Untermietvertrag , Wohngemeinschaft

13. Januar 2019 Thema abonnieren
 Von 
annabellrecht123
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Untermietvertrag , Wohngemeinschaft

Schönen Sonntag alle ,
ich lebe seit 3 Jahren als Untermieterin in einer zweier Wg . Der Hauptmietvertrag Läuft zwischen Vermieter und meinem Mitbewohner . Der Vermieter war damit einverstanden , das ich mit dem Hauptmieter einen Untermietvertrag mache .
Was wäre , wenn mein Mitbewohner plötzlich auszieht . Oder verstirbt .
Kann der Vermieter mich dann rauswerfen

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121854 Beiträge, 40075x hilfreich)

Zitat (von annabellrecht123):
Was wäre , wenn mein Mitbewohner plötzlich auszieht

Dann ist er weg.
Physiche Abwesendheit beendet in der Regel keinen Mietvertrag mit einer Mietpartei.



Zitat (von annabellrecht123):
Oder verstirbt .

Das wäre eine der Ausnahmen das physiche Abwesendheit einen Mietvertrag mit einer Mietpartei beendet.
Allerdings treten dann die Erben als Mietpartei ein.
Da können allerdings die Erben oder auch der Vermieter kündigen.



Zitat (von annabellrecht123):
Kann der Vermieter mich dann rauswerfen

Nein.
Aber er kann sich einen Gerichtsbeschluss besorgen, das dei Wohnung geräumt werden muss.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
AntoineDF
Status:
Praktikant
(507 Beiträge, 411x hilfreich)

Hallo "annabellrecht123",

grds. besteht zwischen dem Vermieter und dem Untermieter keine vertragliche Beziehung. Der Untermietvertrag ist demnach ein Mietverhältnis zwischen dem Mieter (Ihrem Mitbewohner) und Ihnen als Untermieterin. Es handelt sich wie bei dem Hauptmietvertrag zwischen dem Hauptvermieter und dem Hauptmieter um einen Mietvertrag iSd § 535 BGB einschließlich aller darin verbürgten Rechte und Pflichten.

Wird also das zwischen dem Vermieter und Ihrem Mitbewohner bestehende Mietverhältnis durch Kündigung oder Anfechtung beendet, so geht das von Ihrem Mitbewohner begründete Mietverhältniss mit Ihnen nicht auf den Hauptvermieter über.

Soll heißen:
Der Untermietvertrag gibt Ihnen gegenüber dem Hauptvermieter also kein eigenes Besitzrecht. Endet das Hauptmietverhältnis, besteht gegen Sie, dem die Mietsache überlassen wurde, ein eigenständiger Rückgabeanspruch (Räumung und Herausgabe) gem. § 546 Abs. 2 BGB (OLG Frankfurt a. M. BeckRS 2013, 22828 ; LG Berlin NZM 2016, 239 ).

Bei einer Kündigung des Mietverhältnisses zwischen dem Hauptvermieter und Ihrem Mitbewohner würde also auch Ihr Untermietverhältnis erlöschen.

Bei Tod Ihres Mitbewohners hat "Harry van Sell" bereits richtigerweise ausgeführt, käme es darauf an, ob es Erben gäbe, die in das Mietverhältnis eintreten würden. Wenn nicht, würde auch dann das Mietverhältnis zwischen Ihrem Mitbewohner und Ihnen enden, sodass Sie zur Räumung und Herausgabe der Mietsache verpflichtet wären.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121854 Beiträge, 40075x hilfreich)

Zitat (von AntoineDF):
Bei einer Kündigung des Mietverhältnisses zwischen dem Hauptvermieter und Ihrem Mitbewohner würde also auch Ihr Untermietverhältnis erlöschen.

Seit wann denn das? Wäre mir neu, das sich Gesetz- und Rechtsprechung diesbezüglich geändert hätten?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#4
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11821 Beiträge, 3209x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von AntoineDF):
Bei einer Kündigung des Mietverhältnisses zwischen dem Hauptvermieter und Ihrem Mitbewohner würde also auch Ihr Untermietverhältnis erlöschen.

Seit wann denn das? Wäre mir neu, das sich Gesetz- und Rechtsprechung diesbezüglich geändert hätten?


§ 546 II BGB ?
Zitat:

Rückgabepflicht des Mieters

(1) Der Mieter ist verpflichtet, die Mietsache nach Beendigung des Mietverhältnisses zurückzugeben.

(2) Hat der Mieter den Gebrauch der Mietsache einem Dritten überlassen, so kann der Vermieter die Sache nach Beendigung des Mietverhältnisses auch von dem Dritten zurückfordern.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121854 Beiträge, 40075x hilfreich)

Zitat (von AltesHaus):
§ 546 II BGB ?

Nö, der regelt nur die Rückgabepflicht des Mieters, nicht die Beendigung des Mietverhältnisses.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#6
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11821 Beiträge, 3209x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Nö, der regelt nur die Rückgabepflicht des Mieters, nicht die Beendigung des Mietverhältnisses


Das MV besteht ja nicht mit dem HV sondern mit dem HM, evtl. hat AntoineDF da etwas fehlformuliert, jedoch die Mietsache muss herausgegeben werden.

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#7
 Von 
annabellrecht123
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke erstmal für eure Antworten . Also ist es besser ,wenn ich mich mit in den Mietvertrag mit reinschreiben lasse ?

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11821 Beiträge, 3209x hilfreich)

Zitat (von annabellrecht123):
Danke erstmal für eure Antworten . Also ist es besser ,wenn ich mich mit in den Mietvertrag mit reinschreiben lasse ?


Das kommt darauf an, ob es a) Ihren Plänen entspricht da idR Untermieter doch eher temporär irgendwo wohnen, und b) ob (beide) VM bereit sind Sie in den Vetrag aufzunehmen

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
AntoineDF
Status:
Praktikant
(507 Beiträge, 411x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von AntoineDF):
Bei einer Kündigung des Mietverhältnisses zwischen dem Hauptvermieter und Ihrem Mitbewohner würde also auch Ihr Untermietverhältnis erlöschen.

Seit wann denn das? Wäre mir neu, das sich Gesetz- und Rechtsprechung diesbezüglich geändert hätten?


Vielleicht war das etwas zu kurz gesprungen, ich gebe Ihnen und "AltesHaus" recht.

Stattdessen sollte es wohl lieber heißen:
Nach Beendigung des Hauptmietvertrags kann der Vermieter die Mietsache herausverlangen (§ 546 Abs. 2 BGB ), da das Besitzrecht des Untermieters gegenüber dem Vermieter endet. Voraussetzung des Rückforderungsanspruchs ist es, dass der Vermieter diesen gegenüber dem Untermieter (genauer: dem Dritten) geltend macht. Dabei ist die Rückforderungserklärung keine Kündigung, weil zwischen Vermieter und Untermieter, wie bereits erwähnt, keine mietvertraglichen Beziehungen bestehen.

Zitat (von annabellrecht123):
Danke erstmal für eure Antworten . Also ist es besser ,wenn ich mich mit in den Mietvertrag mit reinschreiben lasse ?


Sie könnten sich alternativ auch einen Anspruch auf Abschluss eines eigenen Mietvertrages gegen den Hauptvermieter einräumen lassen. Hierzu könnten bspw. der Hauptvermieter und Ihr Untervermieter eine entsprechende Vereinbarung in ihrem Mietvertrag treffen.

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