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Haftpflichtschaden. Teilschuld??

 Von 
jägerschnitzel
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Haftpflichtschaden. Teilschuld??

Hallo und guten Tag.
Folgendes ist passiert: Mein Sohn (7) fuhr mit dem Fahrrad zur Schule.Wie das die Kleinen so machen, benutzte er den Gehweg.Ca. 150m vor der Schule kreuzte er eine Einfahrt, die zu mehreren Garagen führt. Aus dieser Einfahrt fuhr ein PKW und es kam natürlich zu einer 'Begegnug' der beiden 'Kontrahenten'.Gott sei Dank ist die Sache glimpflich vorbeigegangen, keinerlei Verletzungen.Allerdings stellt der Fahrer des PKW jetzt Schadenersatzansprüche, da bei dem Zusammenstoss die Motorhaube verkratzt wurde.Das Fahrrad wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.Ich habe mir den Schaden angeschaut. Der Kratzer ist vorne ziemlich mittig der Motorhaube, daraus schliesse ich, dass mein Sohn schon fast vorbei war, sonst müsste der Schaden meiner Meinung nach seitlich sein. Der Fahrer droht nun gleich mit Anwalt und sieht bei sich keinerlei Mitverschulden.
Ich habe noch nichts der Haftpflichtversicherung gemeldet.
Würde sich diese dann mit dem Fahrer auseinandersetzen?
Dieser Beitrag ist eher prinzipieller Natur. Natürlich könnte ich über die Haftpflicht abwickeln. Aber ich sehe doch eine erhebliche Mitschuld bzw. Fahrlässigkeit des Fahrers.
Sollte ich zunächst einen Anwalt konsultieren, oder polizeilich Anzeige erstatten?

Vielen Dank für Ratschläge !

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Fahrrad Kind Schaden Versicherung


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Inserv
Status:
Beginner
(55 Beiträge, 18x hilfreich)

Dein Kind (unter 10 Jahren) ist ja nun verpflichtet, den Gehweg zu nutzen. Genauso hat ein ausfahrender anderer Verkehrsteilnehmer (hier: der PKW-Fahrer) eine besondere Sorgfaltspflicht walten zu lassen.

Unterem anderem hier festgestellt:

-> Kommt es auf einem Radweg zu einer Kollision zwischen einem Radfahrer und einem aus einer Grundstückseinfahrt herauskommenden Pkw, so ist eine volle Haftung des Pkw-Fahrers gerechtfertigt, wenn sich überhöhte Geschwindigkeit oder Unaufmerksamkeit des Radfahrers nicht feststellen läßt (OLG Hamm, Az. 32 U 1/98 )

-> Ein Autofahrer, der bei der Ausfahrt aus einem Grundstück ein zulässigerweise auf dem Gehweg fahrendes Kind anfährt, trägt die alleinige Schuld (OLG Hamburg, Az. 14 U 12/91 ).

Also nicht verunsichern lassen, frag lieber mal den Autofahrer, wann er denn den enstandenen Schaden an dem Rad deines Sohnes bezahlen mag :)

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#2
 Von 
tompetti
Status:
Praktikant
(785 Beiträge, 152x hilfreich)

Also, wenn Du das Kennzeichen des Autos hast melde den Schaden am Fahrrad bei der dazugehörigen Versicherung oder bei der Zentralstelle der KfZ Versicherungen und bitte darum das sie den Schaden reguliert. Du kannst den Anspruch des Fahrers auch bei Deiner Haftpflichtversicherung melden, allerdings würde ich das zunächst telefonisch tun und immer darauf hinweisen, dass die Forderung unberechtigt ist. Die Versicherung wird dann ungerechtfertigte Ansprüche für Dich abwehren. Das birgt das kleine Risiko, dass die Versicherung den kleinen Betrag lieber zahlt, als sich auf einen Rechtsstreit einzulassen.

Aber den Schaden am Fahrrad würde ich geltend machen und mich im geiste über das Gesicht des KFZ Halters freuen, wenn er den Befragungsbogen erhält und seine Versicherungsprämie steigen sieht.

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#3
 Von 
Jogibear
Status:
Student
(2659 Beiträge, 746x hilfreich)

melde den Schaden eurer Privathaftplicht!

Es gibt Pflichten als Versicherungsnummer sonst kommt die Versicherung in einem halben Jahr an und sagt du hast den Schaden selber zu zahlen, wir sind nicht zuständig, weil der Schaden uns zu spät gemeldet wurde.

Außerdem ist die Versicherung nicht dazu da den Schaden zu zahlen, sonderen auch unberechtigte gegen dich gestellte Ansprüche abzuweisen.

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#4
 Von 
Schnuffz
Status:
Schüler
(173 Beiträge, 20x hilfreich)

§ 10 StVO :
Wer aus einem Grundstück, aus einem Fußgängerbereich (Zeichen 242 und 243), aus einem verkehrsberuhigten Bereich (Zeichen 325/326) auf die Straße oder von anderen Straßenteilen oder über einen abgesenkten Bordstein hinweg auf die Fahrbahn einfahren oder vom Fahrbahnrand anfahren will, hat sich dabei so zu verhalten, daß eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist; erforderlichenfalls hat er sich einweisen zu lassen. Er hat seine Absicht rechtzeitig und deutlich anzukündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen. Dort, wo eine Klarstellung notwendig ist, kann Zeichen 205 stehen.

Man bemerke das Wort : "ausgeschlossen"

S.

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#5
 Von 
ikarus02
Status:
Master
(4412 Beiträge, 1029x hilfreich)

(Fast) alles richtig. Zu prüfen wäre aber auch, ob die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.
Ich würde mein 7-jähriges Kind noch nicht mit dem Fahrrad zur Schule fahren lassen!!!

-----------------
"behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden möchtest."

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