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mieter handeln ohne zu fragen

10. November 2005 Thema abonnieren
 Von 
paper moon girl
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
mieter handeln ohne zu fragen

Hallo,
ich habe zwar schon einiges hier im Forum darüber gelesen, aber den gleichen Sachverhalt wie bei mir nirgends gefunden.
Außerdem bin ich noch nicht so lange Vermieterin und ziemlich erstaunt über die unzähligen Regeln, Pflichten, Verbote...
Unsere Mieter haben jetzt "beschlossen", den von Ihnen mitgebrachten Teppich rauszunehmen und Laminat zu verlegen. Aber gefragt im Sinne von "Können wir " oder "Wir wollten fragen, ob..." wurde nicht, lediglich zwischen Tür und Angel unter lauter blabla gesagt "wir werden...".
Da sie bereits von einem ihrer Freunde Platten verlegen lassen haben, und wir damals die Materialkosten übernommen haben, gehen sie jetzt wohl davon aus, dass wir das nun wieder tun.
Auf die unebenen Stellen danach wurde nach dem Moto reagiert: da stellen wir sowieso was drauf...; Und nun denke ich (und weiß aus Erfahrung), dass auch bei Laminat unschöne, bleibende Schäden bleiben können, sollte nicht genau gearbeitet werden.
Zudem liegt unter dem Boden intakter, alter Holzdielenboden, der als Bodenbelag bei Mietbeginn Teil des Vertrages war. Diesen abzuschleifen und neu zu behandeln wäre ja kein Problem. Außerdem will ich bei eventuellem Eigenbedarf und Renovierung später mal nicht für unsachgemäße Schäden draufzahlen, vor allem weil kein Grund besteht, einfach mal Laminat zu verlegen.
Muss ich meinen Mietern nun das "schönere Wohnen" finanzieren, gerade so wie es ihnen einfällt und sie lustig sind ?

Vielen Dank und Gruß

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Odil
Status:
Student
(2165 Beiträge, 825x hilfreich)

Hallo paper moon!
Vorab: Du solltest Dir eine Mitgliedschaft bei *Haus und Grund* überlegen, da Du, wie Du sagst noch unerfahren bist.
Deine Mieter scheinen ihre Grenzen nicht zu kennen.
Natürlich brauchen die Mieter Deine Zustimmung bei solchen Veränderungen. Bedenke auch die erheblichen Nachteile von Laminat (auch mit Schallschutzisolierung) hinsichtlich Lärm.
Gib doch mal oben in *Suchfunktion* das Wort Laminat ein!!

solltest Du dennoch den Mietern entgegenkommen wollen und ihnen den Austausch erlauben, so lass Dir schriftlich
geben, dass der Belag bei Auszug rückstandslos von ihnen zu entfernen ist UND
der alte Zustand wieder herzustellen ist.

(das hättet Ihr im übrigen schon bei der Platten verlegung schriftlich fixieren sollen - der Streit beim Auszug ist quasi vorprogrammiert))

An eine Kostenbeteiligung Deinerseits ist überhaupt nicht zu denken. Ihr habt die Wohnung in einem vertragsmäßig festgelegtem Gebrauchszustand vermietet.
Wenn die Leute nun ihren Geschmack ändern, ist das nicht Eure Sache.

Es gibt Vermieter, bei denen der Mieter
rein gar nichts darf!
Aber in Eurem Fall heisst es: Grenzen setzen.
Gruß
Odil

unten findet Ihr Infos zum Thema

____________________________________

http://mv.innov8.ch/fileadmin/alle/Dokumente/Broschueren/brosch_f_mitglieder/brosch_f_mitgl_mietw_veraend.pdf
___________________________________________
http://www.mietrecht-forum.com/ptopic,529.html

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Catlady
Status:
Lehrling
(1477 Beiträge, 196x hilfreich)

Wenn die Mieter das alles umsonst machen und das Laminat lose auf eine Trittschalldämmung legt dürfen sie das. Denn dadurch entsteht keine Veränderung die dauerhaft ist. Clicklaminat kann man nach Auszug einfach wieder rausnehmen und das müssen sie ja auch, weil sie dir die Wohnung so übergeben müssen wie sie beim Einzug war.
Sie könnten ja auch einmal in der Woche neuen Teppichboden lose verlegen, je nach Laune.
Wir haben auch Laminat verlegt ohne zu fragen, es liegt lose auf einer Trittschalldmämmung und wir werden es nach Auszug garantiert mitnehmen. Eh ich unserem Vermieter was schenke muss einiges passieren.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Chylla
Status:
Student
(2104 Beiträge, 624x hilfreich)

Aber wie wurde das Problem von Catlady mit den Türen gelöst ? Denn Laminat ist eben höher wie die meisten Teppiche und dann hobeln die Mieter einfach die Türen ab. Das kann man nicht so einfach rückgängig machen und bei Verlegung eines dünneren Belags hat man dann ein Schallproblem. Unabhängig davon hört man auf Laminat und Fliesen jeden harten Tritt und jedes Möbelrücken.

-----------------
"Chylla"

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Odil
Status:
Student
(2165 Beiträge, 825x hilfreich)

webside für Laminatgeschädigte (Ja- so etwas gibt es!)

aus der betreffenden Urteilssammlung:

Laminat kommt immer mehr in Mode. So schön es auch aussieht, es kann für den darunter wohnenden Mieter sehr unangenehm sein. Zählen Sie auch zu den Geschädigten, die durch das Laminat des Mieters über Ihnen jeden seiner Schritte hören - auch die Nacht hindurch? Unter Umständen dürfen Sie die Miete um zehn Prozent kürzen. Das entschied das Amtsgericht Köln.

(AG Köln: 220 C 215/99)


0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Findus
Status:
Schüler
(269 Beiträge, 61x hilfreich)

Von der beteiligung am Laminat oder gar der Verlegung kann selbstverständlich keine Rede sein. Das Türenproblem ist kaum zu lösen. Was der Mieter da vorhat wird aller vorraussicht nach zu einer minderung des Wohnwertes des Hauses wegen Schallbelasstung führen. Selbst eine fachmännische verlegung des Laminats wird daran nix ändern. Fussleisten (die Alten) müssten wahrscheinlich entfernt werden die sind aber praktisch nicht mehr ersetzbar (im alten Stiel) Schaff Dir ein dickeres Fell an!!! Ich versuche friedlich mit meinen Mitern auszukommen, was mir auch gelingt. Aber "Nein" sagen hab ich auch lernen müssen!
Sie haben kein recht auf Laminat. Und die Schäden und Nachteile sind real - keinesfalls zulassen!
findus

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Dany75
Status:
Beginner
(122 Beiträge, 28x hilfreich)

Hi

Sorry, nicht immer ist Laminat schlecht. Es gibt durchaus auch Wohnungen, wo dieses ohne Probleme verlegt werden kann, ohen das andere gestört werden. Ist auch eine Frage, wie wurde das Haus gebaut, welche Schallschutzmaßnahmen wurden ergriffen, und vorallen auch wie wurde das Laminat verlegt.

Wir haben die komplette Wohnung mit Laminat, Außnahme nur Badeszimmer (Fliesen) und Flur (Steinkacheln). Teppichboden werde ich in meinem Leben nie wieder verlegen, da zu unhygienisch. Wer schon mal Haustiere, gerade mit längeren Fell, hatte, der weiß wo von ich spreche. Da nutzt auf dauer selbst der beste Staubsauger nichts mehr.

Türen mußten allerdings keine abgesägt werden, in den meisten Räumen genügte es die Türe minimal hochzusetzen (mit unterlegscheibe). Dort wo es nicht klappte haben wir kurzerhand die Türe rausgenommen und ordentlich zwischengelagert, ebensolches mit den Bodenleisten. Den dazu ist man, auch als Mieter, verpflichtet, es sei den der vermieter gibt sein OK dazu. Das hatten wir, haben es uns direkt beim Einzug geholt.

Das der Vermieter sich nicht an den Kosten beteiligt hat, ist logisch. Das wir es bei bedarf beim Auszug auch wieder aubauen werden, auch. ist bei ClickLaminat kein Problem, auch wenn ein erneuter Einbau zumeist, entgegen der Werbeversprechen, nicht immer möglich ist.

Ich würde mit den Mietern sprechen, ihnen die Bedenken mitteilen und versuchen einen Kompromiß zu finden. Gemeinsam und in Ruhe in einem persönlichen Gespräch. Zumeist ist Laminat dann ja das Mittel der Wahl, wenn Fließen oder ähnliches zB Kork, wegfallen aufgrund der finanziellen Mittel.

beste Grüße

Dany

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
guest123-545
Status:
Praktikant
(567 Beiträge, 220x hilfreich)

Für mich sind aber Tiere unhygienischer, als Teppich ;)

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Dany75
Status:
Beginner
(122 Beiträge, 28x hilfreich)

Hi

naja, auf Haustiere kann man verzichten, auf Milben und Co nicht. Und die lieben Teppichboden. Die und noch der ein oder andere mögliche "Unterbewohner". Aussaugen alleine hilft da nicht wirklich, einiges kann man nur mit Kochen oder Speziellmitteln bekämpfen.

http://www.3sat.de/3sat.php?https://www.3sat.de/nano/cstuecke/75192/

Übrigens, Pilzsporen überleben auch gerne und lange in Teppichboden.

Wie gesagt, jeder Bodenbelag hat Vor- und auch Nachteile. Man muß nur abwägen, welches die beste Wahl, und unter Umständen auch die der Nachbarn, ist.

Aber zu sagen, der Bodenbelag ist blöde, hat nur Nachteile, ist einfach falsch.

beste Grüße

Dany

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
sxc
Status:
Beginner
(57 Beiträge, 6x hilfreich)

Hi,

um nochmal zum Laminat zu kommen:
Ja, schlecht verlegtes Laminat erhöht die Trittschallbelästigung dramatisch, mit allen rechtlichen Konsequenzen.
Ja, GUT und fachmännisch verlegtes Laminat MIT Trittschallschutz verbessert selbigen um bis zu 25 dB. Wer's nicht glaubt, möge einen Experten seiner Wahl befragen.

Gruß

sxc

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Odil
Status:
Student
(2165 Beiträge, 825x hilfreich)

Hallo!
Nein, ich glaube es nicht!sxc ;) Weil die Erfahrungen andere sind.
In jeder Wohnung, wo Bodenbelag gegen Laminat ausgetauscht wurde, auch mit fachgerechter Dämmung, entstanden Probleme und das Miteinander im Haus wurde nicht besser (um es mal vorsichtig zu formulieren)
Und Fachleute wissen das auch!
Auch wenn sie es nicht so deutlich sagen dürfen. Wollen ja schließlich verkaufen.
Ich habe Experten *ganz in der Nähe ;) :)


___________________

Urteil zum Trittschall

Ist in der Mieterwohnung jeder Schritt auf dem Laminatboden der darüber liegenden Wohnung überdeutlich und laut zu hören, dann liegt ein Mangel vor, entschied das Landgericht Hamburg (316 S 10/02 ) nach Angaben des Deutschen Mieterbundes (DMB).


Das Landgericht, das in der Mieterwohnung persönlich "probegehört" hatte, erklärte, dass der in der Wohnung wahrgenommene Trittschall eine Beeinträchtigung des vertragsgemäßen Gebrauchs sei, den die Mieterin nicht hinnehmen müsse.

Dabei käme es weniger auf die Einhaltung von DIN-Normen an (also nicht nach dB), da sich die Erheblichkeit einer Lärmbelästigung nicht nach technischen Normen richtet, sondern nach dem menschlichen Gehör!!!

Nach Darstellung des Deutschen Mieterbundes kann der Vermieter auch nicht beanspruchen, dass der in der oben gelegenen Wohnung lebende Mieter seine Wohnung ab sofort nur auf Strümpfen, das heißt ohne Schuhe, betreten dürfe. Letztlich betonte das Landgericht Hamburg auch noch, dass der Vermieter die fachgerechte Trittschallisolierung nicht mit dem Argument verweigern könne, die Baumaßnahme koste 20.000 Euro.

Das Interesse des Mieters an der Mängelbeseitigung steht keinesfalls in einem krassen Missverhältnis zu diesen Kosten. Letztlich müsse auch berücksichtigt werden, dass der Mangel dadurch entstanden ist, dass der Vermieter den Einbau eines Laminatfußbodens in der oben gelegenen Wohnung gestattet hat, ohne die Auswirkungen auf die darunter liegende Wohnung der Mieter zu bedenken



-- Editiert von Odil am 14.11.2005 08:12:23

-- Editiert von Odil am 14.11.2005 08:13:53

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
karamel
Status:
Lehrling
(1774 Beiträge, 288x hilfreich)

Kann Odil aus eigener Erfahrung da nur zustimmen!

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Catlady
Status:
Lehrling
(1477 Beiträge, 196x hilfreich)

Also bei uns hat das mit dem Laminat prima geklappt. Wir haben welches genommen, dass in sich schon trittschall-gedämpft ist und haben darunter nochmal Trittschalldämmung verlegt. Die Türen konnten wir einfach ein Stück höher lagern mit so Fitschenringen, da musste nichts gehobelt werden. Fußleisten waren als wir in die Wohnung einzogen nicht vorhanden, also entstand damit kein Problem.
Somit haben wir nichts beschädigt.
Die Mieter unter uns meinen übrigens, dass es leiser ist als vorher. Die Vormieter hatten im Flur nur PVC liegen.
Somit ist es nicht immer schlecht. Wenn man es richtig verlegt, macht es sogar weniger Krach als vorher.
Wenn wir ausziehen nehmen wir es entweder raus oder finden einen Nachmieter.
Übrigens lassen sich Wohnungen, in denen Laminat liegt meistens besser vermieten bzw. wir haben die Erfahrung gemacht, dass diese teurer sind.

0x Hilfreiche Antwort

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