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Nachbar ruft unbegründet Polizei

13. Januar 2022 Thema abonnieren

Darum geht es hier:

Wie laut darf ich in einer Eigentumswohnung sein? Was droht mir bei Besuch der Polizei und welche Möglichkeiten haben andere Eigentümer, gegen einen Eigentümer vorzugehen. Bietet das WEG Recht trotzdem die Möglichkeit, mich aus der Wohnung zu werfen und wie würde der Weg dorthin aussehen?

 Von 
Nilkan124
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)
Nachbar ruft unbegründet Polizei

Hallo,

ich habe mich angemeldet wegen folgender Sache. Vielleicht kann mir ja jemand helfen.

Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus seit sechs Jahren. Die Wohnung gehört meinem Vater. Nun sind vor zwei Jahren neue Mieter über mir eingezogen. Die einzige Mietwohnung im Haus. 6 Parteien. Die haben ein kleines Baby. Schön und gut.

Jetzt rufen die am Wochenende tatsächlich die Polizei, weil ich mich mit meinem Freund mal gezofft habe. Ok, es war nach zehn. Aber es dauerte grad mal höchstens eine viertel Stunde. Als die Polizei kam war es leiser, so konnten die nicht viel hören. Kann da noch was kommen?

Sowieso scheinen die neuen Mieter extrem empfindlich zu sein. Ich telefoniere abends oft mit meinem Freud und ich habe halt ein lautes Organ. Aber ich versuche es immer in Grenzen zu halten. Da waren die nach einem Jahr schon bei mir und baten mich, nachts etwas leiser zu telefonieren. Ich sagte, dass ich für meine Stimme nichts kann und telefonieren nicht verboten ist. Dann würde ich Türen knallen usw. Die Hausverwaltung schrieb mich ebenfalls schon an, die Hausordnung einzuhalten. Aber ich mache hier doch keine Partys. Was soll das? Zwei Nachbarn haben sie angeblich auf ihrer Seite.

Deren Vermieter ist Rechtsanwalt und ich weiß, dass die sich gut verstehen. Kann mir da viel passieren nur weil ich abends telefoniere und mich als mal mit meinem Freund streite? Ich bin froh, dass die Wohnung meinem Vater gehört, so können die mich hier nicht rausekeln. Muss ich wegen der Polizei Angst haben?

Danke

Ärgert der Nachbar?

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55 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103995 Beiträge, 37584x hilfreich)

Zitat (von Nilkan124):
weil ich mich mit meinem Freund mal gezofft habe.

Das
Zitat (von Nilkan124):
Nachbar ruft unbegründet Polizei

stimmt also schon mal nicht ...



Zitat (von Nilkan124):
Ich bin froh, dass die Wohnung meinem Vater gehört, so können die mich hier nicht rausekeln

Die brauchen dich nicht rausekeln, da reicht ein entsprechende Gerichtsverfahren zur Räumung aus.



Zitat (von Nilkan124):
Kann da noch was kommen?

Klar



Zitat (von Nilkan124):
Was soll das?

Das Wort "Zimmerlautstärke" kommt daher, das die Lautstärke im Zimmer bleibt.
Offenbar ist das bei Dir nicht immer der Fall und Deine Lärmemissionen überschreiten mitunter das für die Nachbarn zumutbare Ausmaß.



Zitat (von Nilkan124):
Muss ich wegen der Polizei Angst haben?

Warum konkret sollte man vor der Polizei Angst haben?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
de Bakel
Status:
Lehrling
(1153 Beiträge, 224x hilfreich)

nur ergänzend

Zitat (von Nilkan124):
Ich telefoniere abends oft mit meinem Freud und ich habe halt ein lautes Organ.

Zitat (von Nilkan124):
Da waren die nach einem Jahr schon bei mir und baten mich

Böswillige Leser würden das als assozial empfinden ....

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
HeHe
Status:
Richter
(8177 Beiträge, 3648x hilfreich)



Kein Nachbar beschwert sich, wenn einmal laut gestritten oder telefoniert wird oder ruft gar die Polizei.

Wenn ich mir deinen Beitrag durchlese, ergibt sich unterm Strich, dass dir einige Nachbarn vorwerfen öfter zu laut zu sein und in dem Maß rücksichtislos, dass die HV dich schon angeschrieben hat (das macht die auch nicht wg. nichts). Also einfach mal ein bischen Rücksicht nehmen und das eigene laute Organ beim Telefonieren etwas zähmen. Die Türen nicht knallen und allg. so verhalten, wie man es sich selbst wünscht! Probiers doch mal aus, du wirst dich wundern wie angenehm das Leben sein kann :wink:

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Nilkan124
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Ok, danke für die Antworten.

An Harry: Also soweit ich weiß, kann man einen Eigentümer nicht aus der Wohnung werfen. Ich bin ja kein Mieter. Also fällt eine Räumungsklage ja schonmal raus.

Ich kann mir doch aber nicht das Telefonieren verbieten lassen in meiner eigenen Wohnung. Ich achte darauf, dass es nicht ausartet, aber man muss ja auch mal sehen, dass die offenbar extrem empfindlich sind.

Ich meinte mit Angst vor der Polizei, ob etwas passiert, wenn die noch öfter kommen? Warum kommen die überhaupt, wenn der Streit da schon vorbei war? Dann hören die ja nichts und können das nicht bezeugen oder?

An de Bakel: Ich weiß nicht, was du genau meinst.

An Hehe: Wieso soll ich mein Verhalten ändern nur weil die so empfindlich sind? Ich mache ja nachts keine Musik an oder sonstiges. Und das man sich ab und zu streitet als Paar gehört doch zum Leben dazu.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13834 Beiträge, 8495x hilfreich)

Zitat:
An Harry: Also soweit ich weiß, kann man einen Eigentümer nicht aus der Wohnung werfen. Ich bin ja kein Mieter. Also fällt eine Räumungsklage ja schonmal raus.

Das ist nicht ganz richtig. §17 WEG

Das ist natürlich nicht einfach. Aber wenn auf der Gegenseite ein Anwalt sitzt, wird der sich auskennen.

Sorgen macht mit das Die Hausverwaltung schrieb mich ebenfalls schon an und Zwei Nachbarn haben sie angeblich auf ihrer Seite.
Es scheint ja ein Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen zu sein - also eine WEG mit unterschiedlichen Eigentümern. Wenn sich in der Wohnungseigntümerversammlung mehrere andere Eigentümer und auch noch die Hausverwaltung gegen Ihren Vater "verbünden", kommt Ihr Vater ganz schnell in eine ganz unangenehme Lage. Da wird Ihr Vater ausbaden müssen, was Sie sich leisten. Was sagt der denn dazu?


-- Editiert von drkabo am 14.01.2022 10:34

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

2x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Nilkan124
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

An drkabo: mein Vater hält natürlich zu mir. Aber ich möchte auch nicht, dass er Probleme bekommt. Aber es scheint ziemliche Hürden zu geben, um das Gesetz durchzusetzen.

Müssten die das nicht beweisen können vor der Hausverwaltung? Die Polizei konnte ja nicht viel hören. Also fallen die als Zeugen doch weg?!?

Ja, soweit ich weiß sind zwei Parteien auf denen ihrer Seite. Mit einer Partei hatte ich ebenfalls leider mal eine Auseinandersetzung. Aber ich dachte, das sei längst geklärt. Ist ewig her.

Wenn die jetzt wieder die Polizei rufen, was kann dann irgendwann passieren?

Jetzt ist aber etwas Neues passiert:
Heute Morgen habe ich den Sohn eines Nachbarn getroffen der sagte, die Hausverwaltung hätte alle Bewohner angerufen. Worum es ging hat er nicht gewusst. Es war aber wohl im Auftrag des Vermieters, also des Anwalts. Ich kann mir doch nicht verbieten lassen, auch nachts zu telefonieren.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13834 Beiträge, 8495x hilfreich)

Die Polizei macht nichts. Die mischt sich nicht in Nachbarschaftsstreitigkeiten ein.
Da brauchen Sie nicht wirklich was befürchten.
Wenn es häufiger vorkommt, kommt evtl. eine Rechnung über die Einsatzkosten.

Zitat:
Aber es scheint ziemliche Hürden zu geben, um das Gesetz durchzusetzen.

Gibt es auch.

Zitat:
Müssten die das nicht beweisen können vor der Hausverwaltung? Die Polizei konnte ja nicht viel hören. Also fallen die als Zeugen doch weg?!?

In der Eigentümerversammlung eines Mehrfamilienhauses geht es nicht um Beweise - es geht um Mehrheiten.

Zitat:
Ja, soweit ich weiß sind zwei Parteien auf denen ihrer Seite. Mit einer Partei hatte ich ebenfalls leider mal eine Auseinandersetzung. Aber ich dachte, das sei längst geklärt. Ist ewig her.

Wenn sich in der Eigentümerversammlung eine stabile Mehrheit gegen Ihren Vater entwickelt, ist das nicht günstig, weil dann bei Mehrheitsentscheidungen Ihr Vater einfach überstimmt wird. Eine "alle sind gegen mich"-Situation kann nicht im Interesse Ihres Vaters liegen, weil er dann keine realistischen Chancen hat, irgendwann mal irgendwas durchzusetzen.

Zitat:
Ich kann mir doch nicht verbieten lassen, auch nachts zu telefonieren.

Nein - aber Sie müssen sich möglicherweise verbieten lassen, nachts so laut zu telefonieren, dass man es in der Nachbarwohnung hört. Man kann auch in Zimmerlautstärke telefonieren.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Loni12
Status:
Student
(2283 Beiträge, 375x hilfreich)

Zitat (von Nilkan124):
Ich kann mir doch nicht verbieten lassen, auch nachts zu telefonieren.


Es geht nicht ums telefonieren sondern um die Lautstärke, sie müssen sich ruhiger verhalten, dann haben sie Ruhe.
Würden sie normal reden, könnten die Mieter nichts hören.
Zitat (von Nilkan124):
Mit einer Partei hatte ich ebenfalls leider mal eine Auseinandersetzung.


Macht sich nicht gut, hier eine Auseinandersetzung dort ein zu lautes Organ.

Gehen sie in sich, dann finden sie die Fehler. Ausbaden wird es ihr Vater müssen. Auch Kinder von Wohnungseigentümer müssen sich anpassen.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
de Bakel
Status:
Lehrling
(1153 Beiträge, 224x hilfreich)

Zitat (von Nilkan124):
An de Bakel: Ich weiß nicht, was du genau meinst.

Das hatte ich schon befürchtet.

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103995 Beiträge, 37584x hilfreich)

Zitat (von Nilkan124):
Also soweit ich weiß, kann man einen Eigentümer nicht aus der Wohnung werfen.

Nur bist Du kein Eigentümer ...



Zitat (von Nilkan124):
Also fällt eine Räumungsklage ja schonmal raus.

Im Gegenteil, das ist das vermutlich "schnellste und einfachste" Mittel in dem Falle um einen Bewohner der nicht Eigentümer ist, nachhaltig zu expedieren.



Zitat (von Nilkan124):
mein Vater hält natürlich zu mir.

Das wird nicht helfen wenn ein Gericht ein Urteil spricht.



Zitat (von Loni12):
Es geht nicht ums telefonieren sondern um die Lautstärke, sie müssen sich ruhiger verhalten, dann haben sie Ruhe.

So ist es.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Nilkan124
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Dann muss ich das wohl versuchen. Obwohl ich immer noch nicht kapiere, warum man sich in seiner Wohnung so derart nach anderen richten muss. Ich dachte, Lebensgeräusche sind hinzunehmen. Dazu gehört doch auch zu telefonieren. Beim Streit verstehe ich es ja noch, obwohl die da nicht sofort die Polizei rufen müssen.

Naja, mal abwarten, was jetzt auf mich zukommt denn die Hausverwaltung hat heute jeden hier angerufen. Trotzdem danke.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103995 Beiträge, 37584x hilfreich)

Zitat (von Nilkan124):
ch dachte, Lebensgeräusche sind hinzunehmen. Dazu gehört doch auch zu telefonieren.

Ja, sozialadäquate Lebensgeräusche sind hinzunehmen. Wenn jemand ein Ferngespräch praktisch auch ohne Telefon führen könnte, unterfällt das nicht "sozialadäquaten Lebensgeräuschen".



Zitat (von Nilkan124):
Naja, mal abwarten, was jetzt auf mich zukommt denn die Hausverwaltung hat heute jeden hier angerufen.

Richtig, jetzt muss man abwarten, welcher Zug der nächste ist. Vorher ist alles nur stochern im Nebel.
Ich vermute mal das es erst mal eine Abmahnung geben wird, gegen den Bewohner und gegen den Wohnungsgeber.


Signatur:

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Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Nilkan124
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo

ich muss nochmal nachfragen.

Heute habe ich den Sohn der einen Nachbarin nochmal getroffen. Er sagte mir bzw warnte mich, dass wohl ein Schreiben des Anwalts zu mir und meinen Vater unterwegs sei. Was kann das für ein Schreiben sein? Die Abmahnung? Da kann aber noch nichts passieren oder?

Außerdem sagte er, dass die Nachbarn obendrüber seit einem halben Jahr ein Lärmprotokoll führen mit Uhrzeiten etc. und Zeugen. Aber das wird nicht viel wert sein oder? Kann man ja reinschreiben, was man will.

Kann ich das Anwaltsschreiben wenigstens an meinen Vater aufhalten? Also den Anwalt anrufen und bitten, dass nur an mich zu schicken?

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103995 Beiträge, 37584x hilfreich)

Zitat (von Nilkan124):
Was kann das für ein Schreiben sein? Die Abmahnung?

Höchstvermutlich.



Zitat (von Nilkan124):
Da kann aber noch nichts passieren oder?

Kommt auf den Inhalt an.



Zitat (von Nilkan124):
Aber das wird nicht viel wert sein oder?

Doch, das sit sogar sehr viel wert.



Zitat (von Nilkan124):
Kann man ja reinschreiben, was man will.

Zeugen unterliegen vor Gericht einer Wahrheitspflicht
Und mit gefälschten Beweismitteln wird wohl auch niemand Prozessbetrug begehen.
Dann beides ist mit hohen Strafen belegt und die Gerichts sind da auch nicht sehr tolerant.



Zitat (von Nilkan124):
Kann ich das Anwaltsschreiben wenigstens an meinen Vater aufhalten?[/quote
Da hat ein Eiswürfel im Hochofen mehr Chancen...



Zitat (von Nilkan124):
Also den Anwalt anrufen und bitten, dass nur an mich zu schicken?

Wenn man man davon absieht, das niemand einer Bitte nachgeben muss, dürfte der Anwalt sich wohl kaum dafür interessieren seine Standes- und Berufspflichten zu verletzen und seine Zulassung zu riskieren.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
de Bakel
Status:
Lehrling
(1153 Beiträge, 224x hilfreich)

Zitat (von Nilkan124):
Außerdem sagte er, dass die Nachbarn obendrüber seit einem halben Jahr ein Lärmprotokoll führen mit Uhrzeiten etc.

Die Mieter obendrüber?
Zitat (von Nilkan124):
und ich habe halt ein lautes Organ

Vielleicht sollte man mal zum HNO gehen ?

P.S.: Oder über sein eigenes Verhalten nachdenken.

Mist, das mit dem Denken war ja nicht so ausgeprägt, oder habe ich da was falsches in Erinnerung?

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
bankosi
Status:
Schüler
(184 Beiträge, 54x hilfreich)

Zitat (von Nilkan124):
dass wohl ein Schreiben des Anwalts zu mir und meinen Vater unterwegs sei. Was kann das für ein Schreiben sein? Die Abmahnung? Da kann aber noch nichts passieren oder?


Und Schreben vom Anwalt schon angekommen? Was steht drin?

Zitat (von Nilkan124):
Außerdem sagte er, dass die Nachbarn obendrüber seit einem halben Jahr ein Lärmprotokoll führen mit Uhrzeiten etc. und Zeugen. Aber das wird nicht viel wert sein oder? Kann man ja reinschreiben, was man will.


Zu deinen Problemen gibt es schon viele ähnliche Fälle die hier im Forum zu finden sind oder einfach googlen. Es gibt Gerichtsurteile da hat ein Zeuge ausgereicht um einen Mieter aus der Wohnung zu bekommen. Da gibts kein Pardon und selbst bei Psychisch Kranken (die nachts Lärm machen) gibts keine Ausnahme, außer vlt. es besteht Suizidgefahr.

So weit ich nachlesen konnte wird nicht mal ein detailliertes Protokoll benötigt, sondern ungefähre Angaben reichen aus.

Im Prinzip alles sehr einfach zu googlen.

Zitat (von Nilkan124):
seit einem halben Jahr ein Lärmprotokoll führen mit Uhrzeiten etc. und Zeugen


Was mich interessiert, ab wann gilt der Lärm als hingenommen/ toleriert von der Gegenseite? Ich habe gelesen mal soll den Lärm nicht zu lange tolerieren, weil es dann bedeuten könnte das man den Lärm schon zu lange "hinnimmt" und der dann doch nicht so belästigend sein kann.



-- Editiert von bankosi am 21.01.2022 13:25

Signatur:

Gruß und Danke
bankosi

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103995 Beiträge, 37584x hilfreich)

Zitat (von bankosi):
Was mich interessiert, ab wann gilt der Lärm als hingenommen/ toleriert von der Gegenseite?

Ab dem Zeitpunkt, der nach Prüfung des konkreten Einzelfalles festgelegt wird.



Zitat (von bankosi):
Ich habe gelesen mal soll den Lärm nicht zu lange tolerieren, weil es dann bedeuten könnte das man den Lärm schon zu lange "hinnimmt" und der dann doch nicht so belästigend sein kann.

Stimmt, das nennt sich dann "Verwirkung".


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Nilkan124
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Die waren erst nach einem Jahr bei mir und haben sich beschwert. Das könnte ja die Lösung sein oder? Die waren dann zu spät?

Vom Anwalt kam ein Schreiben mit der Aufforderung, die Belästigungen zu unterlassen. Ich kann das Schreiben mal abtippen oder so. Mein Vater hat es leider auch erhalten. Die haben das wohl spitz bekommen und es dem Vermieter/Anwalt gemeldet.

Ich war jetzt extra leise. Aber manchmal knallten noch Türen.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
de Bakel
Status:
Lehrling
(1153 Beiträge, 224x hilfreich)

Zitat (von Nilkan124):
Ich war jetzt extra leise.

Schade, dass DU nicht über DEIN Verhalten nachgedacht hast.

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4974 Beiträge, 1251x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von Nilkan124):
Ich bin froh, dass die Wohnung meinem Vater gehört, so können die mich hier nicht rausekeln


Die brauchen dich nicht rausekeln, da reicht ein entsprechende Gerichtsverfahren zur Räumung aus.

Das Gericht kann keine Kündigung des Mietverhältnisses anordnen, wenn der Vermieter nicht zustimmt. Das Gericht kann auch keine Kündigung der Gebrauchsüberlassung anordnen, wenn der Eigentümer nicht zustimmt.

Wenn dem Vater der Wohnung gehört und der seine Tochter nicht aus der Wohnung werfen will, dann wird es extremst schwierig, die Tochter aus der Wohnung zu werfen.

Die sich gestört fühlenden Mieter können das schon mal gar nicht.

Die Eigentümergemeinschaft könnte versuchen, den Miteigentümer (Vater) zu zwingen. Ich habe mal so einen Fall erlebt. Der war nach fünf Jahren noch nicht geklärt. Eigentümer brauchen für die Vermietung ihrer Wohnung weder die Zustimmung der anderen Eigentümer noch die des Verwalters. Und Eigentümer wegen Verletzung ihrer Pflichten gegenüber der Eigentümergemeinschaft zu belangen, ist extrem schwierig, sofern es sich nicht um Rückstände beim Hausgeld o.ä. handelt.

Der Mieter der oberen Wohnung kann seinen Vermieter in Regress nehmen, wenn die Wohnung Mängel hat, wie z.B. Lärm. Gehört dem Vermieter das ganze Haus, kann der gegen den lärmenden Bewohner vorgehen, kein Problem. Ist es aber eine Eigentümergemeinschaft, dann kann der Mieter der Wohnung A nicht gegen den Eigentümer der Wohnung B vorgehen, mit dem steht er nämlich in keinem Vertragsverhältnis.

Der Mieter der Wohnung A kann dann nur seinen Vermieter nerven, daß der beim Eigentümer und Vermieter der Wohnung B vorstellig werden möge.

Dazu haben Eigentümer a) meist wenig Lust, und b) haben sie auch nur ganz begrenzte Möglichkeiten.

Insofern sind Streitigkeiten zwischen Mietern in Eigentumswohnungs-Anlagen mit unterschiedlichen Eigentümern für die Mieter immer eine mißliche Situation. Denn ihr Vermieter sagt zu recht: "Was soll ich tun? Ich kann den Eigentümer der Wohnung, aus der der Lärm kommt, informieren und bitten, auf seine Mieter einzuwirken." Das war's erstmal auch schon.

Da ist dann der Weg über Polizei bzw. Ordnungsamt, wg. unzulässigen Lärms, der kürzere Weg. Und auch der ist bekanntlich lang und mühselig genug. Vor allem wenn es nicht um musikalische oder Werkzeuglärm-Dauerbeschallung geht, sondern um gelegentlich "Lebenslärm".

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4974 Beiträge, 1251x hilfreich)

Zitat (von Nilkan124):
Sowieso scheinen die neuen Mieter extrem empfindlich zu sein. Ich telefoniere abends oft mit meinem Freud und ich habe halt ein lautes Organ. Aber ich versuche es immer in Grenzen zu halten. Da waren die nach einem Jahr schon bei mir und baten mich, nachts etwas leiser zu telefonieren. Ich sagte, dass ich für meine Stimme nichts kann und telefonieren nicht verboten ist. Dann würde ich Türen knallen usw.

Das klingt nach Streithammeln.

Wenn die Wohnung Ihrem Vater gehört, kriegt Sie so leicht keiner aus der Wohnung. Es muss halt nur Ihr Vater bereit sein, den Rücken gerade zu machen, wenn ein anderer Eigentümer sich beschwert.

Dem erklärt man dann, daß kein unzulässiger Lärm verursacht wird, und daß anderenfalls doch bitte mal ein Lärmgutachten vorgelegt werden möge.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4974 Beiträge, 1251x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Zitat:
An Harry: Also soweit ich weiß, kann man einen Eigentümer nicht aus der Wohnung werfen. Ich bin ja kein Mieter. Also fällt eine Räumungsklage ja schonmal raus.


Das ist nicht ganz richtig. §17 WEG

Das ist natürlich nicht einfach.

Das ist die Untertreibung des Jahres...

Seitens der Eigentümergemeinschaft einen Eigentümer zum Verkauf seiner Wohnung zu zwingen ist extrem schwierig.
Und die Eigentümergemeinschaft muss das überhaupt erstmal auch wollen... Und durchziehen. Da scheitert es dann schon in aller Regel. Vor allem dann, wenn nicht andere Eigentümer, die ihre Wohnung selbst bewohnen, betroffen sind, sondern Mieter eines anderen Eigentümers.
Da sage ich mir als Eigentümer nämlich: was kratzt mich das, solange sich mein Mieter nicht beschwert. (Oder es eben mich selbst stört.)
Eigentümergemeinschaften haben in aller Regel überhaupt keinen Bock auf solchen Stress. Solange nicht eine Mehrheit der Eigentümer selbst betroffen ist, sitzen die das aus... Due Ar....karte hat der Eigentümer, in dessen Wohnung die Beschwerdeführer wohnen. Der hat den Stress, und u.U. sogar eine Mietminderung.

Und selbst wenn die Eigentümergemeinschaft den Eigentümer zum Verkauf der Wohnung zwingen würde? Wohnt die Tochter immer noch da drin, denn Papa schließt vorher einen Mietvertrag mit ihr ab. Dann kann man sich mit dem neuen Eigentümer streiten, und der muss sich mit der Tochter streiten, und jeder, der was will, muss erstmal gerichtsfest nachweisen, daß da wirklich unzulässig Lärm verursacht wird. Und so leicht bekommt man einen Mieter nicht aus der Wohnung...

In der Konstellation: viel Spaß dabei... ;-)))

-- Editiert von eh1960 am 26.01.2022 12:16

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
Nilkan124
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

An Eh1960: Vielen Dank für die Erläuterungen. Werde ich gleich meinen Vater zeigen. Dann kann ich mich ja entspannt zurücklehnen wenn wir sowieso nichts passieren kann. Ich wusste doch, dass man Eigentümer nicht aus der Wohnung bekommt. :-) Dann können die sich beschweren, wie sie wollen.

Ich habe ja sogar eingesehen, dass ich mal zu laut war. Aber reden wollen die ja nicht mehr. Rufen lieber die Polizei. Ich kann dann hoffen, wenn die merken, es passiert mir nichts, dass die dann ausziehen.

Die anderen Eigentümer haben denen Recht gegeben vor der Hausverwaltung. Also quasi alle gegen mich. Aber das bringt allen ja nichts. Selbst dann können die mich nicht rausekeln. Danke schön an dich.

De Bakel: Warum bist du so aggressiv? Ich habe drüber nachgedacht. Wahrscheinlich sind die so empfindlich wegen deren Baby. Kein Plan. Aber ich habe ja versucht leider zu sein. Ich bin aber auch wie ich bin.

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
guest-12321.03.2022 17:40:03
Status:
Lehrling
(1312 Beiträge, 176x hilfreich)

Zitat (von Nilkan124):
ch bin aber auch wie ich bin.


Sei dir mal nicht zu selbst sicher das du deine Nachbarn weiterhin terrorisieren kannst.
Es gibt auch andere Rechtsmittel dich zur Räson zu bringen, und die können ganz schön teuer für dich werden.

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103995 Beiträge, 37584x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Das Gericht kann keine Kündigung des Mietverhältnisses anordnen, wenn der Vermieter nicht zustimmt. Das Gericht kann auch keine Kündigung der Gebrauchsüberlassung anordnen, wenn der Eigentümer nicht zustimmt.

Er eine oder andere Laie wäre erstaunt, was Gerichte so alles können.



Zitat (von Nilkan124):
Ich wusste doch, dass man Eigentümer nicht aus der Wohnung bekommt. :-)

Dummerweise bist Du aber kein Eigentümer ...



Zitat (von Alter Sack):
Es gibt auch andere Rechtsmittel dich zur Räson zu bringen

Ja, so was Lustiges wie strafbewehrte Unterlassungsklagen, die richten sich dann gegen den Störer (Bewohner) und den Mitstörer (Wohnungsgeber).
Irgendwann ist dann das Geld des Vaters alle, die Wohnung wird gepfändet und zwangsversteigert.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13834 Beiträge, 8495x hilfreich)

Zitat:
Und die Eigentümergemeinschaft muss das überhaupt erstmal auch wollen...

Das ist halt der springende Punkt. Wenn es ein Wohnblock mit 100 Wohnungen ist, die 100 verschiedenen Eigentümern gehören, ist das natürlich extrem unwahrscheinlich. Bei einem Haus mit 4-6 Wohnungen sähe das schon anders aus.
Aber wenn doch - unerwartet - alle Eigentümer an einem Strang ziehen und sich gegen den Vater verbünden, können sie dem Vater allerhand Ärger bescheren. Es geht ja nicht nur um einen Rauswurf, sondern in einer Eigentümergemeinschaft gibt es ja noch genug andere Abstimmungen (Renovierungen, Modernisierungen und vor allem Kosten). In einer Eigentümergemeinschaft geht es nicht immer darum, wer Recht hat, sondern wer die Mehrheit auf seiner Seite hat.
Deshalb sprach ich weiter oben davon, dass man eine Situation, im dem sich alle anderen Eigentümer gegen den Vater verbünden, auf gar keinen Fall provozieren sollte. Wie wahrscheinlich das ist, dass sich alle anderen Eigentümer verbünden, steht auf einem anderen Blatt.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103995 Beiträge, 37584x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Aber wenn doch - unerwartet - alle Eigentümer an einem Strang ziehen und sich gegen den Vater verbünden,

Das wäre dann ganz übel - die strafbewehrte Unterlassungsklage kann aber schon ein Einzelner durchziehen ...


Signatur:

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0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
de Bakel
Status:
Lehrling
(1153 Beiträge, 224x hilfreich)

Zitat (von Nilkan124):
De Bakel: Warum bist du so aggressiv?

Wo war ich aggressiv?
Zitat (von Nilkan124):
Die anderen Eigentümer haben denen Recht gegeben vor der Hausverwaltung. Also quasi alle gegen mich.

Alle anderen sind überempfindlich?
Ja klar, Rücksicht ist Schwäche. Erst ich, dann eine Weile gar nichts und dann ... egal was danach kommt. Interessiert mich sowieso nicht.

0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
Ratsuchender_2021
Status:
Schüler
(160 Beiträge, 23x hilfreich)

Wie ich dieses Forum liebe...sonst schreiben und beschweren sich immer die Leute die gestört werden, dass der Nachbar Ihnen zu laut ist und was man dagegen tun kann. Als Antwort kommt immer man sei zu empfindlich, das sei hinzunehmen, da kann man nichts machen, die Hausverwaltung kann da gar nichts ect.

Nun lese ich es einmal anders herum und die Antworten sind: man soll doch leise sein, man fliegt aus der Wohnung, die Hausverwaltung wird sich melden und es gibt generell so viele Möglichkeiten sie zur Ruhe zu bringen..genial...

0x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
Loni12
Status:
Student
(2283 Beiträge, 375x hilfreich)

Zitat (von Nilkan124):
Mein Vater hat es leider auch erhalten.

Dem wird ihr Verhalten auch peinlich sein. Sie wollten doch nicht, dass er ein Schreiben bekommt.

Eltern können geduldig sein, aber irgendwann kann es ihrem Vater auch zu viel werden.

Wo viele Menschen wohnen muss man eigene Vorlieben hinten anstellen. Ohne ihr schlechtes Benehmen, gäbe es keine Beschwerden der Mitbewohner.

Sie sollten anstatt zu jammern, ihre Gewohnheiten ändern. Sie müssen sich anpassen und nicht andere ihre Launen und das Geschrei dulden.

1x Hilfreiche Antwort

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