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Online-Buchung einer Reise

 Von 
Pumuckl377
Status:
Frischling
(44 Beiträge, 6x hilfreich)
Online-Buchung einer Reise

Guten Tag zusammen,

meine Familie und ich wollen im nächsten Sommer wieder Urlaub in Italien machen. Wir haben uns einen Campingplatz ausgesucht und haben im Internet die Preise der verschiedenen Veranstalter verglichen. Dabei ist uns ein Veranstalter aufgefallen, der einen sensationellen Preis angeboten hat. 14 Tage für 1050,- Euro. Wir sind gleich auf die Onlinebuchung gegangen und haben auch eine Bestätigungsmail bekommen (Betreff: Bestätigung Ihrer Buchung)

Sehr geehrte Fam. Mustermann,

Vielen Dank für Ihre Buchung. Wir haben Ihre Daten als folgt empfangen::
Unterkunftsnummer: I4190/929
Campingplatz: Marina di Venezia (Name des Veranstalters)
Unterkunftstyp: Casa Adria
Ankunftsdatum: 14 August 2010
Dauer: 14 Nächte
Preis: 1050,00


Name: Mustermann
Straße und Hausnummer: Musterweg 1
PLZ Wohnort: 12345 MUSTERSTADT
Email: mustermann@irgendwas.de
Telefon: 0123456789
Erwachsene: 2
Kinder: 3
Alter der Kinder: 7, 1, 13

Stellplatzgarantie:
Bettwäschesets: Doppelpaket 0 EUR 19/Wechsel
Einzelpaket 0 EUR 13/Wechsel

Kinderstuhl: Nein
Bettgitter: Nein
Babypaket: Nein
Babybett: Ja
Reiserücktrittskostenversicherung: Ja

Ihre Buchung ist erst definitiv, wenn Sie eine Buchungsbestätigung/Rechnung bekommen haben. Eventuelle Extra's (z.B. Babybett, Babystuhl, usw.) und die Reservierungsgebühr nicht inbegriffen.

Ihre Anmerkung::
In einigen Augenblicken erhalten Sie eine Bestätigung Ihrer Anfrage per E-mail. Die Rechnung zu Ihrer Buchung erhalten Sie ebenfalls via Email. Falls Sie noch Fragen haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.:

usw. und sofort...


Gerade bekomme ich einen Anruf vom Veranstalter, das bei dem Angebot im Internet ein Tippfehler vorliegt, das der tatsächliche Reisepreis bei ca. 1800,- Euro liegt und das ich jetzt zwei Möglichkeiten habe:

1. Den neuen Preis zu akzeptieren

2. Kostenfrei zu stornieren

Ich habe der Dame gesagt, das es ja nicht mein Problem ist, wenn sich der Anbieter vertippt hat und das ich auch nicht glaube, das es sich um einen Tippfehler handelt, da es mehrere Angebote in der selben Preisklasse gab.

Ich bekam zur Antwort, das es sich doch um einen Tippfehler handelt und das der Veranstalter jederzeit das Recht hat, den Preis der Reise zu verändern.

Ich habe sofort bei der Verbraucherzentrale angerufen und die haben mir gesagt, das ich Vertragsrechtlich gute Chancen habe, dagegen durch zu kommen.

Wie sehen das die Experten hier? Welches wäre der sinnvollste nächste Schritt? Ich hab die Dame am Telefon hingehalten, ihr gesagt, das ich mich gegen Abend nochmal bei Ihr melde und ihr dann sage, wie wir uns entscheiden, weil mein Mann gerade auf Arbeit ist.

Liebe Grüsse, Pumuckl377



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Buchung Urlaub Preis Veranstalter


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(70627 Beiträge, 32288x hilfreich)

quote:
Vielen Dank für Ihre Buchung. Wir haben Ihre Daten als folgt empfangen::

DAS ist erstmal eine Eingangsbestätigung der empfangenen Daten.
Eine Eingangsbestätigung der empfangenen Daten ist aber nur eine Bestätigung das etwas angekommen ist, gegebenenfalls was angekommen ist und man nochmals abgleichen kann, um eventuelle Fehler bei der Eingabe zu sehen.



quote:
Ihre Buchung ist erst definitiv, wenn Sie eine Buchungsbestätigung/Rechnung bekommen haben.

Diese Formulierung sagt nochmals eindeutig, das es sich noch nicht um eine verbindliche Buchungsbestätigung handelt.



Der Vertragpartner hat wenn ihm ein Irrtum unterlaufen ist, das Recht den Vertrag unverzüglich anzufechten (§ 119 BGB - Anfechtbarkeit wegen Irrtums).
Dies ist hier durch die Mitarbeiterin des Reiseunternehmers auch entsprechend erfolgt.



Unter den genannten Bedingungen sehe ich daher keine großen Erfolgsaussichten.




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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung dar !"

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#2
 Von 
guest-12322.10.2009 17:54:42
Status:
Beginner
(53 Beiträge, 10x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#3
 Von 
AntoniaW
Status:
Schüler
(400 Beiträge, 245x hilfreich)

@Florian Geyer
Meines Erachtens kann das Ausbleiben einer vertraglichen Absage auch als Akzeptanz desselben gedeutet werden. Die rasche Aufklärung "Wir können Ihren Vetragswunsch/Buchungswunsch" nicht annehmen, versucht dem vorzubeugen.

Bitte merken: Der Reisekunde mach das Buchungsangebot, nicht der Veranstalter.

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#4
 Von 
bernardoselva
Status:
Bachelor
(3259 Beiträge, 1794x hilfreich)

Hallo,

da kann ich mich nur meinen Vorschreibern anschliessen. Zum einen lag bislang keine Buchungsbestaetigung vor, und zum anderen kann ein irrtuemlich abgegebenes Angebot angefochten werden. Und diese Anfechtung nach § 119 BGB ist zeitnah erfolgt.

Also kann man den neuen Reisepreis entweder akzeptieren oder kostenlos vom Buchungsauftrag zuruecktreten.


Viele Gruesse
bernardoselva

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"Touristiker"

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(70627 Beiträge, 32288x hilfreich)

@Florian Geyer

quote:
wieso sollte denn aber überhaupt eine Anfechtung erforderlich und möglich gewesen sein, wenn noch gar keine Buchungsbestätigung und also noch gar keine anfechtbare Willenserklärung des potentiellen Vertragspartners vorlag / zuging?

Nun das Telefonat war zum einen Kundenservice (man sagt dem Kunden halt Bescheid wenn was nicht lieferbar ist), zum anderen eine Vorsichtsmaßnahme wegen der z.T. verbraucherfreundlichen Gerichtsentscheidungen.

Juristisch gesehen war es als Anfechtung zu werten, falls ein Gericht (entgegen aller Erwartungen) bereits einen gültigen Vertag erkennen sollte.
Richter sind ja teilweise recht frei in der auslegung und interpretation von Gesetzen und der Beweise...


Der Reiseveranstalter steht deshalb wohl auf dem Standpunkt 'lieber einmal zu viel anfechten als einmal zu wenig'.




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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung dar !"

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#6
 Von 
Pumuckl377
Status:
Frischling
(44 Beiträge, 6x hilfreich)

Warum schreiben die dann im Betreff der Mail "Bestätigung Ihrer Buchung"? Und warum lassen die sich 18 Tage Zeit bis denen einfällt, das das ein Tippfehler war? Ich habe bei der Verbraucherzentrale angerufen und die meinten, das man in diesem Fall nicht mehr von einem Tippfehler reden kann, zumal es bei der Buchung ähnliche Angebote mit ähnlichen Preisen gab. Ich fühle mich komplett veräppelt, so langsam vergeht mir auch die Lust auf den Urlaub zumal ich noch gar nicht weiss, was ich den Kindern sagen soll, die sich schon auf den Urlaub in der Anlage freuen. Es nervt mich total. Bei der Rechtsauskunft des ADAC sagten sie, das man genau prüfen müsse, ob schon ein Vertrag zustande gekommen sei, wenn dem so sei, hätten wir gute Chancen. Morgen haben wir einen Termin beim Anwalt und lassen alles mal prüfen. Ich werde weiter berichten...

Liebe Grüße vom Pumuckl


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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(70627 Beiträge, 32288x hilfreich)

quote:
Und warum lassen die sich 18 Tage Zeit bis denen einfällt, das das ein Tippfehler war?

Das Eingangsposting liest sich eher so, als hätten ein bis zwei Tage dazwischen gelegen.

Diese neue Information ändert die Einschätzung der Rechtlage grundlegend.
Die Gültigkeit der Anfechtung ist damit als hinfällig zu betrachten, da sie nicht unverzüglich (=ohne schuldhaftes Zögern) erfolgte (§ 121 BGB - Anfechtungsfrist). Denn die Annahme das ein Reiseveranstalter eine Buchung 18 Tage nicht beachtet ist lebensfremd, hier müsste die Gegenseite schon sehr substantiert vortragen.



Bezüglich der Formulierungen
quote:
Betreff: Bestätigung Ihrer Buchung

und
quote:

Ihre Buchung ist erst definitiv, wenn Sie eine Buchungsbestätigung/Rechnung bekommen haben.

besteht in der Tat ein widerspruch.

Es ist die Frage wie es ausgelegt wird.
Man könnte argumentieren, das eine Buchungsbestätigung erst zusammen mit der Rechnung erfolgen soll und diese E-Mail eben keine Buchungsbestätigung darstellt. Dies könnte sich aus den Formulierungen 'Buchungsbestätigung/Rechnung ' und 'In einigen Augenblicken erhalten Sie eine Bestätigung Ihrer Anfrage per E-mail. 'ergeben.

Dem kann man natürlich entgegenhalten, das man die eher zutreffendere Formulierung 'Bestätigung Ihrer Reservierung' hätte wählen müssen, da diese bei Verbrauchern keine Irritationen hervorruft und unklare Formulierungen eigentlich immer zu Lasten des Verwenders gehen.



Aufgrund der neue Sachlage (ungültigkeit der Anfechtung) wäre dann davon auszugehen, das eine gerichtliche Durchsetzung daher von Erfolg wäre.




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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung dar !"

-- Editiert am 21.10.2009 21:35

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#8
 Von 
guest-12322.10.2009 17:54:42
Status:
Beginner
(53 Beiträge, 10x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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