Verbrauchszähler -und abrechnung bei Fernwärme

1. März 2024 Thema abonnieren
 Von 
guest-12304.03.2024 12:35:39
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 0x hilfreich)
Verbrauchszähler -und abrechnung bei Fernwärme

Hallo, aller Voraussicht nach wird es in naher Zukunft ein Problem mit der Heizkostenabrechnung geben. Das Mehrfamilienhaus wird mit Fernwärme versorgt. Es gibt in den Wohnungen keine eigenständige Verbrauchszähler. Die Heizkosten werden pauschal abgegolten (Warmwasser dezentral über Durchlauferhitzer) , demnach sind auch keine eigenen Versorgungsverträge mit den Energieversorgern geschlossen. Ja, ich weiß, Heizkostenverordnung. Nach meiner Kenntnis waren wohl früher Verdunstungsröhrchen an den Heizkörpern angebracht. Das dürfte aber auch schon einige Jahre her sein. Nehmen wir an, dass es sich nicht vermeiden lässt dass in Zukunft die Heizkosten verbrauchsabhängig berechnet werden, worauf muss ich achten? Die Vorgaben gemäß der Heizkostenverordnung ändern sich von Jahr zu Jahr. Ich blicke da nicht mehr so durch.
1) Entsprechen solche Verdunstungsröhrchen noch dem Stand der Technik oder sind inzwischen andere Verbrauchszähler vorgeschrieben? Digital, Fernablesbar etc.? Röhrchen sind glaube ich günstiger in der Anschaffung und Wartung, dafür aber ungenauer. Wo bekomme ich die entsprechenden Informationen was vorgeschrieben ist? In den Verordnungen, direkt bei den Energieversorgern?
2) Welchen Verteilerschlüssel (Fläche/Verbrauch) muss der Vermieter in meinem Fall einhalten bzw. worauf muss ich achten? Welcher Schlüssel wäre für den Mieter günstiger da wenig Verbrauch (Single Haushalt). Zudem stimmt die im Mietvertrag aufgeführte Wohnfläche nicht.
3) Ich habe irgendwo gelesen, dass es neue Vorgaben gibt, dass der Vermieter monatliche Verbrauchsinformationen zur Verfügung stellen muss. Wie soll das bei Verdunstungsröhrchen funktionieren? Oder gibt es Ausnahmen? Ich kann mir nicht vorstellen dass der Vermieter (oder jemand anderes) Interesse daran hat monatlich in die Wohnung zu kommen, ich im übrigen auch nicht.

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121150 Beiträge, 39991x hilfreich)

Zitat (von Spoken):
worauf muss ich achten?

Das man alle Vorgaben einhält, die Gesetzgeber und Rechtsprechnung machen.



Zitat (von Spoken):
Die Vorgaben gemäß der Heizkostenverordnung ändern sich von Jahr zu Jahr.

Und?
Muss man sich halt anpassen.



Zitat (von Spoken):
Ich blicke da nicht mehr so durch.

Dann Profis beauftragen.



Zitat (von Spoken):
Entsprechen solche Verdunstungsröhrchen noch dem Stand der Technik

Ja, so ungefähr dem Stand der Technik des Models "Ford T".

Heutzutage sind digitale fernablesbare Zähler der Stand der Technik



Zitat (von Spoken):
In den Verordnungen

Ja, wenn man die mal liest kann man da schon einiges extrahieren.
Allerdings kann es sein das man an der einen oder der anderen Stelle ein gewisses juristisches Lesetalent benötigt.



Zitat (von Spoken):
2) Welchen Verteilerschlüssel (Fläche/Verbrauch) muss der Vermieter in meinem Fall einhalten bzw. worauf muss ich achten?

In der Regel den, welcher nach Gesetz und vertraglicher Vereinbarung vorgeschrieben ist.



Zitat (von Spoken):
Welcher Schlüssel wäre für den Mieter günstiger da wenig Verbrauch (Single Haushalt).

Da die anfallenden Heizkosten von den Mietern zu tragen sind, logischerweise gar keiner



Zitat (von Spoken):
Zudem stimmt die im Mietvertrag aufgeführte Wohnfläche nicht.

Man wird also auch mit modernsten Zähleinrichtungen keine rechtskonforme Abrechnung hinbekommen wenn der Schlüssel Wohnfläche enthält.
Je nach Abweichung ist man dann auch wegen der ungerechtfertigten Mietzahlung ganz schnell im Bereich des Betruges. Dazu dann noch die Zivilrechtlichen Ansprüche der Mieter.



Zitat (von Spoken):
Ich kann mir nicht vorstellen dass der Vermieter (oder jemand anderes) Interesse daran hat monatlich in die Wohnung zu kommen

Doch, die Ablesedienste machen das gerne ... bringt ja Geld ein ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47755 Beiträge, 16872x hilfreich)

Zitat (von Spoken):
Entsprechen solche Verdunstungsröhrchen noch dem Stand der Technik

Nein

Zitat (von Spoken):
oder sind inzwischen andere Verbrauchszähler vorgeschrieben? Digital, Fernablesbar etc.?

Neu installierte Heizkostenverteiler müssen fernablesbar sein.

Zitat (von Spoken):
Wo bekomme ich die entsprechenden Informationen was vorgeschrieben ist? In den Verordnungen, direkt bei den Energieversorgern?

In der Heizkostenverordnung.

Zitat (von Spoken):
Welchen Verteilerschlüssel (Fläche/Verbrauch) muss der Vermieter in meinem Fall einhalten bzw. worauf muss ich achten?

30-50% nach Fläche, entsprechend 50-70% nach Verbrauch.

Zitat (von Spoken):
Welcher Schlüssel wäre für den Mieter günstiger da wenig Verbrauch (Single Haushalt).

Warum ein Single-Haushalt geringere Heizkosten haben sollte ist nicht ersichtlich.
Technisch fair wäre es bei gut gedämmten Häusern 50% nach Fläche zu wählen und bei schlecht gedämmten Häusern 30%.

Zitat (von Spoken):
Zudem stimmt die im Mietvertrag aufgeführte Wohnfläche nicht.

Dann muss die richtige Fläche ermittelt werden.

Zitat (von Spoken):
Ich habe irgendwo gelesen, dass es neue Vorgaben gibt, dass der Vermieter monatliche Verbrauchsinformationen zur Verfügung stellen muss.

Richtig

Zitat (von Spoken):
Wie soll das bei Verdunstungsröhrchen funktionieren? Oder gibt es Ausnahmen?

Das funktioniert bei Verdunsterröhrchen auch nicht, daher dürfen die auch nicht neu installiert werden. Wenn sie schon installiert waren, dann gilt noch eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2026.

Zitat (von Spoken):
Ich kann mir nicht vorstellen dass der Vermieter (oder jemand anderes) Interesse daran hat monatlich in die Wohnung zu kommen, ich im übrigen auch nicht.

Eben und daher müssen neu installierte Heizkostenverteiler über Funk fernablesbar sein.

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
guest-12304.03.2024 12:35:39
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Antwort(en). Ich kann nicht abschätzen was auf mich zukommt wenn ich die Heizkosten nicht mehr pauschal (Inklusivmiete) bezahle, sondern gemäß der Heizkostenverordnung die Heizkosten verbrauchsabhängig abgerechnet werden müssen.
1) Bedarf es dann eigentlich einer Änderungskündigung oder wir läuft das?
2) Verstöße gegen die Heizungsverordnung stellen keine Ordnungswidrigkeit da. Mich würde aber auch interessieren an welchen Stellen man sowas meldet. Oder ob sowas überhaupt vorgesehen ist. Ich muss mir einen Plan machen wie ich auf den Vermieter reagiere.
3) Das mit den Verdunstungsröhrchen hatte ich aus so verstanden. Aber nach meiner Kenntnis gibt es keine Wohnung (bis auf eine, wo aber selber ein Versorgungsvertrag abgeschlossen wurde) wo solche Verbrauchszähler existieren. Früher ja. Ich habe irgendwo, ich glaube bei einem Energieversorger oder Ablesedienst gelesen, dass diese Dinger noch den Stand der Technik entsprechen. Ich möchte nicht für jede Angelegenheit zum Anwalt rennen müssen. Daher wäre ganz gut vorher zu wissen, was ich den Vermieter unter die Nase halten kann wenn es soweit ist.
4) Vorausgesetzt es erfolgt eine Umstellung, bin ich auch berechtigt den Energieausweis einzusehen und muss der Vermieter in seiner Begründung nicht auch Angaben zur Dämmung, Effizienz usw. der Wohnung angeben? Mir war das in der Vergangenheit nicht so wichtig, aber die Ventile dürften inzwischen sehr alt sein, die Körper sowieso, mal abgesehen das die Wohnung und Türen m.E. schlecht isoliert sind.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121150 Beiträge, 39991x hilfreich)

Zitat (von Spoken):
1) Bedarf es dann eigentlich einer Änderungskündigung oder wir läuft das?

Nö.

Der Vermieter macht und rechnet ab.

Interessant könnte es werden, wenn der Mieter dann zahlen soll.
Denn eigentlich hat der Mieter ja einen Pauschalpreis für die Heizkosten vertraglich vereinbart und einseitige Änderungen sind nicht so einfach möglich wenn sie den zum Nachteil des Mieeters sind



Zitat (von Spoken):
Mich würde aber auch interessieren an welchen Stellen man sowas meldet

Je nachdem was da vorgefallen ist, der Staatsanwaltschaft in Form einer Anzeige, dem Zivilgericht in Form einer Klage oder auch beiden



Zitat (von Spoken):
Ich muss mir einen Plan machen wie ich auf den Vermieter reagiere.

Ohne hellseherische Fähigkeiten wird es nicht helfen nur einen Plan zu haben ...



Zitat (von Spoken):
Ich möchte nicht für jede Angelegenheit zum Anwalt rennen müssen.

Dann sollte man einfach warten bis man Fakten hat, alles sammeln und nur 1x hingehen.



Zitat (von Spoken):
Daher wäre ganz gut vorher zu wissen, was ich den Vermieter unter die Nase halten kann wenn es soweit ist.

Rechtsberatung im Einzelfalle ist in DE den Rechtsanwälten vorbehalten.





Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4819 Beiträge, 578x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Denn eigentlich hat der Mieter ja einen Pauschalpreis für die Heizkosten vertraglich vereinbart und einseitige Änderungen sind nicht so einfach möglich wenn sie den zum Nachteil des Mieeters sind


Wobei per Gesetz eine verbrauchsabhängige Abrechnung verpflichtend ist, egal was man für Verträge macht. Und da wären wir dann wieder bei der Exklusion und dem Anrecht auf Zustimmung zur Exklusion.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47755 Beiträge, 16872x hilfreich)

Zitat (von Spoken):
Das mit den Verdunstungsröhrchen hatte ich aus so verstanden. Aber nach meiner Kenntnis gibt es keine Wohnung (bis auf eine, wo aber selber ein Versorgungsvertrag abgeschlossen wurde) wo solche Verbrauchszähler existieren. Früher ja. Ich habe irgendwo, ich glaube bei einem Energieversorger oder Ablesedienst gelesen, dass diese Dinger noch den Stand der Technik entsprechen.[/Spoken]

Man kann elektronische fernablesbare Heizkostenverteiler genauso an den Heizkörpern anbringen wie Verdunsterröhrchen.

Zitat (von Spoken):
bin ich auch berechtigt den Energieausweis einzusehen und muss der Vermieter in seiner Begründung nicht auch Angaben zur Dämmung, Effizienz usw. der Wohnung angeben


Nein

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