WG Zimmer Pauschale für Heizung und Strom

24. April 2020 Thema abonnieren
 Von 
philosoph32
Status:
Lehrling
(1338 Beiträge, 153x hilfreich)
WG Zimmer Pauschale für Heizung und Strom

Hallo,
Wenn in einer wg einzelne Zimmer vermietet werden, kann dann der Vermieter Rechtssicher im Mietvertrag vereinbaren, dass der Mieter eine Pauschale von xx Euro für Heizung und Strom bezahlt und bei Mehrverbrauch nachzahlen muss ??

Eine Abrechnung ist nicht vorgesehen und auch keine Rückzahlung bei niedrigen Verbrauch.....

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18 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47178 Beiträge, 16717x hilfreich)

Der Vermieter muss sich schon entscheiden. Entweder es wird eine Pauschale vereinbart oder es wird abgerechnet.

Dass der Mieter bei Mehrverbrauch nachzahlen muss, aber bei Minderverbrauch keine Erstattung erhält ist nicht zulässig.

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#2
 Von 
philosoph32
Status:
Lehrling
(1338 Beiträge, 153x hilfreich)

Was würde dann gelten, wenn das so im Vertrag steht ?

Nur die Pauschale ??

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#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31444 Beiträge, 5562x hilfreich)

Zitat (von philosoph32):
dass der Mieter eine Pauschale von xx Euro für Heizung und Strom bezahlt und bei Mehrverbrauch nachzahlen muss ??
Nö. Eine Pauschale schließt doch Nachzahlung oder Guthaben aus.
Wenn der Vermieter auf die Abrechnung verzichten darf, darf er die Pauschale so bemessen, dass er möglichst nicht auf Verbrauchskosten sitzen bleibt.

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#4
 Von 
philosoph32
Status:
Lehrling
(1338 Beiträge, 153x hilfreich)

So steht es im Vertrag:

https://s12.directupload.net/images/200425/kiqcsqqi.jpg

Das wären 125 EUR Strom und Gas pro Person = 500 EUR bei 4 Personen für eine 120qm Wohnung......

-- Editiert von philosoph32 am 25.04.2020 05:02

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#5
 Von 
Roland-S
Status:
Student
(2587 Beiträge, 1199x hilfreich)

Zitat (von philosoph32):
So steht es im Vertrag:

https://s12.directupload.net/images/200425/kiqcsqqi.jpg

Das wären 125 EUR Strom und Gas pro Person = 500 EUR bei 4 Personen für eine 120qm Wohnung......

-- Editiert von philosoph32 am 25.04.2020 05:02
Vier Personen können durchaus 6.000 Euro im Jahr mit Heizung(Warmwasser?) und Strom verbrauchen. Zumal wenn sie eine Pauschale (glauben zu) zahlen.

Im Übrigen hege in bezüglich des hochgeladenen Vertrages starke Zweifel an der Rechtssicherheit aber auch Sinnhaftigkeit, nicht nur in Bezug auf diese Gas und Stromkosten. Wie soll ermitelt werden, wer von den vier Mietern einen höheren Verbrauch hatte. Wie soll ermittelt werden, ab wann der Verbauch zu hoch ist.
Bei der Aufstellung vermisse ich ferner Wasser-Abwasser, Müllgebühren, Grundsteuer, und und und.

VG
Roland

Signatur:

Das Problem bei Gerichtsbeschlüssen ist, dass regelmäßig nur eine Partei IHR Recht bekommt.

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#6
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4265 Beiträge, 505x hilfreich)

Beim Wasser und so weiter wird es genauso sein wie in anderen Mietverträgen auch, da werden wohl die Quadratmeter als Berechnungsgrundlage herhalten. Ich bin mir nicht im Klaren, ob das nicht auch vereinbart sein muss. Bei der Heizung stelle ich mir das schwieriger vor, denn da ist doch eigentlich Pflicht dass Verbrauchsabrechnung erfolgen muss?

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#7
 Von 
guest-12314.08.2020 22:54:59
Status:
Praktikant
(769 Beiträge, 114x hilfreich)

@philosoph32

Warum sollte das prinzipiell nicht gehen. Analog zu diversen Stromlieferanten könnte ein Vertrag eine Inklusiv-Menge enthalten und ein darüberhinausgehender Verbrauch abgerechnet werden.

Allerdings könnte dies nur dann umgesetzt werden wenn die individuellen Verbräuche exakt erfasst werden. Wenn die Voraussetzungen für eine individuelle Erfassung vorliegen dann macht eine Pauschale eigentlich keinen Sinn. Da beißt sich die Katze in den Schwanz, du vereinbarst doch eine Pauschale eben um eine aufwendige Individualerfassung zu vermeiden.

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#8
 Von 
philosoph32
Status:
Lehrling
(1338 Beiträge, 153x hilfreich)

Für mich stellen sich folgende Fragen:

Kann man innerhalb einer WG Vermietung (4 Mieter, jeder ein eigenes Zimmer gemietet), für die einzelnen Mieter dies so vereinbaren mit der Pauschale ?

Wenn nein, wie wird dann im laufenden Mietvertrag das Ganze gewertet ?

Wenn ja, wie hoch darf diese Pauschale sein ? Wenn der Mieter 200 EUR Pauschale zahlt und "nur" 100 EUR real verbraucht, dann ist der Rest ja Mieteinnahme und er würde bei 16qm des Zimmers monatlich 100 EUR "mehr" Miete zahlen als vereinbart. Sprich über 5 EUR/qm mehr Miete über diese Pauschale.....

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#9
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31444 Beiträge, 5562x hilfreich)

Zitat (von philosoph32):
Kann man innerhalb einer WG Vermietung (4 Mieter, jeder ein eigenes Zimmer gemietet), für die einzelnen Mieter dies so vereinbaren mit der Pauschale ?
Jein. Nur als Pauschale. Und nicht mit *Mehrverbrauchs-Satz*.
Zitat (von philosoph32):
wie hoch darf diese Pauschale sein ?
Was soll die Frage? Die Warmmiete ist als Summe ausgewiesen und jeder soll mtl. 262,- zahlen. Das IST die Pauschalmiete. Der Satz mit dem Mehrverbrauch ist mE unwirksam.
Da auch GEZ und Internet schon anteilig enthalten ist...ist es eine Pauschalmiete.
Warum weist der Vermieter das aus? Dazu besteht keine Pflicht.
Wie will der Vermieter mit diesem Mietvertrag die Verbrauchskosten seiner 4 Mieter berechnen?

Macht der Vermieter keine reguläre BK-Abrechnung, kann er von keinem Mieter Kosten für Mehrverbrauch verlangen. Braucht aber auch an keinen Mieter ein Guthaben auszahlen.

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#10
 Von 
philosoph32
Status:
Lehrling
(1338 Beiträge, 153x hilfreich)

Vermutlich will der Vermieter dann einfach die evtl anfallende Nachzahlung durch die 4 Mieter teilen....

Also Pauschale ist Pauschale und Nachzahlungen kann der Vermieter vergessen.

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#11
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31444 Beiträge, 5562x hilfreich)

Ja, vermutlich.
Bleibt dann letztlich evtl. ein Streit über die volle Kautionsrückzahlung bei Auszug eines Mieters.
Vermutlich will er die *Nachzahlungen* dann darüber abrechnen/aufrechnen/einrechnen.

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#12
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118349 Beiträge, 39555x hilfreich)

Zitat (von pk2019):
Warum sollte das prinzipiell nicht gehen.

Weil Gesetzgeber / Rechtprechung sich hier für das "Entweder-oder-Prinzip" entschieden haben.



Zitat (von pk2019):
Analog zu diversen Stromlieferanten

Er (Unter)Vermeiter wird hier wohl kaum den Aufwand betreiben wollen zum Energielieferanten zu mutuieren...



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#13
 Von 
guest-12314.08.2020 22:54:59
Status:
Praktikant
(769 Beiträge, 114x hilfreich)

@Harry van Sell

Der VM könnte aber doch eine entsprechend hohe Grundmiete und Nebenkostenabrechnung vereinbaren, und in einen zusätzlichen Vertrag eine bedingte Verzichtserklärung zur Einforderung der Nebenkosten.

Spräche rechtlich etwas gegen diese Vertragskonstruktion?


-- Editiert von pk2019 am 26.04.2020 10:07

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#14
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4265 Beiträge, 505x hilfreich)

Sie wäre zum Nachteil des Mieters, und alles was zum Nachteil des Mieters führt ist nicht erlaubt. Hier wäre ja nur der Vermieter bereichert, indem er nachfordern kann wenn es ein Überhang gibt. Auf der anderen Seite wird der Mieter benachteiligt, weil er eventuelle Guthaben nicht ausbezahlt bekommt. Das kann man sich dann sparen.

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#15
 Von 
guest-12314.08.2020 22:54:59
Status:
Praktikant
(769 Beiträge, 114x hilfreich)

.

Zitat (von Solan196):
Hier wäre ja nur der Vermieter bereichert,...


Das hört sich aber "böse" an. Die Intension des VM ist ja i.d.R. nicht sich unredlich zu bereichern, sondern einerseits auf die sehr aufwendige Nebenkostenabrechnung zu verzichten, aber andererseits den Mieter trotzdem von Energieverschwendung abzuhalten.

Ich kenne jemanden der besitzt ein Zweifamilienhaus, in einer Wohnung wohnt er selbst, die andere hatte er "pauschal" vermietet. Mit der Folge das der Mieter die Heizung immer am Endanschlag aufdrehte, 24h am Tag die Fenster auf Kipp stellte und sich dann auch noch beschwerte das die Zimmer nicht warm genug würde. Naja, seit er den Mieter endlich los ist, vermietet er nicht mehr.

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#16
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4265 Beiträge, 505x hilfreich)

Die Intention dieses Vermieters geht darauf hinaus. Er will lediglich schöpfen, und nicht geben. Wäre es anders, würde er eine vernünftige Abrechnung vereinbaren.

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#17
 Von 
guest-12314.08.2020 22:54:59
Status:
Praktikant
(769 Beiträge, 114x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
Er will lediglich schöpfen, und nicht geben


genau, und wegen dieser Abschöpf-Mentalität vermietet mein Bekannter nun gar nicht mehr.

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#18
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31444 Beiträge, 5562x hilfreich)

Zitat (von pk2019):
Die Intension des VM ist ja i.d.R. nicht sich unredlich zu bereichern, sondern einerseits auf die sehr aufwendige Nebenkostenabrechnung zu verzichten, aber andererseits den Mieter trotzdem von Energieverschwendung abzuhalten.
Zum Glück hast du jetzt *i.d.R.* eingefügt. Ich halte das aber trotzdem grundsätzlich nicht für die Intention eines Vermieters.

Er muss sich für eine Variante entscheiden. Wurde schon in #1 und danach auch noch geschrieben.

Zitat (von pk2019):
Wenn die Voraussetzungen für eine individuelle Erfassung vorliegen dann macht eine Pauschale eigentlich keinen Sinn.
Wieso nicht? Ich erkenne mehrere Sinne.
Zitat (von pk2019):
Da beißt sich die Katze in den Schwanz, du vereinbarst doch eine Pauschale eben um eine aufwendige Individualerfassung zu vermeiden.
LOL.

Zitat (von pk2019):
den Mieter trotzdem von Energieverschwendung abzuhalten.
Das wäre i.d.R. die Intention eines Vermieters? Selten so gelacht, :grins: Es sei denn, der Vermieter ist ein Energieberater mit entpr. Auftrag zur Erziehung der Mieter...und verankert das im MV.

Hier will der Vermieter *schöpfen*. Was ist daran nicht zu verstehen? (bei deinem Bekannten wars grad umgekehrt.)

Du haust ja Klopse raus. :augenroll: :grins:

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