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Betriebshaftpflichtversicherung fordert Selbstbeteiligung

16.5.2018 Thema abonnieren
 Von 
Uli_Betriebshaftpflicht
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Betriebshaftpflichtversicherung fordert Selbstbeteiligung

Im Zuge von Reinigungsarbeiten im Rahmen meines Hausmeisterservice habe ich im Februar 2018 einen Sachschaden verursacht und wurde nun von meiner Betriebshaftpflichtversicherung aufgefordert eine Selbstbeteiligung in Höhe von 250 € an den von mir geschädigten Kunden zu zahlen.

Die Mitteilung zur Selbstbeteiligung hat mich erstaunt, denn ich war der festen Annahme, eine Betriebshaftpflichtversicherung ohne Selbstbeteiligung bei Personen- und Sachschäden abgeschlossen zu haben.

Da mein zuständiger Versicherungsagent gerade in Urlaub ist kontaktierte ich den Schaden-Service der Versicherung und erhielt die Auskunft, dass es sich hierbei um eine „bedingungsgemäße Selbstbeteiligung" bzw. „sonstige Tätigkeitsschäden" handelt.

Den Begriff der „bedingungsgemäßen Selbstbeteiligung" hörte ich hierbei zum ersten Mal im Zusammenhang mit meiner Betriebshaftpflichversicherung.

Im Zuge der Angebotseinholung für die Versicherung im Jahr 2016 habe ich den Versicherungsagenten wiederholt gefragt, ob irgend eine Form der Selbstbeteiligung bzw. eine „verdeckte" Selbstbeteiligung im Versicherungsangebot mit enthalten sei. Sowohl telefonisch als auch schriftlich teilte mir der Versicherungsagent in einer E-Mail mit: „Die angebotene Betriebshaftpflicht ist ohne Selbstbeteiligung. Selbstbeteiligung ist in der Umwelthaftpflicht enthalten, diese betreffen nur Schäden an der Umwelt. Tätigkeitsschäden an Personen und Sachen sind immer ohne Selbstbehalt".

Ich erinnere mich genau, dass ich im Zuge der Angebotseinholung weder auf die „bedingungsgemäße Selbstbeteiligung" noch über "sonstige Tätigkeitsschäden hingewiesen wurde. Ich habe mich auf die mündliche und schriftliche Aussage des Versicherungsagenten verlassen, die angebotene Betriebshaftpflicht sei garantiert ohne irgendeine Form der Selbstbeteiligung im Falle von Personen- und Sachschäden. Diese Aussage war für mich der Ausschlag gebende Punkt meine Haftpflichtversicherung bei der Versicherungsgesellschaft und nicht bei einem der Konkurrenzunternehmen abzuschließen, bei denen ich zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls Angebote eingeholt habe.

Ich habe eine Kopie des Schriftverkehrs zur Angebotseinholung zwischen mir und dem Agenten aus dem Jahr 2016 vorliegen. Kann ich von der Versicherung verlangen mir die Selbstbeteiligung zu erlassen?

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Bruce2004
Status:
Beginner
(115 Beiträge, 16x hilfreich)

Einschlägig was im Vertrag steht, aber auch was im E-Mail steht kann nicht beschritten werden. Droh mit ein BaFin-Beschwerde binnen 2 Wochen und beschweren Sie wenn die nicht linken .

Aber der VR kann auf Änderungen im Vertrag zukünftig pochen (Verlängerung nur mit SB nach Ablauf der Vertragslaufzeit, i.d.R. 3 J), zukünftig müssen Sie entweder die SB akzeptieren oder besser selbe kündigen und wo anders versichern.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71359 Beiträge, 32421x hilfreich)

Als erstes sollte man mal alle vertraglichen Vereinbarungen sorgfältig lesen. Denn mitunter ändern Versicherungen auch mal die Bedingungen während der Laufzeit.


Falls das nicht der Fall ist, mal prüfen, ob man tatsächlich das abgeschlossen hat, was im Schriftverkehr auch besprochen wurde, oft können schon kleinste Änderungen dafür sorgen, das das geschreibene nur Makulatur ist.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
Lazyboy
Status:
Praktikant
(944 Beiträge, 434x hilfreich)

In der Mehrzahl der am Markt üblichen Bedingungen (wenn nicht sogar allen) ist eine vertragliche SB für diese konkrete Art der Schäden vorhanden.
Da bringt auch keine BaFin-Beschwerde eine Änderung.

Zitat:
Tätigkeitsschäden an Personen und Sachen sind immer ohne Selbstbehalt

das ist der Punkt an dem angegriffen werden muss.
hierbei handelt es sich um einen Beratungsfehler.

Wer dafür aufkommen muss, hängt davon ab, was für ein "Versicherungsagent" dich betreut.
Vertreter des Unternehmens? (Ausschließlichkeit)
Makler?

Ergebnis ist übrigens kein Verzicht auf die SB, sondern ein Schadenersatz in gleicher Höhe.

Auf der anderen Seite darf man aber auch ruhig die vertraglichen Bedingungen vor dem Vertragsschluss durchlesen.



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#4
 Von 
Lazyboy
Status:
Praktikant
(944 Beiträge, 434x hilfreich)

doppelt

-- Editiert von Lazyboy am 17.05.2018 07:52

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#5
 Von 
asd1971
Status:
Student
(2599 Beiträge, 888x hilfreich)

Zitat (von Lazyboy):
In der Mehrzahl der am Markt üblichen Bedingungen (wenn nicht sogar allen) ist eine vertragliche SB für diese konkrete Art der Schäden vorhanden.
Da bringt auch keine BaFin-Beschwerde eine Änderung.

Zitat:
Tätigkeitsschäden an Personen und Sachen sind immer ohne Selbstbehalt

das ist der Punkt an dem angegriffen werden muss.
hierbei handelt es sich um einen Beratungsfehler.

Wer dafür aufkommen muss, hängt davon ab, was für ein "Versicherungsagent" dich betreut.
Vertreter des Unternehmens? (Ausschließlichkeit)
Makler?

Ergebnis ist übrigens kein Verzicht auf die SB, sondern ein Schadenersatz in gleicher Höhe.

Auf der anderen Seite darf man aber auch ruhig die vertraglichen Bedingungen vor dem Vertragsschluss durchlesen.

Es gibt auch keine SB´s. Biete diese auch an ;-)

Aber fakt ist, dass der Beratungsfehler wohl vorliegt. Insofern würde ich die Mail vom BEtreuer an die Versicherung senden. Meist geht das am schnellsten.

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