Was kann man gegen ein Vogelhaus auf dem Balkon unternehmen

19. Oktober 2016 Thema abonnieren
 Von 
birgitrühmann
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Was kann man gegen ein Vogelhaus auf dem Balkon unternehmen

Wir haben zwar einen sehr großen Balkon, der aber auf der sich aber auf der einen Seite, innerhalb von 2,5 Metern von 4,5 auf 1 Meter verjüngt. Genau dort hat die Nachbarin, die direkt über uns wohnt, ihr Vogelhaus aufgehängt. Wenn es darum gehen würde, nur die Vögel zu füttern, könnte sie es an der breiten Seite ganz hinten hinstellen, aber da es als Katzenkino dient, stellt sie es eben an der schmalen Seite auf. Es ist ein großes Vogelhaus, das Platz für mindestens 10 Vögel auf einmal bietet. Dadurch haben wir extreme Nachteile. 1. Sind vier von meinen Balkonkästen total durch Kot und Körner/Schalen verunreinigt. Im Sommer wächst Getreide dort, das man nicht herausbekommt, ohne die Zierpflanzen ebenfalls zu lockern. Auf dem Teppich (Kunstrasen) stapeln sich regelrecht die Körner und Schalen, so dass wir das als starke Verunreinigung empfinden. Wie gesagt, ist unser Balkon sehr groß, etwa 18 m² und wir nutzen den Balkon wie ein zweites Zimmer. Das nächste große Problem das wir dadurch haben, sind verirrte oder auch tote Vögel auf unserem Balkon, die mich regelrecht in Angst versetzen. Die hintere Wand unserer Balkone besteht aus Glasscheiben, an der sich die Vögel das Genick brechen, wen sie in Panik vom Futterhaus aus flüchten. Leider interessiert das unsere Nachbarin kein bisschen. Es wäre toll, wenn mir hier jemand einen Tip geben könnte, was man dagegen unternehmen kann. Leider weiß ich, dass Vögel füttern vom Balkon erlaubt ist- aber in unserem Fall gehen die Nachteile wirklich zu weit.
Vielen Dank schon mal im Voraus.

Ärgert der Nachbar?

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7 Antworten
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#1
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4260 Beiträge, 2422x hilfreich)

Das Urteil vom LG Berlin vom Oktober 2010 (65 S 540/09 ) kennst du? Da dein Balkon recht groß ist, sieht es mit Verbot der Fütterung demnach (zumindest in Berlin) eher schlecht aus.
Ich würde als Hauptangriffspunkt das herunterfallende Vogelfutter sehen. Das ist nicht nötig, nicht sozialadäquat und außerdem für die Nachbarn auch leicht vermeidbar, indem sie die Fütterung nicht am Rand, sondern an der Hauswandseite ihres Balkons durchführen.
Wenn du die Nachbarn (schriftlich, mit Zugangsnachweis) mit Fristsetzung aufforderst, ihre Fütterungsanlage so zu versetzen, dass kein Futter mehr in deine Kästen oder auf deinrn Balkon fällt, dann sollte das dein gutes Recht und zur Not nach Fristablauf auch gerichtlich durchsetzbar sein.

Der Rest ist dann vermutlich nur eine Frage der Zeit. Der Balkon der Nachbarin dürfte bei derartiger Aufstellung nämlich um einiges mehr verdreckt werden als bisher, da wird sie die Notwendigkeit wohl noch mal überdenken. Aber selbst wenn nicht: bei dir müsste die Belästigung zumindest nachlassen.

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#2
 Von 
birgitrühmann
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke. Aber ich habe die Nachbarin ja mehrmals dazu aufgefordert, das Vogelhaus zu entfernen, oder zumindest wirklich hinten anzubringen. Dort ist der Balkon ca 4.50 breit. Aber da es ja als katzenkino benutzt wird, hängt das Vogelhaus vor dem Fenster. Dort ist der Balkon nur ca 1m breit. Ob ich da wirklich klagen kann, ist die Frage. Denn alle Aufforderungen werden ja nicht beachtet.

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#3
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4260 Beiträge, 2422x hilfreich)

Nee, du sollst den Nachbarn nicht sagen, wohin sie ihr Häuschen stellen sollen. Das ist deren Sache. ,nd nur Reden bringt ja offenbar sowieso nichts mehr bei denen.

Du sollst sie gerichtsfest (schriftlich, mit Zeugen für Inhalt und Zustellung des Schreibrns) und mit Fristsetzung auffordern, dafür Sorge zu tragen, dass kein Vogelfutter aus ihrer Fütterungsanlage mehr auf deinen Balkon fällt. WIE sie das machen, hast und brauchst du nicht zu entscheiden.

Nach Ablauf der Frist kannst du, wenn es weiter rieselt, einen Anwalt nehmen und auf Unterlassung klagen.

Wie gesagt, beschränke dich auf das Futter, das herunterfällt!
Das macht wohl nur einen Teil deines Ärgers aus, aber da bist du sicherlich im Recht, den zu unterbinden.

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#4
 Von 
Hardy DD
Status:
Schüler
(264 Beiträge, 418x hilfreich)

Hast Du mal den Vermieter kontaktiert? Und was steht in der Hausordnung?

Signatur:

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#5
 Von 
birgitrühmann
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja den Vermieter habe ich schon kontaktiert. Aber der findet wohl keine Zeit, die Nachbarin anzuschreiben. Jedenfalls ist bisher nichts geschehen. Einen Brief habe ich bereits auch an der Tür der Nachbarin angebracht. Der Brief wurde abgenommen, das Vogelhaus leider nicht. Also werde ich mir jetzt wirklich einen Anwalt nehmen müssen? Aber ob das Sinn macht? Wie groß sind die Chancen, dass der dann wirklich was erreicht?

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#6
 Von 
Hardy DD
Status:
Schüler
(264 Beiträge, 418x hilfreich)

Dann schicke dem Vermieter ein Einschreiben mit RS und gucke mal bitte hier rein, ob Du zu Mietminderungen etwas findest. Betr,: Tauben hatte ich was gefunden. Den Anwalt findest Du hier auch bei 123 recht.de, aber eben recherchieren.
http://mietminderungstabelle.de/
Hardy DD

-- Editiert von Hardy DD am 21.10.2016 11:08

Signatur:

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#7
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4260 Beiträge, 2422x hilfreich)

Den Inhalt des Briefes und die Tatsache, dass er in den Einflussbereich der Nachbarin gelangte, kannst du beweisen?

Nein. Also noch mal. Nur verlangen, dass kein Vogelfutter mehr auf deinen Balkon fällt ab festgelegtem Datum. Brief vor UNABHÄNGIGEN Zeugen (Freunde, Hausmeister - keine Mitbewohner!) In den Briefkasten (und nicht für alle zugänglich an der Wohnungstür) legen - oder gleich per Gerichtsvollzieher zustellen lassen, kostet etwas Aufwand und ca. 10€.
Wenn dann das Datum verstrichen und weiter Vogelfutter gefallen ist (Zeugen dafür wären gut), Anwalt nehmen und Nachbarin von dem zur Unterlassungserklärung auffordern. Das kostet die Nachbarin dann locker ein paar Hunderter, da sie den Anwalt auch bezahlen darf. Unterschreibt sie die Unterlassungserklärung, kostet jeder weitere Verstoß ähnlich. Unterschreibt sie nicht, geht es vor Gericht und sie hat dort die Kostrn zu tragen (deswegen nur das Vogelfutter bemängeln - wenn es ums Füttern geht, verliert sie den Prozess vermutlich nicht vollständig)

Wenn die Nachbarin jeden Monat das Geld für die Unterlassungserklärung und die Strafgelder übrig hat, kann man dem Vermieter immer noch mit Störung des Hausfriedens kommen.

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