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Kündigung wg. Corona - wer muss zuerst gehen?

6.4.2020 Thema abonnieren
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(369 Beiträge, 119x hilfreich)
Kündigung wg. Corona - wer muss zuerst gehen?

Hallo zusammen ...

Mit Interesse lese ich gerade die ganzen Nachrichten über die Airline Branche, die aktuell ja ziemlich leidet.
Und die auch weiter leiden wird ...!

Nur mal aus Interesse ... man liest es sind etliche 10.000e Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt worden ...
Sowohl Bodenleute, aber auch sehr sehr viele vom fliegenden Personal.

Speziell bei letzterem stelle ich mir die Frage wie es sich im Fall von Kündigungen verhalten würde ...
Wenn man bedenkt, dass es beispielsweise bei der größten Airline Deutschlands wirklich 10.000 Flugbegleiter gibt, die alle die gleichen Qualifikationen haben und alle den gleichen Job machen, wer würde da im Falle von Kündigungen zuerst gehen müssen? Gibt es da irgendein System? Oder ist es willkürlich?

Ich könnte mir vorstellen, dass es verschiedene Gehaltsstufen gibt ... gehen da die "teuersten" zuerst?
Oder die jüngsten, weil sie vielleicht einfacher rauszubekommen sind?
Wonach würde man hier gehen?

Die Frage fiel mir gerade ein weil ich las der Finanzvorstand der LH hat vorgestern gekündigt und hört zwei Tage später auf.

Aber tatsächlich gilt meine Fragestellung allgemein ... auch andere Bereiche sind von sowas ja betroffen ... wenn ich an Autobauer denke, die etliche 100 Arbeiter haben, die ebenfalls das gleiche machen ...
Oder um im Reisebereich zu bleiben ... ebenfalls eine Branche, die sehr leidet ...
Auch da gibt es sicher 100e Reiseleiter, auf die die gleichen Fragestellungen zutreffen könnten.

Und was mich in dem Zusammenhang auch interessiert ... wenn ein Mitarbeiter in Kurzarbeit ist, kann ein Unternehmen ihn dann trotzdem kündigen aufgrund schlechter Lage bzw. schlechter Geschäft-Aussichten?

Und apropos Aussichten und schlechte Lage ... angenommen, nehmen wir nochmal den Fall der Fluggesellschaft ... ist es überhaupt möglich einen Piloten oder Flugbegleiter zu kündigen und glaubhaft zu machen, dass man genau für diese eine Person XY keinen Bedarf mehr hat?

Viele Fragen, ich weiß ... aber ich denke, dass diese Frage, wie ich sie im Thementitel formuliere, tatsächlich ganz ganz viele interessiert. In unterschiedlichen Branchen.
Von daher würde ich mich freuen wenn jemand, der sich mit dem Thema auskennt, antwortet.

Ich wünsche allen eine schöne Woche.

Gruß aus Hamburg
Stefan


-- Editiert von Moderator am 12.06.2020 09:44

-- Thema wurde verschoben am 12.06.2020 09:44

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Gelehrter
(11673 Beiträge, 4841x hilfreich)

Wenn Leute gehen müssen, dann am ehesten doch die, die leicht(er) ersetzbar sind.

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#2
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(369 Beiträge, 119x hilfreich)

Das als Antwort auf meine Frage verstehe ich irgendwie nicht ... wie ist das gemeint?

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#3
 Von 
Ohadle
Status:
Schüler
(199 Beiträge, 72x hilfreich)

google doch mal Sozialauswahl

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#4
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(369 Beiträge, 119x hilfreich)

Oh, das Wort kannte ich noch nicht und das erklärt natürlich einiges.
Also der junge Single ohne Wohneigentum, der erst zwei Jahre in der Firma ist wäre also der erste, der weg ist.
Um nur mal ein Beispiel zu nennen ...

Jetzt lese ich, dass der Arbeitnehmer im Zweifel nachweisen müsste, dass diese Auswahl (sprich, die Entscheidung ihn zu kündigen) falsch ist ...

Wenn jetzt in genau dieser Position, also genau diesen Job 1000e andere machen,
wie lässt sich sowas dann nachweisen?

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#5
 Von 
spatenklopper
Status:
Richter
(8181 Beiträge, 3617x hilfreich)

Zitat (von StefanHAM):
Wenn jetzt in genau dieser Position, also genau diesen Job 1000e andere machen,
wie lässt sich sowas dann nachweisen?

Bei der Sozialauswahl ist der "identische Job" quasi die Voraussetzung, da ist es egal ob nun 10 oder 10000 Leute, da braucht man nicht drauf rumreiten.
Wenn ich das Bodenpersonal nicht brauche, kann ich keine Piloten rauswerfen und das Bodenpersonal als Pilot einsetzen weil die billiger sind.

Nachweisen lässt sich das durch Wissen.
Wenn der direkte Kollege (Singel, keine Kinder, wohnt noch bei Mama) keine Kündigung erhält, man selbst als 3 facher Familienvater mit finanziertem Eigenheim aber schon.

Hat man dieses Wissen nicht, steht man im Zweifel dumm da.

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#6
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(369 Beiträge, 119x hilfreich)

Wenn alles nur nach der Sozialauswahl geht, kann man dann nicht eigentlich sagen, dass man ab einem gewissen Alter bzw. Ab einer gewissen Betriebszugehörigkeit unkündbar ist? Denn ab einem Gewissen Alter wird es ja immer Leute geben, die in der Liste unter einem stehen .....

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#7
 Von 
Ratgeber@123.net
Status:
Beginner
(101 Beiträge, 23x hilfreich)

Zitat (von StefanHAM):
Wenn alles nur nach der Sozialauswahl geht, kann man dann nicht eigentlich sagen, dass man ab einem gewissen Alter bzw. Ab einer gewissen Betriebszugehörigkeit unkündbar ist?

Nein.

Signatur:Ehemaliger Nickname: Ratsuchender@123net
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#8
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(369 Beiträge, 119x hilfreich)

Ich denke aber schon.
Denn in einer Belegschaft gibt es doch immer Leute die länger dabei sind und jünger sind .....

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#9
 Von 
Ratgeber@123.net
Status:
Beginner
(101 Beiträge, 23x hilfreich)

Das ist zu kurz gedacht, nicht nur, dass es neben Betriebszugehörigkeit und Alter noch weitere Gesichtspunkte einer Sozialauswahl gibt.

Signatur:Ehemaliger Nickname: Ratsuchender@123net
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#10
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(369 Beiträge, 119x hilfreich)

Naja, aber ein Arbeitnehmer, der schon 40 ist und 20 Jahre in der Firma arbeitet, der hat schonmal einiges an Punkte "im Sack" ... da muss die 30jährige, die vor 4 Jahren angefangen hat einiges an Pflegebedürftige, Unterhaftpflichten etc. haben um da mithalten zu können ...!

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#11
 Von 
Ratgeber@123.net
Status:
Beginner
(101 Beiträge, 23x hilfreich)

Zitat (von StefanHAM):
da muss die 30jährige, die vor 4 Jahren angefangen hat einiges an Pflegebedürftige, Unterhaftpflichten etc. haben um da mithalten zu können ...!

Ist die 30-jährige schwerbehindert, schwanger oder Betriebsrätin?

Sind beide Arbeitnehmer horizontal vergleichbar?

Ist die 30-jährige nach § 1 Abs. 3 Satz 2 KSchG als einzelne Leistungsträgerin von der Sozialauswahl auszunehmen?

Signatur:Ehemaliger Nickname: Ratsuchender@123net
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#12
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31085 Beiträge, 12382x hilfreich)

Es ist zunächst zu prüfen, ob überhaupt eine Sozialauswahl vorzunehmen ist. Wenn ganze Einheiten geschlossen werden, dann ist das normalerweise nicht der Fall. Des weiteren gibt es in so Fällen in der Regel eine Betriebsvereinbarung, aus der sich dann genau ergibt, wie vorzugehen ist. Deshalb ist das hier im Augenblick mehr ein in eine Kristallkugel gucken. Zum Wahrsagen. Und der einzige, der so eine hat, das ist Harry.

wirdwerden

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