Wand verputzen: Sache des Mieters, oder Vermieters?

30. November 2015 Thema abonnieren
 Von 
Eule0879
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 10x hilfreich)
Wand verputzen: Sache des Mieters, oder Vermieters?

Hallo Zusammen,

ich renoviere gerade meine neue Wohnung. Die Wohnung wurde unrenoviert übergeben und kann auch bei Auszug so übergeben werden. Mit der Hausverwaltung hatte ich besprochen, dass ich die alte Tapete in Wohn- und Schlafzimmer runterhole und neu tapeziere. Ist auch bitter nötig, die alte Tapete kommt stellenweise schon runter.
Gestern haben wir begonnen, die Tapeten herunter zu reissen. Dabei sind uns etliche, tiefe Löcher aufgefallen, wo vorher Dübel waren. Diese lassen sich aber mit Fertigspachtel ganz gut wieder auffüllen.
An einer Stelle jedoch liegt unter dem Putz ein Holzbalken (Altbau) worüber nur sehr dünn (ca. 0,5 cm) verputzt wurde. Der ganze Putz ist lose und kam uns beim vorsichtigen Lösen der Tapete entgegen. Wir haben die Arbeiten eingestellt und ich versuche seitdem, den Vermieter zu erreichen. Wenn man alles abklopft, was lose ist, entsteht ca. ein Loch von 15 cm Breite und wenn es bis unter die Decke geht, 3 m Höhe. Und wir sind erst bei der ersten Wand, 7 weitere Wände wollen noch von der Tapete befreit werden.
Ist das Verputzen der Wand Mietersache, oder Sache des Vermieters? Nach meinem Empfinden kann ich als Mieter nichts für die Bausubstanz und würde sagen, das der Vermieter hier die Reparatur in Auftrag geben muss. Oder liege ich da völlig falsch und muss selbst ran, weil ich den Schaden ja quasi jetzt verursacht habe, in dem ich die Tapete abgenommen habe?
Mein Freund ist Sachverständiger für Schäden an Gebäuden und war beim Abreissen der Tapete dabei. Er sagte, dass hier nicht korrekt über dem Holzbalken gearbeitet wurde und der Putz so irgendwann abfallen musste. Aber heißt das was?

Muss ich ran, oder der Vermieter?

Viele Grüße

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3431 Beiträge, 1946x hilfreich)

Es ist ja nur eine Ausnahme zu [link=http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__535.html]BGB § 535 [/link], dass der Vermieter dem Mieter Schönheitsreparaturen (und nur diese) übertragen darf. Was nun unter Schönheitsreparaturen fällt, ist ziemlich genau festgelegt - z.B. die dekorative Gestaltung der innenseitigen Wandoberflächen (also Streichen, Tapezieren).
Beseitigung von Putzschäden fällt nicht darunter

https://www.test.de/Schoenheitsreparaturen-So-vermeiden-Sie-Streit-1423984-1423995/
http://www.berliner-mieterverein.de/recht/infoblaetter/fl011.htm

oder hier ein schöner Aufsatz darüber
http://db.mietgerichtstag.de/tl_files/Dateien/Mietgerichtstage/2009/Gellwitztki_Grundsanierung.pdf

Da ihr sicher auch unter Zeitdruck steht, empfiehlt sich eine beweisbare Mängelanzeige mit Fristsetzung und schon gleich mit Androhung der Ersatzausführung (dazu muss dann erst Verzug eingetreten sein = Frist verstrichen)
http://www.mhm-ffm.de/Merkblaetter/MaengelbeseitigungUnd.pdf
Beweisbare Zustellung!

Signatur:

Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand

3x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Eule0879
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 10x hilfreich)

Vielen Dank für die Antwort, das hilft mir weiter! Der Vermieter hat sich gestern Abend im Gespräch zum Glück sehr hilfsbereit gezeigt und sieht den Schaden auf seiner Seite und hat versprochen, jemanden zu beauftragen. Ich bin gespannt, ob den Worten dann auch Taten folgen, man weiß es ja nie. Ich schätze es zwar so ein, dass das alles jetzt seinen Gang gehen wird und ich da an einen seeeeeehr netten Vermieter geraten bin, aber ich hab eben auch schon Pferde vor der Apotheke ko.... sehen...

Danke!!!

3x Hilfreiche Antwort

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