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Haftung Internet in WG (Wohngemeinschaft) ??

29.7.2019 Thema abonnieren
 Von 
wurm1
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 0x hilfreich)
Haftung Internet in WG (Wohngemeinschaft) ??

Hallo,

ich wohne in einer WG und bin Anschlussinhaber einer Vodafone Internet-Kabelverbindung.

Meine Mitbewohner lasten die Internetbandbreite sehr stark aus, daher gehe ich davon aus, dass entweder sehr viel gestreamt wird oder Inhalte heruntergeladen werden.

Ich bin auf diesen Artikel im Internet gestoßen, demnach muss ausschließlich Vodafone die IP-Adressen seiner Kunden speichern, die auf kinox punkt to urheberrechtlich geschützte Inhalte streamen.

Wie vermeide ich, dass ich durch das Fehlverhalten meiner Mitbewohner in die Haftung gezogen werde?
Wieso überhaupt hat ausschließlich Vodafone ein, meiner Meinung nach zweifelhaftes Gerichtsurteil akzeptieren müssen. Alle anderen Internetanbieter und Provider sind davon nicht betroffen.

Quelle: https://www.giga.de/unternehmen/vodafone/news/urteil-vodafone-muss-kinox.to-weiterhin-sperren/

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Legende
(18674 Beiträge, 3220x hilfreich)

Wenn du alle Eventualitäten ausschließen wilst, dann erkläre deinen Mitbewohnern, dass sie sich eigene Internet-Verträge kaufen sollen.
Dein Vertrag gehört dann dir und nur du haftest dafür.

Zitat (von wurm1):
Alle anderen Internetanbieter und Provider sind davon nicht betroffen.
Das Landgericht München befast sich aktuell mit dem Fall. Wenn das Urteil zu Gusten von Constatin Film ausgeht, könnten bald auch andere Provider betroffen sein und den Dienst ebenfalls sperren. Ob sich das Filmstudio schon vorher direkt an weitere Provider mit einstweiligen Verfügungen wendet, ist noch unklar

Doch was hat das ganze nun mit Schadensersatz zu tun?
Ein Schaden ist nicht entstanden.
Ob ein Schaden entsteht und wem, steht in den Sternen.

-- Editiert von Anami am 29.07.2019 14:52

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(88967 Beiträge, 35290x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Wenn du alle Eventualitäten ausschließen wilst, dann erkläre deinen Mitbewohnern, dass sie sich eigene Internet-Verträge kaufen sollen.

Tja, möglicherweise geht das gar nicht so einfach...

Als erste wäre mal zu klären, wie die Mitbewohner ans Internet kommen, welche vertraglichen Vereinbarungen der TE also mit den Mitbewohnern geschlossen hat.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#3
 Von 
wurm1
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat:
Wenn du alle Eventualitäten ausschließen wilst, dann erkläre deinen Mitbewohnern, dass sie sich eigene Internet-Verträge kaufen sollen.


Ich denke nicht, dass das funktioniert! Wohnen schließlich mehrere im Haus und so viele Internetanschlüsse wie Mitbewohner gibt es nicht.
Desweiteren kann es sein, dass ich als "erster" Anschlussinhaber kaum jemanden verbieten kann mein Internet mitnutzen zu dürfen. Als Folge könnte ich meinen Vertrag auflösen müssen = Vertragsbruch gegenüber Internetprovider. Sorry, meinen Mitbewohnern erklären, dass sie sich eigene Internet Verträge kaufen sollen macht alles viel komplizierter und ist außerdem technisch noch nicht einmal umsetzbar.

Zitat:
Als erste wäre mal zu klären, wie die Mitbewohner ans Internet kommen, welche vertraglichen Vereinbarungen der TE also mit den Mitbewohnern geschlossen hat.

Alle zahlen einen kleinen Teil der monatlichen Gebühren für den funktionierenden Internetanschluss. Der Vertragsinhaber des Internetanschlusses bin ich und hafte vermutlich für all den Blödsinn den meine Mitbewohner im Internet machen.


Wie sichere ich mich ab gegen Abmahnung wegen möglicher Urheberrechtsverletzung durch andere? W

BurgerKing, Starbucks und Co schaffen es ja auch irgendwie NICHT haften zu müssen und das ohne, dass diese Firmen eine Unterschrift von surfenden Kunden einfordern.



-- Editiert von wurm1 am 29.07.2019 23:53

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(88967 Beiträge, 35290x hilfreich)

Zitat (von wurm1):
BurgerKing, Starbucks und Co schaffen es ja auch irgendwie NICHT haften zu müssen

Andere Ausgangslage, daher nicht vergleichbar.



Zitat (von wurm1):
Der Vertragsinhaber des Internetanschlusses bin ich und hafte vermutlich für all den Blödsinn den meine Mitbewohner im Internet machen.

Korrekt. Zumindest derzeit.



Zitat (von wurm1):
Wie sichere ich mich ab gegen Abmahnung wegen möglicher Urheberrechtsverletzung durch andere?

Nach derzeitiger Lage: gar nicht.

Als erstes müsste man mal den Mitbewohnern den Vertrag über den Internetanschluss kündigen - falls das möglich ist.


Man könnte auch - je nach Router - gewisse Ports sperren. Aber das wäre Vertragsbruch und kann daher teuer werden.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#5
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5133 Beiträge, 1723x hilfreich)

Die einfachste Lösung wäre ein offenes WLAN - seit der Änderung des TDG (oder TMG, ich verwechsle die immer) 2017 ist sowohl die pauschale Haftung des Anschlußinhabers als auch die Kostenerstattungspflicht für Abmahnungen hinfällig. Man könnte dann "nur" noch auf geeignete Gegenmaßnahmen für die Zukunft in Anspruch genommen werden. Die Mühe machen sich die Rechteinhaber m.W. aber nicht, weil sie damit nur Geld ausgeben, ohne zu wissen, ob sie damit am Ende ein Plus machen oder nicht.

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#6
 Von 
Anami
Status:
Legende
(18674 Beiträge, 3220x hilfreich)

Zitat (von wurm1):
ich wohne in einer WG
Da dachte ich an 3 -5 Personen.
Außerdem dachte ich an einzelne Verträge mit zB Vodafone, O2 osä.

Ich kenne einige WG (max 5 Personen), die haben jeweils eigene Verträge--- nach vorausgegangem Streit und nur 1 Vertrag, in dem sich die Leute die Kosten teilten.
Nun zahlt jeder ca 20,- für sich und lastet aus und haftet auch für sich.
Zitat (von wurm1):
Sorry, meinen Mitbewohnern erklären, dass sie sich eigene Internet Verträge kaufen sollen macht alles viel komplizierter und ist außerdem technisch noch nicht einmal umsetzbar.
Warum?

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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#7
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5133 Beiträge, 1723x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Warum?


Ich vermute mal, in der Wohnung gibt es nur einen Internetanschluß. Wie über den parallel die Hardware mehrerer Provider funktionieren soll, das erkläre mal. ;)
Selbst mit nur einem Router kann man sich nur bei einem Internetanbieter gleichzeitig einwählen. Solange die WG es also nicht durchgesetzt bekommt, in jedem Zimmer einen unabhängigen Internetanschluß gelegt zu bekommen, wird das nichts werden können mit getrennten Providern, noch nicht mal mit getrennten Accounts beim selben Provider.

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#8
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5133 Beiträge, 1723x hilfreich)

---Doppelpost---

-- Editiert von BigiBigiBigi am 31.07.2019 15:04

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#9
 Von 
Anami
Status:
Legende
(18674 Beiträge, 3220x hilfreich)

danke, hat schon inzwischen bei mir *gescheppert* ;)

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(88967 Beiträge, 35290x hilfreich)

Zitat (von BigiBigiBigi):
Wie über den parallel die Hardware mehrerer Provider funktionieren soll, das erkläre mal.

Gar nicht.

Aber die anderen können sich ja ihren eigenen Anschluss nehmen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#11
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5133 Beiträge, 1723x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Aber die anderen können sich ja ihren eigenen Anschluss nehmen.


Eine Wohnung, mehrere Anschlüsse? Das muß erst mal der VM mitmachen. Und dann wird es sicher nicht billig, denn das werden die WG-Leutchen schon selbst bezahlen müssen.

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#12
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(88967 Beiträge, 35290x hilfreich)

Zitat (von BigiBigiBigi):
Eine Wohnung, mehrere Anschlüsse?

Ja, das geht.



Zitat (von BigiBigiBigi):
Das muß erst mal der VM mitmachen.

Den müsste man höchstens fragen, wenn man irgendwelche Bauarbeiten vornehmen wollte.
In größeren Städten ist das nicht mehr erforderlich.



Zitat (von BigiBigiBigi):
Und dann wird es sicher nicht billig, denn das werden die WG-Leutchen schon selbst bezahlen müssen.

Deren Problem, wenn man den Vertrag korrekt kündigt ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#13
 Von 
DumitruKurier
Status:
Schüler
(499 Beiträge, 140x hilfreich)

Du leitest alles über einen VPN Server und Ruhe ist

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#14
 Von 
Anami
Status:
Legende
(18674 Beiträge, 3220x hilfreich)

Zitat (von DumitruKurier):
und Ruhe ist
Nun ja, das weiß man nicht.
Es ist ja bisher absolute *Ruhe*---aber der TE hat Bedenken.
Bedenkenträger sind ...auch Leute, die im Internet mal was gelesen haben... und sich nun gleich selbst diese Haftungs-Jacke anziehen.
Obwohl nix passiert ist.

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ist nur meine Meinung.

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