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Nachbarn klopfen ständig an die Decke

9.10.2019 Thema abonnieren
 Von 
mrs.prongs
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Nachbarn klopfen ständig an die Decke

Hallo Miteinander,

ich bin erst vor 2 Monaten in meine neue Wohnung gezogen. Schnell musste ich feststellen, dass das Haus sehr hellhörig ist, was mir vorher nicht bekannt war (dann hätte ich die Wohnung wohl nie genommen).
Mit mir eingezogen sind 2 Kater (3 Jahre alt), eine schriftliche Erlaubnis liegt vor.
Nun ist es so, dass ich mich gerade mit der Hellhörigkeit abgefunden habe, allerdings scheinen meine Nachbarn unter mir das etwas anders zu sehen.

Etwas zur Gesamtsituation. Es gibt 6 Partien, in einem typischen Nachkriegshaus von 1966. Wobei wir das "Mittelhaus" sind und links und rechts das gleiche nochmal steht. Von den Nachbarn kriege ich tatsächlich auch etwas mit. Mit den 4 Partien um mich herum verstehe ich mich gut, ich akzeptiere, dass man von ihnen alle möglichen Geräusche mit bekommt.
Die Mieter unter mir sind zu zweit und haben ein 11 Monate altes Baby. Dies höre ich regelmäßig schreien und weinen, natürlich auch nachts und auch für länger, was mich aber nicht stört. Ich würde niemals etwas dazu sagen. Erstens weil es hellhörig ist, zweitens weil es ein Kind ist. Ich versuche sogar zu akzeptieren, dass sie ihr Kind dabei anbrüllt, es solle endlich ruhig sein.

Jetzt zu dem Problem. Seit einiger Zeit klopft sie (immer dann wenn es nach 22 Uhr ist) mit einem Besenstil gegen die Decke, wenn ich etwas gemacht habe, was wohl zu laut war, natürlich niemals mit Absicht. Einmal war es, dass die Klobrille etwas unsanft von mir geschlossen wurde, das andere mal als meine Kater etwas zu spontan in die Küche gelaufen sind (was auch ihr Hauptproblem sein dürfte). Beim Einzug habe ich sie zudem mehrfach darauf hingewiesen, sie solle bitte sagen wenn etwas extrem stört und auch danach bin ich auf sie zugekommen, darauf gab es keine Reaktion.
Das Hauptproblem ist nun wie folgt: ich kann natürlich Rücksicht nehmen so leise wie möglich zu sein und das tue ich auch. Aber ich kann meinen Katern nicht verbieten auch mal etwas schneller zu laufen und das auch nach 22 Uhr. Wichtig ist zu sagen, dass sie sich in der Nacht ruhig verhalten, mal leise mauzen aber niemals das typische klägliche Kreischen los lassen. Damit man das Katzenklo nicht hört, habe ich Gummimatten (für Waschmaschinen) drunter gelegt. Das was sie hört ist keine Dauerlärmbelastung. Ich habe mal zusammen gezählt wie lange die Belästigung (durch das Toben meiner Kater, mal vom Tisch oder Bett springen) am Tag dauert. Ich komme nicht mal auf eine Stunde. Und das über den gesamten Tag verteilt. Das was sie hört ist vermutlich ein dumpfes Geräusch (das höre ich jedenfalls wenn die Mieterin über mir mit hochhackigen Schuhen in der Wohnung läuft bevor sie diese dann verlässt).

Gilt das, was meine Kater machen, als Lärmbelästigung oder zählt das zu einem normalen Benutzungsgeräusch (auch nach 22 Uhr) durch ein Haustier, da das Haus einfach sehr hellhörig ist? Ist es zulässig mit einem Besenstil gegen die Decke zu klopfen, wenn es sich um eine kurzzeitige Erhöhung des Lärmpegels handelt (max 5min, wenn überhaupt)? Es ist zu vergleichen damit, wenn jemand sich fertig macht zum Gehen.
Oder ist das was sie versucht einfach knall harter Psychoterror?


Ich wäre wirklich dankbar für Meinungen und Hilfe, insbesondere weil jeder Versuch auf sie zuzugehen von ihr abgeblockt wird (mein Umfeld nennt es "feige"). Meinen Vermieter habe ich mittlerweile auch kontaktiert, leider handelt es sich dabei um ein sehr großes Unternehmen (Vonovia) was ja ohnehin nicht so gut da steht und ich erwarte nicht wirklich viel von denen.



-- Editiert von mrs.prongs am 09.10.2019 20:51

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(70506 Beiträge, 32258x hilfreich)

Zitat (von mrs.prongs):
Gilt das, was meine Kater machen, als Lärmbelästigung

Nein.

Im Gegensatz zu:

Zitat (von mrs.prongs):
Besenstil gegen die Decke zu klopfen



Zitat (von mrs.prongs):
ich kann natürlich Rücksicht nehmen so leise wie möglich zu sein

Das ist sehr nett. Man darf aber die Mietsache ganz normal nutzen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
radfahrer999
Status:
Schlichter
(7489 Beiträge, 4463x hilfreich)

Ich würde einfach mit dem nächstbesten Besen zurückklopfen. Irgendwann kommen die mal hoch und fragen was das soll. Dann kann man mal die Frage zurückgeben...

Signatur:Wenn dir die Antwort nicht gefällt, solltest du die Frage nicht stellen... ;-)
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#3
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3828 Beiträge, 1431x hilfreich)

Zitat (von radfahrer999):
Ich würde einfach mit dem nächstbesten Besen zurückklopfen.

Wenn man selber keine Ruhestörung begeht, die Nachbarn aber schon, warum sollte man sich dann selber ins Unrecht setzen und vorsätzlich eine Ruhestörung begehen?

Sinnvoller wäre, regelmäßige Ruhestörungen durch die Nachbarn (Klopfen) dem VM anzuzeigen und Abstellung zu verlangen (ggfs. kann man dann auch mal die Miete kürzen, dazu aber vorher noch mal Mieterbund o.ä. fragen).

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#4
 Von 
-Laie-
Status:
Gelehrter
(11415 Beiträge, 4900x hilfreich)

So ist es. Man sollte es tunlichst unterlassen selbst zum Störer zu werden. Die Wohnung darf natürlich ganz normal genutzt werden. Und den Störer in der Wohnung darunter sollte man dem Vermieter melden. Wie BBB bereits geschrieben hat soll sich der Vermieter darum kümmern dieses Problem zu lösen.

Signatur: Folgende Nutzer werden von mir blockiert und ich kann deren Beiträge nicht lesen: Xipolis; Jule28
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