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Wasserschaden durch Entlüften von Heizkörper

 Von 
Julia0512
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 2x hilfreich)
Wasserschaden durch Entlüften von Heizkörper

Hallo,

da meine Heizung nach Rückkehr aus meinem 2-wöchigen Urlaub kalt blieb, habe ich kurzerhand das Entlüftungsventil geöffnet, um evtl. im Heizkörper befindliche Luft entweichen zu lassen. Leider musste ich dabei feststellen, dass kein Druck im System war. Ich schloss also das Ventil wieder und kontaktierte den Vermieter, dass die Heizung kalt bleibt und kein Druck im System ist. Dieser füllte am darauf folgenden Tag das Heizungssystem wieder auf. Im Verlauf des Tages stellte ich fest, dass das Parkett unter der Heizung völlig nass ist. Eine heutige Kontrolle mit dem Vermieter bestätigte den Verdacht, dass Wasser ungehindert aus dem geschlossenen Entlüftungsventil dringt, bis der Druck abgebaut ist. Nach Wechsel des Entlüftungsventils ist dieses dicht.

Es haben sich schätzungsweise 2 Liter Wasser auf das Parkett ergossen und sind darin versickert. Der Vermieter wünscht nun, dass meine Haftpflichtversicherung für den Schaden aufkommen soll, da ich das Ventil beschädigt hätte. Die Frage die sich nun stellt:

Darf ich als Mieter überhaupt die Heizung selbst entlüften? Im Mietvertrag (Muster der Fa. Brunnen Ausfertigung 03.99) ist dies nicht explizit aufgeführt.

Liebe Grüße,
Julia


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Schaden Vermieter Wasser Mieter


17 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12311.01.2010 09:56:08
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 6x hilfreich)

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#2
 Von 
Julia0512
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 2x hilfreich)

Ventil mit Innenvierkant öffnen, warten, wieder schließen - bekomme selbst ich hin ;)

Und stimmt, ich hätte vorher mal telefonisch anfragen können...

Die Frage ist aber eher: Wenn ich ggü. meiner Haftpflicht eingestehe, dass ich für den Schaden verantwortlich bin und die Versicherung dann meint, das hätte ich garnicht tun dürfen bleibe ich dann persönlich für den Schaden haftbar weil ich schon eingestanden habe, dass ich Schuld bin?

Übrigens gehe ich eher davon aus, dass das Ventil einfach versagt hat, und nicht durch ansachgemäßen Gebrauch beschädigt wurde.

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#3
 Von 
guest-12311.01.2010 09:56:08
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 6x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#4
 Von 
Julia0512
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 2x hilfreich)

genau, ein Bauteilgutachten für ein Entlüftungsventil - am Besten direkt bei der BAM

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#5
 Von 
Thorsten D.
Status:
Student
(2189 Beiträge, 1315x hilfreich)

Ich würde mal sagen, dass
a) 2 Liter Wasser sicher keinen grossen Schaden anrichten können, und
b) der Vermieter in der Beweispflicht ist

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"Wer nicht bereit ist für sein Recht als Eigentümer einzutreten , sollte besser zur Miete wohnen"

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#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(32345 Beiträge, 11471x hilfreich)

quote:
Wenn ich ggü. meiner Haftpflicht eingestehe, dass ich für den Schaden verantwortlich bin und die Versicherung dann meint, das hätte ich garnicht tun dürfen bleibe ich dann persönlich für den Schaden haftbar weil ich schon eingestanden habe, dass ich Schuld bin?

Auch wenn Du nicht berechtigt gewesen wärst, den Heizkörper zu entlüften, muss Deine haftpflichtversicherung eintreten. Ich haffe für Dich, dass die Versicherung Schäden an gemieteten Sachen eingeschlossen hat. Sonst sieht es für Dich eher aus diesem Grund schlecht aus.
Aber zur Beruhigung: Natürlich darfst Du als Mieter den Heizkörper entlüften.

Wenn das Wasser jedoch aus dem geschlossenen Ventil entwichen ist, dann trifft Dich gar kein Verschulden, so dass der Vermieter den Schaden selbst tragen muss.

Ein schriftliches Schuldeingeständnis hast Du dem Vermieter hoffentlich nicht gegeben.

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#7
 Von 
Julia0512
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 2x hilfreich)

Ich danke Euch ganz herzlich für die Hinweise!

Durch meine Haftpflicht sind Mietsachschäden abgedeckt.Da mir augenscheinlich keine weiteren Folgen drohen wenn ich meine Haftpflicht in Anspruch nehme, nehme ich die Schuld auf mich und alle sind glücklich...

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#8
 Von 
Ilsa1939
Status:
Bachelor
(3728 Beiträge, 1062x hilfreich)

Die Idee mit dem Beweisen ist doch schon mal gut. Wer Schadenersatz für sein Parkett / Ventil haben will, muss beweisen, dass der Mieter das kaputt gemacht hat. Also wenn der VM das Ventil noch hätte, wäre das ja vielleicht möglich.

Bis dahin müssen wir davon ausgehen, dass die Fragestellerin kompetent genug ist, die Heizung selbst zu entlüften. Sicherlich hat die Fragestellerin das ja bereits schon öfters gemacht hat, ohne das etwas passiert ist. Also: völlig klar, dass es am Ventil gelegen hat.

Auch wichtig. Wer hat eigentlich die Ventilreparatur bezahlt? Hat sich der VM da gegenüber der Fragestellerin vielleicht auf eine Kleinreparaturklausel berufen? – Schön wär’s, denn dann muss sich der Vermieter Fragen lassen, wieso er keinen Schadenersatz fürs Ventil verlangt hat.

So einfach die Schuld auf sich nehmen - da wird sich die Haftpflicht aber nicht freuen.


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#9
 Von 
Laird Mortimer
Status:
Lehrling
(1065 Beiträge, 183x hilfreich)

quote:
Sicherlich hat die Fragestellerin das ja bereits schon öfters gemacht hat, ohne das etwas passiert ist. Also: völlig klar, dass es am Ventil gelegen hat.

Gottseidank; mit dieser Erkenntnis wurde das "menschliche Versagen" endlich abgeschafft.

Das wird die Beurteilung von zukünftigen Flugzeugabstürzen, Kraftfahrzeug- und sonstigen Unfällen erheblich erleichtern.



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#10
 Von 
Ilsa1939
Status:
Bachelor
(3728 Beiträge, 1062x hilfreich)

Ändert aber nichts daran, dass der VM seinen Anspruch beweisen muss.

Im Übrigen gibt's im Straßen- und Luftverkehr die Gefährdungshaftung des Halters, eine Gefährdungshaftung des Mieters für die Mietsache gibt es aber nicht.
Ihre "Gleichnisse" sind wie immer unbrauchbar.

-- Editiert am 08.01.2010 20:23

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#11
 Von 
guest-12311.01.2010 11:33:38
Status:
Beginner
(90 Beiträge, 32x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#12
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(32345 Beiträge, 11471x hilfreich)

Wenn ich die Fragestellerin richtig verstanden habe, dann wird sie wahrheitswidrig behaupten, das Zudrehen vergessen zu haben und damit Versicherungsbetrug zu Gunsten ihres Vermieter begehen.

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#13
 Von 
Ilsa1939
Status:
Bachelor
(3728 Beiträge, 1062x hilfreich)

quote:
Hast Du nicht auch schon mal vergessen, das Licht im Kühlschrank auszumachen ?

Bei mir geht das immer automatisch aus.

Nicht die M muss beweisen, dass sie das Ventil zudreht hat, sondern der VM muss beweisen, dass die M das Ventiel kaputt gemacht hat. Hätten Sie den Sachverhalt gelesen, hätten Sie bemerkt, dass das Ventil kapp war - nicht unverschlossen. Nur weil es um Mietrecht geht, werden die normalen Beweislastregeln nicht außer Kraft gesetzt.


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#14
 Von 
guest-12311.01.2010 11:33:38
Status:
Beginner
(90 Beiträge, 32x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#15
 Von 
guest-12318.01.2010 15:10:20
Status:
Beginner
(60 Beiträge, 2x hilfreich)

Ist ja lustig,
die gleichen Gesellen, die sonste die Mieter immer auffordern "Das kannst Du doch schnell selber machen" schreiben hier nun "Warum hast Du das denn gemacht ???"

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#16
 Von 
guest-12311.01.2010 11:33:38
Status:
Beginner
(90 Beiträge, 32x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#17
 Von 
Julia0512
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 2x hilfreich)

also nochmal: Das Ventil ist defekt, seit dem ich es geöffnet und wieder verschlossen (bis zum Anschlag im Uhrzeigersinn gedreht) habe. Damit bin ich der Schadensverursacher und begehe keinen Versicherungsbetrug, wenn ich den Schaden über meine Haftpflicht abwickeln lasse.

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