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Anwaltshaftung bei kostenpflichtiger Onlineberatung

14. Juni 2022 Thema abonnieren
 Von 
Relsi
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)
Anwaltshaftung bei kostenpflichtiger Onlineberatung

123recht wirbt damit, Testsieger zu sein. Das test de portal hat mehrere Rechtsberatungsportale überprüft und eine rechtliche Frage mit Geldeinsatz gestellt, rund die Hälfte der Anwälte anderer Portale machten falsche Auskünfte.
Ein Anwalt von 123recht / frag-einen-anwalt hat die Frage richtig um an besten beantwortet.

Die Online-Beratung ist mit rund 50 Euro bei allen Portalen recht günstig. Unterscheidet sich allerdings in der Qualität.

Jetzt stellt sich die Frage. In welcher Höhe muss ein Anwalt, der online Rechtsauskünfte auf Portalen gegen Entgelt gibt, für falsche Auskünfte haften, sofern dem bezahlende Fragesteller einen Schaden dadurch entsteht?

Meine Frage ist berechtigt, denn offensichtlich hat test de herausgefunden, dass Anwälte auf anderen Portalen falsche Auskünfte gegeben haben und dafür auch noch Geld kassiert haben.

Quellen:

https://www.test.de/Online-Rechtsberatung-Test-Anwaltsportale-1614923-1614927/

https://www.test.de/presse/pressemitteilungen/Online-Rechtsberatung-Von-richtig-und-guenstig-bis-teuer-und-falsch-1616327-0/

-- Editiert von Relsi am 14.06.2022 13:36

Wer den Schaden hat...?

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13515 Beiträge, 8421x hilfreich)

Zitat:
In welcher Höhe muss ein Anwalt, der online Rechtsauskünfte auf Portalen gegen Entgelt gibt, für falsche Auskünfte haften, sofern dem bezahlende Fragesteller einen Schaden dadurch entsteht?

Theoretisch genau so wie bei einer Vor-Ort-Beratung.
Praktisch hat der Mandant das Problem, dass man ein Anliegen schriftlich nie so vollständig / facettenreich darstellen kann, wie bei einer mündlichen Beratung vor Ort. Außerdem kann man kaum gegenseitig Rückfragen stellen. D.h. bei falschen Auskünften stellt sich immer die Frage, ob der Mandant das Problem richtig genug / ausführlich genug dargestellt hat. Oft hängt es an Details - und wenn der Mandant ein Detail weglässt, im Glauben es sei unwichtig, dann haftet der Anwalt schon nicht mehr, wenn die Auskunft wegen dieses Details nicht mehr richtig ist.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(101172 Beiträge, 37198x hilfreich)

Zitat (von Relsi):
In welcher Höhe muss ein Anwalt, der online Rechtsauskünfte auf Portalen gegen Entgelt gibt, für falsche Auskünfte haften, sofern dem bezahlende Fragesteller einen Schaden dadurch entsteht?

Wie in allen anderen Fällen auch: in Höhe des vom Anwalt verursachten Schadens bzw. in der Höhe die im rechtskräftigen Urteil steht.

Und da beginnt auch schon das Problem, denn das der Anwalt eine falsche Auskunft gab, reicht dafür noch lange nicht aus.



Zitat (von Relsi):
denn offensichtlich hat test de herausgefunden, dass Anwälte auf anderen Portalen falsche Auskünfte gegeben haben

Davon konnte ich in den Artikeln jetzt nichts lesen.
Welche Passagen sind denn da konkret gemeint?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(34823 Beiträge, 13227x hilfreich)

Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ein Anwalt in einem Gespräch alle Infos auf den Punkt genau erfragen kann, auch noch alles Unterlagen vorgelegt bekommt, oder aber von einem Laien schriftlich eine kurze Schilderung des Falles erhält. Die selektive Auswahl des Laienfragers kann zutreffend sein oder aber auch nicht. Das ist das eine Problem. Deshalb sind m.E. die Masse der Fälle nicht unbedingt einer Onlineberatung zugängig. Abgesehen davon muss dann auch noch ein Schaden entstanden und nachweisbar sein. Und - es gibt häufig gerade bei so pauschalen Bearbeitungen häufig vertretbar verschiedene Lösungsoptionen, je nachdem, wie man gewichtet.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Relsi
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Davon konnte ich in den Artikeln jetzt nichts lesen.
Welche Passagen sind denn da konkret gemeint?

"Auf eine Frage zu Schadensersatz antwortete die Hälfte der Anbieter korrekt, drei Anbieter lieferten falsche Antworten, bei einem folgte keine Reaktion auf die Anfrage. Erste Wahl bei Online-Rechtsberatung ist Frag-Einen-Anwalt.de."

https://www.test.de/presse/pressemitteilungen/Online-Rechtsberatung-Von-richtig-und-guenstig-bis-teuer-und-falsch-1616327-0/

Zitat (von Harry van Sell):
Und da beginnt auch schon das Problem, denn das der Anwalt eine falsche Auskunft gab, reicht dafür noch lange nicht aus.

Wieso reicht eine Falchauskunft des Anwalts nicht aus?

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(101172 Beiträge, 37198x hilfreich)

Zitat (von Relsi):
drei Anbieter lieferten falsche Antworten

Ja, nur leider sind die nirgendwo erwähnt, das man sich ein Bild machen kann.
Man hat auch nirgendwo erwähnt wie dieses "falsch" denn dort nun definiert ist.



Zitat (von Relsi):
Wieso reicht eine Falchauskunft des Anwalts nicht aus?

Weil er auch "Schuld sein" muss, die Auskunft also vorsätzlich oder (grob) fahrlässig falsch gegeben werden muss.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#6
 Von 
bostonxl
Status:
Student
(2020 Beiträge, 299x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ja, nur leider sind die nirgendwo erwähnt, das man sich ein Bild machen kann.
Wie wäre es mit Lesen des verlinkten Artikels?
Zitat:
... einen falschen Rat zu Preisen zwischen 25 und 75 Euro gaben Answer24.de, Anwalt-Onlineservice.de und Deutsche-Anwaltshotline.de.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Relsi
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Wie ist das mit der Anwaltshaftung? Wenn der Anwalt schriftlich alle Details erhält und dann grob fahrlässig eine falsche Auskunft gibt.

z.B. Nachbar zerstört mein parkendes Auto im Jahr 2019 im Wert von 100.000 €.
Ich Frage einen Anwalt im Onlineportal ob ich gegenüber dem Verursacher Schadensersatzberechtig bin. Die Beantwortung meiner Frage kostet nur 80 €.
Der Anwalt schreibt nein und gibt damit eine grob fahrlässige Falschauskunft.
Wegen der Falschauskunft wird der Fragesteller nicht tätig rechtzeitig einen Schadenersatz vom Verursacher zu fordern.
Der Schadenersatzanspruch über 100.000 € verjährt am 31.12.2022.

Muss der Anwalt bzw. seine Versicherung mir den entgangenen Schadenersatz zahlen weil er mir eine Falschauskunft gegeben hat.

-- Editiert von Relsi am 21.06.2022 12:26

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
bostonxl
Status:
Student
(2020 Beiträge, 299x hilfreich)

Zitat (von Relsi):
z.B. Nachbar zerstört mein parkendes Auto im Jahr 2019 im Wert von 100.000 €.
Ich Frage einen Anwalt im Onlineportal ob ich gegenüber dem Verursacher Schadensersatzberechtig bin. Die Beantwortung meiner Frage kostet nur 80 €.
Der Anwalt schreibt nein und gibt damit eine grob fahrlässige Falschauskunft.
Kein Anwalt wird darauf einfach mit "Nein" antworten. Also entweder alle Fakten wiedergeben oder die modernen Märchen sein lassen.

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13515 Beiträge, 8421x hilfreich)

Zitat:
Muss der Anwalt bzw. seine Versicherung mir den entgangenen Schadenersatz zahlen weil er mir eine Falschauskunft gegeben hat.

Nein - denn der Schaden ist ja noch nicht eingetreten. Bis 31.12.22 ist noch Zeit, die 100.000€ einzutreiben.
Und wenn man die 100.000€ nicht eintreibt, obwohl man weiß, dass die damalige Antwort falsch war, muss der Anwalt auch nicht die 100.000€ als Schadensersatz zahlen - Schadensminderungspflicht.
Man könnte versuchen, die 80€ zurückzubekommen, wegen Schlechtleistung.

Im Übrigen, denke ich aber auch:
Zitat (von bostonxl):
Kein Anwalt wird darauf einfach mit "Nein" antworten. Also entweder alle Fakten wiedergeben oder die modernen Märchen sein lassen.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(101172 Beiträge, 37198x hilfreich)

Zitat (von bostonxl):
Wie wäre es mit Lesen des verlinkten Artikels?

Tja, da finden sich nur keine relevanten Details, kein Wortlaut von Frage und Antwort...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Relsi
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Tja, da finden sich nur keine relevanten Details, kein Wortlaut von Frage und Antwort...

Ist es dir peinlich den Artikel nicht richtig gelesen zu haben?
Gib einfach zu, dass du den verlinkten Artikel nicht gelesen hast und danach die Integrität des Themenstarters zu unrecht in Zweifel gestellt hast. Immer dieser Selbststolz!

Zitat (von Relsi):

denn offensichtlich hat test de herausgefunden, dass Anwälte auf anderen Portalen falsche Auskünfte gegeben haben


Zitat (von Harry van Sell):

Davon konnte ich in den Artikeln jetzt nichts lesen.
Welche Passagen sind denn da konkret gemeint?


Zitat (von test.de):

Auf eine Frage zu Schadensersatz antwortete die Hälfte der Anbieter korrekt, drei Anbieter lieferten falsche Antworten, bei einem folgte keine Reaktion auf die Anfrage. Erste Wahl bei Online-Rechtsberatung ist Frag-Einen-Anwalt.de."

Ebenfalls richtig antworteten Anwalt.de für 49 Euro, E-Juristen.de für 71,40 Euro und Advo24.de für 69 Euro, einen falschen Rat zu Preisen zwischen 25 und 75 Euro gaben Answer24.de, Anwalt-Onlineservice.de und Deutsche-Anwaltshotline.de.


https://www.test.de/presse/pressemitteilungen/Online-Rechtsberatung-Von-richtig-und-guenstig-bis-teuer-und-falsch-1616327-0/

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#12
 Von 
bertram-der-bärtige
Status:
Praktikant
(990 Beiträge, 84x hilfreich)

Zitat (von Relsi):
Ist es dir peinlich den Artikel nicht richtig gelesen zu haben?

Ich find da auch nix.
Wo sind die falschen Antworten?

Signatur:

Ich weiß, dass ich nicht alles weiß. Manchmal ist es schön, nicht alles zu wissen.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(101172 Beiträge, 37198x hilfreich)

Zitat (von bertram-der-bärtige):
Wo sind die falschen Antworten?

Nirgendwo.
Es wird einfach nur die unsubstantiierte Behauptung aufgestellt, das es "falsche Antworten" gab, den Interessenten Teil kann man in dem Artikel nicht lesen.

Es ist fraglich, ob die Antwort falsch war im Sinn von juristisch innkorrekt / nicht haltbar.
Oder ob die Antwort nicht den Erwartungen / Vorgaben entsprach, es einfach nur nicht die "Wunschantwort" war.

Bei vielen Sachverhalten lassen sich verschiedene, ja sogar konträre Rechtsmeinungen vertreten - nicht umsonst lautet ein Spruch "2 Anwälte - 3 Meinungen".
Dennoch wäre dann keine der Antworten "falsch".


Haben wir hier ja auch oft im Forum, das die Richtung bzw. ein Teil der Diskussion dem Frager nicht gefällt, weil es nicht seine Meinung vertritt.
Aber jede Medaille hat ja 2 Seiten.


Signatur:

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#14
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13515 Beiträge, 8421x hilfreich)
Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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