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Vermieter renoviert ohne Genehmigung des Mieters

25. November 2010 Thema abonnieren
 Von 
francwalter
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 10x hilfreich)
Vermieter renoviert ohne Genehmigung des Mieters

Hallo,

wenn ein Mieter seine Wohnung kündigt, diese einen Monat vor Ende der Mietzeit mit einem selbstverschuldeten Schaden übergibt und auszieht, kann der Vermieter dann noch innerhalb der Mietzeit ohne die Genehmigung des Mieters diesen Schaden auf Kosten des Mieters beheben lassen?
Oder ist er der Dumme, wenn er den Schaden beheben läßt, weil der Mieter dann um die Möglichkeit gebracht wird, den Schaden selbst zu beheben und diesen daher dann auch nicht bezahlt?

Gruß, francwalter

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36 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
SueCologne
Status:
Lehrling
(1910 Beiträge, 423x hilfreich)

Ja, der Vermieter muss dem Mieter eine Frist zur Schadenbeseitigung setzen.


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"MfG
Susanne

Das Gute gehört in die Mitte sprach der Teufel und setzte sich zwischen die Anwälte [Shakespeare (Heinrich IV, 6. Akt)]
"

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#2
 Von 
francwalter
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 10x hilfreich)

Kann diese vom Vermieter noch vor Ablauf des MV festgelegt werden, damit somit der Vermieter selbst noch Zeit hat den Schaden reparieren zu lassen?
Oder muss der Vermieter bis zum Ende der Mietzeit warten?

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#3
 Von 
Michael32
Status:
Schlichter
(7206 Beiträge, 1585x hilfreich)

"Muss" ist hier relativ. Wenn der Vermieter die Wohnung aufgrund des Schadens erst später weitervermieten kann, könnte sogar der Nutzungsausfall dem Mieter in Rechnung gestellt werden.

Zumindest wenn der VM hier vorzeitig loslegt und dem Mieter nicht die Möglichkeit zur Selbstvornahme gibt, dürfte er schlechte Karten haben.

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" "

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
francwalter
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 10x hilfreich)

Was wäre "vorzeitig"?
Ist es zu früh, wenn der Vermieter z.B. 20 Tage vor Ablauf der Mietzeit schon renovieren läßt?

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#5
 Von 
JollyJumper
Status:
Lehrling
(1164 Beiträge, 360x hilfreich)

Warum übergibt der Mieter denn die Wohnung vorzeitig, wenn er die Absicht hat angeblich selbst zu renovieren.
Nach einer Übergabe hat M je keinen Zutritt mehr zur Mietsache!
Sinnvoll wäre es doch erst den selbstverschuldeten Schaden zu beseitigen und dann zu übergeben.
Das klingt hier eher so als wenn der Mieter in Kenntnis der Sachlage schon mal übergibt um später dann mit der Argumentation "Mein VM hat mich ja nie zur Mängelbeseitigung aufgefordert", die Kosten dafür abzulehnen.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
francwalter
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 10x hilfreich)

Gibt es zu dieser Thematik einschlägige Urteile?

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0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
dem User continually known as Mortinghale
Status:
Lehrling
(1902 Beiträge, 315x hilfreich)

quote:
einem selbstverschuldeten Schaden

Was war das denn für ein Schaden ?



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0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
SueCologne
Status:
Lehrling
(1910 Beiträge, 423x hilfreich)

Ist eigentlich egal. Auch egal ist, wann die Wohnung übergeben wurde. Es spricht ja auch nichts dagegen, dass die Wohnung vor Ablauf des MV's übergeben wird. In allen Fällen muss der VM dem Mieter eine Frist zur Beseitigung setzen und darf erst tätig werden, wenn der Mieter im Verzug ist, sprich, die Frist zur Beseitigung abgelaufen ist.
Im Endeffekt hat aber der Mieter schlechte Karten, weil VM solche Kosten dann schnell mit der Kaution verrechnen.

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"MfG
Susanne

Das Gute gehört in die Mitte sprach der Teufel und setzte sich zwischen die Anwälte [Shakespeare (Heinrich IV, 6. Akt)]
"

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
dem User continually known as Mortinghale
Status:
Lehrling
(1902 Beiträge, 315x hilfreich)

quote:
Ist eigentlich egal.

Tatsächlich ?



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0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
francwalter
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 10x hilfreich)

quote:
In allen Fällen muss der VM dem Mieter eine Frist zur Beseitigung setzen und darf erst tätig werden, wenn der Mieter im Verzug ist, sprich, die Frist zur Beseitigung abgelaufen ist.
Und wenn der Vermieter diese Frist zu früh ansetzt, dann ist diese hinfällig, nehme ich an. Eindeutig erscheint mir die Sache jedenfalls nicht.
quote:
Im Endeffekt hat aber der Mieter schlechte Karten, weil VM solche Kosten dann schnell mit der Kaution verrechnen.
So einfach ist das aber nicht. Ebensowenig kann der Mieter seine Miete zurückhalten, weil der Vermieter noch dessen Kaution hat.
Wenn der Vermieter die Kaution in eigenem Ermessen mit seinen Ausgaben verrechnet muss der Mieter die Kaution einklagen.

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0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
SueCologne
Status:
Lehrling
(1910 Beiträge, 423x hilfreich)

Stimmt. Dann muss aber der Mieter klagen.
Ist dem VM doch lieber, so eine Klage will ja auch überlegt sein. Warum sollte der VM denn seine Kosten einklagen wenn er die ganz leicht von der Kaution abziehen kann. Ob der Mieter seine Kaution einklagt ist dann wieder eine andere Sachen. Mieter bezahlen lieber und haben ihre Ruhe, das geht offensichtlich in 9 von 10 Fällen gut.
Also: immer besser, der andere Klagt (auch wg. der Kosten)

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"MfG
Susanne

Das Gute gehört in die Mitte sprach der Teufel und setzte sich zwischen die Anwälte [Shakespeare (Heinrich IV, 6. Akt)]
"

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
dem User continually known as Mortinghale
Status:
Lehrling
(1902 Beiträge, 315x hilfreich)

@francwalter
Die Beschreibung des Schadens scheint wohl doch schwieriger zu sein.



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0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
francwalter
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 10x hilfreich)

Allerdings wird der V doch klagen müssen, wenn die Kaution die Schäden gar nicht abdeckt.
Er hat dann die Wahl: verzichtet er auf die Differenz oder wagt er einen Mahnbescheid mit anschließendem Verfahren, bei dem er zumindest teilweise unterliegen könnte und somit unterm Strich mit deutlich höheren Kosten aus dem Sache herauszukommen.
Man weiß ja: so ein Verfahren kostet ja nicht nur Nerven, sondern auch Geld ;-)

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0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
francwalter
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 10x hilfreich)

quote:
Die Beschreibung des Schadens scheint wohl doch schwieriger zu sein.
Ja, es handelt sich um den Boden.

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0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
dem User continually known as Mortinghale
Status:
Lehrling
(1902 Beiträge, 315x hilfreich)

Aha.
Und mehr läßt sich dazu nicht sagen ?



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0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
RMHV
Status:
Lehrling
(1179 Beiträge, 471x hilfreich)

Bevor man behauptet, Fristsetzung wäre zwingend erforderlich, sollte man sich den Fall etwas genauer ansehen.

Ein Schaden löst einen Schadenersatzanspruch aus. Dieser Anspruch entsteht mit dem Schaden und nicht erst mit Ablauf irgendeiner Frist.

Anders ist es bei einem Erfüllungsanspruch aus einem Vertrag wie z.B. Schönheitsreparaturen. Der Vermieter hat Anspruch auf die Ausführung bzw. bei Schlechterfüllung auf die Nachbesserung. Erst wenn sich der Mieter mit der Ausführung/Nachbesserung in Verzug befindet, wandelt sich der Ausführungsanspruch des Vermieters in einen Schadenersatzanspruch. In Verzug gerät der Mieter mit Ablauf einer Nachfrist.

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0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
JollyJumper
Status:
Lehrling
(1164 Beiträge, 360x hilfreich)

Bei allem theoretisieren würde es doch schon helfen hier mal das Kind beim Namen zu nennen! Boden zerkratzt/verschnmutzt, Tierspuren, Wasserschaden Brandflecke????

quote:
Gibt es zu dieser Thematik einschlägige Urteile?
Wozu?
Als VM solltest Du schon Grundlagenwissen haben!
Du forderst den Mieter bei der Übergabe (die hoffentlich mit Zeugen erfolgt) zur Mängelbeseitigung z.B. binnen 2 Wochen auf.
Das gleiche schickst Du ihm am darauffolgenden Tag nochmal als Gedankenstütze zu.
Nach nicht erfolgter Ausführung nochmal eine kurze Nachfrist von 3 Tagen, Dann erfolgt die Ersatzvornahme!
Vorliegend gehe ich mal davon aus, dass selbst bei erforderlicher Ersatzvornahme die Wohnung fristgertecht zur Weitervermietung fertig gewesen wären.
Forderst Du den Mieter nicht zur Mängelbeseitigung auf, kann es eben passieren, dass Du auf den Kosten sitzen bleibst. Grundlagen!

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
francwalter
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 10x hilfreich)

Der M übergibt die Wohnung einen Monat vor Mietende mit beschädigtem Boden (über normale Abnutzung deutlich hinausgehende Verkratzungen des Parketts).
Der M zeigt keine Bereitschaft den Boden selbst zu reparieren, sondern läßt lediglich eine Woche später die Fenster noch putzen und gibt daraufhin die Schlüssel ab.
Er tut allerdings auch nicht kund, dass er den Boden nicht reparieren wird.
Im Übergabeprotokoll wird ein separater, abschließender Abschnitt, in dem der V den M zur Nachbesserung binnen 10 Tagen auffordert vom M nicht unterschrieben.

Zwei Wochen später, also zwei Wochen vor Ablauf des Mietverhältnisses schreibt der V dem M, dass er nun davon ausgehen muss, dass der M den Boden nicht selbst repariert und läßt den Boden in Ersatzvornahme reparieren.

Eine weitere Woche später fordert der M vom V nun die Schlüssel zurück, als ob er die Reparatur, die ja nun bereits erfolgt ist, doch noch selbst erledigen wollte.

Er hätte hierfür jedoch sowieso nur noch eine Woche Zeit.
Bleibt der V nun auf seinen Kosten sitzen?


-- Editiert am 25.11.2010 12:43

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
dem User continually known as Mortinghale
Status:
Lehrling
(1902 Beiträge, 315x hilfreich)

Wer mag da noch auf Seiten des Mieters stehen ?



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0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
guest-12306.12.2010 16:26:20
Status:
Schüler
(290 Beiträge, 175x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
francwalter
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 10x hilfreich)

quote:
Sicher, aber noch viel mehr einschlägige Erfahrungen.
Mit solchen Mietern?

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0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
dem User continually known as Mortinghale
Status:
Lehrling
(1902 Beiträge, 315x hilfreich)

Wenn es sich um eine Beschädigung handelt, für die dem VM Schadensersatz zusteht, kann er diesen auch in Geld verlangen; ggfs. den Schaden auch belassen und die Bude so weitervermieten.
Ob der Mieter lieber selbst noch etwas rumbasteln möchte, steht dabei garnicht zur Debatte.



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0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
guest-12306.12.2010 16:26:20
Status:
Schüler
(290 Beiträge, 175x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
francwalter
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 10x hilfreich)

quote:
Natürlich, gibt ja genug davon.

Wenn es solche Mieter nicht gäbe, bräuchte man fast gar keine Gerichte mehr.

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0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
guest-12306.12.2010 16:26:20
Status:
Schüler
(290 Beiträge, 175x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
francwalter
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 10x hilfreich)

für die Anwälte :-)

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0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
francwalter
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 10x hilfreich)

Der Vermieter muss, sofern es sich um einen Schaden handelt, keine Frist setzen, dem Mieter somit keine Gelegenheit geben, den Schaden selbst zu reparieren.

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0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
francwalter
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 10x hilfreich)

Die Frage ist aber, ob der Mieter sich darauf berufen kann, dass der Vermieter schriftlich noch eine Frist zugesagt hatte, diese aber dann zwei Tage später ebenso schriftlich widerrufen hatte.
Kann der Vermieter eine Frist gewähren, diese dann kurz darauf widerrufen und dann doch selbst renovieren, weil es sich um einen Schaden gehandelt hatte?

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0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(105684 Beiträge, 37802x hilfreich)

Wenn der VM eine Frist gesetz hatte, muss er schon einen guten Grund für dne Widerruf haben. 'Ich mag jetzt doch nicht mehr' dürfte nicht ausreichend sein.



Wurde der Schaden denn überhaupt durch einen entsprechenden Schaverständigen dokumentiert und als Schaden eingeordnet?
Denn nicht jeder Schaden verpflichtet einen Mieter zum ausgleich.





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

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