Vermieterin gab Nachbarn Zugang zu meiner Wohnung ohne mein Wissen - Notfall oder Hausfriedensbruch?

27. September 2023 Thema abonnieren
 Von 
MK1986
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 1x hilfreich)
Vermieterin gab Nachbarn Zugang zu meiner Wohnung ohne mein Wissen - Notfall oder Hausfriedensbruch?

Hallo zusammen,

ich habe folgendes Problem:
Zum 01.08.2023 habe ich eine neue Wohnung angemietet, da ich beruflich bedingt umziehen muss. Da ich am 03.09.2023 nach Hawaii geflogen bin und erst Anfang dieser Woche wieder zurückgekommen bin, bin ich auch noch nicht umgezogen, sondern habe die Wohnung nur provisorisch in Benutzung (aufgrund der Änderung von Reisepass, ESTA, etc.).

Kurz vor meinem Urlaub gab es in dem Haus mit meiner Wohnung einen Wasserrohrbruch in der Wohnung über mir und das Wasser ist in die Wohnung unter mir gelaufen. Ich wohne im 1. OG. Damit die Handwerker zum Leck suchen und trocknen in die Wohnung kommen konnten, gab ich einer Nachbarin meinen Schlüssel. Dieses tat ich auf bitten meiner Vermieterin, sodass der Zugang zu der Wohnung möglich war. Meiner Vermieterin gehört das ganze Haus, jedoch wohnt sie in Scharbeutz bei Kiel (ca. 300km weg). Einen Hausmeister oder etwas ähnliches gibt es nicht.

Nun wurde ich Anfang meines Urlaubs von meinem Nachbarn unter mir informiert, dass er Internetprobleme hatte. Laut seiner Aussage, hatte er einen Techniker kommen lassen und man war der Meinung, dass meine Wohnung das Problem sei (Kabelinternet in einer Baumstruktur). Deswegen rief er die Vermieterin an, die ihm sagte, dass mein Schlüssel bei meiner Nachbarin sei. Aufgrund dieser Information sind mein Nachbar und der Techniker zusammen mit der Nachbarin mit meinem Schlüssel unter Zustimmung meiner Vermieterin in meine Wohnung gegangen, jedoch ohne meine Erlaubnis und mein Wissen. Ich wurde erst im Nachhinein von meinem Nachbarn informiert. Meine Vermieterin hat mir dies bis heute nicht mitgeteilt. Da ich mich ausgenutzt fühle und es eine große Sauerei finde, dass ich nicht gefragt wurde, obwohl ich per Mail mit Zeitverschiebung die ganze Zeit zu erreichen war, suche ich nun Euren Rat. Mein Mietvertrag läuft durch eine Klausel 3 Jahre und endet somit erst am 31.07.2026. Handelt es sich in diesem Fall um einen "Notfall" oder ist dieses eher Hausfriedensbruch, sodass ich ein Sonderkündigungsrecht habe? Ich fühle mich derzeit sehr veräppelt, da ich die ganze Zeit zu erreichen war und einfach übergangen wurde bzw. meine Schlüssel selbstverständlich genutzt wurden, ohne mein Wissen. Ich will gar nicht wissen, wer vielleicht noch alles in der Wohnung war ohne mein Wissen. Ich habe leider jegliches Vertrauen zu meiner Vermieterin verloren.

Vielen Dank für Eure Hilfe.

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13653 Beiträge, 4348x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
... gab ich einer Nachbarin meinen Schlüssel.
Womit du ihr wohl auch das Recht eingeräumt hast, den Schlüssel zu benutzen (und zwar so wie sie denkt, jedenfalls solange es nicht den üblichen Rahmen verlässt).
Oder hast du ausdrücklich nur den Zugang für die speziellen Handwerker erlaubt?

Zitat:
... unter Zustimmung meiner Vermieterin ...
Nein, unter Zustimmung der Nachbarin.

Also, wenn du gegen jemanden vorgehen möchtest, dann muss es imho gegen die Nachbarin sein.
Ich sehe allerdings nicht, dass hier überhaupt etwas falsch gelaufen ist.

Zitat:
Mein Mietvertrag läuft durch eine Klausel 3 Jahre und endet somit erst am 31.07.2026.
Aha. Und jetzt suchst du nach einem Trick, doch noch aus dem Vertrag zu kommen. :neck:

Stefan

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#2
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4396 Beiträge, 524x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Womit du ihr wohl auch das Recht eingeräumt hast, den Schlüssel zu benutzen (und zwar so wie sie denkt, jedenfalls solange es nicht den üblichen Rahmen verlässt).


Das sehe ich aber anders, da hierzu ja auch ausgeführt wurde

Zitat (von MK1986):
Damit die Handwerker zum Leck suchen und trocknen in die Wohnung kommen konnten, gab ich einer Nachbarin meinen Schlüssel.


Du warst nicht vor Ort und kannst nix machen. Kündigungsgrund ist das keinesfalls. Gib in Zukunft nicht fremden Leuten deine Schlüssel, sondern einem Menschen deines Vertrauens.

Tausche das Schloss aus.

Zitat (von MK1986):
Ich will gar nicht wissen, wer vielleicht noch alles in der Wohnung war ohne mein Wissen.


Was sollen die denn da gemacht haben? Bleib mal auf dem Teppich, das Ding stand doch leer.

Zitat (von MK1986):
Ich habe leider jegliches Vertrauen zu meiner Vermieterin verloren.


Wird dir aber nicht helfen. Du kannst sie ja anrufen und fragen, ob sie einer Aufhebung des MVes zustimmt, wäre eine Option.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118844 Beiträge, 39643x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
da hierzu ja auch ausgeführt wurde

Geheime Vorbehalte sind irrelevant ...



Zitat (von MK1986):
gab ich einer Nachbarin meinen Schlüssel.

Was war der konkrete Wortlaut der mit dieser Übergabe verbundenen vertraglichen Vereinbarungen?



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
MK1986
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo,

Zitat (von reckoner):
Womit du ihr wohl auch das Recht eingeräumt hast, den Schlüssel zu benutzen (und zwar so wie sie denkt, jedenfalls solange es nicht den üblichen Rahmen verlässt).
Oder hast du ausdrücklich nur den Zugang für die speziellen Handwerker erlaubt?


Ich hatte sowohl gegenüber der Vermieterin, wie auch der Nachbarin, nur erlaubt, dass der Lecksuchdienst und der Trocknungsdienst in die Wohnung dürfen. Sonst niemand.

Ich hatte sowohl meiner Vermieterin, wie auch der Nachbarin mitgeteilt, dass die Schlüssel nur für den Lecksuchdienst bzw. für die Trocknung der Wohnung zu verwenden seien. Für nichts anderes.
Zitat (von reckoner):
Aha. Und jetzt suchst du nach einem Trick, doch noch aus dem Vertrag zu kommen.


Nee, ich suche nach keinem Trick. Nur das Vertrauen gegenüber meiner Vermieterin ist halt weg. Würdest Du irgendwo wohnen bleiben wollen, wenn Du dem Vermieter nicht mehr trauen kannst?

Viele Grüße

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
MK1986
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo,

Zitat (von Solan196):
Was sollen die denn da gemacht haben? Bleib mal auf dem Teppich, das Ding stand doch leer.


Stimmt, es stand quasi leer. Aber auch nur weil ich alle meine Wertsachen die bereits in der Wohnung waren, wieder herausgeräumt und mitgenommen hatte. Meine Vermieterin meinte zu mir ich könne alles drin lassen und ihr vertrauen, was ich ja scheinbar nicht kann.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
MK1986
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo,

Zitat (von Harry van Sell):
Was war der konkrete Wortlaut der mit dieser Übergabe verbundenen vertraglichen Vereinbarungen?


Ganz konkret, habe ich der Nachbarin erlaubt den Schlüssel an den Lecksuchdienst und den Klempner zu geben, sodass in der Wohnung das Leck gesucht werden kann und, sofern nötig, die Wände/Decken getrocknet werden können. Gleiches war mit meiner Vermieterin abgesprochen. Ich kann dann ja nicht davon ausgehen, dass mein Schlüssel einfach weitergegeben wird bzw. für andere Zwecke eingesetzt wird.

Viele Grüße

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
frannzwick
Status:
Schüler
(173 Beiträge, 36x hilfreich)

Siehe Beitrag #2: Schloss austauschen und Schlüssel nur noch Vertrauensleuten geben.

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#8
 Von 
Nana71
Status:
Praktikant
(997 Beiträge, 110x hilfreich)

Zitat (von MK1986):
Handelt es sich in diesem Fall um einen "Notfall" oder ist dieses eher Hausfriedensbruch, sodass ich ein Sonderkündigungsrecht habe?


Ob überhaupt ein Hausfriedensbruch vorliegt, wäre durch ein Gericht zu prüfen.

Wenn, dann doch auch eher durch die Nachbarin...und nicht durch die Vermieterin.

Zitat (von MK1986):
Nee, ich suche nach keinem Trick. Nur das Vertrauen gegenüber meiner Vermieterin ist halt weg. Würdest Du irgendwo wohnen bleiben wollen, wenn Du dem Vermieter nicht mehr trauen kannst?


Findest du das nicht selber ziemlich übertrieben?

Was ergibt sich denn daraus, dass du deiner Vermieterin nicht mehr trauen kannst?

Sie wohnt weit weg und die zu erwartenden Nebenkostenabrechnungen könntest du überprüfen lassen, wenn der Vertrauensbruch so tief sitzt.

Wechsel das Schloss aus, sag der Dame die Meinung und mach nen Haken dran.

Zitat (von MK1986):
Ich will gar nicht wissen, wer vielleicht noch alles in der Wohnung war ohne mein Wissen.


Das Risiko geht man halt ein, sobald man seinen Schlüssel an Leute rausgibt, die man nicht kennt.

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118844 Beiträge, 39643x hilfreich)

Zitat (von MK1986):
Ganz konkret, habe ich der Nachbarin erlaubt den Schlüssel an den Lecksuchdienst und den Klempner zu geben, sodass in der Wohnung das Leck gesucht werden kann und, sofern nötig, die Wände/Decken getrocknet werden können

Dann ist das eine Zweckbestimmung an die die Nachbarin sich zu halten hatte.

Ein Notfall ist "kein Internet" bei Privatleuten definitiv nicht, auch wenn das bei manch einem Entzugserscheinungen auslöst



Zitat (von Nana71):
Wenn, dann doch auch eher durch die Nachbarin...und nicht durch die Vermieterin.

Das lese ich anders.
Zitat (von MK1986):
Aufgrund dieser Information sind mein Nachbar und der Techniker zusammen mit der Nachbarin mit meinem Schlüssel unter Zustimmung meiner Vermieterin in meine Wohnung gegangen,




Zitat (von MK1986):
sodass ich ein Sonderkündigungsrecht habe?

Bereits der Vertrauensbruch des unberechtigten Betretens rechtfertigt - völlig unabhängig von der Strafbarkeit - durchaus eine fristlose Kündigung.
Ist halt nur das Problem, wo bekommt man bis morgen eine neue Wohnung her ...


Insofern wäre der sofortige Austausch des Schlosses vermutlich das sinnvollste.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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