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Wie einfach könnten uns die Schwiegereltern aus dem Haus werfen?

12. August 2022 Thema abonnieren
 Von 
str516605-53
Status:
Beginner
(82 Beiträge, 2x hilfreich)
Wie einfach könnten uns die Schwiegereltern aus dem Haus werfen?

Meine Partnerin (Einzelkind), ich und 2 Kinder wohnen im Haus Ihrer Eltern (geschieden seit 20 Jahren, Eigentum 50:50). Meine Frau soll das Haus im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge bekommen, keine vorgezogene Übertragung ist geplant. Ihr Vater (75) wohnt im 1.OG - gutes Verhältnis. Die Mutter seit 20 Jahren in der nächsten Stadt.
Wir bezahlen 400€ Miete (bar) seit 12 Jahren an die Mutter, ortsübliche wären mind. 1000€.
Verhältnis zur Mutter ist gut aber Kontakt etwas abgekühlt und Besuch nur alle 4-6 Wochen.

Was könnte uns bei einem eskalierendem Streit mit der Mutter drohen? Angenommen ihr Vater steht zu uns. Würde Sie uns aus der Wohnung raus bekommen und wenn ja wie schnell? Wohnungsmarkt ist in der Region sehr schwierig allgemein und für Familien insbesondere.

Es gibt keine Teilungserklärung, aber ein gegenseitiges Vorkaufsrecht der Eigentümer.

Danke.

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Solan196
Status:
Bachelor
(3216 Beiträge, 353x hilfreich)

Wem gehört das Haus denn und warum wird nur an die Mutter Miete gezahlt?

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
str516605-53
Status:
Beginner
(82 Beiträge, 2x hilfreich)

Das Haus gehört zu gleichen Teilen der Mutter und dem Vater, dh 50:50.

Nur die Mutter bekommt Miete weil Sie ja nicht in dem Haus wohnt. Der Vater wohnt ja mit uns drinnen und bekommt dann logischerweise keine Miete.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
AR377
Status:
Schüler
(467 Beiträge, 102x hilfreich)

Die Schwiegermutter (ebenso wie der Schwiegervater als gemeinsame Eigentümer) könnte die Teilungsversteigerung ("Zwangsversteigerung zum Zwecke der Aufhebung der Eigentümergemeinschaft")
beantragen. Ohne dass diesem jemand etwas entgegensetzen könnte.

Zitat (von str516605-53):
Wie einfach könnten uns die Schwiegereltern aus dem Haus werfen?
Wenn ein Dritter ersteigern würde (Versteigerung angenommen), dann wären alle draußen: Sie, Partnerin, 2 Kinder, Schwiegervater, Schwiegermutter
Zitat (von str516605-53):
Der Vater wohnt ja mit uns drinnen und bekommt dann logischerweise keine Miete.
"logischerweise" wohnen zu dem gleichen 50% Anteil in einem Fall 4 Personen, im anderen Fall 1 Person in dem Objekt. Diese Logik müsste mindestens durch einen Vertrag geregelt sein.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Solan196
Status:
Bachelor
(3216 Beiträge, 353x hilfreich)

Zitat (von str516605-53):
Nur die Mutter bekommt Miete weil Sie ja nicht in dem Haus wohnt. Der Vater wohnt ja mit uns drinnen und bekommt dann logischerweise keine Miete.


Wo ist das denn logisch?

Die Mieteinnahmen gehören (vermutlich) beiden, wie die im Innenverhältnis das Wohnen des Vaters verrechnen, nicht eure Baustelle.

So schnell kann man euch nicht aus der Wohnung werfen, ihr zahlt Miete. Ich vermute, dass der Vater dies wird bestätigen können. Wenn ihr keinen MV wollt (was ich verstehen kann), überweis den Obulus doch, dann ist der Nachweis auch da.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
str516605-53
Status:
Beginner
(82 Beiträge, 2x hilfreich)

Korrektur: nur der Vater hat ein Vorkaufsrecht.

AR 377:
Diese Teilungsversteigerung kann jeder der beiden Eigentümer (je 50%) beantragen?
Gibt's es da keine Voraussetzungen dafür?
Und warum müssen die Mieter dann raus aus dem Haus?

Wir bezahlen die Miete immer Bar an die Mutter. Ist das kein Nachweis wenn das Geld regelmäßig vom Konto abgehoben wird.

Sollten wir uns den Empfang quittieren lassen?

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(43555 Beiträge, 15519x hilfreich)

Zitat (von str516605-53):
Diese Teilungsversteigerung kann jeder der beiden Eigentümer (je 50%) beantragen?


Ja

Zitat (von str516605-53):
Gibt's es da keine Voraussetzungen dafür?


Nein

Zitat (von str516605-53):
Und warum müssen die Mieter dann raus aus dem Haus?


Ob die Mieter tatsächlich raus müssen hängt natürlich vom Ersteigerer ab.

Zitat (von str516605-53):
Wir bezahlen die Miete immer Bar an die Mutter. Ist das kein Nachweis wenn das Geld regelmäßig vom Konto abgehoben wird.

Sollten wir uns den Empfang quittieren lassen?


Ich tippe mal darauf, dass die Mutter die Mieteinnahmen nicht ordnungsgemäß versteuert und deswegen Barzahlung ohne Quittung vorgesehen ist.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4951 Beiträge, 1247x hilfreich)

Zitat (von str516605-53):
Meine Frau soll das Haus im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge bekommen

Vor dem Erben kommt das Sterben. Solange also der Eigentümer noch lebt, gibt es gar keine Ansprüche.

Zitat:
Nur die Mutter bekommt Miete weil Sie ja nicht in dem Haus wohnt. Der Vater wohnt ja mit uns drinnen und bekommt dann logischerweise keine Miete.

Daran ist absolut nichts "logisch". Selbstverständlich könnte der Vater als (Mit-)Eigentümer Miete von Mitbewohnern verlangen.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4951 Beiträge, 1247x hilfreich)

Zitat (von str516605-53):
Korrektur: nur der Vater hat ein Vorkaufsrecht.

"Vorkaufsrecht" bedeutet: man darf in den Vertrag mit einem anderen statt diesem eintreten, zu den jeweiligen Vertragsbedingungen.
Wenn also z.B. Herr X das Haus oder den Hausanteil für 1.000.000 Euro kauft, dann kann der Inhaber des Vorkaufsrechts statt Herrn X in den Vertrag eintreten und das Haus oder den Hausanteil für 1.000.000 Euro kaufen.

Zitat:
Diese Teilungsversteigerung kann jeder der beiden Eigentümer (je 50%) beantragen?

Ja.
Zitat:
Gibt's es da keine Voraussetzungen dafür?

Ja.
Zitat:

Und warum müssen die Mieter dann raus aus dem Haus?

Weil bei Zwangsversteigerungen und Teilungsversteigerungen das Prinzip "Kauf bricht Miete nicht" nicht gilt. Wer eine Immobilie bei einer Zwangs- oder Teilungsversteigerung erwirbt, kann alle Mietverträge ohne Begründung kündigen. Das soll die Interessen der Verwerter schützen, die in dem Fall als vorrangig gelten.

Zitat:
Wir bezahlen die Miete immer Bar an die Mutter. Ist das kein Nachweis wenn das Geld regelmäßig vom Konto abgehoben wird.

Nein.
Man müsste schon eine Zahlung an die Mutter nachweisen, in geeigneter Weise. Quittung, Überweisungsbeleg, Zeugen.

Ob die Mutter allerdings die Zahlungen bestreiten würde, wenn sie davon ausgehen müsste, daß dies eine Meldung an das Finanzamt zur Folge haben könnte (die Mutter muss die Mieteinnahmen ja versteuern), das ist eine andere Frage.
Da hülfe vielleicht auch der Wink mit dem Zaunpfahl.

-- Editiert von User am 21. August 2022 12:27

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(43555 Beiträge, 15519x hilfreich)

Bevor Missverständnisse entstehen, da ich denke dass @eh1960 und ich das Gleiche meinen:

Zitat (von str516605-53):
Gibt's es da keine Voraussetzungen dafür?


Nein, es gibt keine Voraussetzungen oder ja, das ist richtig

Zitat (von eh1960):
Wer eine Immobilie bei einer Zwangs- oder Teilungsversteigerung erwirbt, kann alle Mietverträge ohne Begründung kündigen.


Die Aussage ist falsch. Auch bei einer Kündigung nach § 57a ZVG wird ein Kündigungsgrund benötigt.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
AR377
Status:
Schüler
(467 Beiträge, 102x hilfreich)

Zitat (von str516605-53):
AR 377:
Diese Teilungsversteigerung kann jeder der beiden Eigentümer (je 50%) beantragen?
Ja.
Zitat (von str516605-53):
Gibt's es da keine Voraussetzungen dafür?
Einem Antrag auf Teilungsversteigerung ist nichts vorausgesetzt. Jeder Teileigentümer kann nach Beliebigkeit die Versteigerung zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft herbeiführen.
In der Praxis kommt sie häufig zur Anwendung wenn die Teileigentümer unvereinbare Vorstellungen über die weitere Verwertung einer Immobilie haben.

Zitat (von str516605-53):
Und warum müssen die Mieter dann raus aus dem Haus?
Nicht zwangsläufig müssen die Mieter nach der Versteigerung raus, aber unter Umständen kommt das in Betracht.
Wenn der Erwerber die Immobilie selbst nutzen möchte kann er den Mietern wegen Eigenbedarf (§ 573 BGB) kündigen.

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