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Handwerker Übermaß

23.8.2006 Thema abonnieren Zum Thema: Haus Nachbar
 Von 
Dagwyna
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 6x hilfreich)
Handwerker Übermaß

1) In einer edlen Villenlage mit sehr großen Grundstücken (>1600qm) hat eine Hausfrau die "Handwerkersucht". Seit dem Neubau 1994 wird am Haus beständig angebaut, umgebaut, gemalt, gebort, geschraubt, gehämmert, genagelt. Die Gärtner mit Rasenmäher, Heckenschere, Laubsauger kommen zwei bis dreimal wöchentlich und an den verbleibenden Werktagen sind die anderen Handwerker bei der Arbeit. Alles natürlich fachgerecht und vom feinsten. Sind die Handwerker nicht da, hört man meistens den Springbrunnen. Die üblichen Ruhezeiten werden meistens eingehalten, auch wenn Samstag morgens ab 8 Uhr der Rasenmäher alle umliegenden Bewohner aufweckt. Sonntag ist Ruhetag. Aber ansonsten ist die ganze Woche praktisch Baustellenlärm. Und das seit 13 Jahren.

Zuhause kann man nur ungestört arbeiten, wenn die Fenster geschlossen sind. Im Hochsommer.

Wegen des Spiel-Lärms der eigenen Kinder wurde bislang nicht gegen die Nachbarn vorgegangen, aber die Kinder sind jetzt groß. Bis Sonntag waren die Nachbarn 2 Wochen im Urlaub - es war himmlisch ruhig. Seit Dienstag ist leider wieder "Handwerker Stunde".

Das Nachb*****aftsverhältnis ist hanseatisch "freundlich distanziert". Man grüßt sich, man schenkt sich Weihnachtsfreundlichkeiten, das Personal spricht miteinander.
Die Männer hören den Lärm abend natürlich nicht.

Eine Idee wäre:
Man kauft sich ein digitales Schallpegelmeßgerät incl. Datenlogger bei Conrad Electronik für ca. 230 € und setzt es bei der Lärmquelle ein.
Die Meßdaten werden auf den PC samt Zeitstempel übertragen.
Ein nicht verwandter Zeuge unterschreibt zum Beweis die Wochenprotokolle.
Mit diesem Beweismittel konfrontiert man den Nachbarn. Vermutlich wir dieser einsichtig allein schon wenn er das Micro sieht.
Wer hat damit Erfahrungen?

Aus den links der vergleichbaren Themen konnte ich noch keinen Honig saugen. Sicherlich ist eine Maschine mal kurzfrist über 50 db. Aber das Problem sind nicht die Lärmspitzen. Man hat das Gefühl, man lebe neben einem Gewerbehof. Dieser Daquerlärm in der ansosnten ruhigen Wohnlage macht einen wahnsinnig.

2) Als Konsequenz wird das Hausgrundstück jetzt verkauft.
Das absehbare Folgeproblem: Kann der Käufer Schadensersatz verlangen, Kaufpreis mindern oder vom Vertrag zurücktreten, wenn der die Lärmbelästigung als Mangel empfindet?
Wie kann verhindert werden, daß der der Käufer das Spektabel nach dem Einzug mitbekommt, und in seiner Vertragsautonomie vielleicht vom Kaufvertrag zurücktritt oder mindern will?

Wer hat eine elegante Idee?

Dagwyna








-- Editiert von Dagwyna am 23.08.2006 17:16:28

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Haus Nachbar


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
sika0304
Status:
Schlichter
(7945 Beiträge, 2815x hilfreich)

Weise doch den Käufer daraufhin, warum du verkaufst "die Nachbarn renovieren gerne und viel". Geh entsprechend mit dem Kaufpreis runter.

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#2
 Von 
Leon6
Status:
Schüler
(348 Beiträge, 167x hilfreich)

Wenn das Nachbarschaftsverhältnis noch freundschaftlich distanziert ist, dann würd ich das erst mal kaputt machen, bevor ich dem Nachbarn aufgezeichnete Beweismittel vorlege.
Wenn das schon 13 Jahre andauert, hat der Nachbar ja fast schon Gewohnheitsrecht. :)

Aber jetzt im Ernst. Solch eine Dauerbaustelle ist tatsächlich lästig, auch für einen normal verständigen und durchschnittlich empfindlichen Menschen. 13 Jahre lang hätte ich das gar nicht erst mitgemacht.
Vielleicht ist dem Restaurator aber gar nicht bewusst, dass seine unendlichen Bemühungen, seine edle Villa vor dem Verfall zu retten, anderen Leuten irgendwann mal auf die Nerven geht.

Also sprechen sie doch mal mit ihm ... auf die typisch freundlich distanzierte hanseatische Art ;)
Es ist zwar nicht anzunehmen, dass es dann ruhiger wird, aber ich würde nicht gleich schwerbewaffnet (Aufzeichnungen und Zeugen) mit der Tür ins Haus fallen. Aufzeichnungen würde auf jeden Fall trotzdem machen und Zeugen unterschreiben lassen.
Danach käme halt noch der Schlichter in Betracht und wenn das ebenfalls erfolglos, dann eben der Rechtsstreit in Form einer Unterlassungsklage, sofern das in den edlen hanseatischen Villenkreisen eine gängige Methode darstellt.

Sollten sie den Prozess verlieren, weil das Gericht die Störungen als nicht erheblich erachtet, dann können sie daraus den Vorteil ziehen, dass sie beim Verkauf dem Käufer nichts von dem Lärm erzählen müssen. Das haben sie mit dem Urteil sogar richterlich bestätigt bekommen ;)

Gewinnen sie den Prozess, dann haben sie ihre Ruhe oder können im Fall der Zuwiderhandlung Zwangsmaßnahmen durchsetzen. ;)

___________________________
nimm das Leben nicht so ernst, es ist ja nicht von Dauer ;)

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#3
 Von 
ohje
Status:
Lehrling
(1169 Beiträge, 146x hilfreich)

Beschweren sich die Nachbarn denn nicht über den Fahnenappell?

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#4
 Von 
Leon6
Status:
Schüler
(348 Beiträge, 167x hilfreich)


ohje ... immer diese Sticheleien ... tz ..tz

mußt du eigentlich nicht arbeiten ?!

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#5
 Von 
ohje
Status:
Lehrling
(1169 Beiträge, 146x hilfreich)

Ach, Leon, .... das mach ich so 'nebenbei' - das Hierreingucken natürlich. Namentlich Freitag nachmittag, wenn bereits tote Hose hier herrscht und eigentlich keine Arbeit zu tun ....
Oder grad nicht Fußball ist. ;)

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#6
 Von 
Leon6
Status:
Schüler
(348 Beiträge, 167x hilfreich)

ist hier ja wirklich sehr tot jetzt :( .... keiner will mehr unsere heißen wertvollen Tips *staub* ...
;)
na ja, dann fahr ich jetzt wieder zu meiner italienischen Eisdiele .... mein Lago Blue auf der Zunge zerschmelzen lassen und nen Capu schlürfen .... das Wetter lockt ja richtig ... :) schönes Wochenende

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#7
 Von 
Jagdhund
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 24x hilfreich)

Nachbarn von uns hatten sich auch an dem Dauerlärm unserer anderen Nachbarn gestört, wohnten aber viel näher dran, als sie (die Grundstücke sind hier viel kleiner als in den noblen Villengegenden Hamburgs). Als er verkauft hatte, erzählte er den neuen Nachbarn auch nichts. Der neue war aber auch so gut drauf, dass er noch mehr Randale gemacht hatte. Am Ende war dann der alte Nachbar ausgezogen :)

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