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Bestätigter Flug storniert!

19.5.2014 Thema abonnieren Zum Thema: Flug Reisebüro
 Von 
loeericsson
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 7x hilfreich)
Bestätigter Flug storniert!

Guten Tag,

ich habe vor Kurzem einen Flug bei einem Online-Reisebüro gebucht, der dann auch direkt von der Fluggesellschaft mit E-Ticket & Buchungscode bestätigt wurde. 10 Stunden danach wurde die Buchung vom Reisebüro plötzlich storniert, da es angeblich einen Preisfehler im System hatte. (Die Zahlung ist bereits beim Büro eingegangen).

Ich möchte fragen, ob das überhaupt zulässig ist, da das Ticket schon von der Fluggesellschaft ausgestellt wurde. Müsste nicht das Reisebüro selbst dafür verantwortlich sein, wenn der Flugpreis falsch angegeben wurde?

Vielen Dank

HaiSon

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Flug Reisebüro


15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
bernardoselva
Status:
Bachelor
(3261 Beiträge, 1803x hilfreich)

Hallo,

in der Tat raeumt der Gesetzgeber im § 119 BGB die Moeglichkeit ein die Wirksamkeit einer Vereinbarung anzufechten.

Grundsaetzlich muss die Anfechtung unmittelbar nach Bekanntwerden erfolgen - das scheint hier gegeben zu sein.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Preis erkennbar unrealistisch niedrig ist, also ein Systemfehler wahrscheinlich erscheint.

Aufgrund Ihrer Angaben kann man nicht erkennen, zu welchem Preis fuer welche Strecke Sie gebucht haben und ob dieser Preis fuer diese Strecke erkennbar unrealistisch ist.


Viele Gruesse
bernardoselva

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"Touristiker. Hinweise sind meine persoenliche Meinung und keinesfalls Rechtsberatung!"

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#2
 Von 
loeericsson
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 7x hilfreich)

>bernardoselva

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Bei mir scheint der Flugpreis tatsächlich extrem niedrig zu sein, für die Strecke Amsterdam-Hannover für 48€. Direkt bei der Fluggesellschaft kostet derselbe Flug 99€.

Das Reisebüro kann also die Buchung nicht stornieren, wenn der Flug unmittelbar bevorsteht, oder? Ich habe vor 1 Monat einen anderen sehr günstigen Flug beim selben Reisebüro gebucht, der bis jetzt nicht storniert wurde. In 2 Tagen werde ich fliegen, darf das Reisebüro so kurzfristig stornieren?

Vielen Dank



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#3
 Von 
spatenklopper
Status:
Richter
(8249 Beiträge, 3634x hilfreich)

quote:
Bei mir scheint der Flugpreis tatsächlich extrem niedrig zu sein, für die Strecke Amsterdam-Hannover für 48€. Direkt bei der Fluggesellschaft kostet derselbe Flug 99€.

Es ist in der heutigen Zeit doch völlig normal, dass solche Preise gemacht werden um das Flugzeug voll zu bekommen.
Sie können auch für 79€ nach Gran Canaria fliegen, oder für 19,95€ quer durch Deutschland.
Teilweise brauchen Sie den Flug sogar überhaupt nicht bezahlen, sondern nur die Gebühren.

Von daher finde ich die 48€ für einen Kurzstreckenflug jetzt nicht völlig unrealistisch.


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#4
 Von 
Lifeguard
Status:
Student
(2887 Beiträge, 1303x hilfreich)

Args,

kann den Fehler sehen, und reproduzieren.

Eine der Airlines, die die Strecke fliegen, haben in der Zeile, welche für die TAX Berechnung wichtig ist, ein falsches Zeichen stehen. Deswegen werden die Preise ohne Tax angegeben, aber beim Ausstellen wird dann seitens der Airline die Tax berechnet.

Hab deswegen auch schon mit der Airline gesprochen, und der Fehler wird behoben.

Richtig ist damit, dass nach 119 BGB widersprochen werden kann. Ich verstehe nur das Reisebüro nicht, warum die den Flug dann einfach stornieren und nicht mit Ihnen Kontakt aufnehmen. Denn die hätten ihnen den Flug auch zzgl Tax anbieten können. Denn nun sind sie Schadensersatzpflichtig, falls der Flug seit Buchungszeitpunkt teurer geworden ist. (Was er sehr warscheinlich ist)
Ich würde versuchen, mit dem RB zu verhandeln, dass die Versuchen auf Kulanz das Ticket zu 99€ wieder her zu stellen.
Immer noch billiger, als nun 250-350€ zu zahlen.

Wenn die sich quer stellen, sollen die Ihnen eine Beförderung zu 99€ anbieten. Machen die dass nicht, woanders buchen, und das Delta als Schadensersatz geltend machen.
Hierfür muss man jedoch nachweisen, dass man das RB zur Nacherfüllung aufgefordert hat. in der Kürze der Zeit am besten per Fax und qualifiziertem Sendebericht.

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#5
 Von 
bernardoselva
Status:
Bachelor
(3261 Beiträge, 1803x hilfreich)

quote:
.....Denn nun sind sie Schadensersatzpflichtig.....

Von was leiten Sie diese Behauptung ab?
quote:
.....Ich verstehe nur das Reisebüro nicht, warum die den Flug dann einfach stornieren und nicht mit Ihnen Kontakt aufnehmen. Denn die hätten ihnen den Flug auch zzgl Tax anbieten können.....

Das ist sicherlich kein geschicktes Verhalten, aber wo steht, dass man bei einer Anfechtung eine Alternative anzubieten hat.
quote:
.....Bei mir scheint der Flugpreis tatsächlich extrem niedrig zu sein, für die Strecke Amsterdam-Hannover für 48€. Direkt bei der Fluggesellschaft kostet derselbe Flug 99€.....

Wenn nur dieser eine Anbieter den Flug fuer 48,00 Euro anbietet und alle anderen Anbieter einschl. der Fluggesellschaft selbst nicht, dann kann man davon ausgehen, dass hier ein Irrtum nach § 119 BGB vorliegt.

Daran aendert auch die Tatsache nichts, dass immer wieder mal extreme Angebote am Markt auftauchen, die dann aber in der Regel nicht nur von einem Anbieter angeboten werden.


Viele Gruesse
bernardoselva

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"Touristiker. Hinweise sind meine persoenliche Meinung und keinesfalls Rechtsberatung!"

-- Editiert bernardoselva am 20.05.2014 11:22

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#6
 Von 
loeericsson
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 7x hilfreich)

quote:
Wenn nur dieser eine Anbieter den Flug fuer 48,00 Euro anbietet und alle anderen Anbieter einschl. der Fluggesellschaft selbst nicht, dann kann man davon ausgehen, dass hier ein Irrtum nach § 119 BGB vorliegt.

Daran aendert auch die Tatsache nichts, dass immer wieder mal extreme Angebote am Markt auftauchen, die dann aber in der Regel nicht nur von einem Anbieter angeboten werden.


Viele Gruesse
bernardoselva


Vielen Dank für Ihre Kommentare.
Ich möchte noch fragen, ob das Büro erst nach 1 Monat das Ticket stornieren kann oder wird das nicht mehr als 'Anfechtung unmittelbar nach Bekanntwerden' gewertet?

Ich habe das Reisebüro auf die Preisfehler hingewiesen, allerdings sagt die Person vom Support, dass sie nichts daran ändern kann. Nun sind die 'error-Preise' immer noch zu buchen.

Darüber hinaus hat mir das Reisebüro schriftlich ausdrücklich mitgeteilt, dass die Preise nach der Ticketausstellung garantiert sind. Kann man da was gegen machen?

Vielen Dank

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#7
 Von 
Lifeguard
Status:
Student
(2887 Beiträge, 1303x hilfreich)

Nach 119 kann ich dann unverzüglich anfechten, wenn ich als RB von dem Irrtum Kenntnis erhalten habe.
So wie ich einige RBs kenne, kann das dauern, bis die mitbekommen, dass das, was die an einem Flug eingenommen haben, und dass was der dann tatsächlich gekostet hat. D.h, viele merken das Minus nicht, manche merken es, wenn die Ist Gewinn Rechnung nicht mit der Soll Gewinnrechnung übereinstimmt. Aber das überprüfen die wenigsten tägl.

Wenn ich jedoch den 119 richtig verstanden habe, so muss ich den Vertragspartner so stellen, wie er stehen würde, hätte es den Irrtum am Anfang nicht gegeben. Also hätter ich das irrtümliche Angebot gar nicht erst abgegeben. (§122 I BGB )

Da ist hier genau die ungute Situation, dass dieser Flug ohne Irrtum beim Buchungszeitpunkt 99€ gekostet hat. Nun kostet dieser Flug jedoch 200 - 350€.
D.h. würde ich heute den Flug dann, nach Erklärung des Irrtums seitens der RB für 200 € buchen, wäre das Reisebüro, sofern ich §122 I BGB richtig verstehe, für 101€ in die Haftung zu nehmen.

Hierfür ist es jedoch hilfreich, wenn man den Preisvergleich am Buchungstag ausgedruckt hat.




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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82381 Beiträge, 34156x hilfreich)

quote:
Darüber hinaus hat mir das Reisebüro schriftlich ausdrücklich mitgeteilt, dass die Preise nach der Ticketausstellung garantiert sind. Kann man da was gegen machen?

Eine Preisgarantie könnte möglicherweise ein einklagbarer Anspruch darstellen.

Genauer Wortlaut?





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#9
 Von 
bernardoselva
Status:
Bachelor
(3261 Beiträge, 1803x hilfreich)

quote:
.....Wenn ich jedoch den 119 richtig verstanden habe, so muss ich den Vertragspartner so stellen, wie er stehen würde, hätte es den Irrtum am Anfang nicht gegeben.....

Das sehe ich genauso. Bei einer korrekten Anfechtung wird der Angebotsabgebende so gestellt, als haette er dieses Angebot niemals in dieser Form abgegeben.

Der Angebotsnehmer wird so gestellt als haette er nie Kenntnis von einem solchen Angebot erhalten oder Kenntnis genommen.
quote:
.....D.h. würde ich heute den Flug dann, nach Erklärung des Irrtums seitens der RB für 200 € buchen, wäre das Reisebüro, sofern ich §122 I BGB richtig verstehe, für 101€ in die Haftung zu nehmen.....

Das wuerde im Umkehrschluss bedeuten, dass jede Anfechtung von vorn herein zum scheitern verurteilt ist, da ja in jedem Fall ein Schadenersatz-Anspruch seitens des Angebotnehmers besteht. Das kann nicht sein.

Ein solcher Anspruch duerfte hier auch sowieso auszuschliessen sein, da der Angebotsnehmer ueber den Grund der Anfechtung informiert wurde (unterstelle ich mal) und somit ausreichend informiert war (§ 122 , 2 BGB ).
quote:
.....Eine Preisgarantie könnte möglicherweise ein einklagbarer Anspruch darstellen.....

Das sehe ich auch so.


Viele Gruesse
bernardoselva

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"Touristiker. Hinweise sind meine persoenliche Meinung und keinesfalls Rechtsberatung!"

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#10
 Von 
loeericsson
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 7x hilfreich)

quote:
Eine Preisgarantie könnte möglicherweise ein einklagbarer Anspruch darstellen.

Genauer Wortlaut?


Hallo, vielen Dank für Ihre Rückmeldungen.
Ich habe vom Reisebüro nach der Buchung eine Bestätigungsemail bekommen, ganz unten steht folgendes:

>>
Wichtige Information

• Die angegebenen Flugpreise sind erst nach Ausstellung der Flugscheine garantiert.

• Bitte seien Sie möglichst mindestens 2 Stunden vor Abflug am Flughafen. Wir empfehlen Ihnen, eine Kopie des Reiseplans bei sich zu führen, wenn Sie auf Reise sind.

• Sie benötigen normalerweise nur die Flugticket-Buchungsnummer und/oder die E-Ticketnummer für Ihren Online Check-In.

• Sie benötigen einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, wenn Sie am Flughafen beim Check-In-Schalter einchecken möchten.

-- Editiert loeericsson am 21.05.2014 13:48

-- Editiert loeericsson am 21.05.2014 13:49

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#11
 Von 
JogyB
Status:
Bachelor
(3155 Beiträge, 3084x hilfreich)

quote:
Das wuerde im Umkehrschluss bedeuten, dass jede Anfechtung von vorn herein zum scheitern verurteilt ist, da ja in jedem Fall ein Schadenersatz-Anspruch seitens des Angebotnehmers besteht. Das kann nicht sein.

Wenn dem nicht so sein soll, dann solltest Du unsere Legislative schleunigst darauf hinweisen, dass sie §122 BGB streichen soll.

Der Vertrauensschaden ist zu ersetzen. Wenn der Flug nun teurer gebucht werden muss, dann ist ein Vetrauensschaden gegeben. Dass dies für den Anfechtenden nun teurer wird, als wenn er den Vertrag erfüllt hätte, ist dessen persönliches Pech.

Außerdem geht Deine Interpretation doch ein wenig arg weit. Eine Situation wie hier entsteht nur, wenn die mit falschen Preis angebotene Dienstleistung anschließend bei allen anderen Anbietern teurer ist. Das wird nur in Ausnahmefällen vorkommen - für genau diese Ausnahmefälle ist aber der §122 BGB gedacht.

-----------------
"Juristischer Laie - Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr."

-- Editiert JogyB am 22.05.2014 20:17

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#12
 Von 
Flo Ryan
Status:
Senior-Partner
(6985 Beiträge, 4809x hilfreich)

quote:
Ein solcher Anspruch duerfte hier auch sowieso auszuschliessen sein, da der Angebotsnehmer ueber den Grund der Anfechtung informiert wurde (unterstelle ich mal) und somit ausreichend informiert war (§ 122 , 2 BGB ).
Das verstehst du leider falsch. Die Schadensersatzpflicht entfällt natürlich nicht dadurch, dass man dem TE den Grund der Anfechtung mitteilt, sondern sie entfällt dann, wenn der TE schon vorher wusste oder zumindest wissen musste, dass der Preis nicht stimmen kann.



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"Ach Horst...."

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#13
 Von 
bernardoselva
Status:
Bachelor
(3261 Beiträge, 1803x hilfreich)

Also ich denke mir, dass wir uns ueber eine Pflicht zum Schadenersatz des Anbieters nicht einigen werden, denn nach wie vor bin ich anderer Auffassung.

Eine Anfechtung nach § 119 BGB kann immer erfolgen. Ob der Grund der Anfechtung, der vom Anfechter anzugeben ist, durchsetzbar ist bleibt jedoch immer abzuwarten. Darueber duerfte Einigkeit bestehen.

Wird der vorgegebene Grund der Anfechtung von einem Gericht als nicht gegeben eingestuft, dann besteht fuer den Angefochtenen umfaengliche Schadenersatzpflicht durch den Anfechter. Da stimm ich Ihnen voll zu.

Ist der Grund der Anfechtung jedoch gegeben, dann hat der Angefochtene lediglich einen Anspruch auf den Schaden, der ihm dadurch entstanden ist, dass er auf die Gueltigkeit des Vertrages vertraut hat. Das nennt man Vertrauensschaden und ersatzpflichtig ist einmal das so genannte negative Interesse, was wiederum bedeutet, dass er so zu stellen ist, als waere nie ein Vertrag geschlossen worden.

Da der Angefochtene auf die Gueltigkeit des Vertrages vertraute, kann zum anderen u.U. das so genannte positive Interesse mit einfliessen. Das bedeutet, dass z.B. Mehrkosten durch Buchung eines adaequaten Alternativfluges zu ersetzen waeren.

Ist jedoch die Anfechtung nach § 119 BGB rechtens, dann entsteht fuer meine Begriffe nur ein Anspruch auf Schadenersatz fuer das negative Interesse, was ja hier in diesem Fall voll umfaenglich gewaehrt wurde.

Dadurch, dass also der Zustand hergestellt wurde, dass niemals ein Vertrag abgeschlossen wurde, kann fuer meine Begriffe kein Anspruch auf Schadenersatz fuer das positive Interesse bestehen, da dem Gesetz nach ueberhaupt kein Vertrag bestand.

Was bleibt ist natuerlich die Wertung des Satzes Die angegebenen Flugpreise sind erst nach Ausstellung der Flugscheine garantiert.

Viele Gruesse
bernardoselva

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"Touristiker. Hinweise sind meine persoenliche Meinung und keinesfalls Rechtsberatung!"

-- Editiert bernardoselva am 23.05.2014 17:43

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#14
 Von 
JogyB
Status:
Bachelor
(3155 Beiträge, 3084x hilfreich)

quote:
Da der Angefochtene auf die Gueltigkeit des Vertrages vertraute, kann zum anderen u.U. das so genannte positive Interesse mit einfliessen. Das bedeutet, dass z.B. Mehrkosten durch Buchung eines adaequaten Alternativfluges zu ersetzen waeren.

Im Falle des positiven Interesses hätte er die Mehrkosten über den Preis von 48€ hinaus fordern können - dann wäre er so gestellt, als wäre der Vertrag erfüllt worden.

quote:
Ist jedoch die Anfechtung nach § 119 BGB rechtens, dann entsteht fuer meine Begriffe nur ein Anspruch auf Schadenersatz fuer das negative Interesse, was ja hier in diesem Fall voll umfaenglich gewaehrt wurde.

Welcher Schadenersatz wurde hier gewährt? Es wurde der Buchungspreis ggf. zurückerstattet, das hat aber rein gar nichts mit Schadenersatz zu tun.

quote:
Dadurch, dass also der Zustand hergestellt wurde, dass niemals ein Vertrag abgeschlossen wurde, kann fuer meine Begriffe kein Anspruch auf Schadenersatz fuer das positive Interesse bestehen, da dem Gesetz nach ueberhaupt kein Vertrag bestand.

Hier wird auch kein Schadenersatz für das positive Interesse gefordert, da wären wie oben erwähnt die 48€ die Basis. Wäre der Vertrag nie geschlossen worden, dann hätte der TO bei einem anderen Anbieter den Flug für 99€ gebucht (dass dies möglich war, muss er natürlich beweisen). Nun ist der Flug aber nur noch für einen höheren Preis von bspw. 200€ zu bekommen, also ist ihm der Differenzbetrag zu den 99€ zu erstatten. Das ist geradezu das klassische Beispiel eines Vertrauensschadens.

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"Juristischer Laie - Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr."

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#15
 Von 
Lifeguard
Status:
Student
(2887 Beiträge, 1303x hilfreich)

Nach meinem Kenntnisstand bewirkt der 122 folgendes:

24.5 Flug wird für 48€ von R verkauft. Alle anderen verkaufen den für 98€.

Am 26.5 fällt R auf, dass die 48€ nicht stimmen und er beruft sich auf Irrtum.

Am 26.5. kostet der Flug jedoch 199€.

Der Vertrauensschaden sind nun 101€, denn der Kunde hat ja im Vertrauen darauf, dass der Flug für 48€ zu buchen ist, bei R gebucht, und nicht bei Rx für 98€.

Der 122 BGB soll ja dafür sorgen, das der Kunde nicht schlechter gestellt wird, als hätte er sonst das andere Angebot angenommen.

Einige RAs kaufen genau aus diesem Grund bei mir die Dienstleistung, Marktpreise von gängigen Strecken und Pauschalreisen an bestimmten Tagen zu bekommen, um genau diesen "Vertrauensschaden" beziffern zu können.

Aus dem Grund verstehe ich auch das RB nicht. Er hätte beim K nachfragen können, ob er den Flug für 98 noch haben will, wenn er wg. 119 Storniert.

DAs Thema ist momentan mal wieder ganz groß, weil manche Airlines haben sich zum Sommerflugplan was neues einfallen lassen, was die Berechnung der Gebühren erschwert und Buchungssysteme fallen grad reihenweise auf die Nase, bei der Berechnung der Gebühren. Leider hat jedes Reisebüro unterschrieben, keine offensichtlich zu niedrigen Gebühren zu verkaufen. Nun steht man als IBE (Internet Booking Engine) Programmierer leider vor der Unschönen Wahl, diese Flüge komplett zu filtern. Die Gebühren zu approximieren und zu hoffen, dass es +/- aufgeht, oder aber einfach durchzuwinken.

Annuliert nun die Airline, kann man, wenn man schnell reagiert, die Reise noch zum alten Preis bekommen. Jetzt gibt es 2 Fälle bei den Kunden.

Kunde 1 würde nur bei 48€ fliegen, und bleibt bei 98€ daheim -> Annulierung

Kunde 2 würde auch bei 98€ fliegen, müßte nun aber 199€ zahlen. Der hat nun einen Vertrauensschaden von 101€.

Praxis ist nun, da die wenigsten Menschen einen Screenshot machen am Buchungstag, dass die das ganze Delta ersetzt haben wollen.
Weil das ganze Thema Müßig ist, gibt es hier mir 2 bekannte Ausgänge.
-Es wird darauf verwiesen, dass dem Käufer ersichtlich sein müßte, dass der Preis zu billig ist, und die Klage wird abgewiesen.
-Das Reisebüro wird verurteilt zu alles zu zahlen.

Wäre hier in beiden fällen billiger, als ein Gutachten zu Rate zu ziehen. Hat man einen Screenshot, ist man jedoch auf der Sichereren Seite, denn dann kann man den Vertrauensschaden sauber beziffern und ist nicht von unschönen Konstrukten abhängig, ob der Richter glaubt, man habe selber erkennen können, das sei zu billig.

Deswegen ist meine Empfehlung. Wenn man ein Schnäppchen macht, immer einen Ausdruck vom Vergleichsportal machen. Es kann solche Fälle einfacher machen. Muss aber nicht, wenn die Echtheit angezweifelt wird.

-- Editiert Lifeguard am 24.05.2014 11:26

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