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Mietwagen Stornierung seitens europcar

28.4.2021 Thema abonnieren
 Von 
Melanieauskoeln
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Mietwagen Stornierung seitens europcar

Guten Tag allerseits,
Ich hoffe hier ein paar hilfreiche Antworten finden zu können.
Und zwar habe ich über check24 einen Mietwagen für den Sommer gebucht. Habe die Bestätigung, Voucher, bekommen und der Wagen ist auch vollständig bezahlt worden.
Jetzt eine Woche später kommt europcar/tui cars an und wollen vom Vertrag zurück treten mit der Begründung:

"Aufgrund eines Irrtums bei der Eingabe der Daten in unser Buchungssystem wurde Ihnen ein falscher Mietpreis bestätigt. Wir fechten hiermit den Mietvertrag wegen Erklärungsirrtums an. Der Vertrag ist damit nichtig."

"Gerne bestätigen wir Ihnen den Mietwagen zum korrekten Preis und senden Ihnen hierzu eine separate E-Mail mit einer Bestätigung zum korrekten Preis zu. Wir bitten Sie um eine kurze Rückmeldung per E-Mail sollten Sie die Mietwagenbuchung zum korrekten Mietpreis nicht wünschen. Selbstverständlich werden wir Ihre Buchung in diesem Fall umgehend gebührenfrei stornieren. Wir bitten Sie um Entschuldigung für diesen Fehler und stehen Ihnen bei Rückfragen per E Mail unter service@tuicars.com zur Verfügung."

Der zurückgemeldete Preis seitens TUI beläuft sich nun auf 2.083,54 €.

Jetzt bin ich natürlich baff das die für den Wagen jetzt gute 1800 Euro mehr haben wollen und sich damit rausreden das es einen Fehler bei der Eingabe gegeben hat.
Muss ich das so hinnehmen oder kann ich auf meine Bestätige und bezahlte Buchung bestehen?
LG melanie

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(87887 Beiträge, 35101x hilfreich)

Zitat (von Melanieauskoeln):
kann ich auf meine Bestätige und bezahlte Buchung bestehen?

Ja, kann man.
Bestehen kann man, denn bestehen kann man ja auf fast alles. Probleme gibt es meist erst beim „bekommen" bzw. „durchsetzen", denn da spielen eine Vielzahl von Faktoren (kann er, will er, darf er, ist er vertraglich verpflichtet) mit.

In der Realität wird man das KfZ nicht bekommen, man wird also klagen müssen.
Der Anbieter wird dann seinen Irrtum substantiiert darlegen müssen.
Und man selber wird substantiiert darlegen müssen, wieso man glaubt, das man das Kfz zu so einem lächerlichen Preis bekommt.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Melanieauskoeln
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Da ich ziemlich häufig mietwagen buche und auch die Preise mehr oder wenig im Kopf habe, ist das für mich kein lächerlicher Preis. Das die Preise sich jährlich mal ein wenig unterscheiden ist ja klar aber ich habe immer die gleiche Zeit und das die jetzt mit so einer blöden Aussage kommen von wegen die haben da was falsches eingetippt... ist mir nicht erklärbar. Zumal das Angebot einen ganzen Tag lang zu buchen war. Ich habe ja sogar das erste Angebot storniert und später es erneut gebucht...Meine Schwägerin hat zum gleichen Zeitpunkt gebucht nur ein anderer Flughafen aber gleiches Land und bei ihr ist es ganz genau so...

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(87887 Beiträge, 35101x hilfreich)

Zitat (von Melanieauskoeln):
Da ich ziemlich häufig mietwagen buche und auch die Preise mehr oder wenig im Kopf habe, ist das für mich kein lächerlicher Preis.

Ja, das mache ich auch.
Das höchste waren bisher 40% Rabatt und keine 90% Rabatt.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12481 Beiträge, 8098x hilfreich)

Zitat:
das die jetzt mit so einer blöden Aussage kommen von wegen die haben da was falsches eingetippt... ist mir nicht erklärbar.

Das ist aber ziemlich egal.
Wenn(!) der Anbieter den Eingabefehler glaubhaft darlegt, kommt man nicht dagegen an.
Der Anbieter nutzt genau das Recht, das in §119 BGB vorgesehen ist.
Sie werden den günstigen Preis nicht erzwingen können.

Auf die Frage, ob Sie den Preisfehler erkennen konnten, kommt es für die Anfechtung des Mietvertrags nicht an.

(Das wäre nur für Folgekosten wichtig: Angenommen, Sie hätten schon einen gebührenpflichtigen Parkplatz am Flughafen gebucht, der nicht stornierbar wäre. Wenn Sie den Mietwagen zum regulären Preis nicht mehr nehmen wollen, wäre ja der Parkplatz nicht mehr nötig. Für die Frage, ob der Mietwagenanbieter Ihnen die nutzlosen Parkplatzkosten erstatten muss, wäre entscheidend, ob Sie den Preisfehler erkennen konnten.)

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(87887 Beiträge, 35101x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Auf die Frage, ob Sie den Preisfehler erkennen konnten, kommt es für die Anfechtung des Mietvertrags nicht an.

Korrekt.
Kann aber passieren, das man bei einem eindeutig erkennbaren Preisfehler seine Rechte nicht durchsetzen kann.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#6
 Von 
Kalanndok
Status:
Praktikant
(579 Beiträge, 110x hilfreich)

Also ich kann den Fehler relativ sicher erkennen:

Beim Einstellen des Angebots wurde wohl die 0 an der Hunderterstelle des Preises versehentlich nicht eingegeben. So kommt man nämnlich auf die genannte Differenz von 1800 EUR. Von daher schätze ich die Wahrscheinlichkeit eines tatsächlichen Eingabefehlers als recht hoch ein.

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#7
 Von 
Melanieauskoeln
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Nein die Differenz von 1800 Euro bezieht sich auf ein eigen gestelltes Angebot seitens des Anbieters. Wenn ich jetzt bei check24 das Angebot suche bekomme ich einen Betrag von 1634 im gesamten Angeboten und nicht wie von denen 2038 Euro.
Ich habe für den Wagen ein Angebot von 267.84 erhalten und dieses bestätigt bekommen und bezahlt. Dieses wollen die nun streitig machen. Und die 1800 drauf rechnen

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(87887 Beiträge, 35101x hilfreich)

Zitat (von Melanieauskoeln):
Dieses wollen die nun streitig machen.

Nein, sie haben es bereits streitig gemacht.

Man wird nun überlegen müssen, ob man klagt oder nicht.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#9
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(39789 Beiträge, 14286x hilfreich)

Zitat:
Wenn ich jetzt bei check24 das Angebot suche bekomme ich einen Betrag von 1634 im gesamten Angeboten und nicht wie von denen 2038 Euro.

Dann lass Dir das Geld erstatten und buche das Fahrzeug neu, ggf. bei einem anderen Anbieter.

Zitat (von Harry van Sell):
Man wird nun überlegen müssen, ob man klagt oder nicht.

Richtig, wobei ich die Erfolgsaussichten einer Klage eher als gering einschätze.

Gerade wenn der ursprüngliche Preis nicht ungewöhnlich niedrig war, dann steht das Prozesskostenrisiko in keinem vernünftigen Verhältnis zu den möglichen Mehrkosten.

Sollte der nächstgünstige Anbieter dagegen z.B. 1.500€ fordern, dann wäre eine Klage nahezu aussichtslos.

-- Editiert von hh am 04.05.2021 08:28

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#10
 Von 
Heflog
Status:
Beginner
(52 Beiträge, 1x hilfreich)

Kommt es nur mir so vor oder ist es tatsächlich so, dass die Gesetze generell eher zu Gunsten der Verkäufer sind?

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#11
 Von 
Melanieauskoeln
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Heflog):
Kommt es nur mir so vor oder ist es tatsächlich so, dass die Gesetze generell eher zu Gunsten der Verkäufer sind?

Ja das kommt mir auch so vor.
Aber wehe wenn mir ein Fehler bei der buchungseingabe eines pkw oder Fluges passiert. Da gibt es kein pardon. Da müssen Gebühren bezahlt werden falls man überhaupt noch was ändern kann/darf.

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#12
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(39789 Beiträge, 14286x hilfreich)

Zitat:
Kommt es nur mir so vor oder ist es tatsächlich so, dass die Gesetze generell eher zu Gunsten der Verkäufer sind?

Ja, das kommt Dir nur so vor.

Irgendwie hast Du Dich wohl schon so an Dinge wie Widerrufsrecht und Gewährleistung gewöhnt, dass Du das schon nicht mehr als Nachteil für den Verkäufer empfindest.

Zitat:
Aber wehe wenn mir ein Fehler bei der buchungseingabe eines pkw oder Fluges passiert. Da gibt es kein pardon.

Nein, da gilt für den Käufer genau das Gleiche. Der Käufer kann sich dann ebenfalls auf einen Irrtum berufen. Es wäre auch ziemlich schlecht für den Käufer, wenn er das nicht könnte.

Stell Dir vor, man bucht einen Flug und vertippt sich bei der Namenseingabe. Ohne die Möglichkeit sich auf einen Irrtum berufen zu können, müsste der Passagier den vollen Flugpreis bezahlen, dürfte aber nicht mitfliegen.

Dass sich in so einem Fall die Fluggesellschaft ihre Aufwendungen ersetzen lassen kann, gilt auch umgekehrt. Nur hat ein Privatkäufer im Regelfall keine Aufwendungen gehabt, während der Verkäufer z.B. vergebliche Aufwenungen für Personalkosten geltend machen kann. Zur Vereinfachung wird dann eine Pauschale erhoben.

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