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Eingeparkt vor Wochenendtrip - Schadensersatz Mietwagen

2.3.2019 Thema abonnieren Zum Thema: Auto Kosten Frage
 Von 
Horstinho
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 1x hilfreich)
Eingeparkt vor Wochenendtrip - Schadensersatz Mietwagen

Hallo,

vielen Dank im Voraus.

in der Parkgarage meines Gebäudes hat sich eine Nachbarin so platziert, dass mehrere Fahrzeuge die Garage nicht verlassen konnten. Dies hat die Dame bewusst gemacht, da jemand unberechtigt auf ihrem Parkplatz geparkt hat. Dass ihr Vorgehen den Tatbestand der Nötigung erfüllen kann und sie nicht die Garage blockieren kann weil jemand auf ihrem Platz steht will sie nicht einsehen.

Ich stand auf jeden Fall um 06:00 morgens da und wollte in den Skiurlaub fahren. Wem das Auto gehört wusste ich nicht und konnte somit auch nirgendwo klingeln. Mehrere Leute standen schon zur Mitfahrt bereit und ich habe deswegen ein DriveNow Fahrzeug gemietet.

Ich habe der Dame einen Kompromiss angeboten und dass sie pragmatisch einen Teil der Kosten übernehmen sollte. Dies lehnt sie ab und versteht gar nicht warum sie das machen sollte. Ein Schreiben mit einem Fotodokumentation und Rechnung mit der Aufforderung zur Zahlung mit Fristsetzung wurde ignoriert.

Einfachkeitseitshalber würde ich jetzt ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten. Dieses sollte dann im Falle eines Einspruchs auch automatisch in einen streitigen Prozess übergehen.

Frage: Ist auf Basis meiner Erklärungen gewiss, dass ich hier Recht habe und mir die Erstattung der Kosten zusteht? Sollte ich besser anders vorgehen?

Vielen Dank und beste Grüße

Horst

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Auto Kosten Frage


45 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(65307 Beiträge, 31217x hilfreich)

Zitat (von Horstinho):
Ist auf Basis meiner Erklärungen gewiss, dass ich hier Recht habe und mir die Erstattung der Kosten zusteht?

Nö.



Welche Wege um seine Schadenminderungspflicht zu erfüllen ist man denn wie genau gegangen?
Wie hoch sind die Kosten die man erstatten haben möchte?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Anami
Status:
Student
(2794 Beiträge, 735x hilfreich)

A

Zitat (von Horstinho):
Dies hat die Dame bewusst gemacht, da jemand unberechtigt auf ihrem Parkplatz geparkt hat.
B
Zitat (von Horstinho):
Wem das Auto gehört wusste ich nicht und konnte somit auch nirgendwo klingeln.

Was jetzt? A oder B
Hätte man 150 Mieter wachklingeln müssen? Oder hätte man diese Dame durchaus finden können? Oder hätte man ihr Auto abschleppen lassen können? Oder oder oder?
Du und die Mitfahrer hätten nicht evtl. 2-3 Std. später in den Urlaub fahren können?
Ein Notfall lag offenbar nicht vor.

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#3
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(16957 Beiträge, 7423x hilfreich)

Als Sie vor dem Wagen standen, hätten Sie einfach die Polizei anrufen sollen.

Signatur:Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.
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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(65307 Beiträge, 31217x hilfreich)

Zitat (von altona01):
Als Sie vor dem Wagen standen, hätten Sie einfach die Polizei anrufen sollen.

Die sind erfahrungsgemäß jetzt nicht sonderlich motiviert zivilrechtliche Probleme in fremden Garagen zu klären.
Zum einen weil die meist mit "richtigen" Straftaten genug zu tun haben, zum anderen aber auch weil die schlicht gar nicht zuständig sind.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
reckoner
Status:
Richter
(8713 Beiträge, 3469x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
zum anderen aber auch weil die schlicht gar nicht zuständig sind.
Natürlich ist die Polizei zuständig, wir haben hier nämlich eine "richtige" Straftat.

Stefan

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#6
 Von 
Sir Berry
Status:
Senior-Partner
(6164 Beiträge, 2311x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Natürlich ist die Polizei zuständig, wir haben hier nämlich eine "richtige" Straftat.

In diesem Fall irrst Du soweit es um die Beseitigung der Besitzstörung geht. Die Polizei könnte zwar eine Anzeige aufnehmen, hat ansonsten aber keine Befugnis die Störung z.B. durch Abschleppmaßnahmenanordnung zu beseitigen.

Für lediglich die Anzeige wird aber kaum einer rauskommen.

Berry

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#7
 Von 
reckoner
Status:
Richter
(8713 Beiträge, 3469x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
In diesem Fall irrst Du soweit es um die Beseitigung der Besitzstörung geht.
Nee, da irre ich nicht, denn davon hatte ich gar nicht gesprochen. Es ging allein darum, dass die Polizei nicht zuständig sei.

Ob dafür jemand kommt oder gar das Auto entfernt wird ist ein anderes Thema.

Stefan

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#8
 Von 
Anami
Status:
Student
(2794 Beiträge, 735x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
wir haben hier nämlich eine "richtige" Straftat.
Welche?

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#9
 Von 
Droitteur
Status:
Lehrling
(1061 Beiträge, 310x hilfreich)

Hat der Fragende eigentlich ja schon genannt: Sehr in Frage kommt die Nötigung. Im Grunde braucht es aber auch diese nicht, um die Ordnungsbehörden einzuspannen; der Gesetzesverstoß an sich kann schon genügen.

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#10
 Von 
Sir Berry
Status:
Senior-Partner
(6164 Beiträge, 2311x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Nee, da irre ich nicht,

Ok. Dann erkläre aber bitte, für genau was die Polizei hier zuständig sein soll, und zwar nur bezogen auf den Einsatz vor Ort.

Berry

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#11
 Von 
Droitteur
Status:
Lehrling
(1061 Beiträge, 310x hilfreich)

Warum nicht zum Beispiel für die Beseitigung der Störung? Zumal dann, wenn sie ohnehin vor Ort ist, um zB Beweis aufzunehmen. Klar muss man im Detail prüfen und kann auch streiten; aber völlig abwegig ist das doch wirklich nicht.?

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#12
 Von 
Sir Berry
Status:
Senior-Partner
(6164 Beiträge, 2311x hilfreich)

Zitat (von Droitteur):
Warum nicht zum Beispiel für die Beseitigung der Störung?

Weil die Macht der Polizei an der Grenze zum Privatgrundstück endet (ausnahme Gefahr in Verzug).

Berry

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#13
 Von 
Droitteur
Status:
Lehrling
(1061 Beiträge, 310x hilfreich)

Hm, gut, ich hatte das überfliegend so gelesen, dass das Ganze im öffentlichen Verkehrsraum stattfindet/Einfahrt zugeparkt, aber da lag ich wohl falsch. Vllt kann man das auch bei einem Parkhaus vertreten; aber ja, meine Hand dafür ins Feuer legen, wenn es "nur" ums "Falschparken" auf dem Privatgrundstück ginge, würde ich nicht. Die Nötigung jedoch bliebe.

Und auch für das, was ich vorhin schon meinte, müsste so etwas wie eine "Gefahr in Verzug" bestehen, auch wenn man das nicht so nennen muss/im Rahmen der Gefahrenabwehr nicht so nennen sollte. Die abzuwehrende Gefahr besteht zudem bereits. Die Frage ist vielmehr, ob die Polizei nach dem jeweiligen Landesrecht zuständig ist, auch wenn ggf eine andere Behörde rechtzeitig helfen könnte - aber geschenkt, dann macht es nicht die Polizei, sondern eine andere Ordnungsbehörde -, und ob die Maßnahme verhältnismäßig ist.

Denk nur beispielsweise daran, dass die Polizei auch bei Ruhestörungen eingreift. Da bewegt sich die Polizei genauso "nur" auf einem Privatgrundstück. Und völlig zu Recht ist sie auch dort sich nicht zu schade, mal vorbeizukommen und notwendigenfalls Maßnahmen zu ergreifen oder zu veranlassen. Dreh- und Angelpunkt ist auch hierbei schlicht der vorliegende Verstoß gegen das Recht/Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, was auch beim - zumal absichtlichen - Zuparken der Fall ist; egal wo.

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#14
 Von 
Horstinho
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo,

danke für die Antworten.

Wie schon bemerkt wurde, betritt die Polizei eine private Tiefgarage nicht.
Die einzige Möglichkeit: Abschleppen. Dies wäre mit Sicherheit teurer gewesen als der Mietwagen, nicht sinnvoll, da das auch zu lange gedauert hätte und zudem vermutlich durch die enge Einfahrt in die Tiefgarage nicht mal möglich ist.

Durch die Nachbarschaft klingeln war wie gesagt um Samstag 05:30 keine Option.
Warten und später wegfahren wenn Mitreisende schon im Zug sitzen um auf der Strecke zuzusteigen auch nicht. Abgesehen davon wäre man dann im massiven Stau gelandet und man hätte den Skiausflug auch gleich bleiben lassen können.

Der Mietwagen war einfach die einzige Lösung und die Kosten durch die Umstände mit Sicherheit verhältnismässig. Ich sehe keine anderen Massnahme die dazu geführt hätte, dass man an dem Tag noch auf der Skipiste steht. Und darum ging es eben. Die Kosten sind 150 Euro.

VG





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#15
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(65307 Beiträge, 31217x hilfreich)

Zitat (von Horstinho):
Warten und später wegfahren wenn Mitreisende schon im Zug sitzen um auf der Strecke zuzusteigen auch nicht.

Doch, dann hätten die nur etwas am Ausstiegsbahnhof warten müssen



Zitat (von Horstinho):
Abgesehen davon wäre man dann im massiven Stau gelandet und man hätte den Skiausflug auch gleich bleiben lassen können.

Das wäre durchaus ein gewichtiger Grund.



Zitat (von Horstinho):
Die Kosten sind 150 Euro.

Darin ist was genau alles einhalten?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#16
 Von 
Anami
Status:
Student
(2794 Beiträge, 735x hilfreich)

Zitat (von Horstinho):
Frage: Ist auf Basis meiner Erklärungen gewiss, dass ich hier Recht habe und mir die Erstattung der Kosten zusteht?
Nö. Meiner Ansicht nach nicht.

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#17
 Von 
Droitteur
Status:
Lehrling
(1061 Beiträge, 310x hilfreich)

Zitat (von Horstinho):
Wie schon bemerkt wurde, betritt die Polizei eine private Tiefgarage nicht.

Wie schon bemerkt schreckt die Polizei auch nicht vor privaten Hausfluren zurück. Wieso sollte das bei der privaten Tiefgarage anders sein?

Im Übrigen ist natürlich alles offen. Gut möglich, dass die Angelegenheit in einer Tiefgarage mit unverhältnismäßig hohem Aufwand verbunden ist; ohne das schon abschließend bewerten zu wollen.

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#18
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(65307 Beiträge, 31217x hilfreich)

Zitat (von Droitteur):
Wieso sollte das bei der privaten Tiefgarage anders sein?

Weil eine Ruhestörung eine Störung der öffentlichen Ordnung und des öffentlichen Friedens durch Lärm darstellt. Falschparken in der Tiefgarage ist eher ruhiger.

Dann gibt es noch die "Einsatzpriorität". Da rangiert Falschparken in der Tiefgarage noch hinter der Ruhestörung.

Und: sie müssen nicht - ja nach Landesgesetz.

Ich kenne Gemeinden da ist die Polizei erst ab 22 Uhr für Ruhestörung zuständig. In anderen gar nicht.

Ich kenne Landsriche, da führen die Polizisten mal "ein ernstes Gespräch" mit dem betreffenedn Bürger, schließen "Vergleiche" mit den Beteiligten auch wenn sie gar nicht zuständig sind.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#19
 Von 
Droitteur
Status:
Lehrling
(1061 Beiträge, 310x hilfreich)

Machen wir das ruhig Schritt für Schritt; alles andere kann man ja "sowieso" immer - und mitunter natürlich auch berechtigt - einwenden und lenkt daher nur unnötig von deiner Implikation ab:

Die Ruhestörung ist also tauglich, weil sie eine Störung der öffentlichen Ordnung darstellt - und das derartige Zuparken nicht, weil es eine solche nicht darstellt?

PS: Wir reden hier schon immer noch von dem Fall, dass die Autos blockiert werden, wir es sogar anscheinend mit einer Nötigung zu tun haben?

-- Editiert von Droitteur am 04.03.2019 00:18

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#20
 Von 
reckoner
Status:
Richter
(8713 Beiträge, 3469x hilfreich)

Hallo,

ich muss etwas zurückrudern. Leider hatte ich nur den Begriff "Nötigung" im Kopf und dachte das wäre klar. Beim nochmaligen Lesen stellt es sich aber ganz anders dar, die Nachbarin hat offenbar gar nicht so geparkt um andere zuzuparken (das dachte ich, warum auch immer), sondern nur weil es keinen anderen Platz gab. Da sehe ich keine Nötigung, ergo war auch die Polizei nicht zuständig.

Trotzdem sehe ich gute Chancen für den Schadenersatz. Allein was der TS hier geschrieben hat (in #14) reicht imho für die Schadenminderungspflicht, man muss da keine Klimmzüge machen. Er möchte ja auch nur 150 Euro, da kommt die Dame sogar relativ günstig bei weg.

Stefan

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#21
 Von 
Horstinho
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Hallo,

ich muss etwas zurückrudern. Leider hatte ich nur den Begriff "Nötigung" im Kopf und dachte das wäre klar. Beim nochmaligen Lesen stellt es sich aber ganz anders dar, die Nachbarin hat offenbar gar nicht so geparkt um andere zuzuparken (das dachte ich, warum auch immer), sondern nur weil es keinen anderen Platz gab. Da sehe ich keine Nötigung, ergo war auch die Polizei nicht zuständig.

Trotzdem sehe ich gute Chancen für den Schadenersatz. Allein was der TS hier geschrieben hat (in #14) reicht imho für die Schadenminderungspflicht, man muss da keine Klimmzüge machen. Er möchte ja auch nur 150 Euro, da kommt die Dame sogar relativ günstig bei weg.

Stefan

Wenn Jemand auf meinem Parkplatz steht - was ärgerlich ist - dann muss ich mir für den Abend eben an der Straße einen Suchen. Stelle ich mich dann zum Trotz vor meinen Parkplatz und hindere damit bewusst die halbe Nachbarschaft daran die Garage zu verlassen, dann erfüllt das sehr wohl den Tatbestand der Nötigung.

Aber darum gehts mir gar nicht und das zeige ich auch nicht an. Ich möchte mir mittels zivilrechtlichen Prozess die nur Kosten zurückholen.

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#22
 Von 
Horstinho
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Doch, dann hätten die nur etwas am Ausstiegsbahnhof warten müssen

Wie soll das in der Praxis aussehen? An einem Samstag um 05:30 hätte ich dann rum gewartet bis ich irgendeinen Nachbarn erwische der mir sagen kann wem die Karre gehört?

Zitat (von Harry van Sell):
Darin ist was genau alles einhalten?

Die Kosten die bei der Verwendung meines Firmenwagens nicht angefallen wären: Miete, Sprit, Vignette

-- Editiert von Horstinho am 04.03.2019 01:18

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#23
 Von 
Anami
Status:
Student
(2794 Beiträge, 735x hilfreich)

Zitat (von Horstinho):
Stelle ich mich dann zum Trotz vor meinen Parkplatz und hindere damit bewusst die halbe Nachbarschaft daran die Garage zu verlassen
Die Frage stellt sich doch nicht. Wie groß ist denn das Auto dieser trotzigen Nachbarin? bzw. wie viele Mietparteien hat das Haus?
Zitat (von Horstinho):
dann muss ich mir für den Abend eben an der Straße einen Suchen.
Wirklich? Wer hat das festgelegt?
Es geht doch nicht um das, was du machen würdest...

Zitat (von Horstinho):
Ich möchte mir mittels zivilrechtlichen Prozess die nur Kosten zurückholen.
Dann mach das doch.
Hier wird dir keiner definitiv sagen können, ob eine zivilrechtliche Entscheidung dir den Punkt gibt. Denn nichts ist hier *gewiss*.

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#24
 Von 
Sir Berry
Status:
Senior-Partner
(6164 Beiträge, 2311x hilfreich)

Zitat (von Horstinho):
Stelle ich mich dann zum Trotz vor meinen Parkplatz und hindere damit bewusst die halbe Nachbarschaft daran die Garage zu verlassen, dann erfüllt das sehr wohl den Tatbestand der Nötigung.

Du selbst verwendest das Wort "bewusst" im Zusammenhang mit der halben Nachbarschaft.
Ich halte es für lebensfremd, dass die Parkerin die halbe Nachbarschaft "bestrafen" wollte. Ihr ärger richtete sich doch nur gegen den Falschparker.

Zitat (von Horstinho):
Wie soll das in der Praxis aussehen? An einem Samstag um 05:30 hätte ich dann rum gewartet bis ich irgendeinen Nachbarn erwische der mir sagen kann wem die Karre gehört?

offensichtlich handelt da jeder anders. Ich habe in einer vom Grundsatz her vergleichbaren Situation (ein Fahrzeug stand direkt vor meiner Garage, keine Chance rauszufahren) die Polizei angerufen und nach dem Namen des Halters gefragt. Die Polizei hat von sich aus den Halter ermittelt, bei diesem zu Hause angerufen, dort die Handynummer erfahren und die Halterin angerufen. Nach rund 30 Minuten wurde das Fahrzeug entfernt.

Schadenersatz ist in derartigen Fällen möglich, aber nicht so leicht durchzusetzen.
Zu bedenken gebe ich auch, dass derjenige der Schadenersatz geltend macht, zum einen ersparte Aufwendungen gegenrechnen muss und zum anderen verpflichtet ist, den Schaden so gering wie möglich zu halten.

Du hast im Beitrag 14 Dein handeln zu rechtfertigen versucht. Einige sehen es wie Du, einige - auch ich - tendieren wohl eher dazu, dass eben nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpt wurden. Für mich ist Deine Begründung für die Eilbedürftigkeit nicht plausibel. Die später Zusteigenden können warten, müssten sie auch, wenn du aus anderen Gründen dort nicht rechtzeitig ankommst, und die Aussage ggf. in einen Stau zu geraten mag auf bestimmten Strecken durchaus logisch sein, bleibt hier aber Fiktion und ist als Begründung daher denkbar schlecht geeignet weil all zu leicht zu erschüttern.

Die Halterin will freiwillig nichts zahlen, du wirst also klagen müssen - sie verklagen müssen im Vertrauen darauf, dass auch sie das Auto so als Hindernis dort hingestellt hat. Ein Selbstläufer wird das nicht.

Zitat (von Anami):
Denn nichts ist hier *gewiss*.

Das Kosten-/Nutzenverhältnis scheint mir bei einer Klage nicht ausgewogen.

Letztlich entscheidest aber Du.

Berry

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#25
 Von 
Horstinho
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 1x hilfreich)

Danke für die Antworten.

Ich lass es darauf ankommen und leite ein gerichtliches Mahnverfahren ein, das im Falle eines Widerspruchs automatisch in ein streitiges Verfahren übergeht.

Die Angelegenheit hat viel Zeit, Geld, und Nerven gekostet. Eine Entschuldigung und eine kleine Beteiligung an den Kosten hätte mir gereicht. Mir gehts jetzt quasi ums Prinzip.

VG



-- Editiert von Horstinho am 04.03.2019 16:16

-- Editiert von Horstinho am 04.03.2019 16:17

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#26
 Von 
Spejbl
Status:
Schüler
(280 Beiträge, 28x hilfreich)

Wenn Abschleppdienst nicht ging, gut bleibt nur eine Klage übrig. Eine Schadensersatzklage wegen der Mehrkosten. Ob die aber Aussicht auf Erfolg hat, fraglich.

Oder aber dir bleibt nichts anders übrig, als dich in Vergebung zu üben. Prinzip hin oder her.


-- Editiert von Spejbl am 10.03.2019 23:31

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#27
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(65307 Beiträge, 31217x hilfreich)

Zitat (von Spejbl):
Arschkarte für die Blockiererin.

Nö, erst mal nur für den Auftraggeber - der muss den ganzen Spass nämlich erst mal bezahlen und darf dann dem Geld hinterherlaufen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#28
 Von 
Spejbl
Status:
Schüler
(280 Beiträge, 28x hilfreich)

Hab den Beitrag noch mal überarbeitet, da ich erst überlas, daß Abschleppdienst nicht ging und auch nicht in Anspruch genommen wurde.

Ich gebe zu, die Versuchung ist groß, die Blockiererin mit ins Boot zu holen. Einfach, weil sie so dreist ist zu sagen, ich mache, was ich will, und wenn es anderen schadet, deren Problem. Schliesslich waren ja noch Andere beteiligt.

Klüger wäre es, sich zusammen zu tun und den Falschparker zu belangen. Schliesslich war der der eigentliche Verursacher allen Ärgers, der die Ärgerniskette erst ausgelöst hat.

Denn der als eigentliche Ursache hätte beklagt werden sollen.

Aber so ist da nun mal: Mein Haus, Mein Geld, Meine Limousine, mein Recht.

-- Editiert von Spejbl am 10.03.2019 23:47

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#29
 Von 
reckoner
Status:
Richter
(8713 Beiträge, 3469x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Schliesslich war der der eigentliche Verursacher allen Ärgers, der die Ärgerniskette erst ausgelöst hat.
Das ist aber ein ganz anderer Fall. Natürlich war der Falschparker der Auslöser, er haftet aber nicht für mittelbare Schäden, die noch dazu jemand anderes zu verantworten hat.

Die Parkplatzeigentümerin hätte Schadenersatz geltend machen können, aber sie hat sich entschieden jemand anderen zu schädigen, und damit hat sie selbst keinen direkten Schaden gehabt, ergo fällt Schadenersatz für sie auch so gut wie flach.
Die übliche Miete für den Parkplatz - plus Strafzuschlag - wäre vielleicht noch möglich, aber das ist verglichen mit den Kosten des TS Kleinkram. Außerdem sehe ich nicht mal das, und zwar weil sie sich gerade keinen alternativen Parkplatz gemietet hat, zusätzliche Fahrtkosten hatte u.s.w. - sie hatte vielmehr Null Kosten.

Mal sarkastisch: Sie hätte ihr Auto alternativ auch im nächsten Hafenbecken parken können, meinst du dann immer noch, dass der Flaschparker dafür haften muss?

Und zu guter Letzt kann wahrscheinlich gar nicht bewiesen werden, wer denn der Falschparker war (der TS hat Fotos gemacht, seine Kontrahentin aber vermutlich nicht).

Stefan

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#30
 Von 
Guruhu
Status:
Praktikant
(992 Beiträge, 317x hilfreich)

Wie steht es eigentlich um die Schadenminderungspflicht des TE, nicht dass einem das nachher zum Verhängnis wird. Ich kenne mich mit dem detaillierten Preismodell von DriveNow nicht aus. Weiß jedoch, dass diese überall und immer verfügbaren "Spontanmieten" eher teuer sind.

Eine kurze Recherche ergab einen Tagesmietpreis inkl. 200km von 110€. zuzüglich der anderen Kosten, die der TE erwähnte kommt man damit schon Richtung der geforderten 150€.
Die Distanz zum Zielort kann also nicht höher gewesen sein als 100km. Entsprechend denke ich, dass es durchaus andere Alternativen der Anreise gegeben haben kann. Zuzumuten wären u.U. auch eine Busreise oder ein "regulärer" Mietwagen der bekannten Anbieter.

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