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Muss ich die Rechnung zahlen, obwohl der Sachbearbeiter daran schuld ist?

17.10.2020 Thema abonnieren
 Von 
Cherry94
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Muss ich die Rechnung zahlen, obwohl der Sachbearbeiter daran schuld ist?

Ich hab ein ernstes Problem. Der Sachbearbeiter vom Jobcenter geht seine Arbeit nicht richtig nach. Er hat mich bei der Krankenversicherung abgemeldet, und dadurch entstand eine Versicherungslücke von 2 Monaten. Ich habe studiert. Ich habe bei der Versicherung angerufen, und nachgefragt, warum ich eine Rechnung bekomme. Der Gesprächspartner von der Versicherung meinte, dass das sehr komisch sei. Warum er mich grundlos von der Krankenversicherung abgemeldet habe.

Der Sachbearbeiter vom Jobcenter müsste theoretisch unsere Unterlagen zu einem anderen Jobcenter schicken. Da wir nicht mehr ins Zuständigkeitsbereich des Stadteils fallen. Wir sind umgezogen, aber der Sachbearbeiter meinte, er müsste alle Unterlagen nochmals prüfen und hat keine Lust wie "Ich komme aktuell gerade nicht hinterher meine Akten zu sortieren". Seit 2014 geht das so, seit wir umgezogen sind. Ich habe den Eindruck, dass er sehr chaotisch ist, und es versäumt die Unterlagen dem Zuständigkeitsbereich zu senden.

Ich habe ihm vor 2 Monaten eine E-Mail geschrieben, und nach ein Termin gefragt, aber bislang kam keine Antwort. Wegen Corona ist unser Sachbearbeiter in Homeoffice. Er nimmt Telefonanrufe nicht an. Und reagiert fast nicht auf E-Mails.

Der Rechnungsbetrag beträgt 100€. Das ist keine Welt, aber es geht mir ums Prinzip, warum ich etwas zahlen muss, was auf das Bier des Anderen zurück geht.
Ich studiere auch im Moment Physik und Mathematik, weshalb es mir nicht einfach fällt, mich mit der Bürokratie rumzuschlagen. Meine Mutter spricht auch kein gutes Deutsch.

Der Sachbearbeiter schrieb meiner Mutter, aber antwortete bis heute nicht auf den Wunsch "Ich würde gerne ein Termin bei Ihnen vereinbaren"

Zitat:
Bei Ihren Sohn ist der Sachverhalt anders gelagert. Wie Ihnen bereits mitgeteilt erhält dieser eigene Leistungen ab dem 25 Lebensjahr, sprich eine eigene Akte. Ich hatte daher im Mai zwecks Korrektur rückwirkend bei der AOK mit sonstigem Grund im bisherigen Fall bei Ihnen abgemeldet. Es fehlt noch die Wiederanmeldung in seinem eigenen Fall ab diesem Datum, damit die Meldung bei der AOK wieder stimmt. Er ist natürlich durchgehend zu versichern, Er hat dann halt nur eine eigene Akte mit Versicherungsbeginn ab 25 LJ.

Muss ich die Rechnung übernehmen, obwohl er mich abgemeldet hat? Was soll ich gegen die Rechnungsforderung machen? Ich habe den Eindruck, dass der Sachbearbeiter mich und meine Familie nicht ernst nimmt - weil wir ausländisch und meine Mutter nicht so gut deutsch spricht. Würde ich ein formelles und juristisches Brief schicken, würde er es nicht mal ansatzweise ernst nehmen. Wahrscheinlich würde er gegen eine Schadenersatzforderung nicht reagieren. Aber ich möchte es erstmals sanft lösen, und wissen, ob ich in diesem Falle im Recht bin. Steht mir dieser Anspruch zu?



-- Editiert von Cherry94 am 17.10.2020 22:53

-- Editiert von Cherry94 am 17.10.2020 22:54

-- Editiert von Cherry94 am 17.10.2020 23:02

-- Editiert von Cherry94 am 17.10.2020 23:04

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31276 Beiträge, 12432x hilfreich)

Die Schuld des Sachbearbeiters erschließt sich mir nicht so ganz. Vielleicht hab ich ja auch was missverstanden. Also, Du studierst. Damit bist Du in der Regel kein ALG II Empfänger mehr, auch die Krankenkasse wird dann nicht vom Job-Center bezahlt. Wie finanzierst Du Dich denn ansonsten? Außerdem hat das JC Dich wohl nicht abgemeldet, sondern lediglich mitgeteilt, dass die Kosten nicht mehr aus diesem Topf bezahlt werden.

Du bist wohl (?) nicht mehr Bezieher von ALG II, deshalb wahrscheinlich auch kein Termin beim JC. Deine Mutter müsste m.E. einen vereinbaren, und dann kannst Du ja als Unterstützung mit hingehen.

wirdwerden

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#2
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(14748 Beiträge, 2217x hilfreich)

Was ich bisher aus deinem Text verstehe: Du hast bei der Krankenversicherung einen Beitragsrückstand von 100,-€, weil du dieses Jahr 25 geworden bist und dich als Student selbst krankenversichern musst.

Der SB hat nur langsam gearbeitet. Sonst hätte die Versicherung schon ab Mai von dir selbst Beiträge für die studentische KV verlangt.

Zitat (von Cherry94):
Steht mir dieser Anspruch zu?
Was für ein Anspruch? Welcher Schaden ist dir entstanden? Ich erkenne bisher keinen Schaden.

Zitat (von Cherry94):
Ich habe studiert.
Von wann bis wann?
Zitat (von Cherry94):
Ich studiere auch im Moment
Seit wann?
------------------------------------------
Zitat (von Cherry94):
weil wir ausländisch und meine Mutter nicht so gut deutsch spricht.
Das kannst du vergessen. Die Mitarbeiter haben jede Stunde und jeden Tag mit Kunden zu tun, die nicht gut deutsch sprechen, oder einfach das Behördisch nicht verstehen.

Signatur:auch ich verweise auf § 675 (2) BGB.
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