann.Ist doch meiner meinung nach ziemlich eindeutig?

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#7
 Von 
Ver
Status:
Master
(4355 Beiträge, 2283x hilfreich)

Zitat (von Yoannmiguel):
Seit wann müssen verträge immer zwingend unterschrieben sein,bevor sie rechtswirkend werden?


Warum macht man sonst Verträge? Und auch Vertragsverhandlungen können scheitern und das sind die hier offensichtlich.

Die Zusendung des Vertrages ist ein Angebot. Das kann entweder angenommen werden, durch Unterschrift und Zurücksendung.

Hier wurde jedoch der Vorschlag nicht angenommen, sondern der Versuch unternommen "Nachzuverhandeln", der Vermieterin sollte hier vermutlich ein neuer Vorschlag unterbreitet werden und das wollte sie nicht.

D.h. das Angebot des Mieters wurde nicht angenommen. Die Vermieterin hätte auch einfach nichts machen können.

Wenn es sich um eine Traumwohnung handelt, findet sich auch schnell ein anderer Mieter. Und wenn einem ein Mietvertrag zu geschickt wird, liest man ihn durch und wenn es passt, unterschreibt man und schickt den Vertrag zurück.

Wenn es nicht passt, unterschreibt man nicht und die Wohnung geht an jemand anderes. Ein Vertrag ist hier nicht zustande gekommen.




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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118327 Beiträge, 39555x hilfreich)

Tja, das Problem: man hat(te) hier einen Mietvertrag.

Der schriftliche Vertrag sollte dem Wortlaut des Schreibens nach der fixierung der mündlichen Vereinrungen dienen.

Freundlicherweise hat man das sogar schriftlich vom Vermieter bekommen:

Zitat (von Yoannmiguel):
besten Dank für die Anmietung

Zitat (von Yoannmiguel):
Vor übergabe bitten wir Sie Kaution und Miete September an folgendes konto zu überweisen".


Die große Frage ist jetzt, was genau war das hier:
Zitat (von Yoannmiguel):
Da ich noch einige Frage zu dem hatte

Waren es nur Fragen zur Abwicklung? Dann dürfte das jetzt ein großes (teures) Problem für den Vermieter werden ...

Waren es Nachverhandlungen? Dann wäre der alte Vertrag möglicherweise ungültig und der Mieter hätte Pech gehabt.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#9
 Von 
Yoannmiguel
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Nein,es wurde fälschlichweise das nebengebäude nicht angegeben.
Zu der frage kam ich aber gar nicht,da ich jeden tag verträstet wurde,dass sie sich im urlaub befinden.
Ich nachhinein habe ich rausbekommen,dass das eine lüge war.
Ich wollte nichts verhandeln,hatte den vertrag dann auch so zurückgeschickt.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Ver
Status:
Master
(4355 Beiträge, 2283x hilfreich)

Zitat (von Yoannmiguel):
Nein,es wurde fälschlichweise das nebengebäude nicht angegeben.


Was heißt das?

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
3,141592653
Status:
Lehrling
(1802 Beiträge, 998x hilfreich)

Zitat (von Yoannmiguel):
Hinterher habe ich rausgefunden,dass sie die besagte wohnung zum 01.09.2016 gewerblich vermietet haben.


Schonmal beim Bauamt nachgefragt, ob das auch genehmigt ist?
Wenn nicht hat der Vermieter hier ein großes Problem...

Könnte man auch als Druckmittel verwenden (aber aufpassen, dass daraus keine Nötigung wird!).

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#12
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9795 Beiträge, 4452x hilfreich)

Zitat (von Yoannmiguel):
Des Weiteren habe ich der vormieterin schon einen Abstand von 1000€ bezahlt,für wohnungsinventar und gartengeräte.Damit kann ich ja jetzt so überhaupt gar nichts mehr anfangen.Gibt es da chancen sich das geld gerichtlich zurück zu holen?

Unabhängig davon, ob schon ein mündlicher Mietvertrag zustande kam, sollte sich das Problem lösen lassen. Denn spätestens nach dem hier
Zitat (von Yoannmiguel):
Sehr geerhter Herr Mustermann,besten Dank für die Anmietung.Anbei erhalten sie wie beprochen den Mietvertrag
durfte der Mietinteressent wohl darauf vertrauen, dass ein Mietvertrag mindestens mal noch abgeschlossen wird. Es gab ja sogar schon die Anweisung zur Überweisung der Kaution. Selbst wenn der Vermieter es jetzt irgendwie noch hinbekommt, einen bereits abgeschlossenen Mietvertrag wegzudiskutieren, wird er den sogenannten Vertrauensschaden ersetzen müssen. Er wird also mindestens mal die Aufwendungen ersetzen müssen, die der Mietinteressent gemacht hat, weil er auf den Abschluss des Mietvertrages vertrauen durfte.

Ich sehe aber ähnlich wie Harry bereits einen abgeschlossenen mündlichen Mietvertrag, der nur noch schriftlich fixiert werden sollte. Wie anders soll die Aussage "besten Dank für die Anmietung" zu interpretieren sein? Da steht ja nicht "besten Dank, dass sie mieten wollen". Von daher hat sich hier ein Vermieter vermutlich ein ganz gehöriges Problem eingehandelt.

Ich würde dem Mietinteressenten jetzt empfehlen, nachweisbar per Einwurfeinschreiben die Rücksendung des vom Vermieter unterschriebenen schriftlichen Mietvertrages und die Übergabe der Wohnung am 1.9. fordern. Dazu sollte man darauf hinweisen, dass bereits ein bindender Mietvertrag abgeschlossen wurde und der Vermieter schadensersatzpflichtig wird, wenn er die Wohnung nicht am 1.9. an den Mieter übergibt. Zum guten Schluss würde ich ankündigen, aufgrund des Whatsapp-Nachricht die Kaution erst dann zu überweisen, wenn der vom Vermieter unterschriebene Mietvertrag beim Mieter ist. Alternativ kann man anbieten, wegen § 551 BGB das erste Drittel der Kaution in bar zur Übergabe der Wohnung am 1.9. mitzubringen.

Dann muss man halt sehen, was passiert. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Wohnung nicht übergeben. Mein Weg würde dann unverzüglich zum Anwalt für Mietrecht führen, da diverse Forderungen gegen den Vermieter denkbar sind. Ohne fachmännische Unterstützung macht das für den Mieter keinen Sinn. Wenn der Mieter den Weg scheut, dann kann man natürlich auch versuchen, dem Vermieter ein Angebot abzuhandeln. Mindestens mal die 1000Euro Abstandzahlung sollten drin sein (s.o.).

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Yoannmiguel
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Ver):
Zitat (von Yoannmiguel):
Nein,es wurde fälschlichweise das nebengebäude nicht angegeben.


Was heißt das?


Zu der wohnung hat noch ein nebengebäude gehört,was auch im vertrag der vormieterin stand.
Auf meinem mietvertrag wurde es wohl "vergessen"mit anzugeben.Auch der Kleine Vorgarten,wurde nicht erwähnt.Und daraufhin wollte ich einfach nachfragen,leider wurde ich immer vertröstet.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4232 Beiträge, 2417x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Zitat (von Yoannmiguel):
Unabhängig davon, ob schon ein mündlicher Mietvertrag zustande kam, sollte sich das Problem lösen lassen. Denn spätestens nach dem hier
Zitat (von Yoannmiguel):
Sehr geerhter Herr Mustermann,besten Dank für die Anmietung.Anbei erhalten sie wie beprochen den Mietvertrag
durfte der Mietinteressent wohl darauf vertrauen, dass ein Mietvertrag mindestens mal noch abgeschlossen wird. Es gab ja sogar schon die Anweisung zur Überweisung der Kaution. Selbst wenn der Vermieter es jetzt irgendwie noch hinbekommt, einen bereits abgeschlossenen Mietvertrag wegzudiskutieren, wird er den sogenannten Vertrauensschaden ersetzen müssen.
Das sehe ich mal wieder etwas anders.

Der Vermieter hat ganz klar und eindeutig ein Angebot zur Anmietung unterbreitet: Der bereits fertig vorformulierte Mietvertrag. Daran ist er laut §145 BGB gebunden.
Hier hat der Mieter aber offenbar einen offenen Einigungsmangel (§ 154 BGB ) gesehen. Wir können bestenfalls von einer Annahme unter Einschränkungen ausgehen, und die ist laut §150 BGB Absatz 2 als Ablehnung zu sehen. Laut §146BGB erlöscht das Angebot durch Ablehnung. Das wäre also eine Ablehnung durch den Mieter.
Man beachte auch § 150 BGB : Eine Änderung durch den Mieter ebenfalls nur zu einem neuen Vertragsangebot.

Man war also bestenfalls noch in den Vertragsverhandlungen. Wenn der Vermieter diese willkürlich abgebrochen hat, könnte man eventuell einen Vertrauensschaden ersetzt verlangen. Diese Willkür müsste man aber auch noch beweisen.
Dazu wären vielleicht ein paar mehr Terminangaben notwendig. Wann waren denn die mündlichen Verhandlungen und wie lange hatte der TE den Mietvertrag bei sich (nicht unterschrieben) herumliegen, bevor die Absage kam? Auch interessant: zu wann war denn die Zahlungsaufforderung? Fällig wäre das Geld ja erst nach dem 1.9., aber wenn auf eine vorzeitige Zahlungsaufforderung so gar nicht, auch nicht mit Nachricht "mach ist später", reagiert wird, würde ich das durchaus als Desinteresse am gesamten Vertrag deuten.


Die "Zeugin" in Person der an einer Ablöse interessierten Vormieterin würde ich mal nicht überbewerten. Die hat doch nur gehört, dass der Mieter mieten will und dass der Vermieter an den Mieter vermieten will.
Es wird ja gerne gesagt, dass unser Rechtssystem auf dem alten römischen Recht gründet. der entsprechende lateinische Rechtssatz ist hier Qui tacet consentire non videtur.
Das Schweigen auf das Vertragsangebot des Vermieters ersetzt nun mal nicht die Zustimmung zum Vertrag. Der Vertrag war einfach noch nicht abgeschlossen..


-- Editiert von quiddje am 25.08.2016 12:15

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118327 Beiträge, 39555x hilfreich)

Zitat (von quiddje):
Der Vermieter hat ganz klar und eindeutig ein Angebot zur Anmietung unterbreitet:

Dann müsste man jetzt nur noch die schriftliche Bestätigung der Anmietung dem Gericht irgendwie sinnvoll erklären können ...
Zitat (von Yoannmiguel):
besten Dank für die Anmietung




Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#16
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4232 Beiträge, 2417x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von quiddje):
Der Vermieter hat ganz klar und eindeutig ein Angebot zur Anmietung unterbreitet:

Dann müsste man jetzt nur noch die schriftliche Bestätigung der Anmietung dem Gericht irgendwie sinnvoll erklären können ...
Zitat (von Yoannmiguel):
besten Dank für die Anmietung

Da würde ich den §154 BGB nehmen: offener Einigungsmangel. Der Vermieter ging davon aus, dass die schriftliche Fixierung des Vereinbarten eine Formsache sei, der Mieter offenbar - wohl zur Überraschung des Vermieters - nicht. Da es üblicher Geschäftsgebrauch ist, Mietverträge schriftlich abzuschließen (auch der Vertrag der Vormieterin ist da ja offenbar), müsste der Mieter meiner Ansicht nach schon genau begründen, dass er wirklich einen mündlicher Mietvertrag hat, dass das auch von beiden Parteien so verstanden wurde zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Ich gehe jedenfalls mal davon aus, dass der Vermieter sich darauf berufen wird, zu keinem Zeitpunkt einen mündlichen Mietvertrag in Erwägung gezogen zu haben und alles mündliche bei ihm nur Vertragsverhandlungen für den schriftlichen waren. Dass er dann in sicherer Erwartung des Mietvertrages bereits etwas vorgreifend formuliert hat, ist natürlich ein Versehen.

Der §155 BGB (versteckter Einigungsmangel) würde dann auch nicht helfen, denn wenn der Vermieter sich darauf beruft, keinesfalls einen mündlichen Mietvertrag machen zu wollen, greift dieser nicht. Und ich halte es nicht für völlig weltfern, dass der Vermieter nur einen schriftlichen Mietvertrag haben wollte.


Warten wir doch mal auf die erfragten genaueren Daten: wie lange hat der Vertrag (bzw. der Vertragsentwurf) denn beim Mieter herumgelegen, bevor die Absage kam?

-- Editiert von quiddje am 25.08.2016 12:26

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Ver
Status:
Master
(4355 Beiträge, 2283x hilfreich)

Zitat (von Yoannmiguel):
Zu der wohnung hat noch ein nebengebäude gehört,was auch im vertrag der vormieterin stand.
Auf meinem mietvertrag wurde es wohl "vergessen"mit anzugeben.Auch der Kleine Vorgarten,wurde nicht erwähnt.


Es war dann ja wohl doch nicht alles klar, sondern es musste Nachverhandelt werden. Das was der Mieter noch zusätzlich haben wollte, gab es nicht.

Zitat (von Yoannmiguel):
Und daraufhin wollte ich einfach nachfragen


Und dann? Wenn die Vermieterin gesagt hätte: "Ist nicht mehr dabei, weil ...."

Da sind doch klassisch die Vertragsverhandlungen gescheitert. Die Parteien waren sich doch nicht einig, was überhaupt angemietet werden soll. Und das muss klar sein, für einen Mietvertrag.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Yoannmiguel
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Nochmal:Ich wollte in keinster Weise verhandeln,sondern nur nachfragen.Ich hätte den vertrag auch genauso unterschrieben,ich wollte lediglich eine information.Nichts weiter,nicht verhandeln.
Ab Erhalt des Vertrages,vor 1 Woche,habe ich JEDEN Tag bei dem Vermieter angerufen.Entweder es ist auf 3 verschiedenen Nummer keiner oder nur jmd.rangegangen,der dann meinte die Vermieterin sei im Urlaub.Drei mal habe ich sie dann alerdings doch erreicht und jedes mal sagte sie,sie können gerade nicht mit mir sprechen,ich soll den nächsten tag anrufen.Das hat sie mir such per whatsapp geschrieben.

Des Weiteren kommt dazu,dass ich mich mit meiner lebensgefährtin (momentan bei der bundeswehr) einziehen wollte.Es war hier ganz klar telefonisch ausgemacht,dass ich die woche warten kann,bis meine lebensgefährtin ebenfalls drauf unterschreiben kann.Ganz klar,für mich war das eindeutog ein mündlicher vertrag,der hier nicht eingehalten worden ist.

Es gibt mehrere Heugen für den mündlichen vertrag,dazu das signierte Anschreiben mit #Vielen Dank für die Anmietung".Ich bin wahrlich kein Rechtsexperte,aber eigentlich sollte die Sache doch klar sein.Ich bin nicht vermessen um zu sagen,dass ich glaube,dass ich mich in die wohnung reinklagen kann.Das ist wohl mit sicherheit nicht möglich.Aber Schadensersatz sollte doch durchaus drin sein,einfach weil auch viel invenstiert habe.Der Mietvertrag war für mich bindend und mit diesem Anschreiben,kommt doch der Vermieter schwierig raus.Oder sehe ich das falsch?Das sollte doch such eindeutig vom Gericht akzeptiert werden.

Ich wollte hier auch keine Debatte los treten,einfach einen Rat,ob sich denn hier eine Rechtsberatung lohnt,da ich keine Rechtsschutz habe.

Ich habe auch nicht durch Schweigen,den Mietvertrag angelehnt,sondern ständig versucht schriftlich als auch telefonisch in kontakt zu treten.Auch hier habe ich immer erwähnt,dass ich den mietvertrag unterschreiben werde und nur eine kleine nachfrage habe.Mehr nicht.

Die Zahlungsauffordeung war ebenfalls im Anschreiben gefordert,diese wurde noch vor übergabe gefordert.Da ich dort lange keinen erreicht habe,hatte ich nicht mal einen termin zur übergabe.Deswegen habe ich ja auch dort angerufen.Im mietvertrag ist im übrigens anders geschildert,als wie im anschreiben.Dort heißt es nämlich das kaution etc.erst nach übergabeprotokoll fällig sei.Also hier auch wieder ein Fehler.

Vielen dank für eure weitere hilfe.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Michael32
Status:
Schlichter
(7357 Beiträge, 1615x hilfreich)

Ich finde das als eine sehr kniffelige Situation.

Auf der einen Seite würde ich meinen, dass durch das Schreiben die Anmietung quasi bestätigt wurde. Auf der anderen Seite wurde der Mietvertrag mitgeschickt, was eher danach aussieht, dass beim Gespräch die Absicht erklärt wurde unter den genannten Konditionen einen schriftlichen Mietvertrag abzuschließen.

Wurde denn bei dem mündlichen "Abschluß" Miete/Nebenkosten usw besprochen ? (quasi die grundlegenden Daten)
Kann der Zeuge dies auch genauso bestätigen ?

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
charlyt4
Status:
Master
(4158 Beiträge, 898x hilfreich)

Zitat (von Yoannmiguel):
Ich habe nach meiner besichtigung meiner traumwohnung,eine mündliche Zusage der eigentümerin bekommen.( mündlicher vertrag,der von der vormieterin bezeugt werden kann).
Danach wurde mir auch schon der mietvertrag zugesendet.


Der Mietvertrag ist durch Angebot und Annahme zustandegekommen.
Ein Mietvertrag kann ja mündlich geschlossen werden, was hier auch der Fall ist.

Meist wird trotz mündlichem Vertragsschluss zusätzlich ein schriftlicher Vertrag geschlossen.

Sofern der VM jetzt bestreiten, dass ihr euch mündlich geeinigt habt, bist du für das Zustandekommen des
mündlichen Mietvertrages beweispflichtig.

Nach deinen Aussagen würde ich deine Chance als gar nicht schlecht bezeichnen.


Zitat (von Yoannmiguel):
mündlicher vertrag,der von der vormieterin bezeugt werden kann



Zitat (von Yoannmiguel):
"Sehr geehrter Herr Mustermann,besten Dank für die Anmietung,anbei erhalten Sie wie besprochen den Mietvertrag"



Zitat (von Yoannmiguel):
Des Weiteren habe ich der vormieterin schon einen Abstand von 1000€ bezahlt,für wohnungsinventar und gartengeräte



Zitat (von Yoannmiguel):
Vor übergabe bitten wir Sie Kaution und Miete September an folgendes konto zu überweisen".


Zitat (von Yoannmiguel):
Es wurde zum Wohnungsinventar vereinbart,dass die 1000€ nur bei zustande kommen des Mietvertrages sind.


Zitat (von Yoannmiguel):
Mir wurde die Wohnung auch mündlich fest zugesagt(das können mehrere Üersonen bestätigen ).




Wenn du es dir leisten kannst, würde ich jetzt ganz frech die Miete und die Kaution überweisen
und den unterschriebenen Mietvertrag mit Nachweis (Zeugen) zurücksenden und sehen was passiert.



gruß charly

Signatur:

Gruß Charly

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4232 Beiträge, 2417x hilfreich)

Zu dem behaupteten mündlichen Mietvertrag habe ich noch einen interessanten Paragraphen gefunden:
Im Absatz 1 des § 147 BGB heiß es:

Zitat:
Der einem Anwesenden gemachte Antrag kann nur sofort angenommen werden
Wenn hier also der Mieter einen mündlichen Mietvertrag behauptet: Wieso kam da überhaupt noch etwas schriftliches nach? Spätestens beim ersten "ich hätte da noch ein paar Fragen" wird dann klar, dass hier kein sofort angenommener mündlicher Vertrag vorliegt und offenbar auch der Mieter noch nicht davon ausging, einen zu haben.
Wenn dann noch die Feststellung komme, dass da noch jemand anderes mit unterschreiben(!) sollte: die entsprechende Person war ja gar nicht anwesend und hat auch nicht zugestimmt (zum Thema Schweigen hatte ich mich schon geäußert) wie konnte da ein Vertrag zustande kommen?
Und dann lese ich noch
Zitat:
Es war hier ganz klar telefonisch ausgemacht,dass ich die woche warten kann,bis meine lebensgefährtin ebenfalls drauf unterschreiben kann.Ganz klar,für mich war das eindeutog ein mündlicher vertrag,der hier nicht eingehalten worden ist.
Das heisst doch wohl: Es ist ganz klar mündlich vereinbart worden, einens chriftlichen Vertrag zu machen!

Ich halte es nicht für aussichtslos, ein Gericht davon zu überzeugen, dass ernsthafte Vertragsverhandlungen stattfanden, der Mietinteressent sicher vom Vertragsabschluss ausging und er dementsprechend - wenn der Vermieter keine vernünftigen Gründe für den Abbruch der Verhandlungen hatte - seinen Vertrauensschaden geltend machen kann.
Aber hier weiterhin darauf zu bestehen, dass ein fertiger Vertrag geschlossen wurde, als man sich mündlich darauf einigte, gemeinsam mit der dritten Person einen schriftlichen Vertrag zu machen - da sehe ich keine Erfolgsaussichten.



-- Editiert von quiddje am 25.08.2016 15:57

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4232 Beiträge, 2417x hilfreich)

Zitat (von charlyt4):
Wenn du es dir leisten kannst, würde ich jetzt ganz frech die Miete und die Kaution überweisen
und den unterschriebenen Mietvertrag mit Nachweis (Zeugen) zurücksenden und sehen was passiert.
gruß charly
Was soll passieren? Der Vermieter wird vermutlich selbst nicht unterschreiben und das Geld kann der TE dann natürlich zurückfordern.
Wenn er jetzt noch den unterschriebenen Mietvertrag zurücksendest und sichauf eine Schadenersatzklage vorbereitet , kann es zu allem Überfluss passieren, dass der Vermieter am 1.9., wenn er in die inzwischen hoffentlich gefundene Ausweichwohnung einzieht, diese Vermieter anruft und fragt, wann er eigentlich die Schlüssel abholen will, weil er doch den Mietvertrag zurückgeschickt und auch die Miete bezahlt hat und jetzt dem gewerblichen Mieter deswegen abgesagt wurde.

@TE: du willst wissen, wie die rechtliche Position eigentlich ist.
Eines möchte ich dazu noch erwähnen, was bisher unterging: Selbst wenn du einen gültigen Mietvertrag hättest: der andere "gewerbliche) Mieter hat ja auch einen, der Vermieter aber hat nur eine Wohnung. Du solltest also keinesfalls die Hoffnung haben, dich irgendwie in die Wohnung "einklagen" zu können.


Wenn übrigens fest vereinbar ist, dass die 1000€ nur bei Abschluss des Mietvertrages gezahlt werden müssen, dann sollte der TE außerdem noch diese von der Vormieterin zurückfordern, da ja kein Mietvertrag abgeschlossen wurde. Die fallen dann schon mal nicht unter den vom Vermieter eventuell zu ersetzenden Vertrauensschaden.

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
charlyt4
Status:
Master
(4158 Beiträge, 898x hilfreich)

Zitat (von quiddje):
Wenn hier also der Mieter einen mündlichen Mietvertrag behauptet: Wieso kam da überhaupt noch etwas schriftliches nach? Spätestens beim ersten "


Weil dies bei Mietverträgen in der Praxis meist so ist.





Zitat (von quiddje):
Zu dem behaupteten mündlichen Mietvertrag habe ich noch einen interessanten Paragraphen gefunden:
Im Absatz 1 des § 147 BGB heiß es:

Zitat:
Der einem Anwesenden gemachte Antrag kann nur sofort angenommen werden



Und was willst du damit sagen?



gruß charly

Signatur:

Gruß Charly

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
3,141592653
Status:
Lehrling
(1802 Beiträge, 998x hilfreich)

Ich halte hier auch §154 BGB für einschlägig.

Das Drumherum begründet für mich aber durchaus die Geltendmachung eines Vertrauensschadens, schlicht weil klar zum Ausdruck gebracht wurde, dass der Mietvertraggeschlossen werden wird.
Reine Nachfragen sind ja erstmal keine neuen Verhandlungen.


Die Baurechtliche Seite würde ich hier aber nicht unterschätzen.
Wohnraum einfach so gewerblich zu vermieten ist absolut nicht drin. Das muss genehmigt werden (was es innerhalb eines Monats SICHER nicht wird). Zudem dürfen Wohnungen in vielen Teilen Deutschlands auch abgesehen vom reinen Baurecht nicht mal mehr einfach so vom Wohnungsmarkt genommen werden.

Auf dem "amtlichen Weg" finde ich hätte man gute Chancen, die Wohnung zu bekommen.

Ich würde der Vermieterin einfach sagen, dass es ihr nicht erlaubt ist, die Wohnung zweckzuentfremden und, dass die entsprechenden Behörden ihr das schon einstellen werden. Und dann würde ich sie eiskalt danach fragen, ob sie das wirklich darauf ankommen lassen will...

Noch ein paar Ausführungen zum "um die Ohren hauen":

Für Berlin:
https://service.berlin.de/dienstleistung/326217/

Für Hamburg:
http://www.landesrecht-hamburg.de/jportal/portal/page/bshaprod.psml?showdoccase=1&doc.id=jlr-WoPflGHAV3P9
http://www.hamburg.de/mitte/wohnraumschutz/

Hier mal für eine Stadt, kein Bundesland - München:
https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Wohnungsamt/Zweckentfremdung.html


Baurecht:
https://dejure.org/gesetze/BauGB/29.html


Mangels Angabe des Bundeslandes kann ich nicht mehr dazu sagen.

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#25
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4232 Beiträge, 2417x hilfreich)

Zitat (von charlyt4):
Zitat (von quiddje):
Wenn hier also der Mieter einen mündlichen Mietvertrag behauptet: Wieso kam da überhaupt noch etwas schriftliches nach? Spätestens beim ersten "


Weil dies bei Mietverträgen in der Praxis meist so ist.





Zitat (von quiddje):
Zu dem behaupteten mündlichen Mietvertrag habe ich noch einen interessanten Paragraphen gefunden:
Im Absatz 1 des § 147 BGB heiß es:

Zitat:
Der einem Anwesenden gemachte Antrag kann nur sofort angenommen werden



Und was willst du damit sagen?



gruß charly
ich will damit sagen, dass der TE den Vertrag offensichtlixh NICHT sofort angenommen hat, da er selbst schreibt, dass seinr Lebensgefährtin laut Absprache mit dem Vermiter mit in den Vertrag sollte. Es wurde bestenfalls eine Übereinkunft erzielt, zusammen mit der Lebensgefährtin einen Mietvertrag abzuschließen. Da die aber nicht da war, wurde der Mietvertrag jedenfalls noch nicht abgeschlossen.

Übrigens halte ich deine Aussage, dass Mietverträge " in der Praxis meistens" mündlich abgeschlossen werden, nicht für haltbar. In meinem Bekanntenkreis hat das jedenfalls niemand. Was sagen die hier anwesenden Vermieter dazu?

-- Editiert von quiddje am 25.08.2016 19:27

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#26
 Von 
Sunny10
Status:
Frischling
(49 Beiträge, 18x hilfreich)

Hi zusammen,

ich hab zwar vom Mietrecht so gut wie überhaupt keinen Plan, aber alleine mein Rechtsempfinden und mein -hoffentlich- gesunder Menschenverstand sagen mir, dass hier ein Mietvertrag zustande gekommen ist.

Ich besichtige eine Wohnung, sie gefällt mir und der Vermieter möchte sie auch an mich vermieten und bietet sie mir bei der Besichtigung an. Ich schlage zu!

Der Vermieter sagt mir, dass er mir noch den schrifftlichen Mietvertrag zusendet und ich ihm, dass es noch ungefähr eine Woche dauert, bis meine Freundin mitunterschreiben kann, weil.....

Soweit alles easy.
Der Vertrag kommt, ich bestelle Möbel, kündige die alte Whg, freu mich...., was weiß ich noch alles

....und plötzlich kommt völlig überraschend ein "ätschebätsch"? Dazu noch mit einer fadenscheinigen, wohl an den Haaren herbeigezogenen Absage?

@TE: Viel Erfolg!

Sonja

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#27
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4232 Beiträge, 2417x hilfreich)

@Sonja:
Schreibst du dein gesundes Rechtsempfinden bitte auch noch unter die zahlrechen "ich hab zugesagt und will die Wohnung jetzt doch nicht" - Beiträge im Forum?

Diese "der Vertrag gilt, auch wenn die vereinbarte Schriftform vom Mieter nicht eingehalten wird und der Mieter eine GBR ist, die noch nicht mal mündlich dem Vetrag zugestimmt hat, denn der gute Wille des einen GBR- Mitgliedes war vorhanden" klingt mir persönlich nicht nach einem gesunden Rechtssystem, aber wie ich mit zahlreichen Paragraphen obrn zu belegen versuchte, gilt das zumindest bei uns ja auch nicht.

1x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
charlyt4
Status:
Master
(4158 Beiträge, 898x hilfreich)

Zitat (von quiddje):
Übrigens halte ich deine Aussage, dass Mietverträge " in der Praxis meistens" mündlich abgeschlossen werden, nicht für haltbar. In meinem Bekanntenkreis hat das jedenfalls niemand. Was sagen die hier anwesenden Vermieter dazu?



Das habe ich so nie gesagt, sondern: (siehe Post20 von mir)


Zitat (von charlyt4):
Der Mietvertrag ist durch Angebot und Annahme zustandegekommen.
Ein Mietvertrag kann ja mündlich geschlossen werden, was hier auch der Fall ist.

Meist wird trotz mündlichem Vertragsschluss zusätzlich ein schriftlicher Vertrag geschlossen.



Und das ist nun mal gängige Praxis.



Zitat (von quiddje):
ich will damit sagen, dass der TE den Vertrag offensichtlixh NICHT sofort angenommen hat, da er selbst schreibt, dass seinr Lebensgefährtin laut Absprache mit dem Vermiter mit in den Vertrag sollte. Es wurde bestenfalls eine Übereinkunft erzielt, zusammen mit der Lebensgefährtin einen Mietvertrag abzuschließen. Da die aber nicht da war, wurde der Mietvertrag jedenfalls noch nicht abgeschlossen.





Der Mieter hat:

- eine Zeugin, die bestätigt das ein mündlicher Vertrag geschloßen wurde.

- ein Schreiben vom VM das mit den Worten " besten Dank für die Anmietung " beginnt.

- 1000€ Ablöse bezahlt, die nur fällig sind wenn der Mietvertrag zustande kommt.

- nachweisbar Anschaffungen für die Wohnung getätigt, im Vertrauen auf den bestehenden Vertrag.

- vom Vermieter eine Zahlungsaufforderung mit einer genau benannten Summe für Miete+Kaution.

- vom Vermieter schriftlich, dass er die Kaution und die Miete für September vor Übergabe der Wohnung
auf ein bestimmtes Konto überweisen soll.



Der Vermieter hat:

- ??????????

- ??????????

- vielleicht ein besseres Angebot erhalten ( gewerblich )



Ich als Vermieter würde die Sache nicht unbedingt vor Gericht klären wollen.



Zitat (von quiddje):
ich will damit sagen, dass der TE den Vertrag offensichtlixh NICHT sofort angenommen hat, da er selbst schreibt, dass seinr Lebensgefährtin laut Absprache mit dem Vermiter mit in den Vertrag sollte.



Nein, es wurde lediglich vereinbart, das er für das Unterschreiben und zurück senden eine Woche Zeit hat,
da seine Lebensgefährting momentan nicht vor Ort ist.



gruß charly

Signatur:

Gruß Charly

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#29
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4232 Beiträge, 2417x hilfreich)

Zitat (von charlyt4):

Der Mieter hat:
- eine Zeugin, die bestätigt das ein mündlicher Vertrag geschloßen wurde.
Diese Zeugin ist erstens nicht ganz unparteiisch, da sie ein eigenes Interesse an dem Mieter hatte, der bereit ist, 1000€ zu zahlen. Zweitens könnte sie maximal einen Vertragsschluss zwischen dem TE und dem Vermieter bezeugen und nicht den vom TE angestrebten Vertrag zwischen Vermieter und der GBR Mieter/Lebensgefährtin, denn die GBR war gar nicht anwesend.
Zitat (von charlyt4):

Der Mieter hat:
- ein Schreiben vom VM das mit den Worten " besten Dank für die Anmietung " beginnt.
Das Schreiben ging allerdings vom Vermieter nur an diesen einen Mieter und nicht an die GBR. Da der TE einen Mietvertrag zwischen GBR und Vermieter anstrebte, fehlt immer noch die übereinstimmende Willenserklärung zum Mietvertrag
Zitat (von charlyt4):

Der Mieter hat:- 1000€ Ablöse bezahlt, die nur fällig sind wenn der Mietvertrag zustande kommt.

- nachweisbar Anschaffungen für die Wohnung getätigt, im Vertrauen auf den bestehenden Vertrag.
Da waren Eigenaktionen des Mieters die lediglich beweisen, dass er davon ausging, einen Vertrag zu haben. Wieso soll ein Vermieter zu einem Mietvertrag verpflichtet sein, wenn der Mieter da gerne hinziehen möchte und bereits erste Umzugsaktionen beginnt?
Bekommt ein Abiturient etwa einen Medizinstudienplatz, weil er sich schließlich beworben hat und schon ein Stethoskop angeschafft sowie einem fertigen Studenten seine Fachliteratur abgekauft hat?
Zitat (von charlyt4):

Der Mieter hat:
- vom Vermieter eine Zahlungsaufforderung mit einer genau benannten Summe für Miete+Kaution.

- vom Vermieter schriftlich, dass er die Kaution und die Miete für September vor Übergabe der Wohnung
auf ein bestimmtes Konto überweisen soll.
Klar, das gehört zum Vertragsangebot des Vermieters dazu.
Ich bestreite nicht im Mindesten, dass die Aktionen des Vermieters ein verbindliches Vertragsangebot darstellten.
Nur hat der TE das Vertragsangebot nicht angenommen, sondern einen Gegenvorschlag unterbreitet "warte mal ne Woche und dann hast du mich und meine (dir unbekannte?) Lebensgefährtin als Mieter". Laut BGB stellt ein Gegenvorschlag eine Ablehnung des bisherigen Vertragsangebotes und Angebot eines Alternativen dar. Das geht, wie wir ja nun schon genügend durchgekaut haben, auch mündlich.


Also:
Der Vermieter hat: Ein Vertragsangebot abgegeben und nach Ablehnung desselben das Gegenangebot abgelehnt.
Ich denke mal, er kann das Ganze recht entspannt sehen.


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#30
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118327 Beiträge, 39555x hilfreich)

Zitat (von quiddje):
denn die GBR war gar nicht anwesend.

Selbstverständlich war die GbR anwesend.
Nirgendwo in den Gesetzen steht geschrieben, das die gesamte GbR anwesend sein muss um rechtswirksame Verträge einzugehen.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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