Untervermietung-Antrag vom Vermieter verweigert: Nächste Schritte?

20. Juli 2023 Thema abonnieren
 Von 
heycar
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Untervermietung-Antrag vom Vermieter verweigert: Nächste Schritte?

Hallo zusammen,

folgender Fall: Ich möchte einen Teil meiner Wohnung durch einen mehrmonatigen Auslandsaufenthalt teilweise und möbliert untervermieten. Ich habe nach § 553 BGB schriftlich nach der Erlaubnis beim Vermieter für zwei meiner drei Zimmer erfragt. Ein Zimmer bleibt für den Zeitraum versperrt und für mich reserviert, um u.A. wichtige Dokumente und hochwertige Möbel zu lagern. Wichtig: Es geht um die teilweise Untervermietung!

Der Antrag wurde nach dem Verstreichen einer üblichen Frist vom Vermieter beantwortet mit den Worten "es wird nicht gerne gesehen". Ich möchte hier prüfen, ob ich richtig vorgehe, wie ich zu einer Einigung kommen könnte und ob ich Recht auf Schadensersatzanspruch habe.

Berechtigtes Interesse:
- Mehrere Monate beruflich und privat im Ausland
- Doppelte Mietbelastung
- Einbruchsgefahr, da Wohnung im Erdgeschoss
- Angst keine Wohnung zu haben nach Auslandsaufenthalt (wenn ich kündigen würde)

Ich hab die Gründe und den Untermieter (inkl. Name, Adresse, Beruf, Dauer, Anzahl) dem Vermieter mitgeteilt.

Genannte relevante Gründe der Ablehnung:
1. Der Vermieter kennt den Untermieter nicht persönlich
2. Überbelegung der Wohnung bei zwei Personen in zwei Zimmern

Weitere willkürlich genannte Gründe erspare ich an dieser Stelle, da nicht relevant.

Nach meinem Verständnis und ausgiebiger Recherche zu dieser Thematik sind die Gründe der Ablehnung nicht zutreffend.

(1) Der Vermieter darf keine Auswahl basierend auf einem persönlichen Treffen machen. Ausnahme sind, wenn der Untermieter ein bekannter Verbrecher oder bereits vorher in der Hausgemeinschaft für Unruhe gesorgt hat. Beides ist nicht der Fall.
(2) Eine Überbelegung liegt bei zwei Personen für zwei Zimmer in der Dreizimmerwohnung nicht vor. Ich werde in der Zeit der Untermiete nicht vor Ort sein.

Ich bin natürlich an einer aussergerichtlichen Lösung interessiert, weshalb ich sogar angeboten habe weitere Informationen vom Untermieter (wo ich das Einverständnis habe) dem Vermieter zukommen zu lassen. Ein persönliches Treffen ist durch die Distanz nicht möglich.

Ich bin an einem Punkt an dem ich denke, dass es wahrscheinlich ist meine Rechte gerichtlich einklagen lassen zu müssen.

Nun meine Fragen:
1. Ist mein "berechtigtes Interesse" angreifbar, falls ich klage?
2. Sind die Ablehnungsgründe des Vermieters in irgendeiner Form valide?
3. Ab wann zählt ein Antrag offiziell als abgelehnt? Die Antwort des Vermieters ist kein klares Nein, aber der Antrag wird in der gegebenen, üblichen Frist auch nicht bejaht
4. Was kann ich noch tun, um eine außergerichtliche Einigung zu erzielen

Ich habe es mir jetzt mal gespart die entsprechenden Gerichtsurteile zu dem Thema zu verlinken. Bei einer Google-Suche wird man aber schnell fündig (Generelle Info für das Thema)

Danke in Voraus
Daniel

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21 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118805 Beiträge, 39630x hilfreich)

Zitat (von heycar):
1. Ist mein "berechtigtes Interesse" angreifbar, falls ich klage?

Selbstverständlich.



Zitat (von heycar):
2. Sind die Ablehnungsgründe des Vermieters in irgendeiner Form valide?

Als erstes wäre mal der Wortlaut der Antwort des Vermieters als Diskussionsgrundlage relevant.



Zitat (von heycar):
Ab wann zählt ein Antrag offiziell als abgelehnt?

Ab dem Zeitpunkt an dem er dem Antragstellerzuging und eine Ablehnung enthielt.



Zitat (von heycar):
Was kann ich noch tun, um eine außergerichtliche Einigung zu erzielen

Kommt auf die Interessen des Vermieters an...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4390 Beiträge, 524x hilfreich)

Zitat (von heycar):
4. Was kann ich noch tun, um eine außergerichtliche Einigung zu erzielen


Wie sollte eine solche Einigung denn aussehen?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3464 Beiträge, 551x hilfreich)

Was steht im Mietvertrag zum Thema Untervermietung?

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#4
 Von 
heycar
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
Was steht im Mietvertrag zum Thema Untervermietung?

Genau das gleiche wie auch in § 553 BGB:

Zitat:
(1) Entsteht für den Mieter nach Abschluss des Mietvertrags ein berechtigtes Interesse, einen Teil des Wohnraums einem Dritten zum Gebrauch zu überlassen, so kann er von dem Vermieter die Erlaubnis hierzu verlangen. Dies gilt nicht, wenn in der Person des Dritten ein wichtiger Grund vorliegt, der Wohnraum übermäßig belegt würde oder dem Vermieter die Überlassung aus sonstigen Gründen nicht zugemutet werden kann.

(2) Ist dem Vermieter die Überlassung nur bei einer angemessenen Erhöhung der Miete zuzumuten, so kann er die Erlaubnis davon abhängig machen, dass der Mieter sich mit einer solchen Erhöhung einverstanden erklärt.


Sorry, vergessen zu erwähnen.

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#5
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31672 Beiträge, 5592x hilfreich)

Zitat (von heycar):
vom Vermieter beantwortet mit den Worten "es wird nicht gerne gesehen".
Und wie lautet die Ablehnung?
Ein *Jein* ist für mich keine--- und ich würde sie uU zu meinen Gunsten als Ja deuten.
Und eine Verweigerung kann ich auch nicht lesen.

Vielleicht sind die hier nicht genannten Gründe doch relevant und verhindern eine Einigung?

-Wie lange soll die Untervermietung dauern?
-Wann soll die Untervermietung beginnen?
-Wieviel m² hat die Wohnung, wenn 1 Zimmer versperrt wird?
-Wohnst du jetzt allein in 3ZKDB?

Um eine Überbelegung zu konstruieren, müsste die Wohnfläche für 2 Personen (incl. Kü,Bad, Diele) weniger als ca. 20m² haben.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
heycar
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Und wie lautet die Ablehnung?
Ein *Jein* ist für mich keine--- und ich würde sie uU zu meinen Gunsten als Ja deuten.
Und eine Verweigerung kann ich auch nicht lesen.


Es gibt keine klare Ablehnung, aber zusätzlich zu dem oben schon gesagten sowas wie:
"Eine Untervermietung wird von uns generell kritisch gesehen." und "Wir bitten Sie, die Absicht der Untervermietung noch einmal zu überdenken"

Ich bin mir unschlüssig, ob (1) eine verspätete Rückmeldung durch nicht-Einhalten der gesetzten Frist oder (2) kein klares "Nein" gleichzeitig als "Ja" gedeutet werden kann. Ich würde mir das gerne wünschen, aber sehe dann das Risiko, das ich eine Abmahnung / Kündigung erhalte, wenn ich trotzdem untervermiete und es raus kommt.

Die Untervermietung geht über mehrere Monate, aber weniger als ein Jahr.

Zitat (von Anami):
Um eine Überbelegung zu konstruieren, müsste die Wohnfläche für 2 Personen (incl. Kü,Bad, Diele) weniger als ca. 20m² haben.

Ich habe hier zu zweit gewohnt und jetzt werden die Untermieter ebenfalls zu zweit wohnen. Die Zimmer sind ausreichend groß und jeweils über 10 qm2. Also da ist selbst pro Person mehr als 20 qm2 Platz. Das wird nicht standhalten können.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118805 Beiträge, 39630x hilfreich)

Es gibt 3 Möglichkeiten
A) man lässt es sein
B) man vermietet dennoch
C) man sucht die Entscheidung vor Gericht


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
heycar
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Es gibt 3 Möglichkeiten
A) man lässt es sein
B) man vermietet dennoch
C) man sucht die Entscheidung vor Gericht


Danke, dass Sie mir meine Optionen nochmal kurz und knapp aufgelistet haben!

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9819 Beiträge, 4457x hilfreich)

Zitat (von heycar):
Ich habe nach § 553 BGB schriftlich nach der Erlaubnis beim Vermieter für zwei meiner drei Zimmer erfragt.
Für einen konkret benannten Untermieter?

§ 553 BGB sieht vor, dass der Vermieter ablehnen kann, wenn in der Person des Untermieters ein Grund vorliegt. Von daher muss ein Vermieter nicht allgemein die Untervermietung genehmigen. Er muss nur dann auf Basis von § 553 BGB, wenn ihm konkret der Untermieter genannt wird.

PS: Genau das macht den § 553 BGB sehr schwierig in der Anwendung. Der Vermieter darf sich zumindest eine gewisse Zeit zur Prüfung nehmen. Welcher Interessent wartet solange ab?

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
heycar
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Für einen konkret benannten Untermieter?

Ja, ich habe es im Anfangstext geschrieben und habe auch gesagt weitere Infos dazu geliefert

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9819 Beiträge, 4457x hilfreich)

Zitat (von heycar):
Zitat (von cauchy):
Für einen konkret benannten Untermieter?


Ja, ich habe es im Anfangstext geschrieben und habe auch gesagt weitere Infos dazu geliefert
Tut mir leid. Den Satz habe ich übersehen.

Zitat (von heycar):
1. Ist mein "berechtigtes Interesse" angreifbar, falls ich klage?
2. Sind die Ablehnungsgründe des Vermieters in irgendeiner Form valide?
3. Ab wann zählt ein Antrag offiziell als abgelehnt? Die Antwort des Vermieters ist kein klares Nein, aber der Antrag wird in der gegebenen, üblichen Frist auch nicht bejaht
4. Was kann ich noch tun, um eine außergerichtliche Einigung zu erzielen

Ein temporärer Auslandsaufenthalt ist meines Wissens nach ein berechtigtes Interesse. Du darfst allerdings die Sachherrschaft über die Wohnung nicht verlieren. Ich müsste selber noch recherchieren, ob ein als Lager genutztes Zimmer dafür ausreicht. Besser wäre es, wenn du die Wohnung selber bei Heimatbesuchen nutzen würdest.

Die hier genannten Ablehnungsgründe des Vermieters sind natürlich nicht valide. Es ist aber ja auch keine Ablehnung, so wie ich das verstehe. Er bittet darum, die Sache zu überdenken. Letztlich ist es aber auch irrelevant. Laut Gesetzt müsste er genehmigen und das hat er wohl nicht getan.

Ein Gerichtsverfahren würde wohl solange dauern, dass der Untermieter abspringen würde. Du müsstest somit auf Schadensersatz klagen, weil dir die Untermiete entgangen ist. Aus dem Ausland heraus nur möglich mit einem Anwalt und viel Vertrauen in den Untermieter. Denn es könnten wichtige Schriftstücke nicht beim Anwalt sondern im Briefkasten deiner Wohnung landen. Nach deinem Auslandsaufenthalt könntest du, solange er nicht zulange dauert, immernoch auf Schadensersatz klagen. Aber einfach ist das aus meiner Sicht auch nicht.

Schwierige Situation. Ich meine mich an ein Urteil zu erinnern, wo eine Vermieterkündigung wegen ungenehmigter Untervermietung vor Gericht einkassiert wurde, weil der Vermieter rechtsmissbräuchlich der Untervermietung nicht zugestimmt hatte. Du könntest also auch einfach untervermieten und hoffen, dass entweder der Vermieter nicht klagt oder dass du ein Gerichtsverfahren dazu gewinnst. Letzteres wäre nur dann möglich, wenn du die Gerichtsschreiben überhaupt erhälst.

1x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
heycar
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für deinen hilfreichen Beitrag. Deine Einschätzungen und Empfehlungen sind mir viel Wert! ✅

Zitat (von cauchy):
Ein temporärer Auslandsaufenthalt ist meines Wissens nach ein berechtigtes Interesse. Du darfst allerdings die Sachherrschaft über die Wohnung nicht verlieren. Ich müsste selber noch recherchieren, ob ein als Lager genutztes Zimmer dafür ausreicht. Besser wäre es, wenn du die Wohnung selber bei Heimatbesuchen nutzen würdest.

Die hier genannten Ablehnungsgründe des Vermieters sind natürlich nicht valide

Danke für die Bestätigung meiner Bedenken. Ich sehe es ähnlich.

Zitat (von cauchy):
Du müsstest somit auf Schadensersatz klagen, weil dir die Untermiete entgangen ist. Aus dem Ausland heraus nur möglich mit einem Anwalt und viel Vertrauen in den Untermieter.

Ich stimme dir zu. Wäre ich potenzieller Untermieter, wäre mir die Unsicherheiten und Risiken auch zu hoch und ich wäre weg. Ich habe zum Glück alles auch schriftlich dokumentiert. Außerdem liegt der Auslandsaufenthalt noch etwas in der Zukunft, sodass ich das von zu Hause regeln könnte.

Muss man zwei Prozesse anstoßen - auf Erlaubnis und auf Schadensersatz? Wahrscheinlich macht dann ja nur auf Schadensersatz Sinn?

Zitat (von cauchy):
Schwierige Situation. Ich meine mich an ein Urteil zu erinnern, wo eine Vermieterkündigung wegen ungenehmigter Untervermietung vor Gericht einkassiert wurde, weil der Vermieter rechtsmissbräuchlich der Untervermietung nicht zugestimmt hatte. Du könntest also auch einfach untervermieten und hoffen, dass entweder der Vermieter nicht klagt oder dass du ein Gerichtsverfahren dazu gewinnst. Letzteres wäre nur dann möglich, wenn du die Gerichtsschreiben überhaupt erhälst.

Interessanter Gedankengang. Kannst du sagen oder auf Quellen verlinken, die mir aufzeigen, wie im Falle eines Herausfinden des Vermieters vorgegangen werden muss? Was ich weiß:
1. Mahnung mit Aufforderung das Untermietverhältnis zu beenden
2. Bei nicht regieren auf (1) --> (fristgerechte?) Kündigung möglich
3. Keine Reaktion darauf -> Wohnungsräumung?

Speziell interessieren mich hier die Fristen, sodass ich einschätzen kann, ob ich dem Untermieter das zu trauen kann (ich wäre ja dann im Ausland). Wie schnell müsste der Untermieter dann raus? Wie kann ich reagieren, um die Kündigung zu verlangsamen? Kann der Vermieter sogar ausserordentlich kündigen?

Die Fragen wären für dieses Vorhaben natürlich relevant, da der Vermieter nun von meiner angedachten Untervermietung und den konkreten Daten Bescheid weiß.

Daniel

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9819 Beiträge, 4457x hilfreich)

Hier das Urteil: BGH, Urteil v. 2.2.2011, VIII ZR 74/10, NJW 2011 S. 1065 . Aber bitte schau es dir genau an, ob das verallgemeinerbar ist. Ich meine mich zu erinnern, dass das ein recht spezieller Fall war. Der offizielle Tenor jedoch klingt so, als ob es allgemeiner anwendbar wäre:

Zitat:

a) Nimmt der Mieter eine Untervermietung vor, ohne die erforderliche Erlaubnis seines Vermieters einzuholen, verletzt er seine vertraglichen Pflichten auch dann, wenn er einen Anspruch auf Erteilung der Erlaubnis hat.
b) Ob ein derartiger Vertragsverstoß des Mieters ein die ordentliche Kündigung des Mietverhältnisses rechtfertigendes Gewicht hat, ist unter Würdigung der Umstände des Einzelfalls zu beurteilen.
c) Hat der Mieter eine Erlaubnis zur Untervermietung vom Vermieter rechtzeitig erbeten, so ist eine auf die fehlende Erlaubnis gestützte Kündigung rechtsmissbräuchlich, wenn der Vermieter seinerseits zur Erteilung der Erlaubnis verpflichtet war und ihm somit selbst eine Vertragsverletzung zur Last fällt

1x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
guest-12315.09.2023 08:23:49
Status:
Junior-Partner
(5465 Beiträge, 925x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Ein temporärer Auslandsaufenthalt ist meines Wissens nach ein berechtigtes Interesse. Du darfst allerdings die Sachherrschaft über die Wohnung nicht verlieren. Ich müsste selber noch recherchieren, ob ein als Lager genutztes Zimmer dafür ausreicht.
Es muss nicht mal ein Zimmer sein, es reichen die persönlichen Gegenstände in der Wohnung.

Siehe BGH, Urteil vom 11. Juni 2014, Az. VIII ZR 349/13
und AG Tempelhof-Kreuzberg, Urteil vom 01.09.2011 – Az. 14 C 212/11.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31672 Beiträge, 5592x hilfreich)

Zitat (von heycar):
zusätzlich zu dem oben schon gesagten sowas wie:
Sowas wie ...ist ja auch butterweich, und vermutlich nicht der Wortlaut. DER wäre mE aber wichtig.
Dass man als VM darum bittet, es nochmal zu überdenken und Untervermietung generell kritisch sieht, ist weder Ablehnung noch Verweigerung.
Das Überbelegungs-Argument scheidet aus.
Dass Argument, dass der VM die Untermieter nicht kennt, lässt sich evtl. noch durch technische Möglichkeiten per skype aushebeln.
Bleiben die nicht relevanten Gründe...
Zitat (von heycar):
ob (1) eine verspätete Rückmeldung durch nicht-Einhalten der gesetzten Frist oder (2) kein klares "Nein" gleichzeitig als "Ja" gedeutet werden kann.
Es ist deine Sache, ob du das jetzt als JA, ich darf wegen wichtiger Gründe deutest und ob deine Untermieter das Risiko eingehen.

Zitat (von heycar):
Wie schnell müsste der Untermieter dann raus? Wie kann ich reagieren, um die Kündigung zu verlangsamen? Kann der Vermieter sogar ausserordentlich kündigen?
Alles ist mE jetzt nicht konkret oder mit JA/NEIN zu beantworten.
Zitat (von heycar):
wenn ich trotzdem untervermiete und es raus kommt.
Dass das rauskommt, kann man wohl klar mit JA beantworten.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Spezi-2
Status:
Senior-Partner
(6387 Beiträge, 2310x hilfreich)

Eine Besonderheit liegt in diesen Fall (sowie er geschildert ist) auch daran, das nicht an einem Untermieter vermietet werden soll, sondern es sollen 2 Zimmer an je einen Untermieter vermietetr werden, also 2 Untermietverhältnisse begründet werden.
Im Gesetzestext heißt es aber:

Zitat:
einen Teil des Wohnraums einem Dritten zum Gebrauch zu überlassen.

Scheint mir ein weseentlicher Unterschied, zumal das Hauptmietverhältnis nur einen Mieter vorsieht.

-- Editiert von User am 21. Juli 2023 15:24

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5865x hilfreich)

Meine Meinung dazu:
Der VM wäre hier verpflichtet der UV zuzustimmen falls es keine validen Ablehnungsgründe gibt.
1) Der VM hat überhaupt nicht abgelehnt
2) Da um die Zustimmung des VM ersucht wurde und keine Ablehnung erfolgte ist die Zustimmung als gegeben anzusehen
3) Eine aus der UV begründete Kündigung hätte vor Gericht, meiner Meinung nach, keinen Bestand.

Signatur:

Folgende Nutzer werden blockiert, ich kann deren Beiträge nicht lesen: AR377, Xipolis, Jule28

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
guest-12315.09.2023 08:23:49
Status:
Junior-Partner
(5465 Beiträge, 925x hilfreich)

Zitat (von Spezi-2):
Eine Besonderheit liegt in diesen Fall (sowie er geschildert ist) auch daran, das nicht an einem Untermieter vermietet werden soll, sondern es sollen 2 Zimmer an je einen Untermieter vermietetr werden, also 2 Untermietverhältnisse begründet werden.
Das ist egal. Ich kann den Paragrafen auch zweimal anwenden.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
heycar
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Sowas wie ...ist ja auch butterweich, und vermutlich nicht der Wortlaut. DER wäre mE aber wichtig.

Nochmal zusammengefasst (mit genauem Wortlaut):
- Ich bitte Sie die Absicht der Untervermietung noch einmal zu überdenken
- Eine Untervermietung wird generell kritische gesehen
- Ich möchte nicht, dass mir unbekannte Personen im Teil der Wohnung wohnen
- Ich halte eine Belegung von zwei Personen in zwei Zimmern für überbelegt

Ich habe die Personen ausreichend vorgestellt und auch angeboten weitere Dokumente (soweit möglich) nachzuliefern.

Zitat (von Anami):
Bleiben die nicht relevanten Gründe...

Das sind mehr so Hinweise wie: "Mieteinnahmen aus Untermietverhältnissen gehören in die Steuererklärung".

Zitat (von Spezi-2):
sondern es sollen 2 Zimmer an je einen Untermieter vermietetr werden, also 2 Untermietverhältnisse begründet werden.

Mein Fehler: Es ist ein Pärchen und es gibt nur einen Untermietvertrag. Aber selbst wenn: Es sollte keinen Unterschied machen, oder? Überbelegung sollte selbst dann kein Thema sein.

Zitat (von -Laie-):
2) Da um die Zustimmung des VM ersucht wurde und keine Ablehnung erfolgte ist die Zustimmung als gegeben anzusehen


Danke für die anderen Einschätzungen! Mein Mieterverein teilt diese Auffassung auch.

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9819 Beiträge, 4457x hilfreich)

Zitat (von heycar):
Zitat (von -Laie-):
2) Da um die Zustimmung des VM ersucht wurde und keine Ablehnung erfolgte ist die Zustimmung als gegeben anzusehen

Danke für die anderen Einschätzungen! Mein Mieterverein teilt diese Auffassung auch.
Ein Kommentar dazu noch von mir. Manchmal werden die Threads ja auch von anderen gelesen: Ich teile diese Auffassung eher nicht. Ich glaube zwar auch, dass ein Gericht nicht gegen den Mieter entscheiden würde, wenn der Vermieter unberechtigt die Genehmigung verweigert. Aber ein nicht vertragsgemäßes Verhalten des Mieters bleibts trotzdem.

Zudem besteht immer die Gefahr, dass ein Gericht entscheidet, dass der Vermieter nicht zur Genehmigung verpflichtet war. Aus welchen Gründen auch immer. Und dann wird's gefährlich für den Mieter. Der Mieter sollte also genau überlegen, ob es sich wirklich lohnt und ob er wirklich dem Vermieter alle notwendigen Informationen nachweisbar zur Verfügung gestellt hat.

Beim Fragesteller hier mag das der Fall sein. Verallgemeinern würde ich es nicht einfach wollen.

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5865x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Verallgemeinern würde ich es nicht einfach wollen.
Da bin ich voll und ganz bei dir, allerdings diskutieren wir hier über den Fall des Fragestellers und nicht allgemein.

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