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Recht auf Gutachteneinsicht?

31.12.2020 Thema abonnieren Zum Thema: Unfall Gutachten
 Von 
Seli*
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Recht auf Gutachteneinsicht?

Hallo,
im Rahmen eines Unfalls an meiner Arbeitsstelle durch ein aus den Halterungen gefallenes Fensters (ein riesiges, wiegt ca 200kg) wurde ich zum Glück nur leicht verletzt. Nachfolgend wurde vom Gebäudeeigentümer, der letztlich auch mein Arbeitgeber ist, ein Gutachten in Auftrag gegeben um die Frage zu klären warum die Fensterhalterung gebrochen ist. Ich habe Schmerzensgeld gefordert und möchte außerdem aber auch das Gutachten einsehen, was mir aber verwehrt wurde. Habe ich als Geschädigte nicht das Recht zu wissen, wie es zu diesem Unfall gekommen ist?

Besten Dank für Ratschläge!

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Unfall Gutachten


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84897 Beiträge, 34589x hilfreich)

Zitat (von Seli*):
Habe ich als Geschädigte nicht das Recht zu wissen, wie es zu diesem Unfall gekommen ist?

Nein.
Nur das Recht auf Schadenersatz und Schmerzensgeld.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
charlyt4
Status:
Student
(2950 Beiträge, 710x hilfreich)

Zitat (von Seli*):
Ich habe Schmerzensgeld gefordert

Von wem? Wie wurde die Höhe bestimmt?


Zitat (von Seli*):
Habe ich als Geschädigte nicht das Recht zu wissen, wie es zu diesem Unfall gekommen ist?


Was sagt da dein Anwalt dazu?


gruß charly

Signatur: Gruß Charly
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#3
 Von 
Seli*
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Schmerzensgeld habe ich vom Gebäudeeigentümer gefordert. Einen Anwalt habe ich bislang nicht, deswegen ja auch meine Frage hier im Forum. Schade, dass ich wohl kein Recht habe, die Ursache zu erfahren.
Danke für die Antworten!

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#4
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12022 Beiträge, 7973x hilfreich)

Vermutlich hat man sogar noch nicht mal Anspruch auf Schmerzensgeld.
Denn es scheint sich ja um einen Arbeitsunfall zu handeln.
Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt Heilbehandlung, Lohnfortzahlung und bei Bedarf auch Reha / Umschulung / Rente, wenn man duch den Arbeitsunfall den Beruf nicht mehr ausüben kann - aber kein Schmerzensgeld.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#5
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3427 Beiträge, 977x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Vermutlich hat man sogar noch nicht mal Anspruch auf Schmerzensgeld.
Denn es scheint sich ja um einen Arbeitsunfall zu handeln.

Wieso sollte man bei einem Arbeitsunfall keinen Anspruch auf Schmerzensgeld haben können?

Wenn der Unfall durch ein Verschulden des Arbeitgebers passiert ist (weil der seine Verkehrssicherungspflichten verletzt hat), hat der Arbeitnehmer selbstverständlich Anspruch auf Schmerzensgeld.

Zitat:
Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt Heilbehandlung, Lohnfortzahlung und bei Bedarf auch Reha / Umschulung / Rente, wenn man duch den Arbeitsunfall den Beruf nicht mehr ausüben kann - aber kein Schmerzensgeld.

Die gesetzliche Unfallversicherung hat den Unfall ja auch nicht verschuldet. Der Arbeitgeber hat es unter Umständen. Und ob er das hat - das kann sich aus dem Gutachten ergeben.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#6
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3427 Beiträge, 977x hilfreich)

Zitat (von Seli*):
Habe ich als Geschädigte nicht das Recht zu wissen, wie es zu diesem Unfall gekommen ist?

Selbstverständlich haben Sie das.

Immer dann, wenn der Arbeitsunfall durch ein Verschulden des Arbeitgebers passiert ist, z.B. weil der seinen Verkehrssicherungspflichten nicht genügt hat, oder gegen einzuhaltende Vorschriften verstoßen hat.

Wenn der Arbeitgeber keinen Einblick in das Gutachten gewährt, kann man das über einen Anwalt erreichen. Den braucht man dann ggf. auch für das Einfordern eines Schmerzesgeldes.

Zur Einhaltung von ggf. zu beachtenden Fristen sollte man sich unverzüglich mit einem Rechtsanwalt besprechen. ("Unverzüglich" heißt: kommende Woche. Nicht übernächste, nicht in einem halben Jahr.)

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#7
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(38935 Beiträge, 13954x hilfreich)

Zitat (von eh160):
Selbstverständlich haben Sie das.

Woraus sollte sich dieses Recht ergeben?

Zitat:
Immer dann, wenn der Arbeitsunfall durch ein Verschulden des Arbeitgebers passiert ist, z.B. weil der seinen Verkehrssicherungspflichten nicht genügt hat, oder gegen einzuhaltende Vorschriften verstoßen hat.

Und dieses Verschulden kann man wie genau nachweisen?

Zitat:
Wenn der Arbeitgeber keinen Einblick in das Gutachten gewährt, kann man das über einen Anwalt erreichen.

Ohne Rechtsgrundlage schafft das ein Anwalt auch nicht.

Zitat:
Zur Einhaltung von ggf. zu beachtenden Fristen sollte man sich unverzüglich mit einem Rechtsanwalt besprechen.

Auf dessen Kosten man mit hoher Wahrscheinlichkeit sitzen bleibt, da hier weder ein Anspruch auf Schmerzensgeld noch ein Anspruch auf Einsicht in das Gutachten erkennbar ist.

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#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31867 Beiträge, 12585x hilfreich)

Schmerzensgeld gibt es bei Unfällen am Arbeitsplatz vom Arbeitgeber nur äußerst selten, da die Kosten normalerweise durch das Versicherungssystem abgedeckt sind. Hier scheinen wir ja einen Fall zu haben, in welchem der Arbeitgeber selbst nicht wusste, was die Ursache für diesen Unfall war, andernfalls hätte er ja wohl kaum ein Gutachten in Auftrag gegeben. Und das sind nicht die Fälle von Schmerzensgeld.

Eventuell kommt ja ein Anspruch gegen eine Baufirma in Betracht, wenn dort ein Fehlverhalten nachweisbar ist. Das könnte man doch mit dem Arbeitgeber eventuell einvernehmlich klären?

wirdwerden

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