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Viel zu geringe Grundkosten im Mietvertrag angegeben

 Von 
Herr_so_und_so
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
Viel zu geringe Grundkosten im Mietvertrag angegeben

Hallo Community.

Mit der ersten jährl. Nebenkostenabrechnung zeigt sich nun, dass die verbrauchsunabhängigen, betrieblichen Grundkosten doppelt so hoch sind, als im Mietvertrag angegeben. Da wir bereits die vierte Mietpartei in der Wohnung sind, MUSSTE unser Vermieter Kenntnis davon haben, dass die im Mietvertrag angegeben Betriebskosten nicht den Tatsachen entsprechen. Hieraus entsteht uns eine jährliche Nachzahlung von ca. 550 EUR, die komplett verbrauchsunabhängig sind. Das gleiche Problem hatten bereits unsere Vormieter, wie sich nun herausgestellt hat…
Müssen wir für die Nebenkosten-Nachzahlung überhaupt aufkommen, wenn im Mietvertrag (wissentlich) deutlich geringere Betriebskosten angegeben sind?

Wir sehen uns hier vom Vermieter sprichwörtlich verarscht und fragen uns nun, ob hier bereits die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung vorliegt aufgrund von verlorenem Vertrauen zu unserem Vermieter?

Vielen Dank für eure fachkundige Einschätzung!

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Kündigung Nebenkostenabrechnung Betriebskosten Vermieter


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24730 Beiträge, 13660x hilfreich)

Müssen wir für die Nebenkosten-Nachzahlung überhaupt aufkommen, wenn im Mietvertrag (wissentlich) deutlich geringere Betriebskosten angegeben sind? Ja.

Wir sehen uns hier vom Vermieter sprichwörtlich verarscht und fragen uns nun, ob hier bereits die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung vorliegt aufgrund von verlorenem Vertrauen zu unserem Vermieter? Nein.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#2
 Von 
Anitari
Status:
Student
(2464 Beiträge, 1262x hilfreich)

Zitat (von Herr_so_und_so):
Wir sehen uns hier vom Vermieter sprichwörtlich verarscht und fragen uns nun, ob hier bereits die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung vorliegt aufgrund von verlorenem Vertrauen zu unserem Vermieter?

Hat der Vermieter nachweisbar versichert das die Vorauszahlungen ausreichend sind?

Ist die Wohnung wegen der Nachzahlung komplett unbewohnbar?

Habt ihr, rein zufällig natürlich, von jetzt auf gleich eine neue Wohnung?

Wie hoch waren denn die Vorauszahlungen und wie groß ist die Wohnung?

War Nutzungszeitraum = kompletter Abrechnungszeitraum oder kürzer und vielleicht nur bzw. überwiegend in Heizmonaten?

Signatur: „Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von „Das sage ich meiner Mama"
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#3
 Von 
Herr_so_und_so
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Hat der Vermieter nachweisbar versichert das die Vorauszahlungen ausreichend sind?
--> zweimal telefonisch versichert, dass es bei den bisherigen Vormietern zu keinen nennenswerten Nachzahlungen kam (was nicht stimmt. bisher mussten alle Vormieter nachweislich mehrere Hundert EUR nachzahlen).

Ist die Wohnung wegen der Nachzahlung komplett unbewohnbar?
--> natürlich nicht.

Habt ihr, rein zufällig natürlich, von jetzt auf gleich eine neue Wohnung?
--> welche Rolle spielt das denn?

War Nutzungszeitraum = kompletter Abrechnungszeitraum oder kürzer und vielleicht nur bzw. überwiegend in Heizmonaten?
--> die besagteAbweichung der Nebenkosten bezieht sich ausschließlich den verbrauchsunabhängigen Teil. Die Nebenkosten sind im Mietvertrag mit Heizkosten, Reinigungskosten und (verbrauchsunabhängigen) Grundkosten aufgeschlüsselt. Die Nebenkosten für Heizung und Reinigung sind okey. Aber die REALEN Grundkosten liegen ca. doppelt so hoch, wie im Mietvertrag angegeben. Und dies führt zu einer quasi obligatorischen Nachzahlung von ca. 550 EUR pro Jahr... (und dieser Nachzahlungshammer hat auch schon unsere (Vor-)Vormieter getroffen, was von meinem Vermieter bisher verneint wurde)

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#4
 Von 
AltesHaus
Status:
Richter
(8048 Beiträge, 2434x hilfreich)

Wieviel Wohnmonate ?

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur, wie ich die Dinge handhaben würde.
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#5
 Von 
Anitari
Status:
Student
(2464 Beiträge, 1262x hilfreich)

Zitat (von Herr_so_und_so):
Habt ihr, rein zufällig natürlich, von jetzt auf gleich eine neue Wohnung?
--> welche Rolle spielt das denn?

Weil Du von außerordentlicher (fristloser) Kündigung schreibst.

Zitat (von Herr_so_und_so):
Hat der Vermieter nachweisbar versichert das die Vorauszahlungen ausreichend sind?
--> zweimal telefonisch versichert, dass es bei den bisherigen Vormietern zu keinen nennenswerten Nachzahlungen kam

Also nicht nachweisbar.

Zitat (von Herr_so_und_so):
die besagteAbweichung der Nebenkosten bezieht sich ausschließlich den verbrauchsunabhängigen Teil.

Darum noch mal meine Frage nach der Wohnfläche und Höhe der Vorauszahlungen.

Signatur: „Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von „Das sage ich meiner Mama"
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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(62868 Beiträge, 30730x hilfreich)

Zitat (von Herr_so_und_so):
Habt ihr, rein zufällig natürlich, von jetzt auf gleich eine neue Wohnung?
--> welche Rolle spielt das denn?

Wo will man denn hin? Wenn man ohne Einhaltung der Frist kündigt, bedeutet das ja eben nicht "wohnen bleiben bis man was gefunden hat"


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#7
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24730 Beiträge, 13660x hilfreich)

Wenn man ohne Einhaltung der Frist kündigt, bedeutet das ja eben nicht "wohnen bleiben bis man was gefunden hat" So ist es - das bedeutet "Ein Weiterwohnen ist völlig unzumutbar". Bleibt man also drin, hat man bewiesen, dass es eben doch nicht unzumutbar war...

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#8
 Von 
AltesHaus
Status:
Richter
(8048 Beiträge, 2434x hilfreich)

Sie können nicht nachweisen, dass der VM Ihnen versichert hat, dass die ausgwiesene Vorauszahlung ausreichend ist.

Wieviel qm bewohnen SIe denn und wieviel €/qm haben sie monatlich gezahlt (wenns überhaupt noch von Interesse ist)?

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur, wie ich die Dinge handhaben würde.
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#9
 Von 
Spezi-2
Status:
Bachelor
(3903 Beiträge, 1950x hilfreich)

Man muss bei der Betrachtung zunächst mal davon ausgehen, dass kein Vermieter gesetzlich verpflichtet ist, überhaupt eine Verauszahlung zu verlangen.

Zitat:
dass die im Mietvertrag angegeben Betriebskosten nicht den Tatsachen entsprechen.

Der Satz ist so eindeutig FALSCH.
Im Mietvertrag werden nicht die Betriebskostensummen stehen sondern es werden Vorauszahlungen vereinbart.

Bisher kenne ich keine gerichtliche Entscheidung welche einen Vermieter bestraft, weil er absichtlich zu geringe Vorauszahlungen vereinbart hat.

Signatur:Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.
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