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Extreme Flugverspätung (Small Planet) / Reiseveranstalter blockt ab (Gulet - Tochtergesellschaft der

 Von 
kasiga
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)
Extreme Flugverspätung (Small Planet) / Reiseveranstalter blockt ab (Gulet - Tochtergesellschaft der

Hallo, wir sind am 17.03.2018 nach Sharm el sheik geflogen.
Am 31.03.sollte um 05.05. Uhr der Rückflug erfolgen.
Am 30.03. bekamen wir abends gegen 23.00 Uhr die Info dass sich der Rückflug um ca. 12 Stunden verschiebt und wir nun erst am 31.03. gegen 13.50 Uhr aus unserem Hotel abgeholt werden...hier begann die Odyssee.
Am 31.03. habe ich morgens auf der Seite der Fluggesellschaft gesehen dass sich der Flug nun um 21 Stunden und 45 Minuten verschieben soll.
Wir haben unseren Reiseleiter angerufen. Seine Antwort: "Davon weiß ich nicht, ich habe jetzt auch keine Zeit. Ich schicke Ihnen eine E-Mail, gucken Sie gegen 13.30 Uhr nach einer E-Mail von mir".
Wir dachten schon "toll, 20 Minuten vor Abholung bekommen wir evtl eine Info".
Da wir nun um 12.00 Uhr das Zimmer räumen mussten sind wir gegen 11.15 Uhr nochmal zur Rezeption gegangen um nachzufragen ob es Neuigkeiten gibt.
Dort wurde uns gesagt das wir um 14.00 Uhr abgeholt werden und in ein anderes Hotel kommen da die neue Abflugzeit nun der 01.04.2018 um 2.50 Uhr sei.
Also haben wir gegen 12.00 Uhr ausgescheckt und gewartet.
20 Minuten vor Abholung sind wir zur Rezeption. Dort wurde uns gesagt dass sich der Reiseleiter gekümmert hat und wir noch eine Nacht im Hotel bleiben können.
Fünf Minuten später drückte mir der Rezeptionsmitarbeiter sein Handy in die Hand. Unser Reiseleiter war dran. Nun sollten wir um 15.00 Uhr abgeholt werden um in ein anderes Hootel zu kommen.
Um 15.00 Uhr wurden wir dann auch abgeholt und sind 1,5 Stunden durch die Gegend gefahren um noch andere Urlauber einzusammeln.
Im Nachhinein hat sich herausgestellt dass wir bereits nach 30 Minuten das erste mal an unserem neuen Hotel vorbeigefahren sind.
Das neue Hotel war in keinster Weise vergleichbar mit unserem ursprünglichen Hotel.
Wir haben letzendlich zu dritt in einem Doppelbett geschlafen.
Unser Reiseleiter war nicht mehr erreichbar.
Nachdem ich dann TUI direkt und unser Reisebüro (Holidaycheck) kontaktiert habe, bekam ich einen Rückruf von einem anderen TUI Reiseleiter.

Dieser traf folgende Aussage:
Sobald wir aus unserem eigentlichen Hotel ausgescheckt haben und die eigentliche Flugzeit verstrichen ist, hat der Reiseveranstalter damit nichts mehr zu tun, dieses sei gesetzlich geregelt.
Ab diesem Moment sei es rein eine Sache zwischen uns und der Fluggesellschaft.

Ich habe ihn dann darauf hingewiesen, dass doch der Reiseveranstalter mein Vertragspartner und somit Ansprechpartner sei. Dieses hat er immer wieder verneint.
Meinen Hinweis dass Reiseleiter von anderen Veranstaltern auch ins Hotel gekommen sind, hat er einfach ignoriert.
Auch meinte er dass wir spätere Regresse direkt an die Fluggesellschaft stellen müssten.

Ein Reiseleiter eines anderen Unternehmens sagte aber. Wir können unseren Regress bei unserem Reiseveranstalter geltend machen, die müssten das mit der Fluggesellschaft klären.

Inzwischen war die Abflugzeit auf den 02.04.2018 um 3.40 Uhr verschoben worden.
Unsere Abholung erfolgte dann tatsächlich in der Nacht vom 01. auf den 02.04. um Mitternacht.
Gegen 3.20 Uhr sind die ersten Gäste in einem Bus am Flughafen gestiegen um aufs Rollfeld zum Flugzeug gebracht zu werden.
15 Minuten später stiegen alle wieder aus.
Letztendlich sind wir am 02.04.2018 um 05.05 Uhr gestartet und um 10.35 Uhr mit 48 Stunden Verspätung gelandet.

Jetzt meine Fragen:

1. Ist der Reiseveranstalter wirklich "raus" und nicht mehr mein Ansprechpartner?
2. Ich habe gelesen dass wir aufgrund der Verspätung von der Airline bis zu 400,00 € pro Person erstattet bekommen können. Habt ihr Tipps für mich, damit ich nicht abgewimmelt werde?
3. Wem stelle ich die zusätzlich entstandene Kosten (Parkgebühr) in Rechnung? Oder wären die mit den 400,00 € abgegolten?

Sorry für den langen Text :crazy:

Viele Grüße
kasiga

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Flug Hotel Reiseveranstalter


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
bernardoselva
Status:
Bachelor
(3261 Beiträge, 1797x hilfreich)

Hallo,

ich geh mal davon aus, dass Sie mit einer aegyptischen Airline geflogen sind, und da der Flug von einem Drittstaat in die EU erfolgte, koennen Sie nach der EU-Fluggast-VO 261/2004 Ansprueche gegen die Fluggesellschaft abhaken. Oder sollte eine in der EU registrierte Fluggesellschaft fliegen?

Sie haben aber einen Rechtsanspruch aller Wahrscheinlichkeit nach gegen den Reiseveranstalter. Ich gehe mal davon aus, dass es sich hier um irgendeinen Wald und Wiesen- Billigheimer Reiseveranstalter handelt. Hat dieser Laden ueberhaupt einen Sitz in Deutschland? In der Rechtsprechung hat sich durchgesetzt, dass Sie hier wohl mit zwei vollen Tagessaetzen des anteiligen Tagesreisepreises je betroffener Person rechnen koennen. Ein guter Rechtsanwalt schlaegt das auch noch einiges raus, das man Ihnen vor Gericht, durch den Rueckreisestress, Schadenersatz fuer verloren gegangene Erholung zuerkennt, und natuerlich einen Ersatz fuer sonstige Kosten, die entstanden sind.

Ich sehe gerade, dass Sie im Betreff "Small-Planet" anfuehrten, das waere eine EU-Fluggesellschaft. Nennen Sie hier doch einmal die Flugnummer des Fluges, mit dem Sie fliegen sollten. Hat sich die Flugnummer dann noch einmal bis zum Abflug geaendert? Die Fluggesellschaft hat Sie mit 400,-- Euro je Ticket zu entschaedigen = EU-Fluggast-VO 261/2004 Artikel 5, 6 und 7 der VO. Sind Sie waehrend der Wartezeiten seitens der Fluggesellschaft mit Mahlzeiten und Getraenke versorgt worden?

Sie muessen sich an die deutsche Niederlassung der Fluggesellschaft wenden.


Viele Gruesse
bernardoselva

-- Editiert von bernardoselva am 03.04.2018 12:05

Signatur:Touristiker. Hinweise sind meine persoenliche Meinung und keinesfalls Rechtsberatung!
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#2
 Von 
kasiga
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,
geflogen sind wir mit Small Planet. Die haben ihren Sitz in Deutschland.
Flugnummer 5P 5764 (die hat sich nicht geändert).
Der Reiseveranstalter ist Gulet. Dieses ist eine österreichische Tochter der TUI.


-- Editiert von kasiga am 03.04.2018 12:11

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#3
 Von 
quiddje
Status:
Bachelor
(3784 Beiträge, 2163x hilfreich)

Bei einer in Deutschland gebuchten Pauschalreise bleibt der Reiseveranstalter von Anfang bis Ende der Reise für dich verantwortlich.
Erste Frage also: ist das eine in Deutschland, nach deutschem Reiserecht gebuchte Pauschalreise gewesen? Man kann ja heutzutage via Internet ganz leicht wo anders buchen...

Wenn es denn eine Pauschalreise nach deutschem Recht ist, dann steht euch eine gewisse Entschädigung aufgrund der Reisemängel sicherlich zu.

Außerdem wäre je nach Grund für die Verspätung auch die genannte Entschädigung durch die Fluggesellschaft denkbar - die dann allerdings auf die Forderung gegen die Reisegesellschaft anzurechnen ist.
So einfach wie vom Vorredner dargestellt ist es allerdings nicht: man muss den Grund für diese sagenhafte Fl***erschiebung kennen.
Vielleicht ging ja auch der ursprünglich anvisierte Flug, nur hat der Veranstalter sein Kontingent überreizt und dich deswegen nicht zum Flug gebracht? Da kann die Fluggesellschaft dann aber nichts dafür...

Bleibt die Forderung gegen den Reiseveranstalter. Da würde ich bei dem Wirrwarr plus den Falschauskünften der Reiseleitung vor Ort (und die waren definitiv falsch!) nicht mehr selbst rummurkeln, sondern einen Anwalt nehmen. Da steht sicherlich einiges im Raum.



Nachtrag: Ich las jetzt erst, dass du zwischenzeitlich geantwortet hast. Das verstärkt die Frage nach dem Reiserecht nochmals: Geht es hier überhaupt um deutsches Reiserecht oder war das eine österreichische Pauschalreise? Wenn ja: Falsches Forum. Keine Ahnung, wie das Reiserecht in Österreich aussieht und für Anwendung der EU-Reiserichtlinie müsste man den Verspätungsgrund wissen.
Eine Flugnummer kann übrigens jeden Tag wieder vergeben werden. Es könnte sein, dass ihr auf einem völlig regulären nicht verspäteten Flug nach Hause gekommen seid - wichtig ist die Frage, was mit eurem ursprünglich gebuchten Flug passiert ist!


Noch eine kleine Nachbemerkung: wenn die Abflugzeit sich verschiebt, ist der Reiseveranstalter verpflichtet, einen unterzubringen. Den Komfort des ursprünglich gebuchten Hotels kann man allerdings nicht erwarten, also weder Strand noch Pool müssen dazugehören und wenn man vorher fünf Sterne hatte, wird es im Allgemeinen ein Rückschritt sein. Drei im Doppelbett ist allerdings wiederum zu wenig.



-- Editiert von quiddje am 03.04.2018 12:29

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#4
 Von 
bernardoselva
Status:
Bachelor
(3261 Beiträge, 1797x hilfreich)

Zitat (von kasiga):
......Die haben ihren Sitz in Deutschland........

Also Anspruch gegen die Fluggesellschaft je Ticket 400,-- Euro. Ab wo sind Sie denn geflogen, evtl. waere es besser am Erfuellungsort (Flughafen) zu klagen.

Gegen den Reiseveranstalter richten Sie die restlichen Ansprueche. Ggfl. muessen Sie sich gefallen lassen, dass miteinander verrechnet wird.

Viele Gruesse
bernardoselva

Signatur:Touristiker. Hinweise sind meine persoenliche Meinung und keinesfalls Rechtsberatung!
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#5
 Von 
bernardoselva
Status:
Bachelor
(3261 Beiträge, 1797x hilfreich)

Zitat (von quiddje):
.......Bei einer in Deutschland gebuchten Pauschalreise bleibt der Reiseveranstalter von Anfang bis Ende der Reise für dich verantwortlich.......

Spielt da die EU-Fluggast-VO 261/2004 mit rein, sind alle Ansprueche, die daraus resultieren an die Fluggesellschaft zu richten = Artikel 1 der VO.

Zitat (von quiddje):
.......ist das eine in Deutschland, nach deutschem Reiserecht gebuchte Pauschalreise.......

Das ist ueberhaupt nicht relevant! Das Reiserecht in Deutschland und auch in Oesterreich basiert auf der EU-Richtlinie 90/314/EWG, ist also identisch und wenn abweichend, dann nur geringfuegig und ohne Einfluss auf wesentliche Bestandteile der Rechtsprechung!

Viele Gruesse
bernardoselva

-- Editiert von bernardoselva am 03.04.2018 12:45

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