Untervermietung während der Kündigungsfrist

30. Juni 2023 Thema abonnieren
 Von 
inkognito223
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)
Untervermietung während der Kündigungsfrist

Hallo Forum,
ein Mieter möchte umziehen und hat schon einen neuen Mietvertrag "ab sofort" unterschrieben und den Umzug gemacht. Er will nun den alten Mietvertrag so schnell wie möglich beenden, um doppelte Mietzahlungen zu vermeiden. Der alte Vermieter geht auf eine entsprechende Bitte allerdings nicht ein und bestätigt nur die Kündigung zur gesetzlich vorgeschriebenen Kündigungsfrist. Soweit so gut.
Der Mieter möchte nun die (praktisch leer stehende) alte Wohnung für 2 Monate untervermieten, da er sonst in finanzielle Schwierigkeiten kommen könnte, und um zumindest einen Teil der Miete zurück zu bekommen. Es handelt sich um ein kleines 1-Zimmer-Appartment. Unter welchen Umständen kann der Vermieter dem Mieter die Untervermietung verbieten, bzw auf was sollte der Mieter achten wenn er den Vermieter um Erlaubnis zur Untervermietung bittet?
Vielen Dank und viele Grüße

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47286 Beiträge, 16752x hilfreich)

Zitat (von inkognito22):
Unter welchen Umständen kann der Vermieter dem Mieter die Untervermietung verbieten,


Unter allen Umständen, der der Vermieter keinen Grund braucht um die Erlaubnis zu verweigern.

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#2
 Von 
Spezi-2
Status:
Senior-Partner
(6376 Beiträge, 2309x hilfreich)

So wie die Schilderung ist, muß der Vermieter eine Untervermietung nicht genehmigen sondern kann sie wegen fehlender Rechtsgrundlage ablehnen.

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

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#3
 Von 
inkognito223
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank! Könntet ihr vielleicht etwas ins Detail gehen? Man liest ja überall dass Vermieter eine Unterermietung nicht so einfach / ohne guten Grund untersagen können. Warum ist das hier nicht der Fall? Weil es ein leerstehendes 1-Zi-App ist? Was sind hier die relevanten Kriterien?

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#4
 Von 
Spezi-2
Status:
Senior-Partner
(6376 Beiträge, 2309x hilfreich)

Lies mal §§ 540 + 553 BGB.

Zitat:

§ 540 BGB: 1) Der Mieter ist ohne die Erlaubnis des Vermieters nicht berechtigt, den Gebrauch der Mietsache einem Dritten zu überlassen, insbesondere sie weiter zu vermieten.
§ 553 BGB: 1) Entsteht für den Mieter nach Abschluss des Mietvertrags ein berechtigtes Interesse, einen Teil des Wohnraums einem Dritten zum Gebrauch zu überlassen, so kann er von dem Vermieter die Erlaubnis hierzu verlangen. Dies gilt nicht, wenn in der Person des Dritten ein wichtiger Grund vorliegt, der Wohnraum übermäßig belegt würde oder dem Vermieter die Überlassung aus sonstigen Gründen nicht zugemutet werden kann.

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

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#5
 Von 
inkognito223
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

D.h. also wenn der Mieter nur einen Teil des Appartments untervermieten möchte und die Wohnung noch gelegentlich selber nutzt, und zB einen Schlüssel behält, dann könnte er vom Vermieter durchaus die Erlaubnis verlangen, oder?

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#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31574 Beiträge, 5575x hilfreich)

Zitat (von inkognito223):
also wenn der Mieter nur einen Teil des Appartments untervermieten möchte
An welchen Teil hast du da gedacht bei einem kleinen 1-Zi-Appt.? :smile:
Verlangen kannst du alles, der Vermieter kann einfach nicht zustimmen.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#7
 Von 
Spezi-2
Status:
Senior-Partner
(6376 Beiträge, 2309x hilfreich)

Wie soll das gehen, lt. #3 ist es:

Zitat:
Weil es ein leerstehendes 1-Zi-App ist?

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

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#8
 Von 
inkognito223
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Wie soll was gehen? Das gelegentliche nutzen? Naja, man kann dort Kochen, Duschen, Tanzen, Singen, die Möglichkeiten sind praktisch unbegrenzt! :p
Aber ernsthaft, aus dem Gesetzestext erschliesst sich mir absolut nicht, dass die Größe der Wohnung oder die Anzahl der Einrichtungsgegenstände hier eine Rolle spielen.

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118602 Beiträge, 39602x hilfreich)

Zitat (von inkognito223):
Aber ernsthaft, aus dem Gesetzestext erschliesst sich mir absolut nicht, dass die Größe der Wohnung oder die Anzahl der Einrichtungsgegenstände hier eine Rolle spielen.

Richtig.

Man würde halt vor Gericht glaubhaft machen müssen, das sich jemand findet der das für 2 Monates so mitmachen würde.
Wie das gehen sollte erschließt sich mir absolut nicht ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#10
 Von 
inkognito223
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Ganz einfach, die Wohnung befindet sich in der Münchner Innenstadt. Laut Immoscout bewerben sich in (ganz) München bei 1-Zi-Apps im Schnitt 364 Bewerber :)

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#11
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4232 Beiträge, 2417x hilfreich)

Ich würde die Aussagen auf solchen Portalen etwas differenzierter sehen.
Wie viele von den Leuten du als Untermieter für zwei Monate haben willst, ist eine andere Menge.
Wie viele von denen in eine leere Wohnung einziehen um zwei Monate spater wieder auszuziehen, noch mal eine andere.
Dann kommt dazu, dass du für alle Schäden, die dein Untermieter verursacht, verantwortlich bist gegenüber dem Vermieter.
Wenn der Untermieter NICHT auszieht, kommst du in ernsthafte Schwierigkeiten.
Man sollte sich gut überlegen, ob das bisschen Geld einem das Wert ist.

Aber gut, nehmen wir an du bist entschlossen, jemandem einen Teil der leerstehenden Wohnung unterzuvermieten. Da muss der Vermieter nicht zustimmen, du musst deinen Untermieter schon konkret benennen, damit der Vermieter überlegen kann ob er dem zustimmen will
Du sucht also jemanden, dem du einerseits vertraust, so rechtschaffen zu sein dass er zum vereinbarten Termin auszieht, der andererseits aber den Schmu mit dem "nur teilweise untervermietet" mitmacht. Den nennst du dann mit der Bitte um Zustimmung zur Untervermietung dem Vermieter.
Dann hat der natürlich eine Bedenkfrist um zu prüfen ob ihm das zumutbar ist Zwei Wochen muss man ihm wohl zubilligen.
Du hast dann mit Glück noch einen Monat zur Untervermietung. Wenn der Untermieter nicht längst wieder abgesprungen ist, würde CH mir in dem einen Monat nur Sorgen machen, ob der auch wirklich auszieht, er scheint die Wohnung ja dringend zu benörigen! Aber ich bin auch kein risikofreudiger Mensch...

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#12
 Von 
Spezi-2
Status:
Senior-Partner
(6376 Beiträge, 2309x hilfreich)

Also der Vermieter verweigert die Erlaubnis. Die Rechte des MIeters stehen auch in § 540 Abs. 1 Satz 2 BGB:

Zitat:
Verweigert der Vermieter die Erlaubnis, so kann der Mieter das Mietverhältnis außerordentlich mit der gesetzlichen Frist kündigen,

NUr hilft dies ja nicht, da der Mieter ja schon gekündigt hat.

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

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#13
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118602 Beiträge, 39602x hilfreich)

Ich hoffe nicht, das das

Zitat (von inkognito223):
Ganz einfach, die Wohnung befindet sich in der Münchner Innenstadt. Laut Immoscout bewerben sich in (ganz) München bei 1-Zi-Apps im Schnitt 364 Bewerber

eine Antwort hieruaf
Zitat (von Harry van Sell):
Wie das gehen sollte erschließt sich mir absolut nicht ...

war.



Zitat (von Spezi-2):
NUr hilft dies ja nicht, da der Mieter ja schon gekündigt hat.

Das würde nur bei Untervermietung gelten, nur liegt die hier nicht vor.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31574 Beiträge, 5575x hilfreich)

Zitat (von inkognito223):
Das gelegentliche nutzen? Naja, man kann dort Kochen, Duschen, Tanzen, Singen, die Möglichkeiten sind praktisch unbegrenzt!
Nicht witzig.
Wie viele sich bewerben, ist vollkommen irrelevant. Einer würde genügen.

Zitat (von Spezi-2):
Also der Vermieter verweigert die Erlaubnis.
Nö. Noch nicht, der reagiert nur nicht auf eine Bitte.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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