Schmerzensgeldanspruch nach Verurteilung des Täters

23. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
Roboter0815
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)
Schmerzensgeldanspruch nach Verurteilung des Täters

Hallo,

erst mal kurz und knapp, sollte es Nachfragen zu Details geben, kann ich diese nachliefern.

Ich bin Erwerbsminderungsrentner und Grundsicherungsempfänger und im Januar 2022 Opfer einer Körperverletzung geworden. Der Täter wurde vor ein paar Wochen vor Gericht zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt. Welche Möglichkeiten habe ich jetzt noch, von dem Täter Schmerzensgeld ausgezahlt zu bekommen und welche Summe könnte ich bei „einfacher Körperverletzung" fordern?

Soweit ich weiß ist so etwas, wenn der Täter rechtsschutzversichert ist, eine reine Formsache, die aber von einem Anwalt, mit einem entsprechenden Schreiben, angefordert werden sollte.

Vielen Dank im voraus für sämtliche Antworten!

-- Editiert von User am 23. November 2023 01:23

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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cirius32832
Status:
Senior-Partner
(6899 Beiträge, 1458x hilfreich)

Zitat (von Roboter0815):
Soweit ich weiß ist so etwas, wenn der Täter rechtsschutzversichert ist, eine reine Formsache, die aber von einem Anwalt, mit einem entsprechenden Schreiben, angefordert werden sollte.


Nö... man muss das schon zivilrechtlich mit einem Anwalt einklagen.

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#2
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32698 Beiträge, 17211x hilfreich)

Im Übrigen zahlt eine RSV keine Schmerzensgelder.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#3
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8494 Beiträge, 4055x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
und welche Summe könnte ich bei „einfacher Körperverletzung" fordern?
Vielleicht solltest du mal die verletzungen genauer beschreiben.
All zu viel würde ich mir da jedoch nicht erhoffen. Ausserdem muss dan dein "Gegner" auch noch zahlungsfähig sein, ist er das nicht,kannst du evtl jahrelang auf zahlung warten oder es kommt sogar nie etwas...

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118553 Beiträge, 39594x hilfreich)

Zitat (von Roboter0815):
Welche Möglichkeiten habe ich jetzt noch, von dem Täter Schmerzensgeld ausgezahlt zu bekommen

A) man fragt ihn einfach
B) man verklagt ihn



Zitat (von Roboter0815):
welche Summe könnte ich bei „einfacher Körperverletzung" fordern?

Beliebig. Aber sinnigerweise sollte man sich auf realistische Summen beschränken
Es wird eine solche Forderung allerdings erfolglos sein, denn wie der Name schon sagt, wird Schmerzensgeld anhand der Schmerzen bemessen, nicht anhand der Taten.

Und dann muss der Täter ja auch noch über ausreichend Geld verfügen.



Zitat (von Roboter0815):
Soweit ich weiß ist so etwas, wenn der Täter rechtsschutzversichert ist, eine reine Formsache

Das Wissen ist grundverkehrt.
Im Gegenteil, hätte er eine entsprechende Rechtschutzversicherung, würde er wohl eher ein Anwalt mit der Abwehr beauftragen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#5
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31539 Beiträge, 5572x hilfreich)

Zitat (von Roboter0815):
und im Januar 2022 Opfer einer Körperverletzung geworden
Könntest du denn jetzt (fast 2 Jahre später) deine Verletzungen oder gar durch die Tat verursachte Schmerzen und/oder Folgeschäden noch nachweisen?
Wurde das damals alles ärztlicherseits dokumentiert?
Die Geldstrafe ist nicht sehr hoch, das deutet evtl. auf geringe/folgenlose Verletzungen der *Einfachen KV* hin.

Für Bedürftige/Grundsicherungsbezieher könnte auch *preiswerte* juristische Unterstützung gegeben werden.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#6
 Von 
Roboter0815
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Es war eine nicht dislozierte Fraktur am Knochen des rechten Oberarms (mit schmerzbehafteter wochenlanger starker bis sehr starker Bewegungseinschränkung des selbigen) die komplett ärztlich dokumentiert ist, inkl. der Orthopädietermine, Röntgen, MRT und Physiotherapie.

-- Editiert von User am 24. November 2023 22:15

-- Editiert von User am 24. November 2023 22:17

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#7
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31539 Beiträge, 5572x hilfreich)

Es steht dir frei, vom Täter Schmerzensgeld zu fordern.
Wenn er nicht reagiert oder ablehnt, bleibt noch immer der Gang zum Anwalt.
Dann der Versuch der außergerichtlichen Einigung, oder später ggf. Klage am Amtsgericht.
Wenn er nicht zahlen kann--- zB als Grundsicherungsbezieher---, hilft alles nichts.

Es geht nicht um Termine, Kosten-oder Zeitaufwand--- es geht nur um Schmerzen und deren Entschädigung.
Folgeschäden beschreibst du nicht und die Schmerzen sind zum Glück auch längst vorbei.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#8
 Von 
Roboter0815
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Und wenn man den Begriff „Schmerzensgeld" mit „Schadensersatz" ersetzen würde?

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#9
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8494 Beiträge, 4055x hilfreich)

Dann nimmst du die ganzen Rechnungen, Quittungen, Belege etc, rechnest diese zusammen und forderst diese Summe ein.
Dabei solltest du deine Schadensminderungspflicht jedoch nicht aus den Augen lassen ;)

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#10
 Von 
Roboter0815
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Dann würde es ein Schmerzensgeldforderung werden. Welche Aussichten auf Erfolg hätte ich denn erfahrungsgemäß ungefähr, wenn vorausgesetzt ist, dass der Täter Geld hat. Und wären auf Grund der wochenlangen Einschränkung der normalen Bewegungsfähigkeit des rechten Armes (sh. oben) und der daraus folgenden Schmerzen, eine Summe von etwa 5.000 Euro realistisch? Und dürfte ich die dann, als Grundsicherungsempfänger, überhaupt behalten, oder würden die sofort verrechnet werden?

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#11
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38144 Beiträge, 13929x hilfreich)

Welche Höhe angebracht ist, das sollte der Anwalt entscheiden, dem dann die ganzen Unterlagen vorliegen. Zumal Schmerzensgeld und Schadensersatz ja zwei paar Schuhe sind.

wirdwerden

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#12
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31539 Beiträge, 5572x hilfreich)

Ein Grundsicherungsbezieher hätte vom Schadenersatz /Vermögensschaden nichts.
Das Amt darf diese Summe anrechnen---
nur Schmerzensgeld/kein Vermögensschaden ist nicht anrechenbar, dürfte also behalten werden.

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_12/__83.html

Zitat (von Roboter0815):
Welche Aussichten auf Erfolg hätte ich denn erfahrungsgemäß ungefähr, wenn vorausgesetzt ist, dass der Täter Geld hat.
Von 0 bis 100.
Zitat (von Roboter0815):
Und wären auf Grund der wochenlangen Einschränkung der normalen Bewegungsfähigkeit des rechten Armes (sh. oben) und der daraus folgenden Schmerzen, eine Summe von etwa 5.000 Euro realistisch?
Man kann auch mehr fordern, aber realistisch sehe ich allerdings 5.000,- nicht.
Weder mit noch ohne Anwalt.

Man hätte schon Schmerzensgeld auf rein zivilrechtlichem Weg und gleich nach den Behandlungen fordern können.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#13
 Von 
CarstenF
Status:
Praktikant
(887 Beiträge, 157x hilfreich)

Also 5000 Euro kommt mir auch etwas hoch vor, ich hätte eher auf 1000-3000 Euro getippt, aber das ist natürlich einzelfallabhängig.

Zitat (von Anami):
Man hätte schon Schmerzensgeld auf rein zivilrechtlichem Weg und gleich nach den Behandlungen fordern können.


Das schon, es kann aber auch durchaus sinnvoll sein, den strafrechtlichen Prozess abzuwarten, zumindest hat man jetzt hier schon eine Verurteilung des Täters.
Zitat (von Roboter0815):
Und dürfte ich die dann, als Grundsicherungsempfänger, überhaupt behalten, oder würden die sofort verrechnet werden?


Das habe ich mal schnell für Sie gegoogelt: Schmerzensgeld darf nicht angerechnet werden, somit könnten Sie dies vollständig behalten.

Das sollte man allerdings einem Anwalt überlassen. Falls das Geld knapp ist, kann man sich dazu zuerst mal einen Beratungshilfeschein beim örtlichen Amtsgericht besorgen.

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