Wir haben im Dezember eine frisch renovierte Wohnung bezogen. Im Mietvertrag steht, dass wir unseren Strom direkt über den Versorger abrechnen. Beim Bezug wurde uns im Schaltschrank ein Zwischenzähler gezeigt. Über den wir uns anmelden sollen. Das geht aber nicht, da der strom über den Hauptzähler abgerechnet werden muss. Der Hauptzähler gehört unseren Nachbarn. Dieser hat einen Stromvertrag mit 0,41 pro/ kWh. Ich hatte im Januar die Möglichkeit, einen Vertrag mit 0,21 pro/kwh zu beziehen. Daraus ensteht eine Stromkostendifferenz von ~ 430 euro. Wer muss für die Kosten aufkommen
-- Editiert von Moderator topic am 3. Juni 2024 15:09
-- Thema wurde verschoben am 3. Juni 2024 15:09
Zwischenzähler statt eigenen Stromzähler. keine möglichkeit eigenen vertrag abzuschließen
Fragen zur Miete?
Fragen zur Miete?
ZitatIm Mietvertrag steht, dass wir unseren Strom direkt über den Versorger abrechnen. :
Da wäre mal der Wortlaut relevant.
ZitatBeim Bezug wurde uns im Schaltschrank ein Zwischenzähler gezeigt. :
Der Zwischenzähler ist geeicht?
ZitatIch hatte im Januar die Möglichkeit, einen Vertrag mit 0,21 pro/kwh zu beziehen. :
Das könnte man wie konkret nachweisen?
Der Nachbar konnte den warum genau nicht beziehen?
Den Vertrag des Nachbarn mit eurem zu ersetzen scheiterte woran konkret?
ZitatDer Hauptzähler gehört unseren Nachbarn. :
Das glaube ich nicht, denn der Zähler gehört in DE regelmäßig dem Messstellenbetreiber.
Ist in dem Haus tatsächlich nur der eine Hauptzähler?
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Meiner Meinung nach (aus dem Kopf, müsste man nochmal nachschauen) geht das so nicht.
Sie haben m.e. auch Anspruch auf eine freie Lieferanten wahl.
Das Messestellenbetriebsgesetz sollte hier Einbau durch den messstellenbetreiber regeln, der Vermieter hat - sofern notwendig die technischen Voraussetzungen zu schaffen.
Hier abzuzweigen sollte aber bei einem ausreichend großen Verteiler Schrank technisch gut gehen....
Was haben sie denn seit dem Januar unternommen?
Edit: wenn sie googlen der Hinweis, das das Energierecht insbesondere auch im Bereich Messen und Marktzugang massiv geändert wurde in den letzten Jahren (und noch wird, das EURecht wurde gerade wieder angepasst).
-- Editiert von User am 2. Juni 2024 09:13
Wie viele Wohnungen hat das Haus?
ZitatWer muss für die Kosten aufkommen :
Derjenige, der den Strom verbraucht.
Vertragspartner des Stromanbieters ist der Vermieter über "seinen" Zähler.
Und Du bist Vertragspartner des Vermieters, auch hinsichtlich des Strombezugs.
Deshalb muß der Vermieter den Strompreis ohne Auf- oder Abschlag an Dich weiterreichen.
Ob der Zwischenzähler geeicht ist, spielt keine Rolle.
So lange die Abrechnung stimmt.
Für solche Fragen gibt es das Unterforum Mietrecht. Du hast Ansprüche gegenüber deinem Vermieter. Wenn im Mietvertrag wirklich steht, dass du deinen Strom individuell beim Versorger abrechnen solst/musst, dann muss der Vermieter dies auch ermöglichen. Bliebe dann nur die Frage, wann du diesen Mangel deinem Vermieter mitgeteilt hast und was danach passiert ist.
Wenn dein Nachbar nicht dein Vermieter ist, dann hast du mit diesem übrigens absolut nichts zu tun. Insbesondere wirst du an diesen direkt keine Zahlungen für den Strom leisten müssen. Zur Vermeidung von Stress mag es dennoch sinnvoll sein. Aber rein rechtlich wären deine Stromkosten über die Betriebskostenabrechnung an den Vermieter zu zahlen, wenn du nicht selber mit dem Versorger abrechnen kannst. Der Vermieter müsste sich darum kümmern, wie er diese dann mit dem Nachbarn oder sonstwem abrechnet.
ZitatVertragspartner des Stromanbieters ist der Vermieter über "seinen" Zähler. :
Und Du bist Vertragspartner des Vermieters, auch hinsichtlich des Strombezugs.
Deshalb muß der Vermieter den Strompreis ohne Auf- oder Abschlag an Dich weiterreichen.
Dafür fehlt es dummerweise an jedweder Rechtsgrundlage.
ZitatAber rein rechtlich wären deine Stromkosten über die Betriebskostenabrechnung an den Vermieter zu zahlen, wenn du nicht selber mit dem Versorger abrechnen kannst :
Ohne spezielle Vereinbarung im Mietvertrag würde ich das komplett anders sehen.
Harry, nicht immer nur destruktiv. Was soll denn irgendjemand mit so einer Aussage anfangen? Wie würdest du es denn sehen und vor allem warum?ZitatOhne spezielle Vereinbarung im Mietvertrag würde ich das komplett anders sehen. :
Ist bei ungeeichten Zwischenzählern die Abrechnung, für den, der am Zwischenzähler hängt, überhaupt wirksam?
Soweit mir bekannt, ist es im allgemeinen im Vertrag des Energielieferanten und dem Besitzer des Hauptzählers untersagt Energie weiter zu verkaufen, das heißt andere Wohnungen zu versorgen. Bitte mal im Vertrag nachlesen.
ZitatWie würdest du es denn sehen und vor allem warum? :
Man könnte - je nach Wortlaut - darüber diskutieren, ob nicht sogar der Nachbar als Lieferant unter "Versorger" fällt.
Je nach Wortlaut könnte der Mieter aber auch einen Anspruch auf einen "korrekten" Zähler haben, auf Kosten des Vermieters.
Aber davon unabhängig, sind Strom, Telefon, Internet doch regelmäßig Sachen, für die der Vermieter nicht zuständig ist, es sei denn es gäbe eine vertragliche Vereinbarung.
Im Gegensatz zu Heizung und Wasser oder Entsorgung welche naturgemäß erst mal dem Vermieter zur Last fallen. Aber selbst da braucht es zur Abrechnung mit dem Mieter eine rechtskonform vertragliche Vereinbarung, ansonsten bleibt der Vermieter drauf sitzen.
Wieso hier also der Strom ohne jedwede vertragliche / konkludente Vereinbarung plötzlich als abrechnungsfähige Nebenkosten gelten sollen um die sich der Vermieter kümmern müsste ... das darf mir gerne mal jemand erklären.
Eine vertragliche / konkludente Vereinbarung zwischen den Nachbarn hingegen wäre durchaus denkbar.
Genauso denkbar wäre keine vertragliche / konkludente Vereinbarung zwischen den Nachbarn, aber einen Schadenersatzanspruch / Unterlassungsanspruch des Nachbarn gegen den Vermieter weil der TS Strom abzapft.
ZitatIst bei ungeeichten Zwischenzählern die Abrechnung, für den, der am Zwischenzähler hängt, überhaupt wirksam? :
Wenn der Abrechnende im Zweifel beweisen kann, dass der Zähler ordentlich funktioniert ...
ZitatWenn der Abrechnende im Zweifel beweisen kann, dass der Zähler ordentlich funktioniert ... :
Ernsthaft andere Regeln für die Zwischenzähler als die gesetzlichen, die für die Hauptzähler gelten, kannst du mir da irgendeine Rechtsvorlage geben?
ZitatErnsthaft andere Regeln für die Zwischenzähler als die gesetzlichen, die für die Hauptzähler gelten, :
Die Hauptzähler unterliegen als vom Messstellenbetreiber betriebene Messtelle den jeweiligen Gesetzen.
Die Zwischenzähler kann man für 30-40 EUR in jedem Baumarkt kaufen, werden in der Regel privat betrieben und stellen keine echte Messtelle wie der Hauptzähler dar - auch wenn gerne oft so getan wird.
Ja ist mir klar, aber ... wieso sollten andere Regeln für die Zwischenzähler gelten?
In Deutschland hat man eine freie Lieferantenwahl. Das gilt auch grundsätzlich für Unterzähler in Kundenanlagen die nicht direkt "am Netz" hängen.
Zur Not muss der Vermieter sich halt kümmern....
Nochmals die Frage:
Was hat man seit Dezember unternommen?
(Ich befürchte ja gar nix)
Das ist entscheidend für die Ausgangsfrage der Kostendifferenz zwischen dem "fiktiven" Tarif und dem was nun vom Nachbarn? Oder wem auch immer gefordert wird....
Grüße
ZitatDie Zwischenzähler kann man für 30-40 EUR in jedem Baumarkt kaufen, werden in der Regel privat betrieben und stellen keine echte Messtelle wie der Hauptzähler dar - auch wenn gerne oft so getan wird. :
Dass, mein Allerbester, beantwortet ja meine Frage nicht. Jedoch hatte ich etwas Zeit und habe dies gefunden:
"Gemäß § 25 Abs. 1 Nr. 1a) EichG ist es verboten, Messgeräte ungeeicht im geschäftlichen Verkehr zu verwenden. Nach § 10 Abs. 1 EO, § 25 Abs. 1 Nr. 1 EichG dürfen im geschäftlichen und amtlichen Verkehr Werte nur verwendet werden, wenn sie mit einem geeichten Messgerät ermittelt wurden."
Und damit dürfte der Besitzer des ungeeichten Gerätes ein Problem bekommen bezüglich der Abrechenbarkeit der zwar erfassten, doch ungeeichten, Werte.
Zitat:Ordnungswidrig handelt nach § 19 Abs. 1 Nr. 3 EichG, wer vorsätzlich oder fahrlässig nicht geeichte Messgeräte entgegen § 25 Abs. 1 Satz 1 EichG verwendet. Auch die Verrechnung des Energie- und Wasserverbrauchs durch Zwischenzähler in Mietshäusern oder Wohneigentumsanlagen stellt geschäftlichen Verkehr im Sinne des EichG dar.
Erfolgt dies mit ungeeichten Messgeräten verstößt dies folglich gegen die gesetzlichen Vorschriften. Der Verwalter, in dessen Aufgabenbereich gemäß §§ 27, 28 WEG die Erstellung von Jahresabrechnungen gehört, war aus diesem Grund auch der richtige Adressat für die Untersagung der weiteren Nutzung der Messgeräte (VG Köln, Beschluss v. 26.11.14, Az. 1 L 1593/14).
https://www.gevestor.de/finanzwissen/immobilien/vermieten-abrechnen/verwalter-aufgepasst-zwischenzaehler-muessen-geeicht-sein-757284.html
Dabei wird es egal sein, ob es eine WEG ist, oder ein vom VM selbst initiierte Vertragsgemeinschaft.
-- Editiert von User am 4. Juni 2024 10:28
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