Vermieter wechselt Schloss - Strafe?

3. Februar 2010 Thema abonnieren
 Von 
Nitum
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Vermieter wechselt Schloss - Strafe?

Hallo liebes Forum,
will mich über folgenden Sachverhalt schlau machen:

Mein Vater hat eine kleine Wohnung an einen jungen Mann vermietet. Dieser bekam das Geld für die Miete vom Amt (Sozialamt?).
Der Mann hat dann irgendwann aufgehört Miete zu bezahlen - übliches Prozedere, Mahnung hier und da, dann fristlose Kündigung.

Problem: Das ganze per Einschreiben wurde nicht abgeholt, Mieter nicht zu erreichen, nicht in der Wohnung anzutreffen (keine Reaktion auf Klingeln). Auf Nachfrage beim zuständigen Amt wird gesagt, dass sie seit monaten nichts von ihm gehört haben.
Mein Vater hat ihm noch eine Kündigung in den Briefkasten geworfen.

Nachdem ein weiterer Monat vergangen ist, hat mein Vater bedenken, dass dem Mieter evtl. etwas zugestoßen ist. Geht also zur Polizei, erklärt ihnen den Sachverhalt und geht mit der Polizei in die Wohnung um zu klären ob noch jemand darin wohnt.
Die Polizei findet auf dem Schreibtisch die eingeworfene, geöffnete Kündigung.

Die Polizei versichert, dass seit monaten niemand mehr in der Wohnung wohnt - Kühlschrank leer und die paar Lebensmittel, die drin sind, sind alle schon über eine Monat abgelaufen.

Wenig später erhält mein Vater eine schriftliche Bestätigung der Kündigung, woraufhin der Mieter erklärt, dass er ausziehen wird.

Der Stichtag kommt, aber der Mieter ist immer noch spurlos verschwunden.
Mein Vater versucht eine Addresse oder sonstiges ausfindig zu machen und schafft es den Vater des 22jährigen zu erreichen, welcher meint von seinem Sohn seit 20 Jahren nichts gehört zu haben.

Inzwischen sind 5 Monatsmieten nicht bezahlt, der Mieter verschwunden und in der Wohnung nur Müll.
Mein Vater wechselt daraufhin das Schloss aus, und lässt die Wohnung räumen (alle Gegenstände wurde protokolliert, fotografiert und eingepackt verwahrt).

Heute bekommt mein Vater einen Anruf vom Anwalt des Mannes, der ihn verklagen will.

Ich weiss nun, dass das Vorgehen von meinem Vater mit Sicherheit falsch war. Allerdings finde ich das Vorgehen des Mieters schlimmer. Einfach verschwinden, nicht zahlen und dann noch Geld wollen. Naja, das Recht steht ja hier immer auf Vermieterseite.
Eine Räumungsklage wäre angebracht gewesen, allerdings kann sich mein Vater das mitnichten leisten.

Die Frage, die sich mir stellt ist nun: Was für eine Strafe würde vor Gericht erwirkt werden können? Schadensersatz, und gibt es vllt. irgendwelche mildernden Umstände? Schließlich ist mein Vater wirklich kein schlechter Mensch, aber 6 Monate Mietausfall auf eine mit Kredit finanzierte Wohnung ist einfach für ihn einfach nicht tragbar.

Der Rechtsanwalt meinte zu meinem Vater, sie sollten sich gütlich außergerichtlich einigen, der Mieter sollte heute anrufen, hat er aber nicht gemacht. Ich glaube, er kann sich einfach den Prozess nicht leisten, und versucht so noch an Geld zu kommen. Aber das ist Spekulation.

Würde mich freuen, wenn mich wer etwas aufklären könnte, habe im Netz dazu nichts brauchbares gefunden.

-----------------
""

-- Editiert am 03.02.2010 22:08

Fragen zur Miete?

Fragen zur Miete?

Ein erfahrener Anwalt im Mietrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Mietrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



24 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12320.10.2011 11:52:26
Status:
Praktikant
(782 Beiträge, 396x hilfreich)

das ist natürlich s c h e i ß e um das mal mit dem einzig richtigem wort zu beschreiben. der vermieter ist meistens der gelackt, der mietnomade, zahlt nicht, verdreckt die wohnung. je nach wohnungsgröße und schaden können zig tausende an kosten anfallen bis sogar zur abrissreife des gebeude führen.
handelt der vm eigenmächtig zb duch schloß austauschen, bude ausreumen usw, kann der mieter dem vm wiederrum an die karre pinkeln. tja, wir sind deutschland.

es kommt aber unter umständen billiger solche idioten aus der bude zu jagen, möbel auslagern usw, als noch monatelang auf geld zu warten und unterm strich gibt es kein geld , klagen lohen tauch nicht da nichts zu holen ist und noch zum überdruss die ganze hütte voll schimmel usw ist... also moralisch war dein vater noch gnädig... aber in diesem fall...hakengas und ab zum anwalt. halte uns aber auf den laufenden. mich interessieren solche subjekte immer... man müßte die mietnomanden eigendlich an den pranger stellen dürfen. so ne art schufa, muß ja nicht umbedingt öffendlich sein.. so auf anfrage :)

:)

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Trapper John
Status:
Lehrling
(1033 Beiträge, 151x hilfreich)

quote:
einen Anruf vom Anwalt des Mannes, der ihn verklagen will.


Das wird irgendein Hansel gewesen sein, aber kein Anwalt (Anwälte rufen nicht an, die schreiben).



-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
guest-12322.04.2010 11:02:35
Status:
Praktikant
(725 Beiträge, 213x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Nitum
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Wenn dieser "Anwalt" nochmal anrufen sollte, werd ich mit ihm auch mal ein paar Takte reden. Was genau ist denn mit Sozialbetrug gemeint, und wie passt das Wort auf den Fall? Habe dazu im Internet nur Beispiele gefunden, die ich nicht als ganz passend erachte. Meinst du, weil er seine Lebensverhältnisse einfach so geändert hat ohne dies anzugeben?

Danke schonmal für alle Antworten, aber mir ist jetzt noch nicht so ganz klar was vor Gericht erreicht werden könnte zu gunsten des Mieters, kennt sich damit jemand aus?

Der Anwalt wird erst genommen, wenn überhaupt klar ist, was hier überhaupt für ein Spiel läuft und ob es wirklich vor Gericht geht.


-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
guest-12322.04.2010 11:02:35
Status:
Praktikant
(725 Beiträge, 213x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
guest-12321.01.2018 10:47:44
Status:
Student
(2202 Beiträge, 618x hilfreich)

sondern direkt, ohne Umweg über den Mieter

und das ist nur in zwei Fällen möglich:

1. hat schon öfters die Miete nicht bezahlt
2. stadtbekannter Säufer

also keine wirkliche Alternative

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
guest-12322.04.2010 11:02:35
Status:
Praktikant
(725 Beiträge, 213x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Trapper John
Status:
Lehrling
(1033 Beiträge, 151x hilfreich)

Und wenn der Schützling die Vereinbarung nach drei Monaten widerruft ?



-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
guest-12321.01.2018 10:47:44
Status:
Student
(2202 Beiträge, 618x hilfreich)

Wie sieht denn diese Vereinbarung aus ?
Hat die einen Namen bzw. eine Bezeichnung ?
Ist die unwiderruflich, oder befristet ?

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
guest-12322.04.2010 11:02:35
Status:
Praktikant
(725 Beiträge, 213x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
guest-12321.01.2018 10:47:44
Status:
Student
(2202 Beiträge, 618x hilfreich)

Und das vergessen die Schützlinge gerne

Und genau das ist der Haken an der Sache.

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
guest-12322.04.2010 11:02:35
Status:
Praktikant
(725 Beiträge, 213x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
guest-12330.04.2010 09:36:10
Status:
Schüler
(493 Beiträge, 81x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
guest-12320.10.2011 11:52:26
Status:
Praktikant
(782 Beiträge, 396x hilfreich)

quote:
und das ist nur in zwei Fällen möglich:

1. hat schon öfters die Miete nicht bezahlt
2. stadtbekannter Säufer

also keine wirkliche Alternative


aber auch wenn der antragsteller das wünscht. in meiner stadt definitiv so!

:)

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Bewährungshelfer
Status:
Lehrling
(1938 Beiträge, 361x hilfreich)

Das kann ich nur bestätigen und steht - soweit ich mich erinnere - sogar so im Gesetz: Auf Wunsch des Leistungsempfängers wird die Miete direkt an den Vermieter überwiesen. Das nur mal für die Zukunft...
Ansonsten schließe ich mich der Meinung an, daß das wohl kein Telefonat mit einem echten Anwalt war weil der - abgesehen von dem Umstand, daß Anwälte nicht telefonieren - wohl kaum vorgeschlagen hätte, daß sein Mandant sich auf eigene Faust mit Ihrem Vater einigt. Wofür wäre er denn dann noch da?
Die Aktion mit der Polizei war gar nicht doof - dadurch wurde der Tatbestand des Hausfriedensbruchs begangen und da die Habe des Mieters sich nicht mehr in der Wohnung befindet, hat er auch kein berechtigtes Interesse an einem Zutritt zu den Mieträumen. Ich denke, da kann sich Ihr Vater ganz gelassen zurücklehnen und aus vergangenen Fehlern lernen :)

-----------------
"Gruß
Jens Wilke
Bewährungshelfer"

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107692 Beiträge, 38057x hilfreich)

@Bewährungshelfer

quote:
Die Aktion mit der Polizei war gar nicht doof - dadurch wurde der Tatbestand des Hausfriedensbruchs begangen und da die Habe des Mieters

Müsste es nicht lauten
... wurde der Tatbestand des Hausfriedensbruchs nicht begangen ... ?



Desweiteren muss ja auch erst einmal der Mieter beweisen, was denn alles noch in der Wohnung war ...




-----------------
"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung dar !"

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Trapper John
Status:
Lehrling
(1033 Beiträge, 151x hilfreich)

Noch eleganter: umgangen.



-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Bewährungshelfer
Status:
Lehrling
(1938 Beiträge, 361x hilfreich)

*lach* Ja, es sollte UMgangen heißen. Und da ja Fotos gemacht wurden, sollte es bezüglich des geräumten Hausstandes wohl auch keine Beweisprobleme geben.

-----------------
"Gruß
Jens Wilke
Bewährungshelfer"

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Nitum
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Also versteh ich das richtig, dass damit nicht einmal der Tatbestand des Hausfriedensbruchs begangen wurde?
Ich dachte wegen des auswechseln des schlosses wäre der Tatbestand schon erfüllt.

Könnte mir jemand sagen, ob die Kündigung rechtskräftig war? Ein Freund von mir, der in Jura promoviert, meinte dadurch, dass der Mieter keinen Widerspruch gegen die Kündigung einlegte (sie ja schriftlich akzeptierte) ist der Mietvertrag rechtskräftig aufgehoben worden. Da er aber nicht aus der Praxis kommt, konnte er mir auch nicht sicher sagen, ob das wirklich so gehandhabt wird.
Kennt sich damit jemand aus? Weil wenn das so ist, hat der Mieter ja nichts gegen uns in der Hand und im Gegenzug jetzt wo er wieder aufgetaucht ist kann ich ja ein gerichtliches Mahnverfahren bzgl. des offenen Mietrückstands einleiten.

Danke für die vielen Antworten! Anscheinend ist das Rechtssystem, wenn alles hier gesagte auch wirklich zutrifft, bezüglich der Vermieterrechte doch nicht so schlimm wie ich dachte. Zumindest bei so einem Fall kann ich nur den kopf schütteln, wenn sich jemand versucht mit so einer linken Tour durch Leben zu schlagen auf Kosten anderer.

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
guest-12320.10.2011 11:52:26
Status:
Praktikant
(782 Beiträge, 396x hilfreich)

quote:
ich nur den kopf schütteln, wenn sich jemand versucht mit so einer linken Tour durch Leben zu schlagen auf Kosten anderer.


nicht jeder denkt so wie ich oder auch zig andere. nur leiden dürfen die ehrlichen. warum leiden? ganz einfach, wenn man zig dinge vorlegen muß und überprüft wird wegen den a löchern wie mietnomaden und co...

bei mir kommt miete, strom, telefon, gas an erster stelle. wenn das bezahlt ist, kann ich schauen was ich mir so leisten kann. würde in den boden versinken wenn mich verwandschaft besucht und es kein strom gibt, oder auf einmal kein telefon vorhanden... :)



-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Bewährungshelfer
Status:
Lehrling
(1938 Beiträge, 361x hilfreich)

quote:
Ich dachte wegen des auswechseln des schlosses wäre der Tatbestand schon erfüllt.

Nein, eben nicht. Wenn man mit der Polizei das Schloß aufbricht, um nach dem Rechten zu sehen, tut man ja nichts unrechtes. Und danach muß eben ein neues Schloß her, um die Wohnung zu sichern. Wer den Schlüssel zu dem Schloß hat, ist dann eine zweite Frage. Hauptsache, es ist nicht der Mieter :cheers:
Voraussetzung für einen Hausfriedensbruch ist 1. daß ein Zutritt zu dem befriedeten Besitztum gegen den Willen des Hausrechtsinhabers erfolgt aber 2. daß kein rechtfertigender Notstand vorliegt. Und wenn man vermutet, daß der Mieter tot in seiner Wohnung liegen könnte, dann ist dieser rechtfertigende Notstand eben gegeben. Und da die Polizei dabei war, sogar höchstinstanzlich bestätigt ;)

-----------------
"Gruß
Jens Wilke
Bewährungshelfer"

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
guest-12330.04.2010 09:36:10
Status:
Schüler
(493 Beiträge, 81x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
Nitum
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Glauben Sie mir, Papa hat schon soviel Geld verloren durch so Geschichten, dass mag ich gar nicht zusammen zählen.
Das dies nicht eine weitere solche Geschichte werden wird ist wenigstens ein schwacher Trost.

Der Kerl hat sich übrigens seitdem nicht mehr gemeldet, weder der vermeintliche Anwalt noch der Ex-Mieter. Haben wrsl. selbst begriffen, dass das zu nichts führen würde. Da der Kerl aber anscheinend irgendwo hier wohnt, werde ich als nächstes versuchen den Wohnort ausfindig zu machen und ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten (wenigstens das ist einigermaßen leicht durchzuführen) und erwäge eine Anzeige wegen Sozialbetrugs aufzugeben, denn das Geld was für die Miete benutzt werden sollte, ist irgendwo anders gelandet.

Danke für alle Antworten !

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
guest-12330.04.2010 09:36:10
Status:
Schüler
(493 Beiträge, 81x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 241.108 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
98.654 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen