Wohnung unbewohnbar durch Brand - Muss ich weiter Miete zahlen?

28. Februar 2024 Thema abonnieren
 Von 
malzzi
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)
Wohnung unbewohnbar durch Brand - Muss ich weiter Miete zahlen?

Hallo zusammen,
neulich hat es in meiner 1 Raum Wohnung mit offener Küche gebrannt und mein Vermieter verlangt nun nach der Kündigung die ich noch schreiben muss, 3 Monate weiterhin die vollste Miete.

Zum Sachverhalt:
Ich wollte mir nach dem Einkaufen etwas in meiner Backroehre zu essen machen, musste aber (so dumm es auch klingt) dringend auf die Toilette. Somit habe ich erst einmal meine Einkäufe auf meinen Herd gelegt (hauptsächlich verpackte Nudeln), der (ich betone es extra) NICHT eingeschladet worden ist, nicht in verwendung war und nicht mehr verwendet werden sollte (an diesem Tag). Ich heitze also den Ofen vor, ging eben auf die Toilette und keine 10 Minuten später sah ich vor lauter rauch nichts mehr. Ich sah nur wie meine hintere, linke herdplatte brannte. Darüber war der Sicherungskasten der Wohnung. Ich habe das Feuer (in der Situation einfach funktioniert, nicht nachgedacht) mit Wasser geloescht. Mein Nachbar, der in der FFW tätig war, brachte sofort eine Wärmebildkamera mit. Feuerwehr wurde also nicht allarmiert. Vermieter wurde sofort verständigt.

Nun ist der Vorwurf meines Vermieters, dass ich den Brand selbst verursacht habe und somit eine Mietminderung oder eine fristlose kündigung ausgeschlossen sei. Doch ab wann bin ich selbtverschuldender brandverursacher? Ich gehe von einem technischen Defekt aus, der mit dem einschlaten des Ofens eingetreten ist. Dies kann ich natürlich nicht nachweisen. Ein gutachter war da, jedoch kann ich in dieses schreibe nicht einsehen.

Ich weigere mich für eine unbewohnbare Wohnung weiterhin Miete zu zahlen, zumal ich gar keinen Zutritt mehr für diese habe (Wohnungsübergabe ist schon geschehen, jedoch ohne vorher schriftlich gekündigt zu haben). Mir wurde der Strom abgeklemmt, an den Wänden befindet sich (nicht gesungheitsfoerdernder) Ruß. Ich bin am selben Tag nach dem Brand "ausgezogen" und habe vorerst mündlich "gekündigt".

Nun moechte mich mein Vermieter verklagen, da ich druch das nicht zahlen der Miete und nicht eingehaltener Sorgfalltsplficht verklagen, wegen Vertragsbruch.

Wie verhalte ich mich nun? Ich bin 22 Jahre alt und habe keinerlei finanzielle Polster für sowas. Eine Rechtschutzversicherung besitze ich leider nicht.

Vielleicht ist es noch wichtig zu erwähnen, dass in der Wohnung kein Rauchmelder verbaut war und sich der Sicherungskasten direkt über den Herd befand... (so im Auftrag des Vermieter verlegter Starkstromkabel)

-- Editiert von User am 28. Februar 2024 00:42

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22 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121540 Beiträge, 40034x hilfreich)

Zitat (von malzzi):
und habe keinerlei finanzielle Polster für sowas.

Dann bekommt man etwas das sich "Schulden" nennt.



Zitat (von malzzi):
Eine Rechtschutzversicherung besitze ich leider nicht.

Dann kann man sich die Frage nach Haftpflicht- und Hausratversicherungen wohl sparen ...
Das war dann am falschen Ende gespart.



Zitat (von malzzi):
Doch ab wann bin ich selbtverschuldender brandverursacher?

Ab dem Zeitpunkt ab dem man brennbares (Einkäufe) auf eine potentielle Hitzequelle (Herdplatte) legt.



Zitat (von malzzi):
Nun moechte mich mein Vermieter verklagen, da ich druch das nicht zahlen der Miete und nicht eingehaltener Sorgfalltsplficht verklagen, wegen Vertragsbruch.

Schadenersatz für die verkohlte Wohnung wird er wohl auch noch wollen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
GefährlichesHalbwissen
Status:
Beginner
(136 Beiträge, 49x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ab dem Zeitpunkt ab dem man brennbares (Einkäufe) auf eine potentielle Hitzequelle (Herdplatte) legt.


Ein kleines bisschen differenzierter sehe ich das schon. Solange die Brandursache nicht geklärt ist, ist es überhaupt nicht klar, ob, und wenn ja in welchem Ausmaß, den TE ein Verschulden trifft. Man muss nämlich nicht davon ausgehen, dass ein ausgeschalteter Herd sich von alleine einschaltet. Wenn er das doch macht, ist das ein technischer Defekt, der ein enormes Brandrisiko birgt - auch unabhängig davon, was auf dem Herd steht oder nicht.

Die Frage, die sich mir stellt, ist allerdings, ob es tatsächlich einen technischen Defekt gab. Mir drängt sich aber anhand der Beschreibung des Sachverhalts der Verdacht auf, dass es sich nicht um einen technischen Defekt gehandelt haben könnte, sondern eher, dass beim Einschalten des Backofens aus Versehen auch die Herdplatte mit eingeschaltet wurde.

Ich finde den gesamten Hergang sowieso sehr unschlüssig...

Zitat (von malzzi):
neulich hat es in meiner 1 Raum Wohnung mit offener Küche gebrannt

Zitat (von malzzi):
Ich heitze also den Ofen vor, ging eben auf die Toilette und keine 10 Minuten später sah ich vor lauter rauch nichts mehr.


Wie kann man denn in einer kleinen Wohnung so weit von dem Brandherd weg sein, dass man das nicht früher merkt? Das fängt deutlich schneller an, enorm zu stinken, als dass das hier passiert:

Zitat (von malzzi):
eine unbewohnbare Wohnung


Auch das hier bringt mich zum Stirnrunzeln:

Zitat (von malzzi):
Ein gutachter war da, jedoch kann ich in dieses schreibe nicht einsehen.


Wer hat den Gutachter beauftragt? Ich vermute, der Vermieter, ansonsten würde Dir das Schreiben direkt vorliegen. Warum kannst Du das Schreiben nicht einsehen, verweigert der Vermieter das oder hast Du einfach noch nicht gefragt? Wenn der Vermieter es nämlich schwarz auf weiß hat, das kein technischer Defekt vorliegt, dann hätte er keinen Grund, Dir das Schreiben vorzuenthalten. Wenn dort allerdings steht, dass es doch ein technischer Defekt war, dann würde es natürlich Sinn machen, Dir das Schreiben nicht zu zeigen, weil dann hätte er keine oder zumindest deutlich geminderte Ansprüche gegen Dich. Wenn Du bisher einfach noch nicht gefragt hast, dann mach das jetzt ganz schnell.

Aber selbst bei einem technischen Defekt würde Dich aus meiner Sicht eine Mitschuld treffen. Denn Einkäufe auf den Herd zu stellen und dann aus dem Raum zu gehen, ist halt einfach eine saublöde Idee...

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
GefährlichesHalbwissen
Status:
Beginner
(136 Beiträge, 49x hilfreich)

Zitat (von malzzi):
Vielleicht ist es noch wichtig zu erwähnen, dass in der Wohnung kein Rauchmelder verbaut war und sich der Sicherungskasten direkt über den Herd befand... (so im Auftrag des Vermieter verlegter Starkstromkabel)


Sorry, das hatte ich beim ersten Lesen ganz übersehen und jetzt drängt sich mir doch der Verdacht auf, dass der Vermieter versucht, zu tricksen. Rauchmelder sind Pflicht. Für die Installation ist der Vermieter zuständig. Die Instandhaltung und Wartung kann zwar auf den Mieter übertragen werden, aber vorhanden müssen sie schon sein.

Und einen Sicherungskasten direkt über dem Herd habe ich noch nie gesehen. Ich will mich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, aber eine kurze Suche spuckt mir aus, dass die nach den technischen Anschlussbedingungen (TAB) nicht in Küchen sein dürfen (ebenso wenig in Wohnräumen, Bädern, Wasch- oder Toilettenräumen). Es kann aber sein, dass es für Altbauten da irgendeine Art Bestandsschutz gibt.

Und wenn der Vermieter dann, ggf., auch noch die Einsicht in das Gutachten verweigert, fängt die ganze Sache für mich an zu stinken und ich würde jetzt tendenziell doch eher sagen, der Vermieter hat hier ggf. gegen diverse Vorschriften verstoßen.

Insofern würde ich seine Drohung, Dich zu verklagen, nicht als Grund zur Panik sehen. Damit würde er sich dann ein sehr schönes Eigentor schießen, wenn er Brandschutzvorschriften missachtet.

Da hier im schlimmsten Fall auf Dich jedoch zig Tausend Euro Schadenersatz zukommen, würde ich wirklich dazu raten, eine Erstberatung beim Anwalt zu machen. Das ist wirklich nicht soo teuer und hier wahrscheinlich sehr gut angelegtes Geld.

Zitat (von malzzi):
Ich bin am selben Tag nach dem Brand "ausgezogen" und habe vorerst mündlich "gekündigt".


Eine mündliche Kündigung ist übrigens ungültig.

Zitat (von malzzi):
(Wohnungsübergabe ist schon geschehen, jedoch ohne vorher schriftlich gekündigt zu haben).


Das könnte man aber u.U. auch als einvernehmliche Vertragsauflösung interpretieren.

-- Editiert von User am 28. Februar 2024 06:00

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4253 Beiträge, 2422x hilfreich)

Gehe. Wir mal davon aus, dass der Mieter kränklich war und einen sehr übel riechenden Durchfall hatte: er hat also nichts anderes gerochen und brauchte im Bad so an die 10 Minuten.
Das wäre möglich.
Er war - vielleicht durch die Krankheit - auch abgelenkt und hat nicht groß über seine Aktionen am Herd nachgedacht.
Auch plausibel.
Frage ist, ob die Herdplatte eingestellt war. Das müsste man eigentlich, zumindest bei einem älteren Herd, auch im total verkohlten Zustand noch nachweisen können. Wenn ja, sieht es vermutlich auch mit nicht normgerechter Elektroinstallation schlecht für den Mieter aus: dass die nämlich Einfluss auf den Brand hatte, darf dann bezweifelt werden.
Ein Rauchmelder ist (aus gutem Grund) in Küchen nicht vorgeschrieben. Ob ein Rauchmelder im Wohnraum bei anwesenden wachem Mieter geholfen hatte, ist auch unklar...

Alternativ: die Herdplatte war NICHT angeschaltet, aber der Ofen. Gab es jetzt einen technischen Defekt? Auch bei geschlossenrn Backofen ist es eine Verletzung der Obhutspflicht, sie unbeaufsichtigt zu lassen. Wenn der technische Defekt erst durch das Einschalten zustande kam, könnte selbst hier also ein Haftung des Mieters vorliegen.

In jedem Fall gehören brennbare Materialien nicht auf dem Herd gelagert. Wenn man 10 Minuten im Bad verbringt, ist das auch schon eine Lagerung und kein kurzes Ablegen mehr.


Aber zur eigentlichen Frage: nein, bei Unbewohnbarkeit der Wohnung muss man keine Miete mehr zahlen und hat auch das Recht zur fristlosen Kündigung, die allerdings wie jede Wohnraumkündigung der Schriftform genügen muss.

Der Vermieter kann gegebenenfalls Schadenersatz für entgangene Mieten (auch nach regulärer Kündigungsfrist, wenn die Wohnung noch länger unbewohnbar ist aufgrund länger Restaurationszeiten) beim Brandverursacher geltend machen, zusammen mit den notwendigen Kosten der Rechtsverfolgung.
Außerdem natürlich Schadenersatz für die Kosten der Wiederherstellung.

Um das vom Mieter zu fordern, muss er diesem Verschulden nachweisen.
Wer hier wie stark die Schuld trägt ...

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4891 Beiträge, 587x hilfreich)

Zahlt die Versicherung nicht den Mietausall?

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
GefährlichesHalbwissen
Status:
Beginner
(136 Beiträge, 49x hilfreich)

Zitat (von quiddje):
Frage ist, ob die Herdplatte eingestellt war. Das müsste man eigentlich, zumindest bei einem älteren Herd, auch im total verkohlten Zustand noch nachweisen können. Wenn ja, sieht es vermutlich auch mit nicht normgerechter Elektroinstallation schlecht für den Mieter aus: dass die nämlich Einfluss auf den Brand hatte, darf dann bezweifelt werden.


Das sehe ich grundsätzlich auch so. Das hier aber nicht:

Zitat (von quiddje):
Alternativ: die Herdplatte war NICHT angeschaltet, aber der Ofen. Gab es jetzt einen technischen Defekt? Auch bei geschlossenrn Backofen ist es eine Verletzung der Obhutspflicht, sie unbeaufsichtigt zu lassen.


Es ist keine generelle Verletzung der Obhutspflicht, bei eingeschaltetem Backofen die Herdplatte nicht zu beaufsichtigen. Zumindest nicht, wenn man sich weiterhin in der Wohnung aufhält.

Zitat (von quiddje):
Ein Rauchmelder ist (aus gutem Grund) in Küchen nicht vorgeschrieben.


Es handelt sich hier um eine 1-Raumwohnung mit offener Küche. Insofern ist der Rauchmelder Pflicht.

Zitat (von quiddje):
Wenn der technische Defekt erst durch das Einschalten zustande kam, könnte selbst hier also ein Haftung des Mieters vorliegen.


Durchaus, ja. Aber dann würde den Vermieter mindestens eine Teilschuld treffen, wie Du ja selbst sagst.

Zitat (von quiddje):
Um das vom Mieter zu fordern, muss er diesem Verschulden nachweisen.
Wer hier wie stark die Schuld trägt ...


Aber bei einem direkt über dem Herd verbauten Sicherungskasten (für den es auch keinerlei Bestandsschutz geben dürfte, da davon ein erhebliches Sicherheitsrisiko ausgeht, wie meine zwischenzeitliche Recherche vermuten lässt ) sowie nicht vorhandenem Rauchmelder, würde ich sagen, dass der Vermieter sich ggf. auf eine Nutzungsuntersagung der Wohnung einstellen kann, bis das entsprechend umgebaut ist. Besonders, wenn er tatsächlich klagen sollte und die entsprechenden Behörden dann auf jeden Fall darüber informiert werden. In wie weit er da noch

Zitat (von quiddje):
Schadenersatz für entgangene Mieten


fordern kann? Eher unwahrscheinlich, denke ich. Ich sehe hier durch die erheblichen Sicherheitsmängel, die in der Wohnung vorzuliegen scheinen, auf jeden Fall ein mögliches Recht des Mieter auf eine fristlose Kündigung. Die natürlich dann auch schriftlich erfolgen muss, das ist klar.

Und wenn die komplette Wohnung neu verkabelt werden muss, dann kann er wohl auch hierfür

Zitat (von quiddje):
Außerdem natürlich Schadenersatz für die Kosten der Wiederherstellung.


nicht ganz so viel fordern. Durch das Aufstemmen von Wänden, legen der korrekten Leitungen und dem Einbau eines komplett neuen Sicherungskastens, ist sowieso jede Menge Wiederherstellung erforderlich, die auf jeden Fall zu Lasten des Vermieters gehen würde. Wenn rein rechnerisch noch ein Rest bleibt (z.B. ein Zeitwert des beschädigten Herdes / der beschädigten Küche), dann könnte das zulasten des Mieter gehen.

Aber das ist nur meine bescheidene Meinung, je nachdem, wie sich der Sachverhalt vielleicht noch ändert, oder was für Ansätze andere hier im Forum haben, ändert sich vielleicht auch meine Meinung noch ;-)

-- Editiert von User am 28. Februar 2024 08:52

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#7
 Von 
Kalanndok
Status:
Student
(2353 Beiträge, 366x hilfreich)

Also zunächst mal sehe ich den Mietvertrag als einvernehmlich aufgelöst an. Ab dem Moment schuldet man keine Miete mehr.

Angemommen der Mietvertrag wäre nicht aufgelöst, dann würde der Vermieter die Wohnung (oder Ersatzwohnraum) schulden oder die Miete wäre um 100% zu mindern. Macht also am Ende auch keinen Unterschied. Miete wird meiner Meinung nach nicht geschuldet.

Nächster Schritt ist die Schadensregulierung (und die Haftung für die entstandenen Schäden).

Da wäre zunächst mal der Versicherungsstatus zu prüfen.
Hausratversicherung, Haftpflichtversicherung, Wohngebäudeversicherung (über die Betriebskosten).
Ich gehe mal davon aus, dass

Den Schaden an Deiner Küche (du schriebst von Deiner Backröhre...nicht von der Backröhre Deines Vermieters) würde meiner Meinung nach die Hausratversicherung bezahlen.

Die Schäden am Gebäude sollte die Wohngebäudeversicherung bezahlen, so sie denn vorhanden ist.

Wenn sich jetzt herausstellt, dass Du versehentlich die Herdplatte mit eingeschaltet hättest, dann wärst Du der Wohngebäudeversicherung ggf. haftbar, was dann aber wiederum von einer Haftpflichtversicherung abgedeckt sein könnte.

Wenn jedoch der Brand durch mangelhafte Installation entstanden ist, dann hättest Du selbst noch Ansprüche gegen Deinen Vermieter wegen Deiner zerstörten Küche.

Jetzt das gemeine: Für Ansprüche des Vermieters gegen Dich wäre dieser beweisbelastet, für Ansprüche von Dir gegen Deinen Vermieter wärst Du beweisbelastet.
Bedeutet: Der Vermieter wird Dir nachweisen müssen, dass Du beispielsweise die Herdplatte eingeschaltet hast. Ohne diesen Nachweis bist Du nicht haftbar.
Umgekehrt wärst Du für die Tatsache beweisbelastet, dass es ein technischer Defekt in der Installation war, der Deine Küche zerstört hat.

Du siehst schon wieviele Möglichkeiten es hier bei dem Sachverhalt so wie Du ihn geschildert und ich ihn verstanden habe gibt und on Top kommt jetzt noch:
Falls es nicht (wie von Dir im Eingangspost zweimal unmissverständlich geschildert) Deine Küche war sondern die mitgemietete des Vermieters, dann gilt die Hälfte von dem, was ich oben geschrieben habe schon nicht mehr.

Das Beste was Du hier tun kannst ist, das mit einem Anwalt zu erörtern. Ein Forum ist bestenfalls dafür geeignet einen groben Überblick über eine Situation zu bekommen oder kleine Fragen zu klären wo es um vielleicht ein bisschen Lehrgeld geht wenn es schiefgeht. In diesem Fall liegen wir aber schon in existenzbedrohenden Größenordnungen. Wenn man da am Rechtsanwalt sparen will, dann spart man am falschen Ende.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4891 Beiträge, 587x hilfreich)

Zitat (von Kalanndok):
Also zunächst mal sehe ich den Mietvertrag als einvernehmlich aufgelöst an


Echt jetzt? Wie bist du zu diesem Ergebnis gekommen? Der Vermieter ist ja eindeutig anderer Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38802 Beiträge, 14058x hilfreich)

Es ist letztlich doch einerlei, ob @malzzi nun Nutzungsentschädigung zahlen muss oder aber Mietzins. Sie sollte jedenfalls die Wohnung förmlich kündigen, damit sich das Drama nicht unbefristet fortsetzt. Dann wäre das Mietverhältnis zumindest zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt. Oder zumindest schriftlich eine Einigung mit dem Ex-Vermieter herbeiführen, dass das Mietverhältnis zum Zeitpunkt xy beendet wurde. Dann wäre die erste Unsicherheit weg.

Nun zu dem Schadensersatz: wir wissen nicht, wer für den Herd verantwortlich ist, oder aber ob der Gegenstand des Mietvertrages ist/war, oder eine Leihe war, um nur mal ein paar Optionen zu nennen. Das wäre zu klären. Und dann kommt der nächste Schritt: bei einem eigenen Herd wäre die Verantwortung mit Sicherheit größer als bei einem fremden. Dann wäre zu prüfen, wie die unbeaufsichtigte Anstellung und Nutzung des Herdes zu bewerten ist. Und da kommt es eben auch auf das Sachverständigengutachten an.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
malzzi
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Erstmal danke für die Antworten.

Zitat (von Harry van Sell):
Dann kann man sich die Frage nach Haftpflicht- und Hausratversicherungen wohl sparen ...
Das war dann am falschen Ende gespart.

Privathaftpflicht ist vorhanden

Zitat (von GefährlichesHalbwissen):
Wer hat den Gutachter beauftragt? Ich vermute, der Vermieter, ansonsten würde Dir das Schreiben direkt vorliegen. Warum kannst Du das Schreiben nicht einsehen, verweigert der Vermieter das oder hast Du einfach noch nicht gefragt? Wenn der Vermieter es nämlich schwarz auf weiß hat, das kein technischer Defekt vorliegt, dann hätte er keinen Grund, Dir das Schreiben vorzuenthalten. Wenn dort allerdings steht, dass es doch ein technischer Defekt war, dann würde es natürlich Sinn machen, Dir das Schreiben nicht zu zeigen, weil dann hätte er keine oder zumindest deutlich geminderte Ansprüche gegen Dich. Wenn Du bisher einfach noch nicht gefragt hast, dann mach das jetzt ganz schnell.


Also ich bei der Wohnungsübergabe noch einmal nachgefragt hatte, meinte er nur - wie die Wochen auch schon davor - das es noch nicht fertig sei. Ja, der Vermieter hat den Gutachter beauftragt und kommt von seiner Gebäudeversicherung.

Zitat (von GefährlichesHalbwissen):
Wie kann man denn in einer kleinen Wohnung so weit von dem Brandherd weg sein, dass man das nicht früher merkt? Das fängt deutlich schneller an, enorm zu stinken, als dass das hier passiert:


Meine Wohnung war so aufgeteilt, dass die Toillette in einem kleinen Flur war. Dazwischen lagen 2 Türen (Badezimmertür, Wohnzimmertüre). Dadurch das ic hauf Toilette gewesen bin, beide Türen verschlossen waren, habe ich es erst mitbekommen, wo ich wieder ins Wohnzimmer/Küche bin.

Zitat (von quiddje):
Frage ist, ob die Herdplatte eingestellt war. Das müsste man eigentlich, zumindest bei einem älteren Herd, auch im total verkohlten Zustand noch nachweisen können.

Am nächsten Tag bin ich noch einmal in die Wohnung. Davor (am Abend des geschehens) hatte man mir den Strom im Haus selbst abgeklemmt. Somit habe ich am Herd selbst nichts mehr gemacht gehabt. Dies zeigte sich dann auch am nächsten Tag, denn der Temperaturregler meines Herdes stande noch auf 200°C mit Ober- und Unterhitze. Alle anderen Regler (für die Herdplatten) standen auf 0. Also aus.

Zitat (von quiddje):
Aber zur eigentlichen Frage: nein, bei Unbewohnbarkeit der Wohnung muss man keine Miete mehr zahlen und hat auch das Recht zur fristlosen Kündigung, die allerdings wie jede Wohnraumkündigung der Schriftform genügen muss.

Genau hier liegt ja das Problem. Mein Vermieter haut mir gerade die Taschen voll und behauptet (dies auch unter Zeugen) das ich der Brandverursacher bin und somit jegliche, fristlose Kündigung, Miedminderung usw. hinfällig sei. Ohne das Gutachten seiner Gebäudeversicherung vorliegen zu haben.

Zitat (von wirdwerden):
Nun zu dem Schadensersatz: wir wissen nicht, wer für den Herd verantwortlich ist, oder aber ob der Gegenstand des Mietvertrages ist/war, oder eine Leihe war, um nur mal ein paar Optionen zu nennen.

Es war mein eigener Herd mit Backroehre.

Ich werde auf jeden Fall (falls dies nicht anders klärbar ist) einen Rechtsanwalt einschalten.
Am Ende geht es mir darum, dass ich es nicht einsehe für eine Wohnung zu zahlen, wo noch komplett unklar ist was den Brand verursacht hat, zu zahlen. Denn es war hoechstens leicht Fahrlässig, aber nicht - wie es mein Vermieter mit unterstellt - grob Fahrlässig. Augenblickversagen: Ich hatte einen tüftigen Grund (Durchfall) und musste dringend auf die Toilette. Ich habe die Wohnung nicht verlassen (was wiederum dann grob Fahrlässig gewesen wäre?). Außerdem hätte ich schon viel eher von dem Brand mitbekommen, wenn einfach (in Sachsen bis zur Frist vom 31.12.24) ein Rauchmelder verbaut worden sei. Er verhütet zwar keine Brände, aber warnt vor hoher Rauchentwicklung in der Wohnung. Hätte dieser schon (nach sagen wir mal 3 Minuten) ausgeloest, hätte man sicherlich jetzt nicht diesen Stress. Je nach dem wie man das mit den Rauchmeldern auslegt, koennte ich sicherlich meinen Vermieter in dieser Hinsicht sehr belasten. Da es mir aber nicht darum geht ihn zu belasten, wenn er mich nicht belastet, sondern nur um die Mitefrist + weiter Mietzahlungen.

Zur Wohnungsübergabe: Schlüssel sind nicht vorhanden. Habe auch keine Übergabebestädigung oder der gleichen bekommen. Angenommen ich lasse es mir (wenn ich die Kündigung persoenlich unter Zeugen) abgebe, dies mir schriftlich von ihm unterschreiben lasse... dann müsste er doch in diesen Zeitraum (kündigungsfrist 3 Monate) die Wohnung wieder benutzbar machen? Ohne Strom + Warmwasser ist diese ja nicht benutzbar. Andererseits wäre dies doch ein Grund für eine Fristlose, außerordetnliche Kündigung bzw. Mietminderung?

Falls er die Schlüssel jedoch nicht zurückgeben moechte, entzieht dieser mir doch laut BGB §543 Abs. 2

(§ 543 Außerordentliche fristlose Kündigung aus wichtigem Grund
(2) Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor, wenn

1.
dem Mieter der vertragsgemäße Gebrauch der Mietsache ganz oder zum Teil nicht rechtzeitig gewährt oder wieder entzogen wird)

Zur Wiederherstellung der Wohnung:
§ 536 Mietminderung bei Sach- und Rechtsmängeln
(1) Hat die Mietsache zur Zeit der Überlassung an den Mieter einen Mangel, der ihre Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch aufhebt, oder entsteht während der Mietzeit ein solcher Mangel, so ist der Mieter für die Zeit, in der die Tauglichkeit aufgehoben ist, von der Entrichtung der Miete befreit. Für die Zeit, während der die Tauglichkeit gemindert ist, hat er nur eine angemessen herabgesetzte Miete zu entrichten. Eine unerhebliche Minderung der Tauglichkeit bleibt außer Betracht.

Beides doch theoretisch ein grund einer außerordetnlichen, fristlosen Kündigung, oder?

Ich habe hier auch einen netten Gerichtsauszug gefunden, wo eine ähnliche Situatuion war:
(https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/detail/lg-wuerzburg-augenblicksversagen-miete-wohnungsbrand-fett-mindern)
LG

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121540 Beiträge, 40034x hilfreich)

Zitat (von malzzi):
Privathaftpflicht ist vorhanden

Na Gott sei Dank.
Der Privathaftpflicht wurde das Schadenereignis auch entsprechend gemeldet?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
malzzi
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Der Privathaftpflicht wurde das Schadenereignis auch entsprechend gemeldet?

Ich habe meine Versicherungsnummer meiner Privathaftpflicht meinem Vermieter mitgeteilt. Sollte aber irrelevant sein, da die Gebäudeversicherung den Schaden übernimmt... Wobei ich mich auch hier frage was dies für eine Versicherung ist, der egal ist, dass keinerlei Rauchmelder in der Wohnung/Haus vorhanden waren.

Vielleicht ist dies aber auch genau der Grund, warum mein Vermieter mir das Gutachterausschreiben zeigen moechte. :)

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
GefährlichesHalbwissen
Status:
Beginner
(136 Beiträge, 49x hilfreich)

Zitat (von malzzi):
Alle anderen Regler (für die Herdplatten) standen auf 0. Also aus.


Das hört sich doch schon mal nicht schlecht an, dann sollte es ein technischer Defekt sein. Jetzt müsste vielleicht noch geklärt werden, was genau für ein Defekt. Der kann im Herd sein, oder im Sicherungskasten, oder auch im Herd aber ausgelöst durch falsche Verkabelung, etc., pp. Je nachdem, hast Du entweder gar keine oder zumindest eine Teilschuld.

Zitat (von malzzi):
Mein Vermieter haut mir gerade die Taschen voll und behauptet (dies auch unter Zeugen) das ich der Brandverursacher bin und somit jegliche, fristlose Kündigung, Miedminderung usw. hinfällig sei. Ohne das Gutachten seiner Gebäudeversicherung vorliegen zu haben.


Also bisher eine bloße Behauptung, die nicht relevant ist, auch nicht, wenn sie vor Zeugen getätigt wurde. Aber kleine Anmerkung: er verweigert Dir also nicht, dass Du das Gutachten einsehen darfst, das Gutachten ist schlicht noch nicht fertig. Das hier

Zitat (von malzzi):
Vielleicht ist dies aber auch genau der Grund, warum mein Vermieter mir das Gutachterausschreiben zeigen moechte.


würde dann so auch nicht stimmen. Ein noch nicht vorhandenes Gutachten kann weder der Vermieter noch sonst jemand sehen... Es sei denn natürlich, der Vermieter lügt, und das Gutachten ist schon fertig. Wann genau hat es eigentlich gebrannt? Dass so ein Gutachten auch mal ein paar Wochen dauern kann, aber ewig halt auch nicht.

Zitat (von malzzi):
Es war mein eigener Herd mit Backroehre.


Wer genau hat den Herd denn angeschlossen? Warst Du das selbst, oder hast Du einen Elektriker damit beauftragt? Wenn Du das nämlich selbst warst, dann könnte es durchaus sein, dass Deine Haftpflicht die Übernahme des Schadens ablehnt. Ein Herd darf nur von einem Fachmann angeschlossen werden (oder bist Du zufällig ausgebildeter Elektriker?) Ein weiteres Problem kann das hier sein

Zitat (von malzzi):
Ich habe meine Versicherungsnummer meiner Privathaftpflicht meinem Vermieter mitgeteilt.


Man hat seiner Versicherung gegenüber meistens die Pflicht, einen möglichen Schaden zu melden. Das hast Du also nicht getan, sondern diese Aufgabe einfach an den Vermieter abgegeben. Der muss sich aber überhaupt nicht bei Deiner Versicherung melden. Ich würde das also schleunigst nachholen und mich direkt bei meiner Versicherung melden. Mit Pech hast Du damit bereits gegen die Vertragsbedingungen verstoßen und dadurch Deinen Versicherungsschutz verloren.

Zitat (von malzzi):
Sollte aber irrelevant sein, da die Gebäudeversicherung den Schaden übernimmt...


Jein. Ggf. übernimmt die Gebäudeversicherung zunächst die Regulierung des Schadens des Vermieters, aber wenn möglich, holen die sich das im Anschluss beim Schadensverursacher wieder. Das könntest Du sein. Du bist damit also mitnichten komplett aus dem Schneider.

Zitat (von malzzi):
Wobei ich mich auch hier frage was dies für eine Versicherung ist, der egal ist, dass keinerlei Rauchmelder in der Wohnung/Haus vorhanden waren.


Welche Versicherung hat denn bisher gesagt, dass das egal ist? Davon konnte ich noch nichts lesen. Ich bin mir sogar zu fast 100% sicher, dass das nicht egal ist. Wenn der vorgeschriebene Rauchmelder nicht vorhanden war, kann es sein, dass der Vermieter damit keinen Anspruch darauf hat, dass seine Gebäudeversicherung den Schaden übernimmt. Und wenn Du dann auch nicht haften musst, oder nur zu einem sehr geringen Teil, dann würde der Vermieter komplett auf dem Schaden sitzen bleiben.

Zusätzlich sehe ich für Deinen Vermieter immer noch ein riesiges Problem, weil der Sicherungskasten an einer nicht zulässigen Stelle montiert ist. Der gehört entweder in den Flur, in einen Abstellraum oder zur Not in den Keller, aber nicht in einen Wohnraum und schon gar nicht dahin, wo die Küche ist. Vielleicht reicht sogar das aus, dass die Gebäudeversicherung ihm gar nichts mehr zahlt.

Ich vermute, Deinem Vermieter ist das auch alles bewusst und deswegen macht er so einen Aufstand. Aber lass ihn nur. Was jetzt wirklich wichtig ist, ist, dass Du endlich richtig kündigst! Fristlos, hilfsweise fristgerecht, und nachweislich schriftlich mit eigener Unterschrift! Das geht per persönlicher Übergabe und Empfangsbestätigung durch den Vermieter, per Einschreiben Einwurf, oder am besten, da absolut sicher - Zustellung per Gerichtsvollzieher (Kosten je nach Wohnort und Zustellweg, ca. €10-20=. Und dann stellst Du die Mietzahlung ein (oder hast Du das bereits, konnte ich nicht so genau aus der Schilderung entnehmen).

Wenn der Vermieter der Meinung ist, das wäre nicht korrekt und Du musst weiterhin Miete zahlen, dann muss er zur Not klagen. Und selbst, wenn Dich eine Teilschuld trifft (wovon ich ehrlich gesagt immer noch ausgehe), muss er das beweisen. Allein ein Rauchmelder hätte hier den Schaden wahrscheinlich deutlich verringert wenn nicht sogar komplett verhindert. Dafür sind die Dinger schließlich da. Und dafür ist der Vermieter ohne wenn und aber verantwortlich...

Ich halte es auch für möglich, dass die Sicherheitsmängel in der Wohnung dazu führen können, dass der Vermieter sogar Dir Schadenersatz schuldet, z.B. für Deinen verbrannten Herd, ggf. Hausrat, der entsorgt werden musste, etc. Normalerweise haften Vermieter nicht für Schäden an persönlichen Gegenständen des Mieters, außer, der Vermieter verstößt schuldhaft gegen Vorgaben. Das würde ich hier eigentlich so sehen, aber das kann letztlich ein Anwalt besser beurteilen.

Also nochmal der Ratschlag, der hier bereits mehr als einmal gegeben wurde: HOL DIR EINEN ANWALT! Und zwar zackig. Eine anwaltliche Erstberatung kannst Du auch direkt online hier über die Seite bekommen, für wirklich vernünftige Preise.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121540 Beiträge, 40034x hilfreich)

Zitat (von malzzi):
Ich habe meine Versicherungsnummer meiner Privathaftpflicht meinem Vermieter mitgeteilt.

Schlecht, siehe Ausführungen des Vorposters ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4253 Beiträge, 2422x hilfreich)

Zitat (von malzzi):
Außerdem hätte ich schon viel eher von dem Brand mitbekommen, wenn einfach (in Sachsen bis zur Frist vom 31.12.24) ein Rauchmelder verbaut worden sei

Die Wohnung ist also in Sachsen und da ist der Rauchmelder zum Zeitpunkt des Schadens NICHT vorgeschrieben gewesen?
Dann vergiss deine Rauchmelderargumentation. Eine Sprinkleranlage wäre auch hilfreich gewesen, aber genauso wenig vorgeschrieben.

Zitat (von malzzi):
Es war mein eigener Herd mit Backroehre.

Und der würde dir fachgerecht durch einen entsprechend qualifizierten Handwerker unter den Sicherungskasten gesetzt?!? Das ist eigentlich nur günstig, dann greift nämlich gegebenenfalls die Berufshaftpflicht des Handwerkers.
Wenn du natürlich selbst geschraubt haben solltest ... ist das schlecht, da der Herd ja nun offensichtlich NICHT fachgerecht montiert gewesen ist.

Ich denke auch du solltest SO SCHNELL WIE MÖGLICH deine Privathaftpflicht informieren. Du hast ja immerhin Chancen, dass die deine Haftung ubernehmen.

-- Editiert von User am 29. Februar 2024 15:02

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#16
 Von 
malzzi
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von quiddje):
Die Wohnung ist also in Sachsen und da ist der Rauchmelder zum Zeitpunkt des Schadens NICHT vorgeschrieben gewesen?
Dann vergiss deine Rauchmelderargumentation. Eine Sprinkleranlage wäre auch hilfreich gewesen, aber genauso wenig vorgeschrieben.


Ich meinte natürlich das die Frist im Jahr 2023 und nicht 2024 ausgelaufen ist.

Zitat (von quiddje):
Und der würde dir fachgerecht durch einen entsprechend qualifizierten Handwerker unter den Sicherungskasten gesetzt?!? Das ist eigentlich nur günstig, dann greift nämlich gegebenenfalls die Berufshaftpflicht des Handwerkers.
Wenn du natürlich selbst geschraubt haben solltest ... ist das schlecht, da der Herd ja nun offensichtlich NICHT fachgerecht montiert gewesen ist.

Ich denke auch du solltest SO SCHNELL WIE MÖGLICH deine Privathaftpflicht informieren. Du hast ja immerhin Chancen, dass die deine Haftung ubernehmen.

Ich selber habe den nicht montiert. Wurde mir damals vom Elektriker montiert, der das neue Starkstromkabel für den Herd verlget hatte.

Bei der Versicherung habe ich mich ein bisschen unklar ausgedrückt. Dieser habe ich mitgeteilt, dass es in meiner Wohnung gebrannt.

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#17
 Von 
malzzi
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von GefährlichesHalbwissen):
ch vermute, Deinem Vermieter ist das auch alles bewusst und deswegen macht er so einen Aufstand. Aber lass ihn nur. Was jetzt wirklich wichtig ist, ist, dass Du endlich richtig kündigst! Fristlos, hilfsweise fristgerecht, und nachweislich schriftlich mit eigener Unterschrift! Das geht per persönlicher Übergabe und Empfangsbestätigung durch den Vermieter, per Einschreiben Einwurf, oder am besten, da absolut sicher - Zustellung per Gerichtsvollzieher (Kosten je nach Wohnort und Zustellweg, ca. €10-20=. Und dann stellst Du die Mietzahlung ein (oder hast Du das bereits, konnte ich nicht so genau aus der Schilderung entnehmen).


Ich habe eine Fristlose Kündigung heute per Einwurf zur Post gebracht. Die Mietzahlung behalte ich erst einmal ein, was ich ihm auch gesagt habe.
Zitat (von GefährlichesHalbwissen):
Wenn der Vermieter der Meinung ist, das wäre nicht korrekt und Du musst weiterhin Miete zahlen, dann muss er zur Not klagen. Und selbst, wenn Dich eine Teilschuld trifft (wovon ich ehrlich gesagt immer noch ausgehe), muss er das beweisen. Allein ein Rauchmelder hätte hier den Schaden wahrscheinlich deutlich verringert wenn nicht sogar komplett verhindert. Dafür sind die Dinger schließlich da. Und dafür ist der Vermieter ohne wenn und aber verantwortlich...


Sehe ich aktuell auch so. Natürlich habe ich auch eine Teilschuld zu tragen. Alleine der Fakt das ich brennbares Material (hier die Nudeln) auf die Herdplatte zwischengelagert habe, streite ich nicht ab. Das war mein Fehler. Mich aber (gehen wir mal davon, dass das ganze ggf. vor Gericht landet) mir ein fahrlässiges Verhalten vorzuwerfen, weil ich den Ofen wärnddessen ich diesen vorheizte außer Augen gelassen habe weil ich dringend auf die Toilette musste, finde ich absolut ungerechtfertig. Ich habe die Wohnung nicht verlassen und meine Führ- und Sorgfalltspflichten in diesem Moment nicht verletzt. Sonst müsste ja jeder Kindergärtner, jedes Elternteil usw. hier dran bekommen werden, nur weil er mal (um es mal umgangssprachlich auszudrücken) *****n gehen musste aufgrund von Durchfall. Ergibt sich mich dann einfach nicht. Ob es schon unter ein Augenblickversagen gilt, weiß ich nicht... aber es ist sicherlich ein bekanntes Gefühl, wenn man selbst schon kalten schweiß auf der Stirn hatte, weil sich da nunmal was anbahnt...

Zitat (von GefährlichesHalbwissen):
Also nochmal der Ratschlag, der hier bereits mehr als einmal gegeben wurde: HOL DIR EINEN ANWALT! Und zwar zackig. Eine anwaltliche Erstberatung kannst Du auch direkt online hier über die Seite bekommen, für wirklich vernünftige Preise.

Ich werde es mir zu herzen nehmen und nun Zeitnah (je nachdem wie er die Kündigung hinnimmt) einschalten. Auch wenn es finanziell leider garde gar nicht passt.

LG

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#18
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4891 Beiträge, 587x hilfreich)

Zitat (von malzzi):
Ich habe eine Fristlose Kündigung heute per Einwurf zur Post gebracht. Die Mietzahlung behalte ich erst einmal ein, was ich ihm auch gesagt habe.


Heute die fristlose? Wann hast du denn die Wohnung abgefackelt?

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#19
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(803 Beiträge, 101x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
Wann hast du denn die Wohnung abgefackelt?


Was ist das denn für eine unsinnige Bemerkung. Erstens ist die genaue Brandursache laut EP unklar und zweites hat hier niemand eine Wohnung abgefackelt. Der Brand ist entweder durch einen technischen Defekt oder durch fahrlässiges Handeln verursacht worden.

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#20
 Von 
GefährlichesHalbwissen
Status:
Beginner
(136 Beiträge, 49x hilfreich)

Zitat (von malzzi):
Ich selber habe den nicht montiert. Wurde mir damals vom Elektriker montiert, der das neue Starkstromkabel für den Herd verlget hatte.


Und das Starkstromkabel wurde vom Vermieter in Auftrag gegeben, richtig? An den bestehenden Sicherungskasten, der im Küchenbereich ist? Dann könnte hier ggf. auch eine Teilschuld des Elektrikers zu verorten sein. Der müsste eigentlich wissen, dass das so nicht geht und hätte ggf. sowohl die Verlegung des Kabels als auch den Anschluss des Herds direkt unterhalb des Sicherungskastens wegen akuter Brandgefahr verweigern müssen.

Zitat (von malzzi):
Bei der Versicherung habe ich mich ein bisschen unklar ausgedrückt. Dieser habe ich mitgeteilt, dass es in meiner Wohnung gebrannt.


Gott sei Dank ;-)

Zitat (von Solan196):
Wann hast du denn die Wohnung abgefackelt?


Hierbei schließe ich mich Gerd61 vorbehaltlos an:

Zitat (von Gerd61):
Was ist das denn für eine unsinnige Bemerkung. Erstens ist die genaue Brandursache laut EP unklar und zweites hat hier niemand eine Wohnung abgefackelt.


Ich erlaube mir eine kurze Zusammenfassung, bitte korrigieren, wenn ich was falsch verstanden habe:

- Der Herd wurde durch einen Fachmann angeschlossen
- Es wurde durch den selben Fachmann (im Auftrag des Vermieters?) ein neues Starkstromkabel für den Herd verlegt
- Der Sicherungskasten befindet sich in einem nicht zulässigen Bereich der Wohnung
- Trotz des Ablaufs aller bundesweiten Übergangsfristen zum 31.12.23 (Sachsen war absolutes Schlusslicht...), war in der Wohnung durch den Vermieter kein Rauchmelder verbaut. Auf Nachfrage hat der TE zwar immer noch nicht das genaue Datum des Schadens genannt, aber im Eingangspost steht
Zitat (von malzzi):
neulich
, was auf ein Ereignis nach dem 31.12.23 schließen lässt. Sollte der Brand doch vor dem 31.12.23 gewesen sein, könnte das die Sachlage verändern
- Der TE hat den Ofen vorgeheizt, die Einkäufe auf dem ausgeschalteten Herd abgestellt, um einem dringenden körperlichen Bedürfnis nachzugehen (bisher das einzige Indiz, dass eventuell eine Teilschuld vorhanden sein könnte)
- Die Herdplatte steht nach dem Brand nachweisbar auf 0, es hat sich also um einen technischen Defekt gehandelt (wo zu verorten und ausgelöst durch was, noch unklar, aber eindeutig kein schuldhaftes Verhalten des TE)
- Die Gebäudeversicherung hat bereits einen Gutachter geschickt, das Gutachten liegt aber noch nicht vor (wird zumindest vom Vermieter so angeführt), es ist aber davon auszugehen, dass dem Gutachter sowohl der fehlende Rauchmelder als auch der Sicherungskasten aufgefallen ist
- Der TE hat eine Privathaftplicht, die ebenfalls entsprechend informiert wurde
- Die fristlose Kündigung ging erst am 29.02. raus, aber es gibt ein Übergabeprotokoll von einem früheren Tag (genauer Inhalt und Datum unbekannt, ggf. bereits ein einvernehmlicher Aufhebungsvertrag?)

Wenn das alles so korrekt widergegeben ist, dann sehe ich sowohl die fristlose Kündigung ab Zugangsdatum beim Vermieter als begründet an (und folglich ab dem Zeitpunkt dann auch keine Mietzahlungen mehr), als auch bestenfalls einen sehr geringen Schadenersatz, den der TE u.U. zu leisten hätte. Und der wird dann hoffentlich von der Privathaftplicht übernommen, da es sich bestenfalls um eine leichte Fahrlässigkeit gehandelt hat, Einkäufe auf der ausgeschalteten Herdplatte abzustellen.

@malzzi
Ich würde mich ja echt persönlich freuen, wenn Du uns auf dem Laufenden hältst, wie es weiter-/ausgeht :grins:

-- Editiert von User am 1. März 2024 06:22

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#21
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(803 Beiträge, 101x hilfreich)

Zitat (von malzzi):
Dies zeigte sich dann auch am nächsten Tag, denn der Temperaturregler meines Herdes stande noch auf 200°C mit Ober- und Unterhitze. Alle anderen Regler (für die Herdplatten) standen auf 0. Also aus.


Jetzt lass mich mal in Blaue spinnen.

Mein Herd hat vier Drehschalter für die Platten und zwei Drehschalter für den Backofen, einmal zur Temperatureinstellung, einmal um den Backofen auf den entsprechenden Modus zu schalten (AUS, Umluft, Oberhitze, etc...)

Das wahrscheinlichste Szenario ist das der TE die Temperatur am Backofen vorgewählt und dann statt den Backofen versehentlich eine Herdplatte angeschaltet hat, und wahrscheinlich wurde die Herdplatte dann irgendwann wieder ausgeschaltet (z.B. vom Nachbarn).

Das wäre dann vielleicht grobe Fahrlässigkeit aber trotzdem ein Fall für die private Haftpflichtversicherung.
Demnach würde die PHV den entstandenen Schaden dem Vermieter ersetzten, ggf. unter Anrechnung einer Teilschuld des VM. Da sollte der TE alle Vorgänge wahrheitsgemäß seiner Versicherung melden.

Allerdings sind in Küchen keine Brandmelder vorgeschrieben und von daher ist es fraglich ob Brandmelder an anderer Stelle in der Wohnung überhaupt zu einer früheren Branderkennung geführt hätten.

Zur Miete: Sofern die Wohnung unbewohnbar ist braucht man auch keine Miete zu zahlen. Der Mietausfall wäre ein Schaden der vom Verursacher zu tragen ist. Ob dieser Mietausfallschaden auch von der Privathaftpflicht übernommen wird hängt wohl von den abgeschlossenen Konditionen ab und sollte noch mit der Versicherung geklärt werden.

Zur Kündigung: Falls der Mieter den Brand selbst verursacht hat steht ihm das Recht zur fristlosen Kündigung erst einmal nicht zu. Von daher ist er wichtig das fristlos und ersatzweise auch ordentlich gekündigt wird.

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#22
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4891 Beiträge, 587x hilfreich)

Zitat (von Gerd61):
Zitat (von Solan196):
Wann hast du denn die Wohnung abgefackelt?



Was ist das denn für eine unsinnige Bemerkung.


Das war keine Bemerkung, sondern eine Frage. Durchaus legitim wenn ich hier so lese, dass man versucht dem VM hier aufgrund fehlender Brandmelder die "Schuld" aufzudrücken. Es gibt Fristen bis zu deren Ende diese Geräte zu installieren sind, dazu gibt es meist noch einen Spielraum zur endgültigen Erledigung.

Zitat (von Gerd61):
Der Brand ist entweder durch einen technischen Defekt oder durch fahrlässiges Handeln verursacht worden.


Sehe ich ähnlich, wobei ich eher auf Fahrlässigkeit tippe, denn auf technischen Defekt.

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