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so kann ich nicht arbeiten

 Von 
flashback
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
so kann ich nicht arbeiten

Wir haben im März letzten Jahres einen Gewerberaum im ersten Stock zum Betrieb eines Kosmetikstudios/Fotoateliers angemietet. Dieser Zweck wurde auch im 5 Jahresmietvertrag festgehalten. Man dürfte annehmen, daß mit einem solchen Gewerbe mit Laufkundschaft von Vermieterseite zu rechnen ist. Bereits im April, als wir den Betrieb dann eröffneten, mußten wir feststellen, daß die Mieter, die in diesem Haus eine Wohnung bewohnen, die Haustüre, die auch die Türe zu unserem Geschäft ist z.T. mehrmals täglich absperren. Dieser Zustand wurde sofort von uns bei der Vermieterin angezeigt. Diese versprach Abhilfe zu schaffen. Es wurde ein Zettel im Flur aufgehängt, die Türe habe während unserer Geschäftszeiten offen zu bleiben. Ohne Erfolg. Kunden, die Termine bei uns vereinbahrt hatten, konnten diese nachweislich nicht in Anspruch nehmen. Es entstand uns bis dato ein Schaden von weir über zehntausend Euro, allein durch das verschließen der Türe durch Mieter.
Mehrmals haben wir auf diesen Mangel aufmerksam gemacht und zur Beseitigung aufgerufen. Ohne Erfolg.
Zudem wurde im Mai ohne vorherige Ankündigung das Haus eingerüstet und neu verputzt sowie gestrichen. Auch der Flur wurde renoviert. Mit Preßlufthammern wurden die Fliesen heruasgeschlagen...sehr zuträglich wenn sich Menschen im ersten Stock versuchen bei einer Massage zu entspannen, bzw. Fotos von sich machen lassen möchten.
Für einen Anstrich des Flures reichte offenbar nach zweimonatiger Renovierungshölle das Geld nicht mehr. Der Flur wurde zwar noch verputzt, jedoch nicht mehr gestrichen. Wie das aussieht kann man sich ja vorstellen. Bis jetzt wurde nichts weiteres unternommen, sehr zuträglich für ein Kosmetikstudio. Je mehr es Winter wurde, desto öfter war die Türe bereits Mittags versperrt. Ich kann leider nicht jede Minute unten stehen und schauen, ob mein Geschäftszugang wieder mal versperrt wurde. Es wurde uns beständig Abhilfe versprochen, die jedoch niemals eintrat.
Mehrere Kunden konnten aufgrund der zugeschlossenen Türe ihre für Weihnachten angefertigten Bilder nicht abholen. Die Kunden drohten uns bereits an uns zu verklagen, da wir ja angeblich nicht da waren.
Ich habe nun aufgrund dieses Mangels, sowie aufgrund des verunstalteten Zuganges und der Müllablagerung die von anderen Mietern im Hausflur durchgeführt wird, der damit endgültig wie eine permanente Baustelle wirkt, den Mietvertrag fristlos wegen Vertragsbruches gekündigt.
Die Vermieterin erkennt ihrerseits die Kündigung jedoch nicht an und behauptet wir hätten gekündigt, da wir nachweislich kaum Geschäft machen und deswegen Pleite wären. Wir versuchten uns deshalb an herbeigezogenen Mängeln aus der Affäre zu ziehen.
ich habe jedoch von Anfang an Aufzeichnungen angefertigt, sowie Kundenunterschriften gesammelt und Fotos vom Hausflur und den Bauarbeiten gemacht. zudem kann ich ein positives Betriebsergebnis aufgrund der Buchhaltung nachweisen.
Zudem wurde heute ohne Ankündigung mir der Renovierung der Wohnung im selben Stockwerk begonnen, was wiederum erheblichen Lärm, Schmutz und andere Wiedrigkeiten mit sich bringt.
Nun meine Frage: Wie lange muß der Vermieter eine mich betreffende Renovierung vorher ankündigen?
Muß ich eine andauernde Baustelle, die mir nie zuvor angekündigt wurde in den Zugängen zu meinen Geschäftsräumen dulden.
Kann ich Schadenersatz für meine Verdienstausfälle verlangen, die aufgrund einer Unzugänglichkeit zu den Räumen entstand. Wer trägt die Gerichtskosten meiner Kunden, die mich nun Ihrerseits wegen der entgangenen Weihnachtsgeschenke verklagen wollen?
Muß ich renovieren, wenn ich wegen der genannten Unstände die Geschäftsräume nun verlasse?
Wer zahlt mir den Umzug?
Ich habe alle Mängel mehrmals angezeigt und Mietzahlungen wenn auch ungekürzt nur gegen Vorbehalt vorgenommen.
ich freue mich über viele Stellungnahmen
danke im Voraus
Yvonne

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Bauarbeiten Beseitigung Flur


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
MarkKo
Status:
Beginner
(139 Beiträge, 41x hilfreich)

Das hast Du leider von Anfang an falsch eingefädelt: gleich mit der Brechstange!

Besser wäre gewesen, dem Vermieter wegen der Tür unter Androhung von Mietminderung, eine Frist zu setzen!

Kündigen und dies dann im Nachhinein mit angeblichen "Mängeln" zu Begründen, das - glaube mir - funktioniert nicht!

Das akzeptiert kein Richter der Welt!

Was den Rest angeht: nimm Dir lieber einen Anwalt! Das scheint doch sehr komplex zu sein, sollte Dich wirklich ein Kunde verklagen wollen...

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#2
 Von 
Kerstin2
Status:
Schüler
(199 Beiträge, 52x hilfreich)

Hallo,

ich denke, Mark hat recht. Es war wirklich kein guter Start.
Aber es würde mich interessieren, ob mit zugeschlossener Türe gemeint ist, dass die Türe lediglich ins Schloss gefallen ist, oder mit Schlüssel richtig zugesperrt ist. Im ersten Fall wäre es schließlich möglich, die Türe mit einem Türöffner zu öffnen, sollte ein Kunde kommen. Eine ständig offenstehende Haustüre ist nämlich den anderen Hausbewohnern auch nicht zuzumuten.

Notwendige Reparaturmaßnahmen sind ebenfalls vom Mieter zu dulden. Dass sich die Arbeiten im Flur so lange hinziehen ist sicher unangenehm, aber vielleicht würde ein ruhiges Gespräch mit den Vermietern helfen, bei dem alle Punkte angesprochen werden.
Was die Renovierungen in der Nachbarwohnung angehen, hast Du glaube ich keine Chancen, das zu unterbinden.

Gruß

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#3
 Von 
flashback
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

ich habe gar nichts mit der brechstange eingefädelt, sollte das so rüberkommen, dann ist das anscheinend mißverständlich ausgedrückt.
es gingen der kündigung endlose ruhige gespräche, schreiben, telefonate, briefe usw. voraus. und das alles in ruhe. fristsetzungen, usw... die ganze palette schon durch.
zum besseren verständnis. es wurde uns bei einzug zugesichert der flur würde innerhalb von vier wochen komplett renoviert. es geht auch nicht darum, daß ich die renovierungsarbeiten unterbinden möchte oder ähnliches. ich möchte nur, daß sie mir vorher angekündigt werden, so wie es laut mietrecht auch vorgeschrieben ist.
nun zur tür. sie fällt nicht ins schloß, das wäre kein problem, sie wird abgesperrt. in der hausordnung steht ausdrücklich, daß die türe während der geschäftszeiten offen zu sein hat. die hausordnung ist teil des mietvertrages...
einen anwalt habe ich mir bereits genommen, da ich ja auch noch die klagen meiner kunden aufzufangen habe.

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#4
 Von 
MarkKo
Status:
Beginner
(139 Beiträge, 41x hilfreich)

Hi Yvonne,

dass Du keine Mietminderung vorgenommen hast, ist ein eindeutiger Fehler!

Das würde ich schleunigst nachholen!

Denn: sollte es zu einem gerichtlichen Verfahren kommen (i.d.R. erst mal eine sog. Güteverhandlung die dann in einem Vergleich endet), wird Dir der Richter schlicht vorhalten, dass es ja soo schlimm nicht sein kann, denn sonst hättest Du ja gemindert!

Du musst Deinem Vermieter in Sachen Tür schon die Pistole auf die Brust setzen! Da Deine Existenz gefährdet ist, der MV eindeutig gewerblich ist, könntest Du sogar eine 100% Mietminderung androhen!

Also: Frist setzen (14 Tage) zur Beseitigung der Mängel. Nach Fristablauf Mietminderung!
Es dann aber bitte nicht bei der Drohung belassen, sondern auch durchziehen, sonst droht Dir das wie oben bereits erwähnt!

Und das alles bitte per Einschreiben! Bla bla nützt da nix mehr!

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#5
 Von 
flashback
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

alles schon passiert per einschreiben mit rückschein wurde dem vermieter schon im mai angekündigt, daß mieten nur noch unter vorbehalt gezahlt werden. das riet uns unser anwalr, denn dann müsse der vermieter die vom gericht ermittelte differenz an uns zurückzahlen, und wir müßten nicht nachzahlen...

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#6
 Von 
MarkKo
Status:
Beginner
(139 Beiträge, 41x hilfreich)

Ja, aber bedenke dass Du nur 6 Monate rückwirkend Deine Ansprüche geltend machen kannst!

Und was nützt das im Endeffekt?

Ihr wollt doch in Ruhe arbeiten könne - und das möglichst schnell, oder?

Es hilft Dir dann wenig, wenn der Vermieter irgendwann einmal an Euch was zurückzahlen muss, Ihr aber längst pleite seid...

Es geht doch darum, dass der jetzige Zustand geändert wird!

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#7
 Von 
flashback
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

sicher geht es darum, deswegen haben wir ja auch gekündigt...
ein umzug ist nicht mehr abzuwenden, da ich nach zehnm monaten ständiger fruchtloser gespräche und briefe usw. nicht mehr mag. ende des monats ziehen wir in neue räume, die uns freundlicherweise ganz in der nähe zur verfügung gestellt wurden....
hilft ja nix ich kann nicht mehr machen als reden und schreiben und verhandeln...

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#8
 Von 
MarkKo
Status:
Beginner
(139 Beiträge, 41x hilfreich)

Das ändert nur nix: aus Deinem Zeitmietvertrag kommst Du so ohne weiteres nicht raus!

Wenn Du jetzt einfach ausziehst, darfst Du schön brav bis zum Ende der 5 Jahre die Miete weiter zahlen!

Ich wäre da an Deiner Stelle sehr vorsichtig!!!

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